NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Lulo
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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#31 Beitrag von Lulo » 20.02.2020, 10:01

Ich lese gerade das Buch von Prof. Törner - eine umfangreiche Dokumentation über die Geschichte der NAK in der DDR, die ich jedem empfehlen kann. Sehr treffend der Untertitel: Dem Evangelium leben in einem sozialistischen Staat. Die Recherche-Arbeit, die da drin steckt, verdient Anerkennung und Würdigung, zumal bisher nichts Vergleichbares existiert. Ich finde es bewundernswert, dass sich jemand aus den alten Bundesländern mit dieser Thematik befasst hat und halte es inzwischen sogar für einen Vorteil, weil eine Distanz auf die Geschehnisse u. a. erst wegen der Außenperspektive möglich war.

Die NAK tut sich mit ihrem störrischen Gebaren keinen Gefallen. Verhindern kann sie diese Aufarbeitung eh nicht, warum also nicht am selben Strang ziehen?
Und Nadolny? Nun ja, ein Sympatieträger wird er in diesem Leben nicht mehr werden. Mit seiner abwertenden Äußerung hat er einmal mehr dazu beigetragen. :roll:
Wer loslässt, hat beide Hände frei.

fridolin
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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#32 Beitrag von fridolin » 20.02.2020, 13:42

Die NAK tut sich mit ihrem störrischen Gebaren keinen Gefallen. Verhindern kann sie diese Aufarbeitung eh nicht
Scheinbar wohl noch nicht kapiert das heute einem alles bis zu Hause im Wohnzimmer flattert und dies nicht zu verhindern ist. :D
Die sollen m. M. n. Reue und Busfertigkeit zeigen, für all die "schönen Fantasien" die gepredigt wurden und größtenteils sich schon hätten erfüllen sollen. :D
Wie sieht die Wirklichkeit aus. :idea:
Nichts hat sich von dem erfüllt, wir rennen immer noch hier rum :mrgreen: :D

Lothar Poerschke
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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#33 Beitrag von Lothar Poerschke » 20.02.2020, 16:52

Liebe Tina,
ich stimme Deiner Wahrnehmung vollumfänglich zu, was die Arroganz eines Herrn Nadolny betrifft. Trotzden würde ich an der Stelle keine Front zwischen Ost und West aufmachen, da der Genannte in seinem Gebaren voll auf einer Linie mit seinem süddeutschen Kollegen Ehrich ist.
Was mir viel mehr aufstößt ist, daß sich ein Herr Funkschmidt von der EZW mit dem Thema befasst. Ausgerechnet derjenige, welcher vor mehreren Jahren durch sein unqualifiziertes Geschreibsel im dt. Pfarrblatt der NAK maßgeblich den Weg in die ACK geebnet hat. Gewiß lassen sich auch viele andere Verantwortliche in den großen Kirchen bis heute von der NAK herumführen.
Eine wirkliche Aufarbeitung kann aus meiner Sicht nur in einem absolut religionsfreien Rahmen erfolgen. Erst dann hat man den tatsächlich erforderlichen Abstand. Das ist zumindest meine Überzeugung.

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Heidewolf
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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#34 Beitrag von Heidewolf » 21.02.2020, 19:56

Ich wünsche euch allen einen schönen Abend.
Allerdings hat dieser Beitrag über die Aufarbeitung der NAK in der DDR bei mir zu einer Haarsträubung geführt.
Ich habe den Vortrag von Prof Törner 2x gehört und auch das Buch von ihm punktuell gelesen. Es ist natürlich sehr umfangreich und meiner Meinung nach ganz gut geschrieben. Wobei Prof Törner schon weitgehend auf Bewertungen verzichtet hat.

Der Gebietspräsident Nadolny versucht meiner Meinung nach, die aktuelle Stimmungslage in den neuen Bundesländern für seine Zwecke zu instrumentalisieren. (der böse, böse Westen) Schon ganz schön clever.

Bei den in dem Buch aufgeführten Fakten und Erlebnisberichten geht es ja zum einen um die schwierigen Verhältnisse in der damaligen DDR. Dass sich dabei Apostel der DDR durch Wohlverhalten gegenüber den Behörden gewisse Freiheiten und Vorteile (Reisen in den Westen, Kaffee, Bananen usw) genehmigt haben, mag ich ja noch mit einem Schmunzeln hinnehmen. Ja man hat sich wie vielerorts damals mit dem Regime, dem Mangel arrangiert.

Aber wirklich schmerzlich ist doch, und geradezu unchristlich, dass von höheren Amtsträgern Geschwister an die Stasi ausgeliefert wurden, und dieses auch bis hinunter auf Gemeindeebene geschehen ist.
Das ist zum Einen der Grundhaltung der NAK geschuldet, dass, wer nicht Linientreu ist, bestraft werden muss. Und zum Anderen der Haltung, für sich selber Vorteile zu erlangen oder Strafen zu entgehen.

Und ein Muster ist auch mindestens seit JGB zu erkennen, wenn es um Macht geht, werden Skrupel und Tugenden über Bord geworfen.
Und die Aufarbeitung in einigermassen objektiver Form wird auch auf den Skt. Nimmerleinstag verschoben, weil daran von der KL überhaupt kein Interesse besteht. Stattdessen kommt evtl. irgendwann ein weichgespültes Pamphlet.
Und kommt irgendwann auch mal eine Entschuldigung????

Da kann man den Bruder Nadolny nur fragen, haben Sie ein Gewissen, ein christliches Gewissen??
Das sind die Weisen,
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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#35 Beitrag von fridolin » 21.02.2020, 20:44

Ich habe den Vortrag von Prof Törner, Bezirks Ält. i.R. im Link auch angehört
Der muss ziemlich verärgert über die NAK gewesen sein, sonst hätte er in dem Vortrag bestimmt nicht sinngemäss erläutert, das bei ihm einiges am Apostelamt kaputtgegangen ist. :D
ca. 8 Min.

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Heidewolf
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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#36 Beitrag von Heidewolf » 21.02.2020, 21:18

Ja, da war Prof Törner schon ein wenig 'angefressen', zumal ja auch noch sein Vortrag im Süden gecancelt wurde.

Aber ein Jahr zuvor in Brockhagen stellte er sein Buch (damals wohl noch nicht erschienen) vor und hoffte auf Wohlwollen der Kirche. Da sagte er auch, dass er etliche Dinge recht vorsichtig formuliert hat. Auch war damals schon bekannt, dass er von der NAK-Ost kaum Unterstützung bekam und vieles seltsamerweise verschwunden (evtl. geschreddert) war. Kennt man ja aus den letzten Tagen der Stasi. Aber er konnte auch Einsicht in die Stasi-Unterlagen der Behörde nehmen, so dass etliches belegbar ist.
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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#37 Beitrag von WernerTewes » 22.02.2020, 09:51

eine ehrenwerte Gesellschaft eben... 😎

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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#38 Beitrag von fridolin » 22.02.2020, 11:03

Die Zeiten von wir schweigen und gehen unseren Weg weiter, hat mal funktioniert.
Die Sprüche vom ewiglichem aussitzen und abwarten, sind für unsere Zeitära nicht mehr der geeignete Weg. :D

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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#39 Beitrag von fridolin » 23.02.2020, 17:28

https://kirchenreform.jimdofree.com/onl ... ien/#TeilB
Auf der Webseite von Rudolf J. Stiegelmeyr wurde der Artikel Nr. 3.4.1 aktualisiert.
Interessantes Thema, passend zu diesem Thread. :D

https://www.naktalk.de/nak-krieg-als-bildungsmittel/
Auch die Webseite naktalk hat reagiert und hat einen neuen Artikel ins Netz gestellt.
Er beschäftigt sich mit Vergangenheit aus dem 1. Weltkrieg und was die Kirchenführung der NAK damals dazu von sich gab. Es ist schon sehr erschreckend, sowas zu lesen, finde ich. :D

Ist schon erstaunlich was da alles aus der Versenkung ausgegraben und ans Tageslicht kommt und uns präsentiert wird. :D

Diese Gedankenwelt der damaligen Apostel des Herrn, über den 1. Weltkrieg ist für unsere heutige NAK Generation schon sehr befremdlich, finde ich. :D
Die Geschichte der NAK sollte neu geschrieben werden :D

Dringend muss eine schnellste Aufarbeitung voran getrieben werden. :D

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Heidewolf
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Re: NAK Süddeutschland untersagt Vorträge zur Aufarbeitung ihrer Geschichte

#40 Beitrag von Heidewolf » 24.02.2020, 08:32

Ja, die Verirrungen sind in der NAK schon groß. Und dauern leider punktuell, wie man in Süd und Ost sieht, in den höheren Kreisen immer noch an.

Dahinter steht eben diese immer wieder neu angefachte menschliche Bunkermentalität. In unserer Nachkriegszeit haben viele Glaubensgeschwister das ja hautnah miterlebt. Der Kampf um die Botschaft von JGB ist da ja ein ganz schlimmes Kapitel.
Kampf, Kampf und immer wieder Kampf. Damit hat man Mitglieder generiert.
Das ist so furchtbar, was da so in die Köpfe eingehämmert wurde. Neudeutsch nennt man das ja auch Gehirnwäsche.
Inzwischen ist der NAK ja der Feind abhandengekommen, jedenfalls der in der christlichen Gemeinschaft. Nun ist neues Denken gefordert. Leider wenden sich nun Teile der Führung gegen die aufgewachten Mitglieder.

Und es hat den Eindruck, dass da bei vielen der treuen 'Alten' Nachfolger das Evangelium Jesu auf der Strecke geblieben ist.

Dabei gab es durchaus schon zu Fehrs Zeiten eben diese Versuche, mit der NAK-Vergangenheit aufzuräumen. Da brauchte es gar nicht so viel Auifwand und Verschleierungstaktik.
http://www.nak.org/nc/de/news/berichte-aus-aller-welt/article/12932/?sword_list%5B0%5D=reform

http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/Vortrag_Alte_und_Neue_Zeit.pdf
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

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