...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

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Alter_Esel_?
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...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#1 Beitrag von Alter_Esel_? » 01.11.2018, 11:51

Hallo an alle Foristies!

Seit einiger Zeit treibt mich ein Gedanke ganz massiv um.

Habe letzes Jahr (endlich) meinen Austritt aus dieser christlichen Sondergemeinschaft erklärt und auch schriftlich durch das dazu bestimmte öffentliche Amt beim Rathaus bestätigt bekommen.

Nun zu meinem eigentlichen Anliegen:
Müssen denn nicht bei Vorliegen der schriftlichen Austrittserklärung sämtliche meine Person betreffende Daten gelöscht werden?

Wer stellt das in dieser christlichen Sondergemeischaft sicher?

Wäre der Letztendscheider (bei mir ME) der Ansprechpartner?

Wie ist es dann, wenn ich, wie vor ein paar Tagen passiert, ein Schreiben der örtlichen Vertretung dieser Sekte erhalte mit der Bezeichnung: "Sie sind Teil unserer Gemeinde"?
Wobei ich dazu bemerken muss, das nur ich austrat, aber meine Familie noch formal "dabei" sind.

Und ich hab bestimmt noch mehr Fragen, die mir auf die Schnelle grad nicht einfallen.

Bin gespannt auf Eure Anmerkungen und Ratschläge!

Ein neugieriger
Alter_Esel_?
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centaurea
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Re: ...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#2 Beitrag von centaurea » 01.11.2018, 17:33

Hallo Alter_Esel_?,

Rechtsberatung ist hier im Forum nicht zulässig.

Aber vielleicht schaust du mal da rein: Art. 17 Recht auf Löschung ("Recht auf Vergessenwerden") und Ihre Daten, Ihre Rechte: die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO). Dort findest du auch einige Mustertexte.

Verbraucherzentralen dürfen rechtlich beraten. Die helfen bestimmt.

Vielleicht berichtest du danach, wie die NAK reagiert hat?

LG
Centaurea

Alter_Esel_?
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Re: ...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#3 Beitrag von Alter_Esel_? » 02.11.2018, 10:46

Hallo centaurea,

vielen Dank für die Links und für Deine Anregung.
Rechtsberatung wollte ich eh nicht - aber rein interessehalber die Erfahrungen von weiteren Forenmitgliedern mit der Handhabung des Datenschutzes und dessen Rechtsgrundlagen durch diese "christliche" Sondergemeinschaft.

Bin mal gespannt, was sich so bei mir ergeben wird. Gerne werde ich berichten.

Euch Allen eine gute Zeit!

Wünscht ein
Alter_Esel_?
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Rene'
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Re: ...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#4 Beitrag von Rene' » 02.11.2018, 13:35

Hallo!

Ansprechpartner wird der Datenschutzbeauftragte Deiner (Ex-) Gebietskirche sein.

Sicherlich kannst Du die vollumfängliche Löschung aller über Dich vorhandenen Daten fordern. Ob das umgesetzt wird bzw. umgesetzt werden kann wage ich zu bezweifeln da ich das für fast nicht vollständig umsetzbar halte.

Datensätze in elektronischen Registern können sicherlich unkompliziert gelöscht werden, bei Eintragungen in Gemeindebücher stelle ich mir das schwierig vor. Sollen jetzt in der Gemeinde alle Aufzeichnungen durchforstet werden ob irgendwo Dein Name auftaucht? z.B. "Hochzeit Geschwister XY" mit Datum.

In meiner Ex-Gemeinde wurde z.B. penibel Buch bzw. eine Strichliste geführt wer zur Chorprobe erschienen ist und wer nicht. Theoretisch müsste da auch geprüft werden ob es sich um personenbezogene Daten handelt.

LG;
René

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centaurea
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Re: ...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#5 Beitrag von centaurea » 02.11.2018, 15:10

Rene' hat geschrieben:
02.11.2018, 13:35
...
In meiner Ex-Gemeinde wurde z.B. penibel Buch bzw. eine Strichliste geführt wer zur Chorprobe erschienen ist und wer nicht. Theoretisch müsste da auch geprüft werden ob es sich um personenbezogene Daten handelt.
...
Und ich denke, dass genau das nicht statthaft ist.
Wann und wo wurde dazu die Einverständnis eingeholt?

Ist das von dir beschriebene Erheben von Daten in einem Verarbeitungsverzeichnis dokumentiert?
Es können und dürfen eben nicht einfach so mal wild Listen und Exceltabellen mit persönlichen (Tracking-)Daten angelegt werden.

Und es besteht nach meiner Meinung eben sehr wohl der Anspruch auf Mitteilung wo was gespeichert wurde und wird und der Anspruch auf lückenlose Löschung.

Aber genau da liegt u.U. das Problem:
Da wurden und werden wahrscheinlich über Jahre und Jahrezehnte hinweg auf Gruppen-, Gemeinde-, und Bezirksebene von den ehrenamtlich Arbeitenden Listen, Verzeichnisse und Strichlisten über Mitglieder (inkl. ehemalige Mitglieder) und Externe (z.B. Gäste u. "Weinbergsarbeit") unkontrolliert angelegt und gepflegt, ohne dass dabei auf persönliche Dateun und Datenschutz o.ä. geachtet wurde und wird.

So zumindest meine Vermutung.

Rene'
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Re: ...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#6 Beitrag von Rene' » 02.11.2018, 16:58

Und ich denke, dass genau das nicht statthaft ist.
Wann und wo wurde dazu die Einverständnis eingeholt?
Da alles was AT taten ,und teilweise heute noch tun, als "Gottes Wille" hingestellt wurde erübrigt sich die Frage nach der Erlaubnis dafür. Gott muss niemanden um irgendeine Erlaubnis bitten. ;)
Aber genau da liegt u.U. das Problem:
Da wurden und werden wahrscheinlich über Jahre und Jahrezehnte hinweg auf Gruppen-, Gemeinde-, und Bezirksebene von den ehrenamtlich Arbeitenden Listen, Verzeichnisse und Strichlisten über Mitglieder (inkl. ehemalige Mitglieder) und Externe (z.B. Gäste u. "Weinbergsarbeit") unkontrolliert angelegt und gepflegt, ohne dass dabei auf persönliche Dateun und Datenschutz o.ä. geachtet wurde und wird.

So zumindest meine Vermutung.
Du liegst mit Deiner Vermutung richtig. Im Grunde interessiert das aber niemanden der "Treuen". Brenzlig wird es für die NAK dann erst wenn wirklich mal ein Ex-Mitglied auf die vollumfängliche Löschung aller seiner Daten besteht. Dann kommt die Kirchenleitung ganz schön ins schwimmen.
Das kann nämlich , auf Grund der Tatsache das die Kirchenleitung nicht nachvollziehen kann auf welcher Ebene und von welchen Personen Daten über Geschwister dokumentiert wurden,u.U gar nicht zu 100% umsetzbar sein.

Das fängt an von der Chor-Strichliste die ich erwähnte über "Geburtstagskalender" mit Namen und Geburtsdaten (gab es in unserer Gemeinde ohne das um Erlaubnis gefragt wurde) bis hin zu Telefonlisten die ohne Einverständnis angelegt wurden.
Von Amtseinsetzungsbögen in denen auch recht persönliche Dinge bis hin zu Verhaltensweisen von Personen dokumentiert wurden mal ganz zu schweigen.

Gruß,
René

PS: Wie es um den aktuellen Datenschutz in 2018 in der NAK bestellt ist kann man sich ausgiebig auf den Bezirks- und Gemeindeseiten anschauen. Dort werden fleißig Fotos von Erwachsenen und Kindern (!) in Gottesdiensten,Gemeindefesten und sonstigen teils internen Veranstaltungen veröffentlicht. Ob da jeder einzelne um Erlaubnis gefragt bzw. ob er Kenntnis darüber hat wo im Netz sein Konterfei zu sehen ist wage ich zu bezweifeln.
Zuletzt geändert von Rene' am 02.11.2018, 20:01, insgesamt 1-mal geändert.

Schwäble
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Re: ...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#7 Beitrag von Schwäble » 02.11.2018, 19:58

Kleines Beispiel gefällig??

Eines schönen Tages wurde ich vom Altar herunter zu meinem "Jubiläum" beglückwünscht. 50 jährige Versiegelung. Davon wusste ich nichts und habe dazu natürlich auch keine Erlaubnis gegeben. Ich war nur sprachlos.....
Ist so etwas schon mal Jemand passiert? Weiss jemand sein Versiegelungsdatum? Vor allen Dingen war es nicht in meiner "Versiegelungskirche"

Gruß vom Schwäble, bei dem es schon ganz dunkel ist

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Bezirks-Elster
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Re: ...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#8 Beitrag von Bezirks-Elster » 02.11.2018, 22:55

Also, ich als Chorleiter (nun eines säkularen Chores) halte Anwesenheitslisten für Chorproben als legitimes Mittel. Ich mache sogar Einzelproben mit Sängern und notiere mir ihren Stimmumfang und nehme mir das Recht heraus, kurze Kommentare zu verfassen, was ihnen gut gelingt und wo noch Entwicklungspotenziale liegen.

War selbst vor 2 Jahren bei einer Fortbildung (angeboten vom Chorverband eines Bundeslands). Dort sagte der Stimmbildner: So, Herr XY, letztes Jahr kamen Sie bis zum f', schaun wir mal, wie es heute aussieht....

Vielleicht noch ganz interessant. Bzgl. DSGVO gab es erste "Opfer" an NAK-homepages. Die Seite www.nak-kw.de ist unlängst offline gegangen. Die Seitenbetreiber hatten die letzte Zeit nachgedacht, wie die gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten seien und sich dann entschieden, die Sache einzustampfen.
Ich hab die Gemeindebriefe hin und wieder interessiert durchgeblättert, da ich die Leute noch von Jugendzeiten kannte. Es war wie eine alte, fremd-und-doch-vertraute Welt, in die ich 2018 einsteigen durfte. Bilder von Taufen und Hochzeiten. NAK-Floskeln. Tja, Heimat, der ich aber entwachsen bin.
"Liebe Geschwister, `im Natürlichen` gibt es den Bewehrungsstahl ....."
Co-Predigt zum Thema "Bewährung" in einer deutschen Landeshauptstadt im Jahr 2015

Hatikwa
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Re: ...Datenschutz, wird wie 2018 gehandhabt?

#9 Beitrag von Hatikwa » 02.11.2018, 23:19

hallole liebe Fories,
George Orwell 1084 grüßt euch! Wer von euch traute sich diesen uralten Film zu sehen, oder das Buch zu lesen?
Alles ist in der NAKI bis heute vorhanden, so wie es in diesem Buch beschrieben ist, auch Nazi- Botdchafts -und Stasi- Zeit.
Ich kann es mir nicht vorstellen, daß persönliche Daten komplett gelöscht werden könnten, weil sie unprofessionell
aufgenommen wurden.. Für mich war nach meinem entschiedenen Austritt alles klar: nie wieder.
Und ich wurde auch nie von Seiten der NAK oder eines Amtes dazu belästigt. Die NAKI kann meine Daten nur noch als Mitglied benutzen; es interessiert mich nicht, denn ich habe mich befreit von dieser Lügensekte.
schönen Abend --- hatikwa

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