Die couragierte Jugend aus Schöneberg

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greg
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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#21 Beitrag von greg » 20.11.2018, 06:42

Hatikwa hat geschrieben:
19.11.2018, 23:45
ich verstehe jeden Satz den du schreibst --- und zudem, was noch dahinter steckt.
Aber ich verstehe nicht, warum, und was es ist, um sich an der NAKI noch anzuklammern.
Sie hat sich doch als gewaltiges Lügengebäude längst selbst entlarvt.
Sich von der NAK zu lösen ist ein unglaublich schwieriges Unterfangen. Bei mir begann das vor Jahren und dauert bis heute an.
Nachdem man seine ganze Kindheit und Jugend in diesem Verein indoktriniert wurde, benötigt der Loslöseprozess Jahre...
Obwohl ich all diese Lügen kenne und die Wiedersprüche in der Predigt einfach nur lustig sind, ist ein Austritt nicht einfach.
Wenn dann noch die ganze Familie in diesem Apparat hängt, gestaltet sich eine Loslösung umso schwieriger.

Es ist fazinierend wie das Zwiedenk (Nach Geroge Orwell) in der NAK innig gelebt wird. Ein Vorsteher oder BAe kann im privatleben ein Mann mitten im Leben sein.
In einer Firma ist er Entscheidungsträger, progressiv, offen, aufgeschlossen. Er kann für Gleichberechtigung am Arbeitsplatz einstehen und für die Rechte von Minderheiten einstehen.
Er kann sogar regelmässig mit seinen Vorgesetzten in Konflikt treten, ihnen Wiedersprechen und sich für die untergebenen einsetzten.

Tritt dieser Mann dann durch die Türe der nächsten NAK Kirche ist es, als würde er sein Gehirn draussen lassen... Vielleicht ist dass dan das wirken des Heiligen Geistes?
Auf jedenfall tritt der dann an den Altar und predigt 180° das Gegenteil von dem was er im Allalltag vorlebt. Und er selber bemerkt diesen Wiederspruch nicht.
Gegenüber seinen "Vorangänger" legt dieser Mann dann Kadavergehorsam ein...

Genau so geht es nach mir den meisten NAK Mitgliedern. Sie blenden die Wiedersprüche und Lügen einfach aus, in dem Moment wo sie durch die Türe der NAK treten.
Und sind die Wiedersprüche erkannt, so dauert der Loslöseprozess dennoch eine lange Zeit...

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Bezirks-Elster
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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#22 Beitrag von Bezirks-Elster » 20.11.2018, 10:03

Hi greg, herzlich willkommen hier ... ;-)
Na, ich denke, dass dieser "Shift" bewusst gewählt wird. Die Welt Gottes ist "heilig", abgesondert, auf eine andere Stufe gehoben, wie das menschliche Treiben der "Welt". Die "Vorangänger" sind geistliche Führer, ein offener Konflikt mit ihnen kaum sinnvoll. Gemäß Jesu Vergleich "Ich bin der Weinstock, ihr die Reben". (Im normalen Leben sind Bosse Kapitalisten, hier sind sie im Grunde moralische Instanzen)
Sobald der Amtsträger oder das Kirchenvolk durch die Kirchentüre geht, erwartet es drin eine ganz andere Welt. Fokus auf Gott, Zusage des Heils, Barmherzigkeit, Dämpfung des "Ich"s, Tröstung, ....
Die "Abgabe des Gehirns" sehe ich gar nicht als nicht-nachverfolgbar an. Oder wie sind die biblischen Erzählungen von Moses Teilung des Meeres, Der Fischzug der Jünger oder Petrus´ Gang auf dem Meer Jesus entgegen zu bewerten?!?
"Liebe Geschwister, `im Natürlichen` gibt es den Bewehrungsstahl ....."
Co-Predigt zum Thema "Bewährung" in einer deutschen Landeshauptstadt im Jahr 2015

greg
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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#23 Beitrag von greg » 20.11.2018, 10:41

Hallo Bezirks-Elster

Danke ich lese hier schon länger mit, aber hatte bisher nie geschrieben.

Ich denke eben nicht, dass sich die betroffenen Personen bewusst sind, in welchem Wiederspruch sie leben. Ich sehe es als klassische Selbsttäuschung durch Realitätsverschiebung.
Wie anders kann es erklärt werden, dass die NAK nach 1960 weiter existierte? Grundsätzlich hat und wird sich daran in der NAK auch nie etwas ändern. Das System kann nicht geändert werden. Aber die Menschen. Die können zur Einsicht kommen und sich dem System verwehren. Zu einem grossen Teil ist das auch möglich wegen den Leuten hier im Forum. Leute die ein Interesse daran haben aufzuklären, zu informieren und Zeit und Energie dafür einzusetzten.

Ist man etwas auf Distanz, so tut es einem richtig weh zu sehen wie die Basis ihre Zeit, ihr Geld und ihr Familienleben für diese Institution opfert. Eigentlich alles gute Menschen die alles geben und so wenig zurückbekommen. Alles im Glauben auf einen ewigen Lohn.

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Bezirks-Elster
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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#24 Beitrag von Bezirks-Elster » 20.11.2018, 12:48

Meiner Meinung nach haben die oberen Chargen (also StAP bis so Bischof, BÄ...) einen klaren Blick und wägen ihre Entscheidungen nachhaltig ab. Das würde auch die fehlende Aufklärungsarbeit nach 1960 erklären. Option a) Großer Knall, viele springen ab, Gesichtsverlust (siehste, Kuhlen hatte doch Recht), Option b) schnelle Nachbesetzung, wir wissen nicht was passiert ist, seht es als Prüfung an, haltet den Glauben fest, was auch kommen mag ...
Bis in die 1990er Jahre hinein hatte Option b) ja auch Erfolg.

Ich weiss nicht, ob die "Aufklärungsarbeit" der Fories hier eine spürbare Auswirkung auf die etablierte NAK-Peergroup hat? Ich denke nicht.
Ich denke auch, dass die praktizierenden NAKis ne ganze Menge vom System zurückbekommen. Umsorgt sein, ein Geländer haben, ein Ziel, eine Heilszusage, den ewigen Lohn. Das finde ich ne ganze Menge für 10% Einsatz (der ja nicht direkt überprüft wird). Wenn das alles so schlecht wäre, hätten ja mit der Französischen Revolution und Ausbreitung des Sozialismus und Kommunismus auf ein Drittel der Erdoberfläche rosige Zeiten anbrechen müssen. Aber da liefen die Guillotinen auf Hochtouren und die Gulags waren auch überbesetzt. Hohe ethisch-moralische Werte durch Atheismus ?? - bitte überzeugt mich.
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Heidewolf
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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#25 Beitrag von Heidewolf » 20.11.2018, 13:12

Lieber Heinrich,
der Kadavergehorsam ist aber die Wurzel allen Übels.
Nicht nur, das geistliche Impulse von unten (unterer Ebenen) im Keim erstickt werden.
Nein, dass Schlimme ist, dass alles was entschieden wird, von der Ahnungslosigkeit der KL abhängt.
Da wird munter, scheinbar ohne Gewissen, gelogen und zum Lügen aufgefordert. Da werden Grundsätze des Evangeliums missachtet.
Beispiele: Dankbarkeit. Da wird in Gottesdiensten die Dankbarkeit gelobt. Und. Was macht die KL? Wenn jemand sein Amt zurück gibt. Gibt es da Dank für die geleistete Arbeit. Nix da. Da wird man automatisch stigmatisiert. Selber erlebt.
Nur die Gehorsamen bekommen einen Blumenstrauss.
Ich sprach neulich mit einem Bruder aus deiner süddeutschen Gebietskirche. Der hat es gerade noch so geschafft, aus gesundheiltlichen Gründen in den Ruhestand zu schaffen. Das Thema Seelsorgebesuch wurde dort oftmals in Fragen thematisiert. Von den Führungskräften gab es nichts oder nur ausweichende Antworten. Da ist ziemlich viel geistige LEERE vorhanden. Hauptsache Opfer stimmt, zählbare GD-Besuche und aktive Mitarbeit in Chor und beim Putzen. Das reicht, um im Himmel mit Harfe und Gesang empfangen zu werden.
Der übliche Sprech der Gebietspräsidenten sieht denn auch so aus, als ob sie frisch von der Managerschulung gekommen sind. Da ist dann von Kennzahlen, Kosten pro GD-Besucher, Wirtschaftlichkeit der Gemeinde und Erhöhung der jährlichen Rücklagen die Rede. Und die ehrenamtlichen MA sind dann ja auch noch Wegwerf-Kugelschreiber(Bap Nadolny) und Sklaven(Stammapostel Schneider).

Bei dieser Kirche ist nicht nur geschichtliche Aufarbeitung notwendig. Sondern auch eine große Reformation in Sachen Evangelium.
So schöne Worte wie Vertrauen und Wahrheitsliebe entwickeln sich aber in der KL immer mehr zu unliebsamen Einwänden von Kritikern.
Und da wären wir wieder beim Kadavergehorsam. Diese Kirche will gar keine Seelsorger. Willige Helfer und Vollstrecker werden gefördert. Die können sich dann ja immer noch auf den Befehlsnotstand berufen.

Kennen wir ja irgendwoher, nicht wahr?
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Heinrich
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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#26 Beitrag von Heinrich » 20.11.2018, 13:51

Hallo Heidewolf.

„Meine“ süddeutsche Gebietskirche ist das nicht. Nur durch die Liebe zu meiner Ehefrau hat es mich vor vielen Jahren nach Süddeutschland gezogen. Und so beschäftigt mich das Gebaren der hiesigen NAK nach wie vor.

Ich gebe Ihnen absolut Recht, hier (und auch anderswo in der NAK?) ist mehr als ziemlich viel geistige LEERE vorhanden.

Ihre Aussage: „Hauptsache Opfer stimmt, zählbare GD-Besuche und aktive Mitarbeit in Chor und beim Putzen.“

Schöner kann man es nicht sagen :!:

Und die Kennzahlen, Kosten pro GD-Besucher, Wirtschaftlichkeit der Gemeinde und Erhöhung der jährlichen Rücklagen sind doch nun mal extrem wichtig für eine Immobilienfirma nebst angeschlossener „Kirche“ – oder :?:

Gruss in die Runde,
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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#27 Beitrag von Heidewolf » 20.11.2018, 17:43

Doch, hier in der Heide hat es eben angefangen zu schnein.
17 Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden (1.Kor. 15)

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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#28 Beitrag von hans » 21.11.2018, 09:08

Durch erfolgte Ordinationen am 18.11.2018, wird die couragierte Jugend in Berlin - Schöneberg ruhig gestellt.

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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#29 Beitrag von Bezirks-Elster » 21.11.2018, 11:37

hi hans,
"ruhig stellen" klingt pejorativ. Wir sollten es eher so nennen: Der Zweifelsgeist konnte überwunden werden. Den Anläufen des Bösen konnte sich entgegengestellt werden. Aus der Kraft des Geistes erscheint das Ziel des Glaubens nun wieder klar so fällt die Nachfolge wieder leicht. ... oder ähnlich ....

Erzähl mal, du scheinst etwas Einblick dort zu haben .... :wink:
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Re: Die couragierte Jugend aus Schöneberg

#30 Beitrag von Heinrich » 21.11.2018, 15:01

@Bezirkselster

Pejorativ, ein für mich neues Wort, bedeutet aber wohl „abwertend, eine negative Bedeutung besitzend“ laut Wikipedia – oder?

Und der andere Teil Ihres Beitrags ist für mich bitterböse, aber sehr ehrliche Satire, z.B. „Der Zweifelsgeist konnte überwunden werden. Den Anläufen des Bösen konnte sich entgegengestellt werden. Aus der Kraft des Geistes erscheint das Ziel des Glaubens nun wieder klar so fällt die Nachfolge wieder leicht. ... oder ähnlich ....“

Toller Beitrag, Gruß aus dem Süden,
Heinrich

P.S. Ich traf heute nach sehr langer Zeit mal wieder einen mir sehr lieben Menschen. Sein Kommentar zu all den Dingen: Es wird im Augenblick über alles gschempft ond bruddlet. Oh, s’isch nemme schee uff dera Welt.
Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.
(Bert Brecht)

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