Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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fridolin
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Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#11 Beitrag von fridolin » 23.01.2019, 13:49

Ich habe eigentlich sehr schnell gemerkt, dass man, wenn "nur" der Heilige Geist wirken soll, lediglich die üblichen Phrasen nachredet oder das zuvor gesagt etwas abgeändert wiederholt. Gelegentlich vielleicht noch ein Geistesblitz
.

Da ist leicht zu erklären. Fehlende tiefgründige langjährige theologischen Ausbildung. :mrgreen:
Wo soll die auch herkommen. :D
Dann endet das schnell beim üblichen Phrasen nachreden. :D

greg
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Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#12 Beitrag von greg » 23.01.2019, 13:54

Ich erinnere mich noch an die Zeit als ich Diakon wurde. Damals gab es die Leitgedanken in der heutigen Form schon. Viele Amtsträger waren froh um diese Leitgedanken und predigten einfach daraus ein Gottesdienst zusammen. Zuvor gabs ja nur das "Amtsblatt", darin ein Textwort und ein paar Gedanken dazu. Viel weniger als die heutigen Leitgedanken.

Ich empfand die Leitgedanken immer auch als eine Einschränkung. Besonders der damalige Vorsteher predigte immer stur die Leitgedanken. Da frage ich mich dann schon: "Also das könnten wir auch einfach selber ablesen". Schlussendlich kam dann mein erstes Mitdienen (Glücklicherweise angekündigt) genau bei diesem Vorsteher. Ich wurde völlig alleine gelassen und wusste nicht was ich tun sollte. Vorbereitung gabs keine. Und natürlich predigte der Vorsteher die Leitgedanken komplett durch. Ich hatte also keine Idee was ich sagen sollte.

So schritt ich zum Altar, im Hinterkopf der Gedanken "Wenn du jetzt nichts sagen kannst, wirkt der Heilige Geist bei dir nicht". Was für eine Stresssituation. Nun gut ich hab dann was zum Chorlied gesagt, ein bisschen Floskeln nachgesprochen die ich nach Jahren in der NAK eh auswendig kannte, Amen gesagt und gieng wieder vom Altar. Dauerte etwa 1 Minute.

Ich denke nicht dass da der Heilige Geist gross wirken konnte. Und das was ich erlebte sind normale biochemische Reaktionen auf Stress und die damit verbundene Adrenalinausschüttung. Kurz darauf wechselte der Vorsteher in meiner Gemeinde und heute werden alle Diakone vor dem ersten Mitdienen von neuen Vorsteher darauf vorbereitet. Die GD Vorbereitung erfolgt gemeinsam und es wird "Abgesprochen" wer wo Schwerpunkte setzten kann.

Hätte es zu meiner Zeit sowas gegeben, ich hätte ich vielleicht auch eine andere Einstellung zum Mitdienen. Aus meiner Sicht ist das aber nicht so. Die meisten Amtsträger predigen einfach die Leitgedanken ab. Es gibt aber auch Ausnahmen. Wie eben der jetzige Vorsteher, der sich sehr engagiert, Jesus in den Mittelpunkt stellt. Dann denke ich wirkt auch der Heilige Geist.

Blackcat
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Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#13 Beitrag von Blackcat » 23.01.2019, 16:17

fridolin hat geschrieben:
23.01.2019, 13:49
Ich habe eigentlich sehr schnell gemerkt, dass man, wenn "nur" der Heilige Geist wirken soll, lediglich die üblichen Phrasen nachredet oder das zuvor gesagt etwas abgeändert wiederholt. Gelegentlich vielleicht noch ein Geistesblitz
.

Da ist leicht zu erklären. Fehlende tiefgründige langjährige theologischen Ausbildung. :mrgreen:
Wo soll die auch herkommen. :D
Dann endet das schnell beim üblichen Phrasen nachreden. :D
Mal jenseits der theologischen Tiefe: Ich bezweifle auch, dass es groß von Herzen kam, sondern sich einfach alles wiederholte, was man 20 Jahre zwei bis drei mal die Woceh zu hören bekam.
For they are in the struggle and together we shall win.
Our days shall not be sweated from birth until life closes,
Hearts starve as well as bodies, give us bread, but give us roses.

Acapulco

Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#14 Beitrag von Acapulco » 23.01.2019, 18:08

@Lothar

Ich denke bei Bischoff war religiöser Wahnsinn die Hauptursache für die "Botschaft". Was mich aber noch interessiert, ist die Meinung oder Erklärung von Apostel Drave 2007. Davon habe ich ja nun gar nichts mitbekommen, aber in der letzten Zeit des Öfteren diesen Namen gelesen. Wer kann mich da mal aufklären?

LG Acapulco


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tosamasi
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Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#16 Beitrag von tosamasi » 23.01.2019, 22:17

Kurz darauf wechselte der Vorsteher in meiner Gemeinde und heute werden alle Diakone vor dem ersten Mitdienen von neuen Vorsteher darauf vorbereitet. Die GD Vorbereitung erfolgt gemeinsam und es wird "Abgesprochen" wer wo Schwerpunkte setzten kann.
Uii, das ist aber dann nur noch halb spontan!
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greg
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Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#17 Beitrag von greg » 24.01.2019, 07:00

tosamasi hat geschrieben:
23.01.2019, 22:17
Uii, das ist aber dann nur noch halb spontan!
Naja... Ein Diakon beim ersten Mitdienen unvorbereitet an den Altar zu holen ist etwa das dümmste was man machen kann. Da kommt dann wirklich nur gebrabbel und eben 20 Jahre lang auswenig gelernte NAK Phrasen. Ich meine jeder der in der NAK Sozialisiert wurde kennt diese ewig gleichen Phrasen auswendig und kann damit ein Gottesdienst füllen. :D

Aber wer sagt eigentlich dass die Predigt spontan sein soll? Was spricht denn gegen eine gute Vorbereitung und vertieftes studieren von Literatur (auch nicht Neuapostolische?)

W/E
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Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#18 Beitrag von W/E » 24.01.2019, 14:26

Naja... Ein Diakon beim ersten Mitdienen unvorbereitet an den Altar zu holen ist etwa das dümmste was man machen kann.
Da denke ich an meinen ersten Sonntag Vormittag GD den ich als Dienstältester Diakon halten musste.
Unvorbereitet in dem ich zwar das Amtsblatt kurz am Freitag gelesen und zur Vorbereitung des GD die Bibel am Altar, Amtszimmer eingemerkt, sowie die Liederauswahl getätigt hatte.
Am Sonntag hatte ich das Amtsblatt nicht dabei und musste das vom anderen Diakon ausleihen.

Sicherlich habe ich von irgendetwas Gedanken bekommen, wie auch immer, ich hatte es überstanden und es kamen keine Reklamationen.

Ausser das es ja gemäß der vorgegebenen Regel kein Abendmahl gab, obwohl wäre es vorher gesegnet gewesen, ich hätte es ausgeteilt.
(Machte ich sowieso schon jahrelang in Zusammenarbeit mit dem GD Priester)

Der "heilige" Geist wirkt nicht nur bei Amtsträgern, er wirkt bei den Menschen die es zulassen!

Insofern ist es unerheblich, wenn hier AT`s der NAK behaupten, nur durch sie wirkt der heilige Geist.
Wenn Du in Lebenskampf Müde und Matt, Sorgen und Kummer ... gehe zu Jesus (Gott), denn er mit Dir ist. Ruhe Zufügen beim ihm im Gebet.

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Heidewolf
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Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#19 Beitrag von Heidewolf » 24.01.2019, 18:04

Ein NAK-Theologe sagte neulich, wie es eben auch in der Bibel steht:
Der Geist weht wo er will.

Und, es dürfte doch inzwischen klar sein. Der Heilige Geist ist per Definition Teil der dreieinigen Gottheit.

Dann zu behaupten, man könnte den Geist Gottes spenden, ist sowas von überheblich.

Geistliche Gaben, also auch Gaben aus dem Heiligen Geist kommen also immer von Gott.
Und, das man um diese Gaben bitten kann, das glaube ich auch.
Aber es liegt an Gottes Willen und seiner Gnade, wo er seinen Geist wirken lässt.

Und wenn ich mir die Lehre der NAK in den über 150 Jahren hin und her, vorwärts und rückwärts gewandelt hat, dann hat dieser Kirchengeist wohl so seine Probleme. Irgendwie ist diese Kirchenlehre ziemlich spröde. Und, es reicht nicht, von göttlicher Liebe zu predigen, was ja auch eher selten passiert. Nein, sie sollte schon wahrnehmbar gelebt werden. Und, solange propagiert wird, man wolle die Lehre reinhalten (Welche?), solange wird man wohl noch auf Entwicklungen im Sinne des Evangeliums noch warten müssen.
Ein erster Schritt könnte ja sein, dass Ämter im Sinne von Gaben besetzt werden, und nicht im Sinne von Hierachie, solange wird es wohl noch dauern, dass Ämter im Sinne von Diensten wirken.

Ich denke auch, dass der Heilige Geist auch hier und da wirkt, wo man ernsthaft um ihn bittet.

Prüfet alles und behaltet das Gute.
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

Rene'
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Re: Nachfrage an ehemalige ATs: Heiliger Geist auf dem NAK-Altar?

#20 Beitrag von Rene' » 25.01.2019, 16:50

Ob der Heilige Geist am NAK-Altar wirkt entscheidet in letzter Konsequenz der Hörende und nicht der Redende.

Selbst wenn nur Stuss und Unfug gepredigt wurde gab ,und gibt es noch Gottesdienstbesucher die beseelt mit feuchten Augen nach Hause gingen bzw. gehen.

Umgekehrt wurden sich über Dienstleiter die Mäuler zerrissen die sich wirklich ernsthaft auf theologischer Basis mit dem Textwort befasst hatten und echt gute Predigten ablieferten.

Während meiner Zeit als Diakon musste ich natürlich auch hin und wieder an den Altar. Ob da der HG in mir wirkte kann ich nicht beurteilen,den HG als irgendeine "helfende Instanz" in der Form wie es suggeriert wird "Sorge Dich nicht darum was Du sagen sollst,der HG gibt Dir die Worte" habe ich nicht gespürt. Ohne Vorbereitung ging da meiner Meinung nach nix

Als Zuhörer merkt man schon ob der Dienstleiter mit Respekt und dem Bewusstsein eine hohe Verantwortung zu tragen wenn er am Altar "Gottes Wort" verkündigt da vorne steht oder ob er sich in Selbstgefälligkeit und der Überzeugung das er toll predigt suhlt. Beim ersteren würde ich sagen wirkt der HG, beim letzteren nicht.

LG,
René

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