NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstatten?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Loreley 61
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NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstatten?

#1 Beitrag von Loreley 61 » 20.06.2019, 17:44

Wie ist das eigentlich, wenn jemand (ein AT)vor einem NAK-Apostel die Beichte ablegt? Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstatten?

Wenn der Apostel nun demjenigen die Sünden vergibt, (z.B. Mord, Missbrauch) ist es dann so, dass in den „alten Wunden nicht mehr rum gerührt werden darf“ und er seinen Job als AT behält? Es hieß doch immer auch „vergeben und vergessen“ Der AT würde dann so behandelt, als hätte die Tat nie stattgefunden??? So jedenfalls interpretiere ich auch die Aussagen von Stap. Schneider zum Thema Schuld, Sünde und Vergebung...

Leider fand ich auch immer noch keine Antwort auf meine Frage der „göttlichen Erwählung“ eines AT. Stellt denn kein NAK-Gläubiger seiner Kirche mal die Frage, wieso Gott (der ja alles im Voraus weiß) jemanden als AT erwählt, der dann irgendwann straffällig wird und Leute schädigt, einschließlich der NAK selbst.

Es gibt ja mittlerweile viele ehemalige AT, die sich nie etwas zu Schulden haben kommen lassen, nur einfach ausgetreten sind und heute als Kritiker schreiben und berichten. Wie sieht es da mit der angeblichen „göttlichen Erwählung“ aus? Gott erwählt Leute, die später „sein Werk“ kritisieren??Die NAK kann froh sein, dass ich da nicht mehr drin bin – die würde ich mit Fragen löchern bis sie schwarz werden. Aber die haben mir ja schon in der Jugend gesagt, ich solle nicht so viele Fragen stellen und nicht jeden Satz mit „Ja, aber.........beginnen, wenn ich doch schon eine Antwort bekommen hätte. (Was selten genug der Fall war)

LG, Lory
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Re: NAK Aachen: Ex-Priester wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt. Und die Rolle der NAK?

#2 Beitrag von Toleranz » 20.06.2019, 17:47

Diese Frage wollte ich auch gerade stellen, ob für "gläubiger" die Richterin qualifiziert genug ist.
Beichtgeheimis in der NAK ? 😄😄😄😄😄

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Loreley 61
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Re: NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstat

#3 Beitrag von Loreley 61 » 20.06.2019, 18:17

Zumindest gibts offiziell sowohl Beichte als auch Beichtgeheimnis in der NAK.
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Andreas Ponto
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Re: NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstat

#4 Beitrag von Andreas Ponto » 20.06.2019, 18:23

Die Beichte ist unverbrüchlich! Was man in der Evangelischen Kirche Pfarrerin oder Pfarrer beichtet ist ohne wenn und aber geschützt.

In der Katholischen Kirche führt der Bruch des Beichtgeheimnisses zur Exkommunizierung, der höchsten Strafe in der Katholischen Kirche!

In Australien diskutiert man die Aufhebung des Beichtgeheimnisses bei Kindesmissbrauch.

Nach meinem Wissensstand unterliegen auch Seelsorger der NAK dem Beichtgeheimnis.

In Frankreich wurde der Kardinal Philippe Barbarin von Lyon vom Gericht zu 6 Monaten verurteilt, weil er Kindesmissbrauch gedeckt haben soll, wogegen sich die Katholische Kirche wahrscheinlich auf das Beichtgeheimnis beruft.

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Loreley 61
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Re: NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstat

#5 Beitrag von Loreley 61 » 20.06.2019, 20:05

Predigtzitat:
Es ist nicht unsere Aufgabe auf die Narbe der Sünde zu zeigen, oder darauf zu drücken, dass der Sünder leidet. Sonst werden wir zu Sündern und nicht mehr der andere. Dann werden wir zu Sündern aus Mangel an Nächstenliebe …....
Bedeutet das , dass ein Täter überhaupt nicht aus seinem Amt gefeuert werden kann, wenn auf die VERGEBUNG in der NAK soviel Wert gelegt wird? Müssen dann nicht auch die Oberen so handeln, als wäre nichts geschehen? Also keine Amtsenthebung? Oder gilt die Vergebungsregel nur bei kleineren Taten/Sünden. K. wurde seines Amtes enthoben, wenn auch zu spät. Ergo ist obiges Predigtzitat ohne Belang und Gültigkeit.

Hätte K. seinem Apostel gebeichtet, darf dieser also gar keine Anzeige erstatten. Soweit so schlecht. Der Apostel darf dann über den Inhalt der Beichte niemandem etwas sagen. Ist das korrekt ?Auch dem Stap. gegenüber nicht??? Wie erklärt er dann die Amtsenthebung gegenüber seinen Mitaposteln? Auch mit: Gesundheitliche Gründe?
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Re: NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstat

#6 Beitrag von fridolin » 20.06.2019, 20:42

@Loreley 61
Stellt denn kein NAK-Gläubiger seiner Kirche mal die Frage, wieso Gott (der ja alles im Voraus weiß) jemanden als AT erwählt, der dann irgendwann straffällig wird und Leute schädigt, einschließlich der NAK selbst.
Es gibt ja mittlerweile viele ehemalige AT, die sich nie etwas zu Schulden haben kommen lassen, nur einfach ausgetreten sind und heute als Kritiker schreiben und berichten. Wie sieht es da mit der angeblichen „göttlichen Erwählung“ aus? Gott erwählt Leute, die später „sein Werk“ kritisieren??
Ja, eine berechtige Frage, weshalb lässt Gott in seinem angeblichen einzigen Erlösungswerk zu, das erbetene At's ordiniert werden, von denen er schon im voraus weiß die werden nicht durchhalten können. Aus dem oder dem Grund.
Wäre es nicht angebracht das ganze Aussagemäßig neu zu überdenken und neu zu formulieren. Das erbetene streichen und zugeben das die Stellen besetzt werden müssen, damit alles funktionieren kann.

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Heinrich
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Re: NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstat

#7 Beitrag von Heinrich » 24.06.2019, 14:28

Werte Fories, hier geht es um Mord und ich habe noch niemals so etwas getan - okay?

Und trotzdem ist dieses Thema sehr heikel.

Mir kam mir noch nie die Idee, vor einem „Apostel der NAK“ eine Beichte abzulegen. Manche dieser AP in meinem Leben waren ganz okay, andere eher Kotzbrocken (Entschuldigung für diesen Ausdruck, ja?)

Aber: Wenn jemand beichtet und dabei einen Mord zugibt, muss (!) dieser Apostel diesen Menschen gleich welcher Religion festnehmen und seiner Strafe zuführen zu lassen. Punkt.

Warum? NAK-Apostel sind immer und auch Staatsbürger. Und Morde, von wem auch immer gebeichtet, gehören geahndet.

Das mag eine harte Meinung sein, aber „Beichtwillige“ habe ich in der NAK noch nie erlebt.

Wer mordet, gehört nicht von der NAK geschützt, sondern gehört umgehend vor Gericht.

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Re: NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstat

#8 Beitrag von holytux » 24.06.2019, 17:43

Heinrich, diese Deine Meinung kannst Du haben.
Ich sehe es nicht so und bin froh, dass es das Beichtgeheimnis gibt. Heinrich, es geht dabei nicht um die "Horizontale", sondern die "Vertikale", also nicht um die Rechtssprechung im Staat, sondern um das Verhältnis des Einzelnen zu Gott. Deine Forderung, jeder "Apostel" (und Du meinst doch sicher auch jeden anderen Geistlichen, oder?) müsse einen Mörder dem menschlichen Gesetz ausliefern, lässt diese Unterscheidung völlig vermissen.
Bedenke bitte auch, dass es gerade das Beichtgeheimnis ist, dass Menschen zur Umkehr und auch zu einem Geständnis bewegen kann, wenn die Absolution erbeten wird und der Geistliche die Notwendigkeit von Reue und Buße vermitteln kann. Dafür gab und gibt es viele Zeugnisse.
Rein juristisch gibt es darüber nichts zu diskutieren, Gott sei Dank! Der Geistliche darf nie die "zuführende" Instanz sein, zumal er die Tragweite, Entstehung und Hintergründe einer mutmaßlich kriminellen Handlung überhapt nicht beurteilen kann.
Die Anzeigepflicht des "gemeinen" Bürgers ist im Übrigen durch §138 StGB geregelt und beinhaltet nur bestimmte GEPLANTE Straftaten, und keine bereits geschehenen Straftaten.
Geistlichkeit als verlängerter Arm der Staatlichen Gerichtsbarkeit ist vieleicht Wunschdenken in totalitären Gesellschaften, hat im Rechtsstaat westlicher Prägung aber keinen Platz. Gut so!

FG
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Re: NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstat

#9 Beitrag von Prinzipal » 24.06.2019, 19:08

Beichtgeheimnis in der NAK? Also von Beichte in der NAK habe ich noch niemals gehört. Alle NAK-Sünder haben doch zweimal pro Woche die Option zur Sündenvergebung und gut ist’s. Ganz egal für welches Vergehen und ohne dass irgendjemandem etwas darüber anvertraut oder gebeichtet würde.
Deshalb verstehe ich die Thematisierung einer Beichte in der NAK hier im Forum gar nicht.
Oder habe ich irgendwas nicht mitbekommen (Lehränderungen, neuer Katechismus usw.?)?

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Heinrich
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Re: NAK und ihre rechtsstaatlichen Pflichten: Gilt das Beichtgeheimnis auch bei Mord oder muss die NAK da Anzeige erstat

#10 Beitrag von Heinrich » 24.06.2019, 19:41

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Bedenke bitte auch, dass es gerade das Beichtgeheimnis ist, dass Menschen zur Umkehr und auch zu einem Geständnis bewegen kann, wenn die Absolution erbeten wird und der Geistliche die Notwendigkeit von Reue und Buße vermitteln kann. 
Interessanter Ansatz, werte(r) Holytux.

Nur vollkommen am Thema vorbei. Ein Mörder bleibt ein Mörder. Absolution hin oder her. Wieso soll ein Geistlicher gleich welcher Konfession bitte einen Mörder decken?

Nur so ein Gedanke, denn würde Ihre Idee stimmen, "latscht" jeder Mensch, der einen anderen Mensch umgebracht hat, mal eben zur Kirche. Gut ist es, Reue und Umkehr werden geheuchelt und ein weiterer Mordfall wird dank kirchlicher Hilfe nie mehr geklärt.

Nein, und nochmals nein zu dieser Ihrer Ansicht. Kirche kann nicht dazu da sein, Kapitalverbrechen zu beschönigen oder gar zu decken. Wenn das geschähe und es käme heraus, gehörten der NAK-Amtsträger und der/die "Beichtende" sofort aus dem Verkehr gezogen (sprich angeklagt und verurteilt).

Sorry für meine harte Ansicht, aber wenn es um das Thema Mord geht, hört bei mir jedwedes Verständnis auf!
Heinrich
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(Bert Brecht)

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