Naherwartung oder Zukunft der NAK?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Blackcat
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#11 Beitrag von Blackcat » 08.04.2019, 05:50

Guten Morgen zusammen.

Irgendwie bin ich gerade etwas verwirrt, kam mir doch zumindest noch das zweite Halbjahr 2018 sehr "wiederkunftslastig" vor. Ebenso, auch seitens StAp Schneider und vor allem BezAP Ehrich, der Versuch, mittels eschatologischer Naherwartung über ein vielleicht beschwerliches Jetzt hinwegtrösten zu wollen. Gerade die verstärkte Bitte um Wiederkunf und Erste Auferstehung (nach NAK-Lesart) haben mich in den letzten Monaten immer weiter aus der Kirche ferngehalten. Soll sich plötzlich in den über zwei Monaten, in denen ich keinen NAK-Gottesdienst mehr gehört habe, derart viel geändert haben?
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gläubiger
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#12 Beitrag von gläubiger » 08.04.2019, 05:59

Werter Usirius,

es bleibe jedem selbst überlassen, welche äußere Form das Abendmahl heutiger Zeit einnimmt und welche Form denn als "würdig" empfunden wird. Ich persönlich finde es - da ich unlängst mal wieder an einer hlg. Kommunion partizipieren durfte - eher unhygienisch, meinen "Rüssel in den gleichen Trog von allen" reinzuhängen. Zum Glück geht ja auch die Variante mit "eintunken" :D Natürlich kann ich im Umkehrschluss auch verstehen, dass eine "Automaten-Oblate" bei dem einen und anderen auf den ersten Blick eher Befremden auslöst. Einen fehlenden Dank für die Gaben Brot und Wein kann ich bei uns in der Gemeinde nicht feststellen. Vielleicht würde mal ein Hinweis an den zuständigen Verantwortlichen bzw. Gottesdienst-Leiter Abhilfe schaffen?

Den Kern der Sache, ob ich ein vollumfängliches, sprich "vollgültig" und von Jesus selbst gespendetes Hlg. Abendmahl genieße, hat mir der äußeren Form nach meiner Auffassung wenig bis gar nichts zu tun. Ich denke, dass im Lauf der Jahrhunderte viel liturgisches und zeremonielles Tamtam dazu gekommen ist. Wie Jesus das Abendmahl mit seinen Jüngern gefeiert hat, dürfte jedenfalls in einer ganz anderen Form als der von der NAK und anderen Kirchen aktuell zelebrierten gewesen sein.

Es grüßt ein

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gläubiger
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#13 Beitrag von gläubiger » 08.04.2019, 06:03

Blackcat hat geschrieben:
08.04.2019, 05:50
Guten Morgen zusammen.

Irgendwie bin ich gerade etwas verwirrt, kam mir doch zumindest noch das zweite Halbjahr 2018 sehr "wiederkunftslastig" vor. Ebenso, auch seitens StAp Schneider und vor allem BezAP Ehrich, der Versuch, mittels eschatologischer Naherwartung über ein vielleicht beschwerliches Jetzt hinwegtrösten zu wollen. Gerade die verstärkte Bitte um Wiederkunf und Erste Auferstehung (nach NAK-Lesart) haben mich in den letzten Monaten immer weiter aus der Kirche ferngehalten. Soll sich plötzlich in den über zwei Monaten, in denen ich keinen NAK-Gottesdienst mehr gehört habe, derart viel geändert haben?
Guten Morgen Blackcat,

nein, es hat sich im Grunde nichts geändert. Und es wird sich bei den von Dir genannten Personen auch nichts ändern. Dazu müssten diese bereits sein, sich zu hinterfragen und das geht systembedingt nicht. Ich persönlich erlebe in meiner Gemeinde keine "wiederkunftslastigen" Gottesdienste (mehr). Sollte ein systembedingt vorbelasteter Leiter angekündigt sein, gehe ich in eine Nachbargemeinde, in der ebenfalls nicht "wiederkunftslastig" gepredigt wird. Oder ich bleibe mal einfach zu Hause!

Wiederkunfts-entlastende Grüße

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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#14 Beitrag von usirius » 08.04.2019, 08:19

Werter Gläubiger,

ich gebe dir recht, dass das Trinken aus einem Trog, in den jeder seinen Rüssel hineinsteckt, unhygienisch ist. Dennoch - Jesus hat es so gewollt und so gesagt: "Trinket alle daraus"

Und mit Sicherheit wird das Abendmahl damals anders abgelaufen sein wie heutzutage in jeder möglichen und denkbaren christlichen Denoimnation es heute abläuft.

Möglicherweise war es damals auch ein Stärkungsmahl - gleichwohl durch die NAK im gestrigen Gottesdienst gelehrt hat (zumindest in der Gemeinde, dind er ich den Gottesdienst besucht habe) dass Jesus die hungrigen erst mal wieder nach Hause geschickt haben soll, um sozusagen gestärkt dann zum Abendmahl zu kommen, und das wäre auch der Grund dass die NAK das Abendmahl nicht als Stärkungsmahl anbietet (von einer Hostie wird man logischerweise auch nicht satt).

Nun zu dem was überliefert ist und wie es abläuft / ablaufen soll: Meine persönliche Ansicht ist, dass man sich so eng wie möglich an die Grundlagen / Vorlagen halten sollte, die zur Verfügung stehen, und das sind eben nun (nur) die zwei, drei Textstellen aus den Evangelien. Darin ist das Brotbrechen und das Trinken aus einem Kelch wichtige Details. Man kann den Kelch ja - wie in vielen Denominationen prakitziert, nach jedem Trinken abwischen und drehen.... und ich dneke, der Alkohol tut dann sien übriges, was potentielle Keime anbetrifft. Gestorben ist vermutlich noch keiner beim Trinken aus einem gemeinsamen Kelch beim Abendmahl.

-----------------------------

Werter Blackcat - du bist verwirrt - zu recht. was die zunahme der Wiederkunftspredigerei nicht nur im Süden anbetrifft.

Noch mehr verwirrt darf man sein, wenn man sieht, wie gehandelt und wie gepredigt wird. Das Handeln richtiet sich aus auf die potentielle Existenz der Neuapostolischen Kirche noch nach mehreren Generationen in der ZUkunft, die Predigt ist vermehrt die nahe Wiederkunft, und die Suche nach dem letzten Schaf ist schon lange aufgegeben....(früher hiess es ja - und man hat es sogar in die Gebete eingeschlossen, die Suche nach der letzten Seele, es wurde vermittelt, erst wenn diese gefunden sei, und die Zhal vollendet ist, kann der Herr kommen) .... all das passt nicht ganz zusammen.

Daher bin ich auch etwas verwirrt!
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#15 Beitrag von Blackcat » 08.04.2019, 10:08

Grundsätzlich find ich die Verkündigung der Wiederkunft Christi so falsch ja nicht - allerdings eben nicht im Rahmen der prämillenaristischen Lehre der NAK. Zumal ja nichtmal mehr innerhalb dieser eine Heilsgewissheit vermittelt wird. Grob zusammengefasst von StAP Schneider: "Ob du dabei bist, keiner weiß es, gib dir Mühe und hoffe auf die Gnade." Ich empfinde das fast noch mehr als Angstbotschaft, da man sich ja nichtmal mehr auf eine exklusive Gewissheit stützen kann (so man das wollte). Innerhalb einer amillenaristischen Sicht könnte ich mich hingegen auf die Wiederkunft Christi freuen. Auf mein Unbehagen bzgl. einer prämillenaristischen Wiederkunft hatte ich vor einigen Monaten meinen Vorsteher angesprochen. Unter anderem, dass ich eine plötzliche Entrückung für meine Lieben nicht so schön fände, immerhin sei bei mir der Verlust eines geliebten Menschen schon derart schmerzvoll, obwohl ich Abschied nehmen konnte. Seine lapidare Antwort: "Ich freue mich darauf."

Einfach gesagt: Innerhalb der NAK weiß keiner mehr, was denn eigentlich nun bzgl. Naherwartung, Parusie, Entrückung so abgeht. Antworten auf damit verbundene Ängste gibt es nicht, der Stammapostel vermag durch seine Beliebigkeit in diesem Bezug keinerlei Gewissheit in irgendeine Richtung zu vermitteln, eine transparente theologische Diskussion findet nicht statt, ein Kerngedanke des Christentums wird aufgrund eigener Schwammigkeit zur Durchhalteparole für die Alten, die Mühseligen, die Beladenen.
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#16 Beitrag von fridolin » 08.04.2019, 11:50

Die NAK hat über Jahrzehnte die Wiederkunft Christi auf ihren Angendaplan gehabt. Hat diese Wiederkunftvorstellungen im Laufe der Zeit mit verschiedenen Varianten ausgeschmückt und garniert. Hat damit Generationen in ihren Bann gezogen, die auf die tägliche Wiederkunft hofften.
Egal welche Variante die NAK geboten hat, genutzt hat es nichts. Es hat sich nichts getan. Zwei Tatsachen die sind wirklich erfolgt, wir sind immer noch hier und die Kirche wird immer reicher. :D

Mit ihren ausschmückende Varianten ist die NAK gescheitert. Hat keine Wiederkunft herbei zaubern können. Hat auch niemanden ein Schritt weiter geholfen. Die immer leerer werdenden Gemeinden verbunden mit dem Schliessungsprogramm sprechen eine deutliche Sprache. Deutlicher geht es nicht.
Die Gläubigen stemmen vielfach nun mit den Füssen ab. Die NAK hat ihren Zenit überschritten und ich glaube der Führungsschicht das sehr eindringlich bewusst geworden ist. Nur was machen wir, ist sicherlich die Frage in der Chefetage.
Sie haben sich eine vermeintliche Lösung des hausgemachten Problems einfallen lassen. Stammapostel und Apostel haben sich einen neuen Weg einfallen lassen. Weg von der täglichen Naherwartung, hin zur Erwartung in ferner Zukunft. Daran wird meiner Ansicht nach die NAK vermutlich scheitern. Für diese neue Glaubenshoffnung braucht es keine NAK mehr und der Trend des wegbleibens der Gläubigen wird sich noch verstärken. :D

Der Zenit ist in Europa vermutlich überschritten. Sie hat nichts mehr zu bieten, das vorherige ist gescheitert. :D

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Heinrich
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#17 Beitrag von Heinrich » 08.04.2019, 19:57

Die immer leerer werdenden Gemeinden verbunden mit dem Schliessungsprogramm sprechen eine deutliche Sprache. Deutlicher geht es nicht.
Die Gläubigen stimmen vielfach nun mit den Füssen ab.
Stimmt, die Immobilienfirma Neuapostolische Kirche (Kirche?) hat wohl riesige Zukunftsprobleme, aber wen in den Reihen dieser Immobilienmakler, Entschuldigung Gebietskirchenpräsidenten, interessiert das denn noch?

Diese Manager an der Spitze der jeweiligen NAK-Gebietskirche sind eiskalte und nur aufs Geld bedachte Funktionäre - mehr nicht.

Meint Heinrich.
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#18 Beitrag von usirius » 08.04.2019, 20:07

Werter fridolin,

du hast aus meiner Sicht den Nagel auf den Kopf getroffen. Weg von der nahen Wiederkunft hin zur fernen Wiederkunft, damit ist einerseits dieser ehemals so wichtige Programmpunkt nicht ganz eliminiert...denn die NAK würde sich noch mehr unglaubwürdig machen, wenn sie diesen Punkt mir nichts dir nichts ganz entfallen lassen würde. In die Ferne erst mal rücken ist der Kompromiss, und dann im nächsten Schritt immer weniger darüber sprechen, um ihn dann vielleicht ganz fallen zu lassen.

Der Zenit in Europa wurde aus meiner Sicht etwa Ende der 80-er überschritten. Auch wenn unter Fehr ausserhalb Europa noch einmal ein vermehrtes Wachstum eingetreten ist, aber posthum waren die Zahlen mit über 10 Millionen Mitglieder auch getürkt, viele Versiegelungen in Afrika und anderswo wurden mehrfach gezählt, und viele der zunächst erfolgreich Aquirierten sind kurze Zeit später zu mehr charismatischen Denominationen abgewandert. Man darf auch nicht vergessen dass in Afrika - aber auch Australien und anderen Ländern weitere größere apostolische Denominationen aus früheren Spaltungen der NAK existieren, die bedeutendsten sind die Old Apostolic Church mit ca. 2,5 Millionen Mitglieder und die Twelve Apostles' Church in Christ (TACC) mit ca. 7,5 Millionen Mitgliedern, die der NAK mit ihren doch etwas impulsiver ausgeprägten Gottesdienstformen starke "Konkurrenz machen", was in Europa innerhalb der NAK nicht groß publiziert wird.

Die NAK in Europa wird sich nach meiner Einschätzung, wenn es gut geht, was ich aber nicht ganz glaube, in den nächsten zwei bis drei Jahrzehnten auf etwa 1/3 bis 1/4 der heutigen Gemeinden reduzieren. Außerhalb Europa wird der Mitgliederrückgang aus meiner Sicht auch zunehmen, und in Ländern mit hohen Mitgliedszahlen wird die NAK sich vermutlich auch noch weiter spalten, so dies wie in Europa in den mitgliedsstarken Jahren auch vielfach geschehen ist.

Man darf gespannt sein, muss es aber nicht wirklich, man kann die Zeit auch mit nützlicheren Dingen wie die NAK und allem was damit zusammenhängt, auszufüllen.
Zuletzt geändert von usirius am 08.04.2019, 20:34, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#19 Beitrag von usirius » 08.04.2019, 20:12

Werter Heinrich,

die Vermögensverwaltungs-Firmen NAK Gebietskirchen und deren anhängende Stiftungen, "Hilfswerke", Immobilien-Firmen und dergleichen mehr haben inzwischen keine Probleme mehr, da die Ausschüttungen der getätigten Investitionen auf Jahre hin größere Renditen erwarten lassen wie die zurückgehenden Opfereinnahmen. Insofern tut der zunehmnde Mitgliederschwund der NAK auch nicht wirklich weh. Hilft er doch, weitere Gebäude zu verschachern und das Geld in weitere einträchtigere Vermögensanlagen zu stecken. Vielleicht wird die NAK in vielleicht 5 Jahrzehnten aus nur noch bezahlten Mitgliedern bestehen,

könnte usirius sich vorstellen.
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Heinrich
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Re: Naherwartung oder Zukunft der NAK?

#20 Beitrag von Heinrich » 09.04.2019, 12:31

…… Spaltungen der NAK (in Afrika, Anmerkung von mir) existieren, die bedeutendsten sind die Old Apostolic Church mit ca. 2,5 Millionen Mitglieder und die Twelve Apostles' Church in Christ.
Danke, Usirius.

Aus Neugier (gebe ich gern zu) habe ich mal im Web gesucht und das hier dazu gefunden, Wikipedia und anderen Medien sei Dank:

https://de.wikipedia.org/wiki/Old_Apostolic_Church

und

https://www.apostolische-geschichte.de/ ... _in_Christ

Logo, dass diese Dinge seitens der NAKI nicht publiziert wurden oder werden.

Sehr nachdenkliche Grüße,
Heinrich
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