Wie frauenfeindlich ist die NAK?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Lulo
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#11 Beitrag von Lulo » 26.11.2019, 12:31

fridolin hat geschrieben:
25.11.2019, 15:39
...bestehen noch 40 Gemeinden der KAG in Deutschland. Die bezeugen doch wohl dann eindeutig das Dasein der KAG in der heutigen Zeit. Gottesdienste werden wohl dann dort auch noch gehalten. Sie hat sich nicht aufgelöst, sie existiert noch.
Bei Wiki steht sinngemäß, dass diese Gemeinden vorwiegend aus Nachkommen früherer Gemeindemitglieder bestehen. Kommt uns das bekannt vor? Weiterhin heißt es, dass eine geistliche Leitung inzwischen fehlt. Also für mich sieht das nicht mehr sehr lebendig aus.

Ich erinnere mich nur noch schemenhaft an den Unterricht über die Entstehung der NAK und kann nichts darüber sagen, was gelehrt wurde und ob sie aus der KAG hervorgegangen ist. Interessant fand ich die Weissagungsgeschichten, die waren schräg.

Um zum eigentliche Thema zurückzukommen: Im Unterschied zur gesellschaftlichen Akzeptanz, dass Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind und dass sie weniger verdienen als Männer (und zwar nur aus dem Grund, weil sie Frauen sind), beruft sich die NAK auf die biblische Geschichte, in der Frauen nur die Nebenrollen besetzt halten. Die NAK ist definitiv frauenfeindlich, das liegt auf der Hand. Inzwischen finde ich es nicht (mehr) so tragisch, weil ich raus bin. Auf den letzten Metern ihrer Existenz muss sie damit nun auch nicht mehr anfangen. :mrgreen:
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fridolin
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#12 Beitrag von fridolin » 26.11.2019, 15:25

Ich erinnere mich nur noch schemenhaft an den Unterricht über die Entstehung der NAK und kann nichts darüber sagen, was gelehrt wurde und ob sie aus der KAG hervorgegangen ist. Interessant fand ich die Weissagungsgeschichten, die waren schräg.
Die KAG war der Ursprung.1863 hat der KAG Prophet Geyer, hinter den Rücken der KAG Apostel heimlich einen neuen Apostel berufen. Da war damals in Königsberg. Der musste auf Geheiß von Geyer stille halten und durfte davon nichts erzählen. Erst Monate später, als Geyer im grünes Licht gab, kam das raus. Die englischen Apostel natürlich entrüstet. Nur die Hamburger KAG Gemeinde mit ihrem Vorsteher Schwarz hat ihn den heimlich eingesetzten dann als Apostel anerkannt. Die englischen Apostel natürlich entrüstet, haben das nicht geduldet und haben Geyer, Schwarz und den neuen Apostel zur Besprechung eingeladen. Mit dem Ziel das alles wieder rückgängig gemacht wurde. Hat nicht gefruchtet. Sie wurden dann aus der KAG exkommuniziert und ausgeschlossen . Gründeten dann 1863 die apostolische Mission. Die englischen KAG Apostel haben ihre Mitglieder davon schriftlich unterrichtet und dabei wohl erwähnten, das sich ein Teufelswerk gegründet hat. Der neue Apostel hat nach ein paar Wochen sein Amt wieder hingeworfen und ist zur KAG zurückgekehrt und erklärte sinngemäß das
er seine Berufung als gegenstandslos betrachtet und alles nicht alles mit unbedingt Rechten Dingen zugegangen ist. 1878 nach gut 15 Jahren spaltete sich nun die apostolische Mission. Es ging wieder mal um Apostelrufungen die Streit auslösten. Einige Mitglieder verließen 1878 die apostolische Mission und gründeten noch was neues. Dieser Zweig bestand dann bis 1897. Dann kam es dort auch zur Spaltung, weil Apostel Krebs ein wenig für Unruhe sorgte. Er führte eine vollkommene neue Lehre ein ,die "Lehre vom neuen Licht" ein. Jesus Christi ist im Fleisch der Apostel wiedergekommen. Auf eine noch zu erwartende Wiederkunft braucht nicht mehr gewartet. Jesus Christus ist schon im Fleische der Apostel da. Er führet auch dann Pfingsten 1897 ein neues Amt ein, das Stammapostelamt. Er lies sich dann als der wiedergekommenen Christus zeitweilig huldigen. Natürlich kam es wie es kommen musste, es kam zur Spaltung, weil die neue Linie von Krebs nicht jeden begeistert.
Der Vorläufer der heutigen NAK ist also nicht die KAG sondern der Zweig den Krebs 1897 gründete.

1905 verstarb Krebs und seine Lehre von neuen Licht, verschwand später wieder nach und aus dem Lichtkegel der Lehre der damaligen NAK. :D

Die Lehre von der noch zu erwartende Wiederkunft wurde wieder eingeführt. :D
Da sagten aber etliche, so nicht, das habt ihr uns aber vorher anders gelehrt. Wir halten fest daran und spalteten sich ab. Z.b. das in Deutschland bestehende Apostelamt Jesu Christi mit tausenden von Mitgliedern gehört dazu.

Wer weis heute noch davon, das die NAK in Ihrer Gründerzeit, über lange Jahre unter ihrem 1. Stammapostel die schon erfolgte Wiederkunft Christi lehrte und diese Lehre der Keim dafür war, neue Spaltungen zu erzeugen. Als dann die Lehre von der schon stattgefundenen Wiederkunft Christi wieder in Richtung Mülleimer landete, kam es wieder zu Spaltungen. :D

Sesemi
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#13 Beitrag von Sesemi » 26.11.2019, 16:21

Mein Deutschlehrer hätte früher unter die meisten Beiträge geschrieben „Thema verfehlt“.

Deshalb noch mal die Frage einer Frau, die beruflich erfolgreich und stets mindestens auf Augenhöhe mit den männlichen Kollegen war:

Wie frauenfeindlich ist die NAK?

Gruß von der Trave

Sesemi

fridolin
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#14 Beitrag von fridolin » 26.11.2019, 17:29

Sesemi, du hast natürlich recht. Das Thema steht schon in der Überschrift. Und bezieht sich auf die angebliche Frauenfeindlichkeit der NAK. Aber dann müssen auch dementsprechende Beiträge kommen. :D

Also ran ihr lieben Frauen, schüttet euer Herz aus. Ist die NAK Frauenfeindlich, oder ist das nur Gefasel. Das könnt ihr am besten selbst beurteilen. :D :D

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Heidewolf
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#15 Beitrag von Heidewolf » 26.11.2019, 19:03

Sesemi, wie recht du hast. Ist richtig süß.
Apropo Lehrer. Da könnte man einen neuen Strang aufmachen. Lehrern braucht man nur einen roten Hering hinzuwerfen, schon wurds spannend.
In der Schule hatten wir einen Rektor. Wenn man dem sagte, Herr F., erzählen Sie mal vom Krieg. Schon war die Stunde gerettet. Der war beim Nachrichtendienst an der Ostfront, weil er russisch könnte. War manchmal spannend.
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#16 Beitrag von greg » 27.11.2019, 07:16

Sesemi hat geschrieben:
26.11.2019, 16:21
Wie frauenfeindlich ist die NAK?
Die NAK ist eine patriarchalische Organisation die Frauen einzig aufgrund ihres Geschlechts viele Möglichkeiten innerhalb dieser Organisation verweigert. Die NAK vertritt ein konservatives Rollenmodell in der die Frau traditionell Hausfrau und Mutter ist, der Mann arbeitet und in der Freizeit als Amtsträger tätig ist. Da die NAK von ihren Mitglieder fordert, dass die NAK an erster Stelle ist, wird somit eine klare Erwartungshaltung zu diesem Rollenmodell kommunizert. Viel Frauenfeindlicher geht es eigentlich nicht. Darüber muss auch nicht gross diskutiert werden, das ist weithin bekannt.
Lulo hat geschrieben:
26.11.2019, 12:31
Im Unterschied zur gesellschaftlichen Akzeptanz, dass Frauen in Führungspositionen unterrepräsentiert sind und dass sie weniger verdienen als Männer (und zwar nur aus dem Grund, weil sie Frauen sind), beruft sich die NAK auf die biblische Geschichte, in der Frauen nur die Nebenrollen besetzt halten. Die NAK ist definitiv frauenfeindlich, das liegt auf der Hand. Inzwischen finde ich es nicht (mehr) so tragisch, weil ich raus bin. Auf den letzten Metern ihrer Existenz muss sie damit nun auch nicht mehr anfangen.
Die NAK beruft sich einmal auf die Bibel und einmal auf die neuen Erkentnisse aus dem Heiligen Geist, die der Stammapostel doch Kniend im Gebet erlangt haben soll. Je nach dem wie es der NAK Führung gerade passt. Ist doch prakisch. Man kann sich entweder Anpassen oder hat immer eine super Ausrede wieso nicht. Zudem bin ich nicht mit deiner akzeptable Haltung einverstanden. Für die aktuelle Diskriminierung von Frauen in der NAK gibt es keine Entschuldigung, die akzeptabel wäre. Wir haben das Jahr 2019 und Frauen sollten endlich auch in der NAK gleichberechtigt werden.

Eigentlich sollten sich die NAK Frauen zusammen tun, eine feministische Bewegung innerhalb der NAK gründen und folgendes verlangen: "Der Nächste Stammapostel wird eine Frau oder wir treten aus!" :D

fridolin
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#17 Beitrag von fridolin » 27.11.2019, 10:48

Die NAK beruft sich einmal auf die Bibel und einmal auf die neuen Erkentnisse aus dem Heiligen Geist, die der Stammapostel doch Kniend im Gebet erlangt haben soll. Je nach dem wie es der NAK Führung gerade passt. Ist doch prakisch. Man kann sich entweder Anpassen oder hat immer eine super Ausrede wieso nicht. Zudem bin ich nicht mit deiner akzeptable Haltung einverstanden. Für die aktuelle Diskriminierung von Frauen in der NAK gibt es keine Entschuldigung, die akzeptabel wäre. Wir haben das Jahr 2019 und Frauen sollten endlich auch in der NAK gleichberechtigt werden.
Greg, ein toller nachdenkenswerter Beitrag zum Thema. :D

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Lulo
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#18 Beitrag von Lulo » 28.11.2019, 13:49

Zur Frage, WIE frauenfeinlich ist die NAK:

Das stärkste Bild zu diesem Thema war das Abendmahl. Bevor die Hostien an die Gemeinde verteilt wurden, stellten sich alle Amtsträger in Reihe vor den Altar mit dem Rücken zur Gemeinde. Dieser Anblick hat sich eingeprägt. Ich empfand ihn immer als Mauer und Abgrenzung zum gemeinen Fußvolk und zusätzlich zu mir als Frau, da alle diese schwarz gekleideten Rücken natürlich männlich waren.

Ein anderes Beispiel ist die Kleiderordnung. Ich als Frau empfinde es als Zumutung, mir von einem Mann sagen lassen zu müssen, ob mein Outfit kirchentauglich ist oder nicht. Es hat schlichtweg kein Mann das Recht zu beurteilen, ob der Rock zu kurz ist, der Ausschnitt zu tief, das Muster zu bunt usw. Diese Bevormundung ist definitiv frauenfeindlich, weil uns Frauen das Empfinden dafür abgesprochen wird, was sich gehört und was nicht.

Über die Rolle der Amtsträgerfrauen in der NAK ist schon viel geschrieben worden. Sie hat sich seit anno zopf nicht verändert. Schon das Wort Gehilfin löst Brechreiz aus.

Daraus folgt die nächste Frage: Warum habe ich mir das vierzig Jahre lang gefallen lassen?
Wer loslässt, hat beide Hände frei.

Sesemi
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#19 Beitrag von Sesemi » 28.11.2019, 22:10

Eigentlich sollten sich die NAK Frauen zusammen tun, eine feministische Bewegung innerhalb der NAK gründen und folgendes verlangen: "Der Nächste Stammapostel wird eine Frau oder wir treten aus!" :D

Gute Forderung, doch Feminismus scheint in der jüngeren Generation mega-out.

NAK-Frauen sind darüber hinaus entweder im System zu angepasst, Verzeihung, ich meinte natürlich „kindlich gläubig“ oder sie nehmen für bare Münze, wenn man(n) ihnen suggeriert, ihr Engagement, das oft Gemeindeleben tatsächlich bereichert, verleihe ihnen Bedeutung. Gerade junge Frauen, so meine Beobachtung, sind aktiv in Musik und Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ohne ihre Rolle kritisch zu reflektieren.

Wer mit dem System nicht oder nicht mehr einverstanden ist, verabschiedet sich innerlich und dann auch äußerlich. Dass irgendeine Frau die „Bemühungen“ der offiziellen Männerkirche ernst nimmt, endlich einmal über die Möglichkeit der Frauenordination überhaupt endlich einmal nachzudenken, kann ich mir nicht vorstellen, es ist angesichts des rasanten Niedergangs der NAK in Europa auch nicht mehr unbedingt notwendig und in Afrika ist ja, wie JLS immer wieder gern betont, sowieso alles ganz anders und man müsse die dortigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen doch bei allen Entscheidungen im Blick behalten. Diese Position inkludiert aus meiner Sicht ein mittelalterlich anmutendes Frauenbild.

Alternativ zum obigen Vorschlag könnten jedoch Frauen NEIN zur Ordination, Beauftragung oder Ernennung ihres männlichen Partners sagen, solange es keine Frauenordination gibt. (Diese Idee habe ich von einer jungen Frau, die entsprechend verfährt.)

Gruß von der Trave
Sesemi

fridolin
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Re: Wie frauenfeindlich ist die NAK?

#20 Beitrag von fridolin » 28.11.2019, 22:37

Alternativ zum obigen Vorschlag könnten jedoch Frauen NEIN zur Ordination, Beauftragung oder Ernennung ihres männlichen Partners sagen, solange es keine Frauenordination gibt. (Diese Idee habe ich von einer jungen Frau, die entsprechend verfährt.)
Weg von der ergebenden "Glaubensgehülfin" . :D
Auf sowas kommen wir Männer nicht. Die Idee ist nicht von schlechten Eltern. :idea:
Das könnte die NAK in ihren Grundfesten erschüttern lassen. :D

Frauen die verstärkt nicht zustimmen, das ihre Ehemänner in der NAK kein Amt übernehmen, ganz was neues.
Sollte das Phänomen tatsächlich verstärkt auftreten, wäre das gleich einer nie gekannten Revolution im NAK Gefüge :D

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