Aktueller Totenkult in der NAK

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Hatikwa
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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#21 Beitrag von Hatikwa » 26.11.2018, 21:24

ja, lieber Heinrich,
genau so, wie du erlebt, sehe ich diese "Geschichte" um die Verstorbenen auch.
Präsent in der Erinnerung der Dogmen der NAKI ist mein Widerstand gegenüber Allem,
was die NAKI mit Blüten umkränzten Worthülsen weiter verbreitet, für mich immun.

Alles Liebe und herzliche Grüße --- hatikwa

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Heinrich
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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#22 Beitrag von Heinrich » 26.11.2018, 22:36

Danke für Ihre Antwort, Hatikwa.

Was Sie da so sagen: Ich kann Ihnen nur empfehlen, gehen Sie bitte auch mal in einen evangelischen Gottesdienst :!:

Und suchen Sie bitte unbedingt nach dem evangelischen Gottesdienst direkt den Dialog mit der Person, die den Gottesdienst gehalten hat :!:

Nur so ein Gedanke,
Gruss aus dem sehr regenreichen Süden,
Heinrich
Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
(Bert Brecht)

Hatikwa
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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#23 Beitrag von Hatikwa » 26.11.2018, 23:24

lieber Heinrich, danke für Ihre liebenswerte Empfehlung und Antwort.
Ich weiß immer noch nicht so richtig, ob ich "Du" oder "Sie" zu dir sagen müßte?
Bitte teile mir dazu die entsprechende Antwort mit.

Lieber Heinrich, durch NAK - Geschädigt, habe ich wirklich alle Religiösität verloren, besonders die dogmenreiche Religiösität der Christenheit.
Wichtig für mich wäre es selbst gewiß zu sein, daß es einen Gott gibt. Die Wege und Umwege zu Gott sind mir nicht wichtig ---
Meine Vorstellung von Gott ist die Vorstellung, daß ich keine Vorstellung von ihm haben kann. Und diese Vorstellung hatte ich während meiner NAKI Zeit auch schon. Dort wurden uns ja schreckliche Phantasie - Märchen erzählt.

Deine Empfehlung, lieber Heinrich, einen ev. Gottesdienst zu besuchen, kann ich selten nachkommen, weil ich Sonntags immer arbeite.
Aber, ich kenne hier um die Ecke die "Friedenskirche", wo der evangelische Pastor einen Riesenzulauf wegen seiner Predigten hat.
In dieser kleinen Gemeinde wird eine große soziale Arbeit geleistet, an der ich mich beteilige, und Martin, der Pastor, ist "DER" Knaller.
Authentischer kann ein Mensch nicht sein. Diesen Umgang habe ich gern, obwohl ich sehr skeptisch bin aufgrund meines Nicht -Glaubens.

guuuts nächtle --- hatikwa

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Heinrich
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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#24 Beitrag von Heinrich » 26.11.2018, 23:49

Hatikwa, Sie schreiben: "Ich kenne hier um die Ecke die "Friedenskirche", wo der evangelische Pastor .....In dieser kleinen Gemeinde wird große soziale Arbeit geleistet, an der ich mich beteilige....Diesen Umgang habe ich gern.

Dann bitte gehen Sie unbedingt weiter in diese "kleine Gemeinde".

Eventuelle Bedenken usw. werfen Sie bitte einfach über Bord, bringen Sie sich sozial ein und das ist ganz arg wichtig - bitte erst mal nicht darauf hoffen, es kommt irgendetwas zurück. Erst mal sich einbringen, mit der Zeit wird das, glauben Sie mir.

Leicht schon müde Grüße
aus dem regerischen Süden,
Heinrich
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Hatikwa
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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#25 Beitrag von Hatikwa » 27.11.2018, 00:24

ja, Heinrich, auch ich schnappe schon nach der Bettdecke,
und die Arbeit in der "Friedenskirche" macht mir große Freude, weil ich keine Rückmeldung erwarte.
Jeder Helfer bringt sich ein nach Begabung, und Martin ist immer dabei, erwartet selbständige Entscheidungen,
wir sind ein gutes Team --- und - ich werde akzeptiert wegen meiner Persönlichkeit, und nicht wegen meiner
Religions- oder Nicht -Religionszugehörigkeit. Ich finde das alles gut, und dennoch lastet die NAKI immer noch schwer an mir.

guuuts nächtle --- hatikwa

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Lulo
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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#26 Beitrag von Lulo » 27.11.2018, 11:22

Entschlafenen-GDs hatten für mich einen ähnlichen Stellenwert wie GDs zu Ostern, Pfingsten oder Weihnachten. In meinen letzten Glaubensjahren bekam ich allerdings "Bauchschmerzen" bei diesen GDs. Ich empfand das ganze Procedere sehr befremdlich - ein Indiz für meine bereits eingesetzte Distanz, die ich mir aber (noch) nicht eingestehen wollte. Im Gegenteil, ich tat das, was neuapostolische Christen immer tun sollen wenn Zweifel aufkommen: Ich betete und rang um neue Erkenntnis.

Erkenntnis habe ich später tatsächlich gefunden, allerdings anders als damals erbeten. Was vorher nur ein ungutes diffuses Gefühl gewesen war, konnte ich nun klar benennen: dieses ganze Pathos und die allgemeine Ergriffenheit, die einen Großteil der Gemeinde erfasste, und vor allen Dingen die Exklusivität, dass die Toten nur über diesen EINEN Weg ins Himmelreich kommen - was für eine Anmaßung. :roll:
Wer loslässt, hat beide Hände frei.
(2009 aus der NAK ausgetreten)

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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#27 Beitrag von detlef.streich » 27.11.2018, 20:16

Die Diskussion zu meinem Artikel hat mittlerweile sehr interessante Beiträge zu verschiedenen, damit zusammenhängenden Aspekten und Fragen hervorgebracht. Zu weiteren Überlegungen möchte ich hier einige wissenschaftliche Fakten einbringen. Die Frage, ob der in der NAK praktizierte Entschlafenenkult (s)eine Berechtigung hat oder nicht, greift aus meiner Sicht zunächst ein wenig zu kurz.

Neuere Erkenntnisse der Paläoanthropologie, die sich mit der Trennung der Linien von Schimpansen und Frühmenschen vor etwa 7 Millionen Jahren beschäftigt, haben in letzter Zeit erstaunliche Erkenntnisse hervorgebracht. Bisher wusste man, dass Frühmenschen in der mittleren Altsteinzeit, also Homo sapiens und Neandertaler vor mindestens 120000 Jahren, bereits verschiedene Begrabungsrituale ihrer Verstorbenen praktizierten, bei denen u.a. Beigaben mit ins Grab gegeben wurden. Keine andere Spezies auf unserem Planeten tut etwas auch nur entfernt Ähnliches, trotz ausdauernder Trauer über den Tot (z.B. eine Schimpansenmama, die ihr totes Kind drei Tage mit sich herumträgt!)
So bohrten die Neandertaler vor 40.000 Jahren und früher ein Loch in die Schädeldecke, damit vermutlich die Seele dem Körper entfliehen konnte. Vor 70.000 Jahren bestatteten sie ihre Toten in Hochstellung.

Die bislang ältesten Bestattungsfunde sind sogar zwischen 226.000 bis 335.000 Jahre alt. 2013 fand man in der Höhle Rising Star in Afrika die Überreste von ca. 15 Individuen des Homo naledi (Kinder, Kleinkinder, Erwachsene und alte Personen) in einer Kammer , die 90 Meter vom Eingang entfernt war und nur über einen sehr schmalen Zugang zu erreichen war. Fossilien von Tieren fehlten fast vollständig, was darauf schließen lässt, dass die Verstorbenen unter schwierigsten Bedingungen von den Stammesmitglieder selbst dort abgelegt wurden. Der Homo naledi war im Durchschnitt nur 1,5 Meter groß, wog 45 kg und hatte ein Hirn von der Größe einer Orange.

Ist dieses Verhalten aber bereits mit religiösen Vorstellungen verknüpft gewesen?

Die sehr frühen Bestattungen werden von einigen Wissenschaftlern eher als Schutz verstanden, dass die Toten nicht von Hyänen oder anderen Tieren zerrissen werden sollten.

Aber 90 Meter in die Tiefe mit der Last des Toten nur als Schutz vor Verstümmelung?

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass erst die Ausbildung des präfrontalen Kortex die Fähigkeit zur Selbstreflexion ermöglichte. Die Folgen daraus sind auch Fragen nach dem „Woher und Wohin“ des Individuums Mensch nach seinem Tod und der ursächlichen Verortung von Gut und Böse in geisterhaften, göttlichen Mächten, denen der Mensch zunächst ausgeliefert ist. Denn wenn mein Kollege bei der Jagd vom Blitz erschlagen wird und ich nicht, muss dahinter irgendein Grund liegen (Kontingenz). Also kein gutes Gottesbild ohne böse Dämonen oder Teufel. Sonst wäre der gute Gott ja auch verantwortlich für das Böse! Eine spaltende Frage, die sich nach Auschwitz und der daraus folgenden Theodizee , also Gottes Verantwortlichkeit/ Rechtfertigung für das (zugelassene) Böse, bis auf den heutigen Tag stellt. Die Anthropodizee, also die Verantwortlichkeit des Menschen selbst für seine Handlungen, ist eine zugegeben für Viele unbequeme Lösung. An dieser Stelle kann und muss die Gottesfrage aus der Diskussion genommen werden. Doch zurück zu den Anfängen.
Wie dürfen also sicher annehmen, dass in Folge des sich entwickelnden präfrontalen Kortex auch Überlegungen zur Transzendenz des Seins ergaben. Wenn der Mensch stirbt und eine vermutete, nicht sterbliche Seele aber bleibt, muss auch deren weitere Existenz ähnlich Bedingungen unterworfen sein, wie das irdische, biologische Leben es ist. Manche Wissenschaftler formulieren dies mit dem Begriff „Homo religiosus“, der sagen will, dass der Mensch biologisch determiniert nicht in der Lage ist, religiöse Vorstellungen zu unterlassen. Bereits Kinder entwickeln ohne erzieherische Einflüsse Vorstellungen über Gott und ein Weiterleben nach dem Tod!

Die heutigen, wissenschaftliche Erkenntnisse der Urknallforschung und hier explizit weiteren Entwicklung des Kosmos und die Evolutionstheorie können allerdings Gott als Handelnden Schöpfer ausschließen. So ist die Evolution des Lebens von Anfang bis heute trotz Lücken grundsätzlich gut dokumentiert. Der den Menschen schaffende und ins Leben rufende Gott hat hier keinen Platz. Mehr noch sind wir Menschen in unserem biologischen Sein eine Landkarte der Evolution, die in sich alles vereinigt, was zuvor evolutionsgeschichtlich passierte. Ohne die Frühformen der Viren und Bakterien wären wir z.B. überhaupt nicht lebensfähig! Wann und wie sollte der Mensch aber aus sich heraus eine unsterbliche Seele gebildet haben, wenn nicht nur in der Vorstellung seines präfrontalen Kortex? Alle sich daraus entwickelnden religiösen Vorstellungen einschließlich ihrer bis heute kirchlich manifestierten Dogmen sind demnach nur Annahmen, die letztlich auf uralten, imaginierten Interpretationen des Menschen auf seine Sicht der Welt und die Behauptung einer ihm innewohnenden, unsterblichen Seele sind.

Falls dennoch „Gott“ als Ursache alles Seienden Veranlasser des Urknalls und damit der Entstehung von Zeit und Raum sein sollte, dürften wir es hier mit einer Seinsform zu tun haben, über die wir uns keinerlei Vorstellungen machen können und sollten, weil ALLE Annahmen darüber nur falsch sein können und lediglich dem Versuch des Menschen entspringen, Unerklärliches zu erklären.

Dieser Versuch aber muss in Paradoxien enden!

Schneiders Ausführungen belegen das mehr als deutlich ...

https://www.mpg.de/forschung/homo-naledi
https://www.welt.de/wissenschaft/articl ... piens.html

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Heidewolf
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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#28 Beitrag von Heidewolf » 27.11.2018, 21:22

Lieber Detlef Streich,
ich lese gerade das Buch von Yuval Noah Harari
'Eine kurze Geschichte der Menschheit'.
Das deckt sich ja irgendwie (bin erst bei Seite 120) mit deiner Darstellung.
Dieses Buch ist für gläubige Menschen nur mit Vorsicht zu geniessen.

Die Vorstellung des Christentums basiert ja im Wesentlichen auf Überlieferungen von vor 2000 Jahren.
Sowohl von den Berichten von Zeitzeugen und Kennern von Zeitzeugen.
Ist also insofern doch schon recht glaubhaft.
Die Zeit davor unterliegt natürlich, je weiter sie zurückliegt, gewissen Unschärfen.
Ich denke, das ist menschlich auch verständlich.

Was das Leben hier und im Jenseits betrifft, so fallen aus den christlichen Schriften doch besonders Jesu Tod und seine Auferstehung als auch seine Verheissung, das er wiederkommen wird, als Schwerpunkte auf.

Das ist die Basis des christlichen Lebens.
Und dann kommen dazu eben auch Glaubenserlebnisse.
Die der Mensch/Christ interpretiert.

Ja, und da geht dann richtig die Post ab zwischen Bibellehre, Wunschdenken und Zudichtungen.

Ich wünsche allen, in der Hoffnung, dass auch Gotterleben und Besinnung nicht zu kurz kommen, eine schöne Vorweihnachtszeit.
17 Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden (1.Kor. 15)

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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#29 Beitrag von detlef.streich » 27.11.2018, 22:39

Hallo Heidewolf,

hier ein nettes Zitat aus einer Leseprobe des von dir erwähnten Buches:

"Legenden, Mythen, Götter und Religionen tauchen erstmals mit der kognitiven Revolution auf. Viele Tier- und Menschenarten konnten »Vorsicht Löwe!« rufen. Aber dank der kognitiven Revolution konnte nur der Sapiens sagen: »Der Löwe ist der Schutzgeist unseres Stammes.« Nur mit der menschlichen Sprache lassen sich Dinge erfinden und weitererzählen. Man könnte sie deshalb als »fiktive Sprache« bezeichnen.
Nur der Mensch kann über etwas sprechen, das gar nicht existiert, und noch vor dem Frühstück sechs unmögliche Dinge glauben. Einen Affen würden Sie jedenfalls nie im Leben dazu bringen, Ihnen eine Banane abzugeben, indem Sie ihm einen Affenhimmel ausmalen und grenzenlose Bananenschätze nach dem Tod versprechen. Auf so einen Handel lassen sich nur Sapiens ein.
"

Was sagt uns das????

Quelle:
https://webreader.mytolino.com/reader/i ... lang=de_DE

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Re: Aktueller Totenkult in der NAK

#30 Beitrag von Heidewolf » 27.11.2018, 23:31

Osama hat seinen Attentätern 70 Jungfrauen im Paradies versprochen.

Was sagt uns das?

Das es viele leichtgläubige Menschen gibt.

Das ist auch eine Frage der Bildung.

Ich würds ja auch Donald Trump sagen, dass das amerikanische Problem ein Problem der Bildung der breiten Masse ist.
Ich denke nur, er wird nicht auf mich hören (wollen).
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