NAK Beerdigung

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Acapulco
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NAK Beerdigung

#1 Beitrag von Acapulco » 06.01.2019, 14:09

Bin seit über 20 Jahren nicht mehr bei der NAK Sekte. Meine Herkunsftsfamilie- sprich : meine Mutter und die beiden Geschwister haben mich mehr oder weniger aus diesem Grund ins familiäre Abseits gestellt. Das hat mich anfangs sehr verletzt, aber nichts an meiner Entscheidung diesen falschen Propheten den Rücken zu kehren , geändert. Meine zwischenzeitlich Erwachsenen Kindern habe ich dieses Schicksal Gott sei Dank ersparen können. Lange Rede -kurzer Sinn: mein Vater, der mit der NAK nichts am Hut hatte, würde im letzten Mal beerdigt. Und zwar von dem NAK Vorsteher meiner Mutter. Dort waren auch mein Mann und ich sowie ein Cousin mit Frau und meine Söhne, Neffe und Nichten anwesend. Allesamt keine NAK-ler. Der Riss , der durch die Beerdigungsgesellschaft ging, hätte nicht grösser sein können. Die Rede des Vorstehers war so ziemlich das schrecklichste was ich je auf einer Beerdigung gehört habe. Selbstbeweihräuchernd gab er einen Bullshit zum Besten , dass sich mein Vater wahrscheinlich im Grab umgedreht hätte, wäre er nicht verbrannt worden. Die grosse Anzahl der NAK-ler MERKT nichts mehr. Wir anderen haben uns 30 Minuten fremdgeschämt , die Augen im Kopf verrollt und wären nach 5 Minuten aus der Trauerhalle geflüchtet, wäre es nun nicht der Vater gewesen. Ich bin 1997 von der NAK weg - leider hat sich 21 Jahre nichts geändert, im Gegenteil : das Gelaber ist noch penetranter geworden. Keine Tröstung, kein Mitgefühl, Null Empathie, sondern immer noch apokalyptisch, autoritär und exklusiv. Zum kotzen. ..ich musste es mal loswerden.

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centaurea
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Re: NAK Beerdigung

#2 Beitrag von centaurea » 08.01.2019, 22:27

Hallo Acapulco,

vielen Dank für deinen Bericht. Das mit deinem Vater tut mir leid.
Schade, wenn dann, wie du schreibst, nichtmal mit der Trauerfeier selbst auf Trauer und Schmerz der gesamten Trauergemeinde, insbesondere aller Angehörigen eingegangen werden konnte.

Ein kleine Nachfrage dazu. Gehörte dein Vater zur NAK?

Du schreibst, er hatte nichts mit der NAK am Hut, die Trauerfeier wurde aber von ihr durchgeführt?! Das bring ich nicht so ganz zusammen.

Auf deine Rückmeldung freue ich mich.

LG
Centaurea

Acapulco
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Re: NAK Beerdigung

#3 Beitrag von Acapulco » 09.01.2019, 12:10

Hallo Centaurea,
mein Vater war evangelisch -lutherisch -ist aber seinerzeit aus der Landeskirche ausgetreten, damit meine Mutter den Obolus in den NAK Opferkasten stecken konnte. Dieses wurde lobend , ungeachtet der ev.Trauergäste, vom Vorsteher in
der Rede rausposaunt.
Nun, ich bin vor einiger Zeit zur ev.luth. Kirche konveriert und werde demnächst zur ehrenamtlichen Lektorin ausgebildet. Dann kann ich das wiedergutmachen :lol
Meine Mutter wollte den Vater unbedingt neuapostolisch unter die Erde bringen lassen. Nachdem der Vorsteher sich anfänglich geziert hat,
wurde die Trauerfeier in der Trauerhalle des Bestatters durchgeführt. Die Feier in der Kirche durchzuführen, war für einen "Heiden" nicht möglich.
LG
Acapulco

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gläubiger
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Re: NAK Beerdigung

#4 Beitrag von gläubiger » 10.01.2019, 13:10

Hallo Acapulco,

das ist in der Tat bedauerlich und wirklich pietätlos. Ich kann Ihren Ärger sehr gut nachvollziehen und so etwas geht aus meiner Sicht auch gar nicht! Es ist ein Unding, wenn die NAK sich so einen Fehler leistet - das ist praktisch unverzeihlich.

Ich möchte trotzdem meine Erfahrung schildern:

Mein Großvater war nicht in der NAK. Meine Großmutter allerdings schon und es war ihr Wunsch, ihren evangelischen Mann, der Zeit seines Lebens der NAK eher reserviert gegenüber stand, durch ihren NAK-Vorsteher beerdigen zu lassen. Der NAK-Hirte führte die Beerdigung durch und dies in einer Art und Weise, die mich - und sehr viele der überwiegend nicht-NAK bzw. evangelischen Trauergäste - sehr bewegt hat. In Würdigung eines Menschen, seiner Lebensleistung und nicht zuletzt in großer Wertschätzung seines Glaubens. Es würde hier zu weit führen, die Details anzubringen. "Heide" oder dergleichen war aber nicht mal im Ansatz ein Thema.

Die Beerdigung war vor 30 Jahren in einem erzkonservativen NAK-Umfeld.

Ich weiss aber auch von einem jungen Priester, der seinerzeit seine erste Trauerfeier durchzuführen hatte. Er hat die Beerdigung oder besser deren Ablauf vorher mit einem anderen Amtsträger mehrfach "durchgespielt". Als es dann an die Praxis ging, hatte er einen Blackout und war nach ca. 10 Minuten "Trauerfeier" komplett durch. Es war unbeschreiblich, was sich dann für Szenen abgespielt haben, ob der wirklich unwürdigen Verabschiedung von einem Menschen.

Was lernen wir daraus? Die Kirche muss den ehrenamtlichen Seelsorgern für diese Fälle Schulungen anbieten, wie Trauerreden gestaltet und gehalten werden können. Das tut sie teilweise mittlerweile auch. Die NAK-Führung müsste sich im Klaren sein, was sie im Zweifel anrichtet, wenn Menschen Trauerfeiern durchführen, die davon keine Ahnung haben. Das ist sie sich eher nicht.

Übrigens werden in allen Theologie-Studiengängen u.a. auch Trauer-/Grabreden gelehrt und gelernt. Ich werde nie vergessen, wie ein Student einmal in Tübingen an der Uni im Plenum die ergreifende und rethorisch einwandfrei Grabrede hielt - zu Übungszwecken und auf seinen eigenen anwesenden Professor!

Es grüßt ein

Gläubiger
Fakten helfen Missverständnisse zu vermeiden und können als Grundlage einer sachlichen Lösungsfindung hilfreich sein!

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gläubiger
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Re: NAK Beerdigung

#5 Beitrag von gläubiger » 10.01.2019, 13:10

Hallo Acapulco,

das ist in der Tat bedauerlich und wirklich pietätlos. Ich kann Ihren Ärger sehr gut nachvollziehen und so etwas geht aus meiner Sicht auch gar nicht! Es ist ein Unding, wenn die NAK sich so einen Fehler leistet - das ist praktisch unverzeihlich.

Ich möchte trotzdem meine Erfahrung schildern:

Mein Großvater war nicht in der NAK. Meine Großmutter allerdings schon und es war ihr Wunsch, ihren evangelischen Mann, der Zeit seines Lebens der NAK eher reserviert gegenüber stand, durch ihren NAK-Vorsteher beerdigen zu lassen. Der NAK-Hirte führte die Beerdigung durch und dies in einer Art und Weise, die mich - und sehr viele der überwiegend nicht-NAK bzw. evangelischen Trauergäste - sehr bewegt hat. In Würdigung eines Menschen, seiner Lebensleistung und nicht zuletzt in großer Wertschätzung seines Glaubens. Es würde hier zu weit führen, die Details anzubringen. "Heide" oder dergleichen war aber nicht mal im Ansatz ein Thema.

Die Beerdigung war vor 30 Jahren in einem erzkonservativen NAK-Umfeld.

Ich weiss aber auch von einem jungen Priester, der seinerzeit seine erste Trauerfeier durchzuführen hatte. Er hat die Beerdigung oder besser deren Ablauf vorher mit einem anderen Amtsträger mehrfach "durchgespielt". Als es dann an die Praxis ging, hatte er einen Blackout und war nach ca. 10 Minuten "Trauerfeier" komplett durch. Es war unbeschreiblich, was sich dann für Szenen abgespielt haben, ob der wirklich unwürdigen Verabschiedung von einem Menschen.

Was lernen wir daraus? Die Kirche muss den ehrenamtlichen Seelsorgern für diese Fälle Schulungen anbieten, wie Trauerreden gestaltet und gehalten werden können. Das tut sie teilweise mittlerweile auch. Die NAK-Führung müsste sich im Klaren sein, was sie im Zweifel anrichtet, wenn Menschen Trauerfeiern durchführen, die davon keine Ahnung haben. Das ist sie sich eher nicht.

Übrigens werden in allen Theologie-Studiengängen u.a. auch Trauer-/Grabreden gelehrt und gelernt. Ich werde nie vergessen, wie ein Student einmal in Tübingen an der Uni im Plenum die ergreifende und rethorisch einwandfrei Grabrede hielt - zu Übungszwecken und auf seinen eigenen anwesenden Professor!

Es grüßt ein

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Acapulco
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Re: NAK Beerdigung

#6 Beitrag von Acapulco » 10.01.2019, 14:26

Hallo Gläubiger,
ja - ich glaube auch, dass der Vorsteher nicht geeignet oder auch nicht gewillt war, die Beerdigung würdevoll und tröstlich zu gestalten. Er wirkte unsicher und unvorbereitet.
Er hatte bereits die goldene Hochzeit meiner Eltern 2007 in der Kirche begleitet, und das war auch schon ziemlich gruselig.
Das Allerschlimmste daran ist für mich jedoch, dass die NAK-ler das nicht merken oder nicht so empfinden. Der GD Leiter kann den allergrößten Quatsch erzählen, wie z.B "Gottes Gnade muss man sich verdienen" und sie nehmen alles unreflektiert hin. Das will mir nicht (mehr) in den Kopf. Leider ist es auch nicht möglich, mit ihnen darüber echte Glaubensgespräche zu führen. Im Gegentei, sie blocken an und die Angst sich mal wirklich kritisch auseinandersetzen, überwiegt. Ich finde das sehr schlimm, da sie m.E.ihre Zeit und Energie mit dieser Kirche sinnlos verplempern.
Ich halte es da mit Anselm Grün: Ohne eine ehrliche Selbstbegegnung ist eine wirkliche Gottesbegegnung nicht möglich.
LG
Acapulco

Martha
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Re: NAK Beerdigung

#7 Beitrag von Martha » 10.01.2019, 15:16

Hallo!

Einer meiner letzten "Zwangsgottedienste" in der NAK war die Golden Hochzeit meiner Schwiegereltern.
Das gerade alle Bezirksämter zur Versammlung waren, hielt einer Hirte diese Goldene Hochzeit .Er hatte gerade seine Frau verloren.
Der war voll in der Trauerphase und es war einfach unmöglich, dass dieser Mann diesen GD hielt. Alle Enkel waren über den GD empört - wir auch.
Die NAK ist zu allem fähig, nur nicht Schulungen anzubieten und sich in die Lage eines Menschen reinzuversetzen.

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Re: NAK Beerdigung

#8 Beitrag von Blackcat » 10.01.2019, 15:44

gläubiger hat geschrieben:
10.01.2019, 13:10

[...] Der NAK-Hirte führte die Beerdigung durch und dies in einer Art und Weise, die mich - und sehr viele der überwiegend nicht-NAK bzw. evangelischen Trauergäste - sehr bewegt hat. In Würdigung eines Menschen, seiner Lebensleistung und nicht zuletzt in großer Wertschätzung seines Glaubens. Es würde hier zu weit führen, die Details anzubringen. "Heide" oder dergleichen war aber nicht mal im Ansatz ein Thema.

[...]

Was lernen wir daraus? Die Kirche muss den ehrenamtlichen Seelsorgern für diese Fälle Schulungen anbieten, wie Trauerreden gestaltet und gehalten werden können. Das tut sie teilweise mittlerweile auch. Die NAK-Führung müsste sich im Klaren sein, was sie im Zweifel anrichtet, wenn Menschen Trauerfeiern durchführen, die davon keine Ahnung haben. Das ist sie sich eher nicht.

[...]
Beide Aspekte kann ich aus eigener Erfahrung unterschreiben. Sicherlich gibt es auch in der NAK Prediger, die einen würdevollen Trauergottesdienst halten können und zur Trauer- und Sterbebegleitung fähig sind. Allerdings ist dies mE größtenteils der individuellen Fähigkeit dieser Person geschuldet. An anderer Stelle ist man bspw bei der Thematik der Trauerbegleitung heillos überfodert, wie es wohl die meisten Menschen sind. Erschwerend kommt hier dann oft noch die religiöse Denke dazu. Der Verstorbene ist ja "erlöst" und es gibt zeitig ein Wiedersehen, denn der Herr kommt ja bald. Kommt der Trauernde dann noch mit Fragen der Theodizee daher, herrscht ebenso im besten Fall Hilflosigkeit - im schlimmsten erfährt er, dass Gott wohl keine Fehler mache. Leider erkennt die Kirche nicht, was hier in einigen Fällen den Hinterbliebenen, aber auch teils den Seelsorger,n angetan wird. Oder schlimmer, es ist ihr egal.
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Heinrich
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Re: NAK Beerdigung

#9 Beitrag von Heinrich » 10.01.2019, 16:20

Es gibt NAK Prediger, die einen würdevollen Trauergottesdienst halten können und zur Trauer- und Sterbebegleitung fähig sind. Kann ich unterschreiben, selbst so erlebt bei der Beerdigung meiner Mutter.

Allerdings habe ich auch Trauerfeiern erlebt, die geradezu unterirdisch waren. Der ganze Quatsch, er/sie ist ja nun "erlöst" und es gibt zeitig (?) ein Wiedersehen. Das ist die die religiöse Denke alter, sehr alter und leider auch jüngerer Schwarzkittel in der NAK. All diese wohl von Geburt aus in NAK-Familien hineingeborenen und somit per perfekter Gehirnwäsche lebenden Menschen können doch gar nicht anders.

Gruss aus dem verschneiten Süden,
Heinrich
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Re: NAK Beerdigung

#10 Beitrag von Blackcat » 10.01.2019, 16:52

Der Wunsch nach dem zeitigen Wiedersehen mit Bezug auf die "erste Auferstehung" kommt mir gerade wie ein Wunsch nach Suizid vor. Klar, die Vorstellung, die verstorbenen Lieben im Jenseits wiederzusehen hat was. Mag mir jedoch schon allein den Wunsch nicht ausmalen, den größten Teil der für mich wirklich wichtigen Menschen zurück zu lassen, da die ja keine "garantierten Erstlinge" sind. Gerade aus dem Grund wenn man fühlt, dass man viel zu früh zurück gelassen wurde. Sollte Trost sich nicht erstmal auf die Heilung von Wunden und das Lieben im Diesseits beziehen?
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