NAK International: Stammapostel Schneiders schöne neue NAK-Welt

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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detlef.streich
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Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#31 Beitrag von detlef.streich » 25.03.2019, 18:25

Urwylers Selbstverantwortung bezog sich auf eigene Handlungen. Damals war gerade die Zeit, als Lebensmittel radioaktiv stark belastet waren. Die Diskussion kam auf, ob beten dagegen hilft. Einige dachten tatsächlich so! Urwyler sagte dazu, dass das jeder für sich selbst verantworten und entscheiden müsste.

Fehr, wie man unten lesen kann, gab zwar zu, dass Menschliches in der Predigt vorkommen könnte, banalisierte das aber sofort: Wir können nicht sortieren, aussondern und sagen: Dieser Satz ist menschlich und jener Satz ist zwar eine gutgemeinte Lebensweisheit, ist aber auch nicht aus dem Heiligen Geist. Hingegen das, was mir genehm ist, das war natürlich ein Blitz von oben, vor allem, wenn es den Nächsten trifft und nicht mich selbst. Wo kämen wir hin, wenn wir so die ganze Predigt zerpflückten! Die gesunde Seele nimmt alles auf. Und sollte mal irgendwo etwas Menschliches dabei gewesen sein, so richtet das keinen Schaden an.


Also ist das aus meiner Sicht tatsächlich in der starken Akzentuierung Schneiders neue Linie, auch wenn Stammapostel Fehr i.R. in einem Interview die Frechheit besaß zu behaupten, dass der Weg von menschlichen Gebötlein und Verbötlein freigegrast werden müsse, weil es sich hierbei um menschliche Auswüchse gehandelt hätte und nicht um Gottes Gebote.

Hier passende historische Zitate:
Stammapostel Fehr (Stap. Fehr in UF 14/96 - ZUM GELEIT)
» ...Vergessen wir nie: Das Wort, das wir am Altar hören, kommt aus dem Geist Gottes! Es wird nicht von einem Menschen erdacht, sondern aus dem Willen des Ewigen gezeugt, durch den Heiligen Geist übermittelt und durch einen Diener Gottes verkündigt. ... Dazu bedient sich der Allmächtige heute der Gesandten seines Sohnes und der von ihnen beauftragten Amtsträger als Werkzeuge. ...
Wer die Worte Gottes nicht hören, die Gnadengaben nicht wahrnehmen und sehen will, das Herz nicht öffnet, interesselos ist und letztlich den Wil¬len Gottes mißachtet, der weist den Herrn ab. ... Deshalb ist es so wichtig, das Wort Gottes aufzunehmen und danach zu handeln. Was der Höchste an seinem Altar verkündigt, darf nie auf eine menschliche Ebene herabgezogen werden; es muß hoch und heilig bleiben! ... «


„Leitgedanken“ 1993, S. 113
Das geht uns an: Die Gesinnung ist entscheidend!
»Es wird und muß das Anliegen eines jeden Amtsträgers sein, am Altar die Jesu- und Apostellehre rein zu verkündigen. „Rein“ besagt: unvermischt und sauber. Das Wort Gottes dürfen wir nicht vermischen mit menschlichen Ideen und Auslegungen. Laßt uns die Lehre bewahren (vgl. Maleachi 2, 7).
Nun kann man fragen: „Ist denn wirklich jedes einzelne Wort, landauf, landab am Altar von Amtsträgern gesprochen, unumstößliches heiliges Gotteswort, oder besteht nicht die Möglichkeit, daß irgendwo und irgendwann auch ein menschlicher Gedanke mit einfließt?“
Ich ziehe zur Antwort einen Vergleich heran: Eine Hausfrau bereitet ein gutes Essen mit Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch. Mit viel Umsicht wählt sie verschiedene Gemüse, Salate und Beilagen sowie Fleisch aus. Sie benutzt sauberes Geschirr und Besteck, richtet alles her, kocht und backt und arbeitet stundenlang in der Küche.
Sagt mir: Gerät da kein einziges Stäubchen aus der Küche oder irgend etwas, was nicht unbedingt hinein gehört, in die Speise? Das aber hat für einen gesunden Körper keine nachhaltigen Folgen. Da muß man nicht vorher auf dem Teller sortieren und sagen: Das verwende ich nicht. Wegen eines Staubkörnchens ist nicht gleich das gesamte Essen ungenießbar.
Ähnlich ist es mit dem Wort der Predigt. – Wir können nicht sortieren, aussondern und sagen: Dieser Satz ist menschlich und jener Satz ist zwar eine gutgemeinte Lebensweisheit, ist aber auch nicht aus dem Heiligen Geist. Hingegen das, was mir genehm ist, das war natürlich ein Blitz von oben, vor allem, wenn es den Nächsten trifft und nicht mich selbst. Wo kämen wir hin, wenn wir so die ganze Predigt zerpflückten! Die gesunde Seele nimmt alles auf. Und sollte mal irgendwo etwas Menschliches dabei gewesen sein, so richtet das keinen Schaden an.
Dennoch sind wir Brüder uns unserer hohen Verantwortung bewußt und gehen nicht leichtfertig an unseren Auftrag heran, sprechender Mund Gottes zu sein! Wir wollen alles daran setzen, das Wort Gottes unvermischt zu verkündigen. Unvermischt heißt rein. Liebe Brüder, das ist so wichtig: eine reine Gesinnung zu haben.
Schäden an den anvertrauten Seelen treten dort auf, wo aus unreiner Gesinnung, wo aus mangelnder Verbindung zu den Aposteln Jesu gepredigt wird. Hüten wir uns davor!«
(Aus einem Gottesdienst des Stammapostels)

Stap Fehr am 17. 9. 1995 in Magdeburg:
» ... Kürzlich bekam ich von einem kritischen Zeitgenossen einen Brief, in dem unter anderem stand:
„Hört doch auf zu predigen, daß jedes Wort, das vom Altar verkündigt wird, heiliges Gotteswort sei. Da klingt viel Menschliches mit. Bestenfalls ist es ein Wort, inspiriert durch den Heiligen Geist.“
Sagt mir mal, Geschwister, was ist denn ein Menschenwort, inspiriert durch den Heiligen Geist, anders als das Wort Gottes?
Unbestritten besteht die Möglichkeit, daß einmal vom Altar aus ein menschlicher Gedanke in Worte gekleidet wird, weil die dienenden Brüder alle Men¬schen aus Fleisch und Blut sind. Aber wir beginnen doch nun nicht, zu analysieren und zu sezieren: Was ist Gotteswort, was ist Menschenwort, was müssen wir annehmen, was können wir abweisen ... Liebe Geschwister, das wäre gefährlich! - Wird einmal etwas aus menschlichem Verstand hörbar, schadet das nichts.
Vor allem aber ist uns das Wort göttlicher Predigt heiliges Gotteswort, eine Macht Gottes, die uns Recht verschafft. Wie wahr sind doch die Worte des Apostels Paulus: „Das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist's eine Gotteskraft“ (1. Korinther 1, 18).
Wenn Gottes heiliges Lebenswort hörbar wird für uns, wollen wir es gern in uns aufnehmen. Es ist Gewalt Gottes, die in uns wirkt und schafft. Sie erzeugt eine Kraft in uns und führt uns zum Recht. Dann wollen wir nicht Recht haben, nein, dann sind wir im Recht. (...) «


Fehr in Kaunas/Litauen am 17. 8. 1997 („Unsere Familie“ 20/97 – S.11)
» ... Ich will Euch erklären, was die¬se offene Tür ist. Bruder und Schwester, das ist Dein Segensträger und Vorangänger. Je¬der von uns hat seinen Priester, vielleicht sogar an dessen Seite einen Diakon, in grö¬ßeren Gemeinden dient vielleicht ein Evan¬gelist oder Hirte als Vorsteher, über einige Gemeinden ist ein Bezirksamt gesetzt, der Bischof und der Apostel bedienen uns.
Das ist die offene Tür, die vom Herrn gegeben ist. Und wer durch diese Türe eingeht, be¬findet sich innerhalb des göttlichen Werkes.
Was auch immer wieder für uns eine offe¬ne Tür bedeutet, ist das aus dem Heiligen Geist gewirkte und vom Apostolat Christi verkündigte Wort Gottes. ... «

detlef.streich
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Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#32 Beitrag von detlef.streich » 25.03.2019, 19:01

Stap Leber redete sich 2007 wie folgt raus:

WILHELM LEBER
POSTFACH CH-
8051 ZÜRICH
Seite 1 von 2
Herrn Peter B.
xxxxx@arcor.de
Frau G. B.
xxxxx@gmx.de
Zürich, 25. April 2007
Liebe Geschwister
Gern bin ich bereit, zu eurer Anfrage hinsichtlich des Interviews von Stammapostel Fehr
Stellung zu beziehen. Ich tu das in Abstimmung mit Stammapostel Fehr.
Bevor ich auf eure Fragen antworte, möchte ich einige Bemerkungen vorweg schicken.
Zunächst einmal ist zu sagen, dass der Stammapostel Fehr seine Äusserungen im Rahmen
eines Interviews gemacht hat. Da war es natürlich nicht möglich, die Zusammenhänge aufzuzeigen.
Ich habe hier Gelegenheit zu einer ausführlicheren Darstellung.
Der Rat, keinen Fernseher anzuschaffen und nicht ins Kino zu gehen, ist vor dem Hintergrund
der damaligen Zeit zu sehen. Als diese Dinge aufkamen, gab es noch wenige Möglichkeiten
der Zerstreuung. So wurden diese Neuerungen als Inbegriff der "Welt" gewertet.
Davor wurde gewarnt aus dem verständlichen Wunsch heraus, die Gotteskinder vor dem
Zeitgeist zu bewahren.
Der Bart galt seinerzeit als Ausdruck des Protestes. Auch das ist vor dem Hintergrund der
damaligen Zeit zu sehen. Man empfand den Bart als gegen die Einheit gerichtet und lehnte
ihn deswegen ab.
In den Predigten wurden diese Dinge im allgemeinen – von Ausnahmen abgesehen – nicht
thematisiert. Das war mehr ein Thema in den Familienbesuchen. Leider hat mancher Amtsträger
das mit zu viel Nachdruck getan. Dadurch wurde das Evangelium Christi etwas aus
dem Zentrum gedrängt. Dies geschah wohl in guter Absicht, ist aber, wie wir heute erkennen
können, nicht weise gewesen.
Stammapostel Urwyler hat den Weg zur Eigenverantwortung geöffnet. Das hat den Weg
frei gemacht zu unserer heutigen Sicht. Stammapostel Fehr hat diesen Weg weiterhin konsequent
verfolgt und auch ich stehe unverändert dazu.
Soweit meine Ausführungen und nun zu euren Fragen:
WILHELM LEBER
POSTFACH CH-
8051 ZÜRICH
Seite 2 von 2
1. Wie gesagt, muss man die Dinge vor dem Hintergrund der damaligen Zeit beurteilen.
Im Übrigen kann man nicht sagen, dass "fremdes (menschliches) Feuer in grossem Stil
am Altar des Herrn wirkte"; in den Predigten wurden diese Dinge wenig thematisiert.
2. Das Thema Eigenverantwortung ist seit Stammapostel Urwyler intensiv in die Gemeinden
hineingetragen worden. Ich halte es nicht für zutreffend, dass die Basis darüber
nicht ausreichend informiert war.
2a Hier handelt es sich um eine sehr bildhafte Äusserung im Interview. Die Bezirksapostel
haben durchaus im Sinne des Stammapostels gehandelt.
3. Alle, die mit den im Interview getroffenen Aussagen Mühe haben, können sich melden
und um Aufklärung bitten. Ein allgemeiner Vertrauensverlust ist sicher nicht eingetreten.
4. Wie oben angeführt, muss man die Sache differenzierter, vor dem Hintergrund der jeweiligen
Zeit sehen. Im Übrigen hat bereits Stammapostel Fehr sein Bedauern ausgedrückt,
wenn Geschwister auf Grund kirchlicher Aussagen Nachteile erlitten haben.
5. Solche Fälle sind weder mir noch Stammapostel Fehr bekannt. Betroffene Geschwister
können sich gern an die zuständigen Bezirksämter wenden, damit eine Klärung erfolgt
und gegebenenfalls für Abhilfe gesorgt wird.
Soweit meine Stellungnahme.
Mit freundlichen Grüßen
Wilhelm Leber

gläubiger

Re: Schneiders neue NAK-Welt - Bestands-Amtsträger

#33 Beitrag von gläubiger » 27.03.2019, 12:46

Heinrich hat geschrieben:
20.03.2019, 18:35
@Gläubiger

Danke, Sie haben meinen beschwerlichen Tag gerettet - der Begriff "Bestands-Amtsträger" ist einfach köstlich.

Gruss aus dem noch sonnigen Süden,
Heinrich
Das freut mich doch sehr :D

Das dagegen leider sehr Traurige bei konservativen Bestandsamtsträgern (hier v.a. Bezirzämter) ist, dass genau diese Gruppe an Menschen in ihrem altbackenen Denken auch nach dem 09.04.2019 weiter wursteln wird. Die kommen da nicht aus ihrer Denk-Ecke und nie wirklich hinterfragten Überzeugung raus und werden aus meiner Sicht eher in einer demotivierten, frustrierten oder enttäuschten Art und Weise weiter "regieren". Ich befürchte, dass die mangels Alternative einfach weitermachen wie bisher und nicht den Mut haben zu sagen: "Das ist jetzt nicht mehr meine Kirche, ich nehme den Hut und geh". Und dann wird es in diesen NAK-Bezirken noch schneller zu Kollateralschäden (Wegbleiben, Austritte, Schliessungen, …) kommen.

Toll wäre es, wenn sich dann ab Pfingsten 2019 wirklich die Spreu vom Weizen trennen würde und die NAK endlich und konsequent den konservativ-degenerierten Amts-Mist auf den gleichnamigen Haufen befördern würde. I have a dream... :roll:

Sagt ein sich immer noch zum erlauchten Kreis der aktiven "Bestandsamtsträger" zählender

Gläubiger

Heinrich

Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#34 Beitrag von Heinrich » 27.03.2019, 13:12

"Das ist jetzt nicht mehr meine Kirche, ich nehme den Hut und geh".
Nö, werter Gläubiger,

es würde um der Ehrlichkeit willen ja reichen, sein "Bestandsamt" an den jeweiligen Gebietskirchenpräsidenten zurückzugeben. Und wenn das viele, sehr viele deutschlandweit machen würden, weil sie endlich ehrlich zu sich selbst sein sollten und sich das auch eingestehen, hätte man in den ganz oberen Etagen der Immobilienfirma NAK ab sofort ein richtiges Problem.

Satire an: Man kann ja mal dafür beten, dass viele, viele "Bestandsamtsträger" endlich aufwachen und ihre Konsequenzen ziehen :D

Gruss, ich muss los, arbeiten,
Heinrich

Blackcat
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Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#35 Beitrag von Blackcat » 27.03.2019, 14:59

@Heinrich,

ich schätze, dass es bei vielen "Bestandsamtsträgern" vielleicht auch daran liegt, dass sie sich im Dienst ihrer Gemeinde sehen, weniger in dem der Kirche, und Zürich oder etwa dieser Stuttgarter Vorort eh ganz weit weg ist. Allerdings scheint man das auch in der Führungsetage teils erkannt zu haben und versucht mit drei Säulen die Leute bei der Stange zu halten: Appell an die Verantwortung gegenüber der Gemeinde, die emotionale Schiene und eben das gottgegebene Amt. Dieser Dreiklang lässt mich allerdings wiederum wirklich schaudern und bringt mich noch weiter davon weg, am Ende meiner Beurlaubung wieder etwas machen zu wollen.
For they are in the struggle and together we shall win.
Our days shall not be sweated from birth until life closes,
Hearts starve as well as bodies, give us bread, but give us roses.

Heinrich

Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#36 Beitrag von Heinrich » 28.03.2019, 17:03

ich schätze, dass es bei vielen "Bestandsamtsträgern" vielleicht auch daran liegt, dass sie sich im Dienst ihrer Gemeinde sehen
@Blackcat

Ja, das habe ich an anderer Stelle auch schon mal geschrieben – nur noch der Gemeinde „dienen“, was immer das auch für den Einzelnen bedeutet. Ansehen, Beliebtheit, das Gefühl, gebraucht zu werden?

Zürich ist weit weg, der von Ihnen erwähnte Stuttgarter Vorort (Sie meinen Degerloch oder aber Karlsruhe/Ettlingen?) auch.

Zum Schluss noch ein Tipp von mir, weil Sie schreiben „am Ende meiner Beurlaubung wieder etwas machen zu wollen“: Nehmen Sie bitte diese Ihre Beurlaubung (warum?) als echte Chance. Und wenn es nicht zu 100 % in Ihnen drin okay ist, reihen Sie sich nicht mehr in die Riege der Bestandsamtsträger ein.

Gruss aus dem Süden,
Heinrich

gläubiger

Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#37 Beitrag von gläubiger » 29.03.2019, 08:33

@ blackcat

Genau so ist es. Der Dienst in der Gemeinde - oder einfach direkt an der Basis - ist für die meisten progressiven Bestandsamtsträger im Gemeindeamts-Rang mittlerweile der einzige Bleibegrund. Wertschätzender Umgang, Gotterleben, emotionale und spirituelle Erlebnisse treten dort am ehesten auf. Natürlich nur, wenn auch der Gemeindeleiter entsprechend geeignet ist. Was interessiert da "Rom" - das ist weit weg und die Besuchszahlen bei Bez. Ap. Gottesdiensten und - Übertragungen sprechen Bände, was das fehlende "Gotterleben" in diesen Massenveranstaltungen betrifft. Viele AT's sind es einfach leid, allein schon des riesigen Organisationsumfangs (Parkplatzdienst, Blockdienst, Abendmahlsdienst, usw.) wegen, sich den Stress für die großen Gottesdienste zu geben. Da bleiben viele lieber in den sog. Heimatgemeinden :P

Auch durch diese Entwicklung wird die Kluft zwischen progressiven und konservativen (zurückgebliebenen) Gemeinden immer größer. Gepriesen sei die Einheit im Geiste.

Was mich abschließend noch interessieren würde: Hat jemand den Mut, mal zu untersuchen, ob und wenn ja, wie oft überhaupt noch in den progressiven Gemeinden das "Leitgedankengut" gepredigt wird? Ich vermute, dass auch in diesem Punkt bereits das progressive Gedankengut massiv um sich gegriffen hat und hier bereits ein freierer Geist weht :lol: :lol: :lol:

Wohlfühlende Grüße

Gläubiger

detlef.streich
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Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#38 Beitrag von detlef.streich » 31.03.2019, 12:26

Hier mal zwei neue, pseudotheologische Geistes(?)-Blitze von Schneider, die wahrlich nicht progressiv sind:

Werk des Teufels / komisches Gottesbild
24.03.2019 Dessau: Man hört viel von Leid, Jesus musste sterben, er ist für uns gestorben, er ist wegen uns gestorben. Er war unschuldig, wir sind schuldig. Er ist gestorben, damit wir leben können. Das ist nicht so ganz komfortabel. Das führt natürlich dazu, dass manche sagen: Ja, die Christen glorifizieren das Leid und den Schmerz. Wenn du zu Gott kommen willst, dann musst du eben leiden. Was nicht ganz stimmt.
Viele können damit nichts anfangen, weil sich da so ein komisches Gottesbild daraus ergibt. Ja, die sagen dann: Ja ist denn Gott so dieser komische Gott, ist der beleidigt, weil die Menschen ihm nicht gehorsam waren? Und da muss doch unbedingt einer bestraft werden, damit Gott wieder gut gesinnt ist. Und jetzt musste Jesus sterben, weil Gott verletzt war, und das muss er jetzt zahlen, damit es wieder gut gemacht wird. Daraus ergibt sich schon ein seltsames Gottesbild.
Als ich mich mit diesen Gedanken beschäftigt habe, bin ich auf dieses Wort gefallen vom Johannes. Der Johannes-Brief, und der beleuchtet das in einer ganz anderen Art, er sagt da in Vers 8: Der Sohn Gottes ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Auch das hat mir gefallen. Jesus ist nicht gekommen, um zu leiden und sterben, er ist gekommen, um das Werk des Teufels zu zerstören! Und das können alle verstehen! Das kann jedes Kind, das in der Sonntagsschule ist verstehen. Jesus ist gekommen, der Sohn Gottes ist gekommen, um das Werk des Teufels zu zerstören. Dafür ist er gekommen.

Werk des Teufels / Zerstörung der Gemeinschaft von Adam und Eva
24.03.2019 Dessau: Ja, was ist denn das Werk des Teufels? Da müssen wir zurückkommen, ganz an den Anfang, Paradies. Gott hat die Menschen geschaffen, Adam und Eva, und sie lebten in der Gemeinschaft mit Gott, waren mit Gott, Gott war mit ihnen. Es war alles vollkommen, ihr Glück war vollkommen. Sie hatten alles, was sie brauchten. Und jetzt kommt die Schlange. Und mit ihrem Werk. Und sagt den Menschen: Ja, Gott ist gar nicht so, wie du meinst.
Der hat euch nicht die ganze Wahrheit gesagt. Der will dir irgendetwas vorbehalten, du kannst ihm nicht so ganz vertrauen. Der hat euch nicht alles gesagt. Ihr kennt die Geschichte.
Fazit: Das Vertrauen zu Gott war zerbrochen. Die Gemeinschaft mit Gott war da-hin. Die Menschen vertrauten Gott nicht mehr und meinten: Ja, Gott hat nicht alles gesagt. Er will sich was vorbehalten. Das Vertrauen war zerbrochen. Die Gemeinschaft mit Gott war zerbrochen und in der Tat: Die Menschen hatten Gott verlassen und sind zum Teufel übergegangen. Und von nun an lebten sie unter der Herrschaft des Teufels mit all den Konsequenzen. Das Böse hatte gewonnen. Und die Menschen wurden Sklaven des Bösen. Das war das Werk des Teufels!
Und letzter Punkt: Sogar die Gemeinschaft zwischen den beiden, zwischen den Menschen war gebrochen. Nicht nur die Gemeinschaft der Menschen mit Gott. Sondern die Gemeinschaft untereinander. Die waren so perfekt zusammen. Alles ging gut. Und auf einmal haben sie sich gegenseitig angeklagt. "Nur die Eva ist schuld, die hat es gemacht!“
Und jetzt auf einmal wollte Adam über Eva herrschen. Das war ein Machtspiel. Und die Gemeinschaft zwischen den Menschen war gestört.

Heinrich

Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#39 Beitrag von Heinrich » 31.03.2019, 18:51

Werter Herr Streich,

wenn diese Zitate aus einer JLS-Predigt richtig sind, möchte ich diese doch kurz kommentieren:

"Er (Jesus) war unschuldig, wir sind schuldig." Bitte, für was bin ich - als Christ - schuldig?

"Wenn du zu Gott kommen willst, dann musst du leiden." Erneut: Warum "muss" ich als Christ leiden?

Sehr interessant auch diese Aussage: "Nur die Eva ist schuld, die hat es gemacht!“ Das war ein Machtspiel. Und die Gemeinschaft zwischen den Menschen war gestört."

Welches Frauenbild hat denn dieser Mann - wir schreiben immerhin das Jahr 2019 nach Christi Geburt - oder?

Fragen über Fragen, das derzeitige Oberhaupt der NAK mit Sitz in Zürich wird mir langsam sehr suspekt!

Ein Oberhaupt einer Immobilienfirma nebst "Kirche" wie der NAK droht seinen Noch-Mitgliedern, ihr seid schuldig, ihr müsst leiden? Wäre das nicht ein Fall für die Staatsanwaltschaft Zürich?

Kopfschüttelnde Grüße,
Heinrich

gläubiger

Re: STAP Schneiders schöne neue NAK-Welt

#40 Beitrag von gläubiger » 02.04.2019, 16:18

detlef.streich hat geschrieben:
31.03.2019, 12:26
Hier mal zwei neue, pseudotheologische Geistes(?)-Blitze von Schneider, die wahrlich nicht progressiv sind:
Dass progressives Gedankengut in den Gemeinden nicht den Schneider'schen Geistes-Blitzen entspringt versteht sich für mich von selbst. Ich habe vor einiger Zeit erfahren, dass in den höheren Amts-Kreisen immer mehr die Sorge geäußert wird, dass "hier und da sog. Internetpredigten" zur Vorbereitung der NAK-Gottesdienste herangezogen und letztlich auch verwendet werden. Meine Meinung dazu ist: Besser eine theologisch fundierte Internetpredigt als eine NAK-isierte und Geistesblitz-orientierte Leidgedanken-Predigt.
Einschränkend muss ich allerdings anfügen, dass es natürlich auch sehr viele Schwachsinns-Predigten und exegetische Abhandlungen - auch ohne Zutun der NAK- im Netz gibt. Für den theologischen Laien (ich google mir mal eine Sonntagspredigt) ist das sicher nicht so ganz einfach zu differenzieren.

Es grüßt ein

Gläubiger

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