NAK Indoktrination von Kindern?: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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detlef.streich
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NAK Indoktrination von Kindern?: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#1 Beitrag von detlef.streich » 28.04.2019, 10:55

Ein übles Beispiel der vorgegaukelten Indoktrination an Kindern (mit den Erwachsenen geht es nach diesen direkt einführenden Worten natürlich genauso weiter!!), am Ende wird auf jeden Fall alles gut, auch wenn es jetzt ganz schlecht ist!

Zitat: Solange Jesus nicht gewonnen hat, heißt das ganz einfach: Die Geschichte ist noch nicht fertig, es geht weiter. … Wenn die Geschichte zu Ende ist, hat er immer gewonnen.

Der Predigtanfang in Gänze (man bemerke die pseudokindertümelnde Sprache, die die Osterbotschaft einschließlich Karfreitag dermaßen redundant dichotom simplifiziert, dass es nicht auszuhalten ist. Eine solche Darstellung ist Theologie für Leute, die nur mit fremder Hilfe bis 3 zählen können!

21.04.2019 (Ostern) in Lindau: Ja, liebe Kinder, ich habe gesehen, ihr habt ganz gut aufgepasst, was unsere Schwester da vorgelesen hat. Und ihr habt gehört, sie hat gesagt: Die Jünger waren ganz froh, als der Herr Jesus kam und sie gemerkt haben: Er lebt noch. Stellt euch einmal vor, wie die Jünger traurig waren. Die hatten einen so guten Freund, den Herrn Jesus. Er war mit ihnen, sie hatten alles mit ihm geteilt, er war so nett und lieb zu ihnen und sie haben gesehen: Der Mann hatte nie einen Fehler gemacht.
Er hat immer alles richtig gemacht, er war immer gut und nett zu den Leuten, und jetzt kommen die Bösen und nehmen ihn gefangen und sie verhören ihn und tun ihm weh und jetzt ist er gestorben, er ist nicht mehr da; sie waren so etwas von traurig. Und auf einmal steht der Herr Jesus da. Da waren sie froh, unser Freund ist nicht gestorben, er ist wieder mitten unter uns, es ist alles wie vorher, er ist wieder da, das war vielleicht eine Freude. Und sie waren wieder froh, weil sie wussten: Jetzt ist es wieder gerecht.
Der Herr Jesus war total unschuldig, wir haben ihn getötet, das war nicht schön, das war nicht gut, aber das Gute hat gewonnen. Der Herr Jesus ist wieder da, das Gute ist stärker als das Böse und das war ihre Freude, der Herr Jesus war der Stärkste.
Liebe Kinder – ich habe das den Kindern schon oft gesagt – das ist unsere tiefste Überzeugung, das ist unsere Erfahrung und das könnt ihr in eurem ganzen Leben erleben: Der Herr Jesus ist immer der Stärkste. Denkt dran, am Ende der Geschichte ist immer der Herr Jesus der Stärkste. Wenn die Geschichte zu Ende ist, hat er immer gewonnen. Und wir leben manchmal so in einer Phase, wo wir meinen, jetzt hätte der Herr Jesus verloren, er ist nicht der Stärkste, die Bösen sind stärker, das heißt einfach, dass die Geschichte noch nicht zu Ende ist.
Man muss einfach die Geschichte weitergehen lassen. Am Ende der Geschichte ist der Herr Jesus immer der Stärkste, er gewinnt immer. Und solange er nicht gewonnen hat, heißt das ganz einfach: Die Geschichte ist noch nicht fertig, es geht weiter. Bleibt weiterhin beim Herrn Jesus, dann werdet ihr immer auf der Seite dessen sein, der stärker ist und der gewinnt, das gilt sogar für die Erwachsenen.
Zuletzt geändert von Andreas Ponto am 08.06.2019, 23:07, insgesamt 4-mal geändert.
Grund: Titel ergänzt:"NAK Indoktrination von Kindern?: "

holytux
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Re: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#2 Beitrag von holytux » 29.04.2019, 16:11

Detlef, ich habe die Übertragung nicht besucht, kann mich also nur auf Dein Zitat beziehen, dass wohl eindeutig an Kinder gerichtet war.
Sehe ich es einmal völlig lösgelöst vom Prediger, weiß ich nicht, was Du eigentlich ausdrücken willst:

Was hier gesagt wird, ist nichts anderes als ein Bekenntnis zur christlichen Verheißung:

„Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“

Zugegeben in einer sehr kindlichen Sprache, aber deswegen aus dem intellektuellen Elfenbeinturm von „redundant dichotom simplifiziert“ zu dozieren… Klingt bedeutsam, wirkt aber albern, wenn klar ist, welche Zielgruppe angesprochen war.
Soll Kindern der „Sühnetod“ erklärt werden, oder gar das notwendige „Opfer“?

Für „Erwachsene“ würde ich wohl auf den „eschatologischen Vorbehalt“ verweisen, unter dem letztlich Alles steht. Ich würde etwas vom Spannungsfeld des „schon jetzt“ und „noch nicht“ erzählen, dass nur mit dem, was wir „Hoffnung“ nennen, auszuhalten ist.

Wenn die Geschichte zu Ende ist, hat Jesus „gewonnen“, das glaube ich übrigens auch.
Bis 3 zählen klappt aber gut! :wink:

Und komischerweise sind es gerade die scheinbar simplifizierenden Worte, die mich durchs Leben tragen:
Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie? 27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Spanne verlängern? 28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien des Feldes, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. 29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. 30 Wenn aber Gott schon das Gras so kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen in den Ofen geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen! 31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? 32 Denn nach alldem streben die Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht. 33 Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben. 34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Plage.


In meinem Umfeld sind zu Ostern viele Tränen geflossen, weil ein kleines Kind plötzlich verstorben ist. Ich weiß, dass dieser Gottesdienst manchem Trost vermittelt hat. Das nehme ich zur Kenntnis und werde mich hüten, eine Schublade intellektueller Überheblichkeit zu öffnen und dort die Leute einzusortieren.

Ich bin wirklich ein kritischer Mensch. Und ich weiß auch, dass ich diese Kirche verlassen werde. Ich habe aber in den letzten Jahren meinen Frieden gemacht. Und ehrlich gesagt glaube ich, Du könntest Dir mal etwas Gutes tun und mit Deinem „ersten“ Leben Frieden schließen.

Freundliche Grüße
H.
"Wenn alle Liebe Ewigkeit will - Gottes Liebe will sie nicht nur, sondern wirkt und ist sie."
Joseph Ratzinger

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Loreley 61
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Re: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#3 Beitrag von Loreley 61 » 30.04.2019, 09:23

Für Kinder geht die Predigtweise m. E. in Ordnung. Der Inhalt (besonders die von Holytux zitierten Bibelverse) könnten mir sicherlich ebenfalls gut gefallen und hilfreich sein. Allerdings lehrt mich die Erfahrung etwas anderes. Wir sollen uns also keine Sorgen machen, was wir morgen essen, wo wir schlafen, wie wir uns kleiden usw.,usw. Gott macht das schon für uns. Oder um ein anderes Bibelwort zu nennen:" Darum sage ich euch: Alles (!!!!), was ihr bittet in eurem Gebet, glaubet nur, daß ihr's empfangen werdet, so wird's euch werden." Tolle Aussichten. Werter Holytux, sag das mal einem Obdachlosen, der ja durchaus ein gläubiger Christ sein kann und auch nach dem Reiche Gottes trachtet. Wohl jeder kann das als vollkommenen Quatsch erkennen - auch wenn`s noch so schön klingt. Okay, Kindern kann man solche Dinge ja noch auftischen, machen andere Kirchen sicher auch, aber aus dem Märchenalter bin ich mittlerweile rausgewachsen und die Realität sieht ganz anders aus. Wir müssen uns Sorgen machen - leider.
33. Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit; dann wird euch alles andere dazugegeben..........Und das glaubst und erlebst (!!!) du tatsächlich genauso, lieber Holytux? Bei mir und vielen anderen hats nie gefunzt.

Diese Verse habe ich auch in der NAK gehört. Wir sollten den lieben Gott immer an die erste Stelle stellen, nie für andere Dinge den Gottesdienst versäumen usw. Habe ich getan und trotzdem sind mir die wenigsten Dinge erfüllt worden. Mir ist garnichts zugefallen oder dazugegeben worden. Diese Verheißungen sind m.E. ganz einfach nur Lug und Trug.






LG, Lory
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Re: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#4 Beitrag von Blackcat » 30.04.2019, 10:16

Mit der Exegese ist es eben nicht so weit her. Gerade das Beispiel von Lory hat ja in der NAK oft seine eigene Bedeutung. Zuerst nach dem Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit trachten heißt eben, sich zuvorderst mit seiner Kraft in der Kirche einzubringen. Nicht etwa, den eigenen Frieden, zu den Mitmenschen und zu Gott zu suchen, um dann aus dieser Grundhaltung aus Ethik und Heilsgewissheit nach dem anderen zu trachten. Das ist wie der BezAP Erich, der unlängst mal wieder bemühte, man solle Jesus (hier: die NAK) über Vater und Mutter stellen. Dazu habe ich an anderer Stelle etwas Schönes gelesen: Wenn ich meinen inneren Frieden in Christus finde, dann muss ich meine Suche nach Zufriedenheit und Sinn nicht mehr auf jene projezieren, die dies gar nicht originär leisten können und an diesen Erwartungen zwingend scheitern müssen. Eben Vater, Mutter, Partner...

Detlefs harsche Kritik am (isoliert betrachteten) Predigtteil kann ich so direkt nicht nachvollziehen. Wohl aber mit Blick auf den gesamten Predigtkontext der letzten Monate, wo die irdische Mühsal mit dem Verweis auf die Ewigkeit einfach weggeschoben wird. Da wird die Frohbotschaft einfach zu Verdrängung und Fatalismus. Vielleicht bin ich da aber selbst zu sehr involviert, da mit dem steten Verweis auf Ewigkeit und dortiges Ende aller Mühen einfach mein Schmerz wegrelativiert wurde.
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Re: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#5 Beitrag von Loreley 61 » 30.04.2019, 12:43

Nun ja, ich weiß nicht, ob es nur an einer falschen Auslegung liegt. Die Verse sind auch ohne NAK-Erziehung eindeutig und die Realität ebenso. Wieso gibt es gläubige Christen, die verhungern müssen obwohl es doch heißt, dass Gott weiß, was wir (zum leben) brauchen und es uns gibt?

Und es stimmt auch nicht, wenn es in den Versen heißt, die Vögel täten nicht ernten. Ich pflanze jedes Jahr Sonnenblumen im Garten und kann dann beobachten wie die Vögel die ausgereiften Kerne rauspicken. Wenn das kein ernten ist, was dann? Man weiß, dass Insekten und auch Vögel bestimmte Samen mit sich tragen und an anderer Stelle dazu beitragen, dass sich neue Pflanzen entwickeln. Sie säen also auch. :wink:

LG, Lory
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Heinrich

Re: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#6 Beitrag von Heinrich » 30.04.2019, 15:42

@blackcat
"Das ist wie der BezAP Erich, der unlängst mal wieder bemühte, man solle Jesus (hier: die NAK) über Vater und Mutter stellen."
Diese Aussage des Immoblienmaklers Ehrich (nebst angeschlossener "Kirche") ist einfach dreist und unverschämt. Hat er nie Eltern gehabt? Klingt fast so. Egal.

Meine mittlerweile verstorbenen Eltern waren mir immer wichtiger als deren NAK-Glaube. Egal, welche Probleme es manchmal gab.

Eltern sind das Wertvollste, was man je hatte.

Und Herr Ehrich sollte sich verdammt noch mal zurückhalten, solche saudummen Sprüche loszulassen.

So viel zu dem Thema,
Heinrich

holytux
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Re: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#7 Beitrag von holytux » 30.04.2019, 16:13

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert.
Luther, M. (1984). Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers (1984); Bible. German. Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers (1984). (Mt 10,37). Deutsche Bibelgesellschaft.


So, völlig unabhängig von einem hier hingebungsvoll gehassten Kirchenpräsidenten gibt es dieses Wort.
Heinrich, Deine Einlassung geht völlig an der Sache vorbei.

Ganz praktisch:
Meine Frau hat mich vor über 35 Jahren geheiratet. Eltenhaus mit "marxistisch-leninistischer Weltanschauung". Die Familie blieb den Feierlichkeiten fern. Meine Frau wurde Christin und ist es bis heute.
Das Elternhaus hat den Kontakt vor einigen Jahren leider endgültig abgebrochen. Grund: Der Glaube.
Sehr traurig, aber in dem Falle sollte das obige Wort verständlich sein.

Und Heinrich: Das Wertvollste was man hat, ist im Allgemeinen der Partner, für den man sein Elternhaus nämlich verlässt!

FG
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Joseph Ratzinger

Heinrich

Re: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#8 Beitrag von Heinrich » 30.04.2019, 16:58

Das Wertvollste was man hat, ist im Allgemeinen der Partner, für den man sein Elternhaus nämlich verlässt!
Stimmt zu 100 %, werte(r) Holytux.

Und trotzdem: Eltern sind das, was man hatte und aus dieser Zeit stammt enorm viel, was wir heute noch denken, tun und auch unterlassen.

Heinrich

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Re: Stap Schneiders Osterbotschaft 2019

#9 Beitrag von Blackcat » 07.05.2019, 08:44

Gibt es irgendwo eigentlich eine weitreichendere Veröffentlichung des Ostergottesdienstes? Bei NAK Süd finde ich das ja nicht so ergiebig, zumal sich dort die Berichte ja gerne in der Aufzählung von Titeln, Mitdienenden und wirkenden Chören erschöpft.
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