Die Glaubensleere der NAK

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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fridolin
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Re: Die Glaubensleere der NAK

#51 Beitrag von fridolin » 09.03.2019, 14:27

Mich würde nun schon noch Folgendes interessieren:
Wenn jemand hier im Forum die NAK, die NAK-Apostel, sowie deren Tun und Predigen öffentlich ablehnt, lehnt dieser aus Sicht der NAK damit das Wirken und Reden Gottes ab?
Eine interessante Frage :!:
Aber irgendwie meiner Meinung nach doch leicht zu beantworten.
Die NAK wähnt sich als das einzige Erlösungswerk Gottes auf dieser Erde. Zwangläufig resultiert dann aus ihrer Sichtweise folgendes heraus: eine Ablehnung von Tun und Predigt des angeblichen Erlösungswerkes wird dann zwangsläufig als eine Ablehnung des Reden und Wirken Gottes betrachtet :D
Das ist einfach System bedingt. :D
Zuletzt geändert von fridolin am 09.03.2019, 14:35, insgesamt 1-mal geändert.

usirius
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Re: Die Glaubensleere der NAK

#52 Beitrag von usirius » 09.03.2019, 14:34

Zu deiner Frage - aus NAK Sicht vermutlich ja. Wiewohl die NAK inzwischen auch andere Wege der Erettung offen lässt - diese Aussage hat mit den Ökumene-Bestrebungen durchaus zu tun, in diesem Zusammenhang musste die Exklusivität - aus politischen Gründen - ein Stück weit zurück genommen werden.

Meine persönliche Einstellung ist, dass der Glaube an Gott und sein Wirken nicht zwingend mit dem Glauben an NAK-Aposteln verknüpft oder daran gebunden sein muss.

Es gibt viele andere Gläubige, nicht nur Christen, die an Gott und sein Wirken glauben, und nicht den NAK-Aposteln "nachfolgen" - und manche wissen nicht einmal von ihnen. In der Bibel wird an einigen Stellen vor falschen Aposteln gewarnt und es ist die Aufgabe eines Christen aufzupassen, nicht falschen Aposteln zu glauben.

Abgesehen davon....wenn man die ersten Apostel mit den NAK-Aposteln vergleicht, fällt bezüglich der Zeugenschaft ein Unterschied auf. Die ersten Apostel waren Augen- und Ohrenzeugen des Lebens und Wirkens Jesu. Selbst Paulus - der eine Begegnung mit Jesus nach dessen Auferstehung hatte, ist so gesehen auch Augen- und Ohrenzeuge, wenigstens dieses Vorfalls. Die NAK-Apostel haben nach meinem Kenntnisstand Jesus weder live erlebt noch in einem Gesicht oder in einer Erscheinung, in neuester Zeit werden Gesichte und Erscheinungen seitens des NAK-Apostolates sowieso sehr kritisch betrachtet, um nicht zu sagen, abgelehnt.

In der Bibel wird sogar vor auftretenden falschen Aposteln gewarnt, und es ist Aufgabe eines Christen, Apostel auf Wahrhaftigkeit im Hinblick auf Jesu Wirken und seine Lehre zu prüfen und wenn es sich um falsche Apostel handelt, nicht zu glauben und nicht nachzufolgen.

Bibelstellen zu falschen Aposteln und falschen Predigern:


2 Korinther 11:13-15

Denn solche falsche Apostel und trügliche Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich zum Engel des Lichtes. Darum ist es auch nicht ein Großes, wenn sich seine Diener verstellen als Prediger der Gerechtigkeit; welcher Ende sein wird nach ihren Werken.

2 Petrus 2:1-3

Es waren auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die nebeneinführen werden verderbliche Sekten und verleugnen den HERRN, der sie erkauft hat, und werden über sich selbst herbeiführen eine schnelle Verdammnis. Und viele werden nachfolgen ihrem Verderben; um welcher willen wird der Weg der Wahrheit verlästert werden. Und durch Geiz mit erdichteten Worten werden sie an euch Gewinn suchen; welchen das Urteil von lange her nicht säumig ist, und ihre Verdammnis schläft nicht.

1 Johannes 4:1

Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt.

Matthaeus 24:24

Denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, daß verführt werden in dem Irrtum (wo es möglich wäre) auch die Auserwählten.

Matthaeus 7:15

Seht euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe.

Matthaeus 7:21-23

Es werden nicht alle, die zu mir sagen: HERR, HERR! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: HERR, HERR! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!

2 Timotheus 4:2-4

Predige das Wort, halte an, es sei zu rechter Zeit oder zur Unzeit; strafe, drohe, ermahne mit aller Geduld und Lehre. Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden; sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach dem ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu Fabeln kehren.

2 Timotheus 4:3-4

Denn es wird eine Zeit sein, da sie die heilsame Lehre nicht leiden werden; sondern nach ihren eigenen Lüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach dem ihnen die Ohren jucken, und werden die Ohren von der Wahrheit wenden und sich zu Fabeln kehren.

Offenbarung 22:18-19

Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen. Und so jemand davon tut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil von Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist.

Matthaeus 7:15-16

Seht euch vor - vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?

Galater 5:22-26

Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit. Wider solche ist das Gesetz nicht. Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden. So wir im Geist leben, so lasset uns auch im Geist wandeln. Lasset uns nicht eitler Ehre geizig sein, einander zu entrüsten und zu hassen.

Epheser 6:10-18

Zuletzt, meine Brüder, seid stark in dem HERRN und in der Macht seiner Stärke. Ziehet an den Harnisch Gottes, daß ihr bestehen könnet gegen die listigen Anläufe des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Um deswillen ergreifet den Harnisch Gottes, auf daß ihr an dem bösen Tage Widerstand tun und alles wohl ausrichten und das Feld behalten möget. So stehet nun, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angezogen mit dem Panzer der Gerechtigkeit und an den Beinen gestiefelt, als fertig, zu treiben das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreifet den Schild des Glaubens, mit welchem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösewichtes; und nehmet den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes. Und betet stets in allem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, und wachet dazu mit allem Anhalten und Flehen für alle Heiligen

Galater 1:8

Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht!

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Quelle: http://wassagtdiebibel.com/%C3%BCber/falsche-prediger
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Lothar

Re: Die Glaubensleere der NAK

#53 Beitrag von Lothar » 09.03.2019, 16:34

Lieber Usirius,
herzlichen Dank für Deine umfangreichen und sehr fundierten Ausführungen.

Ich habe heute nicht mehr den allergeringsten Zweifel, daß durch die falschen Apostel der NAK eben gerade NICHT der Heilige Geist. Die Aussage im Katechismus ist vom Grundsatz absolut richtig. Das Fatale daran ist nur, daß diese Herren sich damit selber richten.

Wie blöd muß man eigentlich sein, um sich der Hoffnung hinzugeben, daß die eigenen Schäfchen davon nichts merken ?!
Das ist so ähnlich, als wenn ich die Augen zumache und denke, daß der andere mich jetzt nicht mehr sieht.

Ich dachte noch an ein weiteres Wort ( frag mich bitte nicht, wo es genau steht ) : " Der Geist Gottes gibt Zeugnis unserem Geist ( auch Verstand genannt )...."
Was diese Irrlehrer reden, mag ja größtenteils noch passen. Aber es stimmt nicht ansatzweise mit ihrem erlebbaren Verhalten, mit ihren Taten überein.
Sie tun permanent praktisch genau das Gegenteil von dem, was sie sagen.

Dabei haben wir damals sehr oft im Chor das Lied gesungen, wo es hieß : .... laß uns nicht nur Hörer deines Wortes, sondern Täter sein !

Oft genug wurde uns eingeschärft, daß Jesus sein Leben lehrte und seiner Lehre lebte. Gilt dies heute nicht mehr ?

Einen schönen Samstagabend und herzliche Grüße

Lothar

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Andreas Ponto
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Re: Die Glaubensleere der NAK

#54 Beitrag von Andreas Ponto » 09.03.2019, 17:32

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Rückmeldungen.

Mit meiner Frage geht es mir nicht darum mich über die NAK oder deren Anhänger zu erheben und denen zu sagen, was Sünde wider den Heiligen Geist ist und was nicht.

Für mich gibt es diese anscheinend unvergebbare Sünde schlicht nicht.
Umkehr, Gnade und Vergebung ist aus meinem Verständnis heraus jeder und jedem jederzeit möglich, der/dem Gott Gnade schenkt.

Ich selbst habe weder Blick noch Perspektive darauf. Für mich ist Gott allein mein Richter.
Auf und über alle anderen habe ich nur meinen beschränkten äußeren Blick und meine mehr oder weniger oberflächliche Einschätzung.
Aber keinesfalls den Blick oder die Einschätzung des Allmächtigen.

Wer bin ich, dass ich mir das anmaßen könnte auch nur eine Ahnung von Gottes Sicht zu haben.
Überglücklich würde ich mich fühlen, ich hätte wenig mehr als eine ungefähre Ahnung von mir selbst.

Mein Glaube gründet in der Hoffnung, dass Gott ausnahmslos allen gnädig sein möchte und sein wird.
Diesen Glaube und diese Hoffnung bestärken mich darin im Hier und Jetzt immer wieder neu das Meine zu finden und zu tun.
Damit, und damit anderen auf ihrem Weg wo möglich ein Begleiter und eine Hilfe zu sein, habe ich genug zu tun.

Mein Anliegen ist vielmehr zu erfahren, was die NAK dazu aktuell lehrt und was sie und deren Anhänger über Abgefallene und Außenstehende aktuell denkt.
Mir geht es dabei um den Abgleich mit dem erfolgreichen Bestreben dieser Sondergemeinschaft in die Ökumene aufgenommen zu werden.

Ganz praktisch versuche ich mir vorzustellen mit welchem Selbstverständnis diese Gemeinschaft in ökumenischen Versanstaltungen damit auftreten und dabei Andersgläubigen wie auch Ehemaligen gegenübertreten möchte.

Wenn ich eure Antworten richtig deute, dann seid ihr einhellig der Meinung, dass die NAK uns Abgefallene, scharfe Kritiker der NAK, der NAK die Sendung absprechende und eher als die NAK nach wie vor gefährliche geistliche Verführer bezeichnende, weiterhin als für unrettbar Verlorene einordnet, erachtet und eher bemitleidet.

Für mich eine seltsame Vorstellung, dass diese NAK bzw. deren Vertreter mich nun auf einer ökumenischen Veranstaltung mit "Wir Christen müssen doch zusammenhalten"-Gesülze, wohlklingenden NAK-Chören und -Orchestern vereinnahmen und als Bruder in Christo ansprechen möchte.

Aus meiner Sicht:
Ein offener Diskurs, eine theologische Außeinandersetzung, ein Streitgespräch - herzlich gerne.
Unter den aktuellen Gegebenheiten aber einen ökumenischen Kuschelkurs fahren? Nein!

Das schulde ich meinen Kindern, die ich vor dem Zugriff dieser sektenhaften Gemeinschaft gerade noch rechtzeitig bewahrt habe und die sich im Moment dazu anschicken befreiungstheologisch und kulturell für eine offene Welt einzustehen, sowie dem eigenen Ideal von einer gerechten, aufgeklärten, offenen, freien und pluralen Welt, Völkergemeinschaft und Gesellschaft.

Centaurea

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Re: Die Glaubensleere der NAK

#55 Beitrag von usirius » 09.03.2019, 21:22

Lieber Lothar,

danke für deine Rückmeldung.

Ich frage mich auch, warum wir das jahrelang nicht gemerkt haben, was mit uns gemacht wurde.

Ich habe zwei Erklärungen

- Früher war die NAK noch oder mehr wie heute vom Heiligen Geist inspiriert
- oder, durch die Abriegelung von der Außenwelt und permanente Indoktrination wurde man vom "Geist des Zweifels" einfach bewahrt...

Mit dem von dir genannten Wort aus der Bibel

"Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind" (Römer 8,16)

hast du mich noch an etwas erinnert, das in der NAK gar nicht mehr gepredigt wird, früher aber sehr oft gepredigt wurde:

Man soll auf die Stimme des heiligen Geistes hören! Aber das wird nicht nur nicht mehr gepredigt, sondern sogar verhindert. Denn heutzutage ist es in der NAK wichtiger denn je, das "zeitgemäß gewirkte" Wort der Neu-Apostel zu verinnerlichen, und wenn es genau das Gegenteil von dem ist. was früher gelehrt wurde....Vordergründig wird Jesus als im Mittelpunkt angegeben, tatsächlich stellen sich die Neu-Apostel selbst in den Mittelpunkt, und alle darunter ergebenen Amtsträger und Geschwister, die die Neu-Apostel verehren, stellen damit diese anstelle Jesus in den Mittelpunkt.

Ich selbst bin nach wie vor gläubig. Aber habe auch erkannt, dass die NAK wirklich Suchenden und Glaubenden mehr im Weg steht, als ihnen hilft, eine begeisterte Beziehung zu Gott aufzubauen.

Mit herzlichen Grüßen

Usirius
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usirius
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Re: Die Glaubensleere der NAK

#56 Beitrag von usirius » 09.03.2019, 21:40

Liebe Centaurea,

inzwischen abgenabelt von der NAK sehe ich es genau so wie du schreibst, dass Gott nicht so kleinlich sein wird, dass alles was geistlich und seelisch passiert, durch Neu-Apostel autorisiert geschehen muss, seien es Wortverkündigungen oder Sakramente - bis hin zur Sündenvergebung.

Aber natürlich reden die Neu-Apostel das - in Besorgnis um ihrer Heilsnotwenigkeit - den Gläubigen ein, im Eigeninteresse natürlich.

Und damit sind wir auch gleich bei der Ökumene. Auf ein mal ist die Kirche Christi ein weit gefasster Begriff, und es gehören auf einmal genau die dazu, die man früher als Welt bezeichnet hatte, und ihnen gesteht man vordergründig auch Wirken des Heiligen Geistes zu, wenngleich auch nicht in einem so vollkommenen Umfang wie in der NAK. Das Apostelamt wird als der ganzen Christenheit gegeben "verkauft" - das ist aber einerseits keine neue Erkenntnis, die alten KAG-Apostel hatten dies ja so verkündigt, und echte Ökumene insofern gelehrt, als dass die Mitglieder auch Gottesdienste ihrer Herkunftskirchen und - Gemeinschaften besuchen sollten und durften. Und zum anderen ist es - und das ist das scheinheilige und gefährliche daran - gar nicht so gelebt, denn die Neu-Apostel wirken nicht in anderen Gottesdiensten mit, sie predigen nur den eigenen Schäfchen und dem Ruf / Sendungsauftrag , in alle Welt zu gehen und zu Missionieren, werden sie schon lange nicht mehr gerecht, das lassen sie allenfalls machen,. predigen tun sie nur den "eigenen" Schäfchen. Und das Konzept der NAK war und ist seit Jahren, auch in Afrika nur so erfolgreich, weil es darin besteht, Christen anderer Konfessionen abzuwerben. Aber Nicht-Christen zu Christen zu machen, was ja viel schwerer ist, war nach meinem Kenntnisstand noch nie der große Fokus der NAK war geschweige denn ist. Michael Ehrich sagte sogar einmal in einem Gottesdienst, dass es in seinem Arbeitsbereich Länder gibt, bei denen es lebensgefährlich wäre, mit der Bibel unter dem Arm einzureisen. Da Michael Ehrich noch lebt, darf, an davon ausgehen, dass er nicht mit der Bibel unter dem Arm in solche Länder eingereist ist, geschweige denn dort missioniert haben wird.
Ja, die Ökumene und der Beitritt in die ACK dient der NAK einzig und alleine dass sie von außen her nicht mehr in der Sektenecke gesehen wird.

Nach innen hin ist die NAK konservativer wie je zu vor, der Katechismus ist der beste Beweis.

Ich habe keine Hoffnung mehr, dass die NAK-Leitung es vor dem Untergang der NAK noch schafft, sich selbst zu erkennen, Busse zu tun und nach der Lehre und dem Leben von Jesus zu wirken.

Ich sage, was uns hier anbetrifft und dass uns die Augen aufgegangen sind: Lieber spät als nie.

Herzliche Grüße

Usirius
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Imhierundjetzt
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Re: Die Glaubensleere der NAK

#57 Beitrag von Imhierundjetzt » 10.03.2019, 00:41

@centaurera

Nur kurz, da ich krank im Bett liege.
Die jüngeren Leute mit welchen ich verkehre sehen die Aussteiger nicht schwarz und weiss. Sie haben auch Kontakt mit ausgetretenen Ex Partner von noch NAK Personen. Diese Personen sind jedoch modern, progressiv. Mit den sehr konservativen bespreche ich solche Temen nicht.
Ich war bis vor einigen Monaten noch normal aktiv und der Austritt meiner Geschwister vor vielen Jahren hat mich nie belastet. Ich konnte es verstehen und es hatte keinen Einfluss auf meine Beziehung zu ihnen. Ein Geschwister kam an der Taufe nicht in die Kirche, dafür ans Fest. Darüber habe ich mich gefreut.
Ich denke Fernbleiben und Austritt ist immer noch ein Tabu Thema. Oft ist ein letzter Konflikt die Ursache, dass jemand nicht mehr kommt. Und da es keine Konflikt Kultur gibt, bleibt alles ungeklärt.

Ich nehme mir vor dies offener anzugehen und versuche mich ohne akute Konflikte zu verabschieden.

Bzgl. Sünde wider den Heiligen Geist, davon habe nicht viel gehört.

Apostel Nachfolge: Wir hatten die letzten Jahre so viele Wechsel und die meisten meiner Freunde hier, haben keinen Bezug mehr zu den Aposteln. Als Amtsträger, oder in der Jugend ist das anscheinend anders. Ich hatte noch nie etwas mit meinen Ap zu tun.
Mir ist aufgefallen, dass in den letzten Monaten die Apostel Nachfolge wieder extrem betont wurde.
Selbst am Weihnachts GD heiss es, wie tragisch es ist, dass noch nicht einmal alle Christen die lebenden Apostel anerkennen.
Das fand ich für einen Weihnachts GD ganz schön anmassend. Während der Papst zu Frieden und Brüderlichkeit aufruft, beschwert sich die NAK über Mangel am Glauben an ihre Apostel.
Weihnachten sollte ein Fest sein, dass verbindet, nicht trennt.

Wenn du noch mehr über die letzten Jahre wissen willst, nur zu gerne nach fragen.

Lothar

Re: Die Glaubensleere der NAK

#58 Beitrag von Lothar » 10.03.2019, 01:33

Liebe im Hierundjetzt,

ich wünsche Dir von Herzen gute Besserung !
Hoffentlich sind es nicht die schweren inneren Konflikte, die Dich krank gemacht haben. Leider haben die in vielen Fällen das Zeug dazu, Menschen seelisch kaputtzumachen.
Das Allerschlimmste ist oft die fast pausenlose Selbstanklage. Eine Kollegin schrieb mir neulich : Wann willst Du endlich mal anfangen, Dir selbst zu verzeihen ?

Und zu den Selbstvorwürfen, daß alles selbst solange mitgemacht zu haben, äußerte sie einen mir bis dahin unbekannten Sinnspruch :

" Vom Vorbild der Eltern geht ein Zwang aus, dem sich kein Kinder widersetzen kann."

Ich selbst war praktisch von kleinauf nur von Neuapostolikern umgeben. Ich verwende diesen Begriff ganz absichtlich und bringe ihn mit Alkoholismus in Verbindung.
Es gibt sowohl stoffliche als auch nichtstoffliche Abhängigkeiten und die nichtstofflichen sind nicht weniger verheerend für Menschenseelen wie Alkoholismus.
Wir haben es jetzt schon soweit geschafft aus der Abhängigkeit von dieser teuflischen Sekte, darauf können wir stolz sein. Bitte auf gar keinen Fall wieder rückfällig werden und wieder einfangen lassen ! Wie hinterhältig diese Verführer das immer wieder versuchen, hat Usirius hinreichend mit sehr eindeutigen Bibelzitaten belegt.

Alles Liebe und Gute sowie baldige Genesung für Seele und Leib.

Lothar

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Re: Die Glaubensleere der NAK

#59 Beitrag von Heidewolf » 10.03.2019, 11:50

Imhierund jetzt.
Die Sünde wider den Heiligen Geist ist schon schwerwiegend. Was das nun tatsächlich ist, darüber muss sich jeder sein Bild machen. Gott wird dabei helfen.
So richtig heftig wurde ja in der NAK zu Zeiten von JGB damit umgegangen. Er benutzte es als Keule um seine Widersacher zu vernichten. Er selber gab sich aber eine Gottähnlichkeit, die nicht rechtens war. Und seine Überheblichkeit lebt bis in die heutige Zeit.
Man sieht alleine dadurch, das sich Teile der NAK inzwischen mit den Opfern JGBs versöhnt haben, dass das mit der Sünde wider den Heiligen Geist, wie von JGB bezeichnet, nicht so weit her war.
Ich denke, Gott wird darüber richten.

Ich meine, wer Gott sucht und ihm in der Dreieinigkeit ehrt, braucht da keine Angst zu haben. Und man sollte sich von denen fernhalten, die meinen Gottes Willen zu verkünden und andere scharf verurteilen. Es gehört mit zur Freiheit im Glauben, dass man jeden ernsthaft Suchenden unterstützt und behilflich ist, im Glaubensweg vorwärts zu kommen. Denn eines ist ja wohl klar. Ein jeder ist auf dem Glaubensweg unterschiedlich weit. Und, so wie es die NAK praktiziert, diejenigen zurückzustutzen, die schon weiter sind, das geht gar nicht.

Ich wünsche dir gute Besserung.
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

Acapulco

Re: Die Glaubensleere der NAK

#60 Beitrag von Acapulco » 10.03.2019, 19:33

Heidewolf , Du sprichst mir aus der Seele.
Zu der Selbstgerechtigkeit des NAK - Apostolats gibt es ein schönes Gleichnis aus Lukas 18, 9-14.

Der Pharisäer kreist im Gebet nur um sich. Er benutzt Gott dazu, sich ins rechte Licht zu rücken.
Er betet quasi sich selbst an. Er missbraucht das Gebet , seine eigene Grösse darzustellen.

Der Zöllner dagegen erkennt vor Gott seine Wirklichkeit an. Nur das Gebet, indem wir uns schonungslos vor Gott hinhalten, wird uns auf Gott hin ausrichten.
Der schöne Schlusssatz :die Stolzen werden gedemütigt, die Demütigen werden geehrt werden.

Das erinnert mich auch noch an eine Geschichte, die eine Zeitlang bei uns in der NAK gepredigt wurde: der AT erzählte von einem Apostel, der nachts aufwachte, sich seinen schwarzen Anzug angezogen hätte, um auf den Knien zu Gott zu beten. Das wurde wieder und wieder runtergeleiert.

Ich habe mich dann gefragt, wer ihn dabei beobachtet hat? ? Keiner, er hat diese Geschichte selbst in Umlauf gesetzt ,um sich hervorzutun und selbstzubeweihräuchern. Unerträglich!

Das passt gut zum o.g. Gleichnis. Diese narzisstischen Pharisäer gibt's auch heute noch.

Ich glaube an Gottes Gerechtigkeit wie immer die aussieht. Letztendlich werden wir alle mal vor ihm stehen und müssen Rechenschaft ablegen, für das was wir getan und auch nicht getan haben.

Liebe Grüße
A.

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