Apostolat - der Kompass der NAK

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Martha
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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#31 Beitrag von Martha » 24.01.2017, 08:41

Hallo!

Immerhin hat der St.Apostel eine Vision - 10 bis 15 Jahre und da liegt er meines Erachtens gar nicht so falsch.

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Heidewolf
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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#32 Beitrag von Heidewolf » 24.01.2017, 08:45

Wenn man den Schneider hier hört, muss man - ob man will oder nicht - Hitler recht geben:
„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag. Sowie man diesen Grundsatz opfert und vielseitig werden will, wird man die Wirkung zum Zerflattern bringen, da die Menge den gebotenen Stoff weder zu verdauen noch zu behalten vermag.“
Referenz: http://beruhmte-zitate.de/autoren/adolf ... /?q=128454
Wie mir scheint, haben da inzwischen alle totalitären Systeme dieses verinnerlicht. Und auch so mancher 'demokratische' Politiker.

Wesentliches hervorzuheben, ist ja durchaus üblich in Werbung und Präsentationen. Mit Objektivismus hat das weniger zu tun. Es ist ein Machtinstrument.
Das sind die Weisen,
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Die bei dem Irrtum verharren,
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Heidewolf
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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#33 Beitrag von Heidewolf » 24.01.2017, 08:55

Scheinbar gibt es zwischen Apostolat, welches sich zunehmend selber predigt, und der Jesulehre eine immer größer werdende Kluft.

Kurz und prägnant ist die Jesulehre folgendes:

Mat 22, 37 Jesus aber sprach zu ihm: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt« (5. Mose 6,5).
38 Dies ist das höchste und erste Gebot.
39 Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (3. Mose 19,18).
40 In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten.
Das sind die Weisen,
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Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#34 Beitrag von fridolin » 24.01.2017, 11:08

Schneider ist 1959 geboren. Mit 65 geht er in den Ruhestand. Bis dato muss er für immerfort für Versionen sorgen. Die NAK lebte in der Vergangenheit von Versionen, die sich trotz gläubiges aufschauen nicht erfüllten. Sie lebt von neuen glorreichen Versionen für die Gegenwart und Zukunft.
Die NAK Klientel erwartet von dem jeweiligen Stammapostel Versionen in Bezug auf zurückliegendes und auf eine nahe glorreiche Zukunft für NAKLer, die nicht mehr lange auf sich warten lässt. Er ist angehalten die Erwartungsforderungen zu befriedigen, sonst fliegt ihm der Laden vorzeitig um die Ohren. :D

detlef.streich
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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#35 Beitrag von detlef.streich » 24.01.2017, 16:41

R/S hat geschrieben:
Stap Schneider zur Ordination von Apostel Jeannot Leibfried:
Insofern ist der Erkenntnis zuzustimmen, dass folgende drei Dinge vom Grund ihrer Art her wohl unvereinbar sind: Intelligenz, Ehrlichkeit und neuapostolisch.
Ist man intelligent und neuapostolisch, ist man zumindest nicht ehrlich.
Ist man ehrlich und neuapostolisch, kann man nicht intelligent sind.
Ist man aber ehrlich und intelligent, kann man unmöglich neuapostolisch sein ...;-))))
Treffender und kürzer lässt sich das Dilemma kaum formulieren. Und die Visionen der NAK sind so eng mir ihrem kollektiven religiösen Wahn verknüft, dass eine Trennung oder nur Abschwächung dem System den Todesstoß geben würde. Insofern müssen alle Segensträger, will sagen Systemvertreter, will sagen Systemagenten den Schutz des Systems den Interessen des Einzelnen vorziehen. Wie in einem Ameisenstaat gilt das Individuum nämlich nichts, nur der Erhalt des Systems ist bedeutsam. Insofern hatte Rupert Lay völlig Recht als er sagte:"Jeder Systemagent ist Faschist!" Schneider und Konsorten sind (relativ) intelligent und neuapostolisch. Wären sie zudem ehrlich, könnten sie ihren Job nicht machen und nicht so immens viel Geld verdienen mit sonntäglichen Bauchreden, die sie nicht einmal vorbereiten müssen ...

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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#36 Beitrag von R/S » 24.01.2017, 17:21

Noch ein Hinweis in Weiterführung von Detlef Streichs Gedankenansatz:

Der Begriff "ehrlich" im Zusammenhang mit meinem oben geschriebenen 'Dreisatz' der klassischen Logik sollte noch etwas näher erläutert werden. Er findet sich oben im Kontext von Religion bzw. religiösen Lehren (Glaubenslehren). Deshalb meint "ehrlich" hier so viel wie aufrichtige Annahme oder Übernahme einer Sache, in dem Fall die jeweiligen religiösen Glaubenssätze.
Wenn also die erste Aussage lautet: [intelligent + neuapostolisch ≠ ehrlich], dann will das heißen:
Wer ehrlich gegenüber sich selbst und seinem Glauben ist, der muss – will Glauben Sinn machen – vollumfänglich hinter dem Glauben seiner gewählten Kirchen oder Konfession/Religion stehen. Ein halber Glaube oder Teil- bzw. Rosinenglaube, wie das heute freilich üblich ist, ist im Grunde nicht möglich. D.h., nur wer vollumfänglich neuapostolisch glaubt, ist seiner Kirche und seinem Glauben gegenüber ehrlich. Diese Ehrlichkeit oder Aufrichtigkeit, vielleicht sogar Wahrhaftigkeit ist hier gemeint.
Insofern stimmt dann auch die Logik vom ausgeschlossenen Dritten, weil die vollumfängliche Akzeptanz neuapostolischen Glaubens und die ehrliche Identifikation mit demselben nicht kompatibel ist mit Vernunft und vernünftigem Denken, mithin also auch mit Intelligenz.
Klar ist, wie erwähnt, freilich auch, dass es heute in den allermeisten Fällen an dieser genannten Ehrlichkeit hapert. Viele der heutigen (vor allem jugendlichen) Neuapostolischen sind heute keine 100-prozentig systemgetreuen Mitglieder mehr. So picken sich aus dem Glaubenskuchen und auch den sonstigen Angeboten der Kirche raus, was ihnen ins Konzept passt (daher Rosinenpicker) und lassen das andere außen vor bzw. glauben teilweise sogar, dass das Negative in der NAK überhaupt nicht mehr vorhanden wäre, weil sie es ja selbst nicht machten. So kann man dann tatsächlich sogar neuapostolische und intelligent sein, ohne Gewissensbisse zu bekommen – aber mit Glaubensehrlichkeit hat das nichts zu tun.
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich…; und irgendwann – wenn sich die Wahrheit nicht mehr leugnen lässt – imitieren sie dich. (In Anlehnung an M. Gandhi)

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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#37 Beitrag von detlef.streich » 24.01.2017, 23:10

Wer sich mit dem hier und jetzt erneut andiskutierten Thema näher beschäftigen möchte sei auf die folgende Arbeit verwiesen:

http://nak-aussteiger2010.beepworld.de/ ... gungen.doc

Zitat daraus:

I.3. „System“ und Erziehung

„Ich habe schon oft gesagt, seht euch die kleinen Kinder an, das Böse braucht man ihnen nicht beizubringen, der eigene Wille braucht ihnen nicht beigebracht zu werden. Wie schwer ist es aber, diesen eigenen Willen auszurotten und einen unbedingten Gehorsam in das Herz zu pflanzen.“ Predigt Apostel Hartmann am 5.2.1933 in Herne (Originalmitschrift)

Den Kindern und Eltern als bereits zweite oder dritte neuapostolische Generation im Nachkriegsdeutschland bot sich unter solchen Bedingungen kaum oder gar nicht die Möglichkeit, sich diesem Einfluss und der daraus resultierenden lebensfeindlichen Prägung zu entziehen. „Sie unterwerfen sich einfach nur, und dadurch gewinnen sie paradoxerweise zwar zunächst an innerer Stabilität, gleichzeitig verspielen sie aber die Möglichkeit einer freien autonomen Entwicklung und unterliegen schließlich auch der autodestruktiven Dynamik des Zwangs.“ Hier kommt es zu einem starken Zusammenwirken von Eltern, Erziehung und System. Das „System“ beansprucht in der Erziehung eine bevorzugte Mittelstellung zwischen Kind und Eltern und vermittelt den Charakter einer großen Familie, das natürliche ´In-Beziehung-Sein` zu den biologischen Eltern wird eingeschränkt und die geistlichen Führer prägen das ´Ich-Ideal` (nach C.R.Rodgers) so stark, dass die elterlichen und/oder eigenen Normen z.T. aufgehoben und durch die systemischen Vorgaben ersetzt werden.
Methoden dieser Art sind als eine besondere Art des sozialen Lernens anzusehen. Das Aufwachsen in so beeinflussten Gruppen und die damit verbundene Internalisierung ist demzufolge eine von Kindheit an begrenzte Möglichkeit der Sozialisation, weil sie immer orientiert und beengt ist vom Muster des in der Gruppe bestehenden Geflechtes aus Glauben, Wert- und Moralvorstellungen, Verehrungen einer Idee oder Person(en) mit dem Ziel, systematisch den Zustand einer dauerhaft psychischen Abhängigkeit zu erzeugen. Der von den Mitgliedern oft argumentierte scheinbare Wert der in der Gruppe zu erfahrenden Geborgenheit und stabilisierenden Orientierungsmöglichkeit gegenüber den möglichen Gefahren altersgemäßer peer-groups einschließlich drohender Säkularisierung steht den manipulativen Beeinflussungen mit ihren psychischen Schädigungen keinesfalls angemessen zur Güterabwägung gegenüber, weil die Beeinträchtigungen in der seelischen Entwicklung zu einem ´zwangsneurotischen Erleben` führen und sich zu einer annähernd ´unkorrigierbaren Grundeinstellung dem Dasein insgesamt gegenüber verfestigen.

Während zu Beginn noch die persönlichen intrapsychischen Bedürfnisse der Gründer konstitutiv waren, und auf der Basis ihrer Introjekte sich eine Institution bildete, die auch im Weiteren von den Projektionen ihrer Mitglieder gestützt wurde, fand in den Folgegenerationen genau der umgekehrte Prozess statt. Das „Werk“, die Bewegung und ihre Ideen samt Denk-, Gefühls- und Handlungsmustern musste von den Kindern internalisiert werden, damit sich überhaupt ein vor der Gemeinschaft und den Eltern (Delegation) gültiges und anerkanntes „ICH“ bilden konnte. Alle entstehenden eigenen intrapsychischen Bedürfnisse mussten, damit man sie sich selbst erlauben und leben konnte, an dem extrapsychisch gegebenen System „NAK“ ausgerichtet und von daher begrenzt werden.


Fakt bleibt: Die heutigen Apostel der NAK machen sich innerhalb des Systems "NAK" selbst zum Kompass der Kirche Christi, indem sie ausschließlich und gnadenlos ohne Kenntnis von allen tatsächlich möglichen Himmelsrichtungen oder in deren Ignoranz ausschließlich und gnadenlos nur auf sich selbst verweisen als den einzig exklusiven Weg des Heils.

Und das ist und bleibt typisch Sekte!

R/S
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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#38 Beitrag von R/S » 25.01.2017, 07:52

Während zu Beginn noch die persönlichen intrapsychischen Bedürfnisse der Gründer konstitutiv waren, und auf der Basis ihrer Introjekte sich eine Institution bildete, die auch im Weiteren von den Projektionen ihrer Mitglieder gestützt wurde, fand in den Folgegenerationen genau der umgekehrte Prozess statt. Das „Werk“, die Bewegung und ihre Ideen samt Denk-, Gefühls- und Handlungsmustern musste von den Kindern internalisiert werden, damit sich überhaupt ein vor der Gemeinschaft und den Eltern (Delegation) gültiges und anerkanntes „ICH“ bilden konnte. Alle entstehenden eigenen intrapsychischen Bedürfnisse mussten, damit man sie sich selbst erlauben und leben konnte, an dem extrapsychisch gegebenen System „NAK“ ausgerichtet und von daher begrenzt werden.

Und jetzt machen wir den nächsten Schritt:
Das so konditionierte Fußvolk, aus dem sich ja die Folgegenerationen der Systemagenten rekrutieren, prägt nun wieder rückwirkend das System, wodurch das System immer "enger geschnürt" wird, weil mit jedem Zyklus "Systemprägung der Mitglieder und rückwirkende Weiterprägung des Systems" sowohl das System als auch seine Mitglieder immer "abgerundeter" werden, was kritische Stellen (Zweifel, Widersprüche, Ungereimtheiten usw.) betrifft. Es findet mit anderen Worten eine stetige Höherpotenzierung der in der Lehre von Anfang an eingebetteten Zwangsmuster statt. Mit der systemischen Verfeinerung der krankhaften Strukturen (es gibt sicherlich auch gesunde, aber auch diese leiden unter den kranken) wird das System selber für den Einzelnen immer undurchschaubarer und unumkehrbarer - bis es sich schließlich verselbstständigt (so geschehen im Zuge der Botschaft samt ihren Aus- und Nachwirkungen). Goethe hat diesen Zustand in die bekannten Worte des Zauberlehrlings gekleidet: Die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los ...
Was in der Intraperspektive zumindest anfänglich als innerer Reinigungs- und Weiterentwicklungsprozess wahrgenommen wird, ist im Grunde also ein systemischer Betonierungsprozess, der Umkehr oder Reform und damit verbunden kritisches und freies Denken einmal unmöglich machen wird.
Gerade das Botschaftsphänomen zeigte dies auf nachdrückliche Weise. Und es zeigt auch, dass es sich dabei nicht länger um eine rein quantitative systemische Potenzierung (im Sinne einer Verbreitung durch Weitergabe) handelte, sondern um eine qualitative systemische Potenzierung, deren Verselbstständigung darin gipfelte, dass in manchen Gemeinden die Gläubigen während der Predigt scheinbar systemuntreuer Funktionäre skandierten: Wir wollen die Botschaft hör'n, wir wollen die Botschaft hör'n!!! Auf dem Höhepunkt der Botschaft drohte das Ganze aus dem Ruder zu laufen.
Der Religionswissenschaftler Kurt Hutten hatte nur allzu recht, wenn er darauf verwies, dass es im Grunde die Mitglieder der Kirche waren, die solch einen rigiden Kurs und derartig dogmatische Führer wünschten. Denn mit der zunehmenden Verherrlichung der Führer verstärkte sich automatisch auch die Garantiefähigkeit ihrer Visionen bzw. visionären Glaubenslehren. Dies zeigt, wie sehr sich das System als Konglomerat von Führern und Verführten wechselseitig bedingte und gegenseitig hochschaukelte.
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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#39 Beitrag von Boris » 25.01.2017, 13:56

Könnte man zusammenfassend sagen:
Das mit der Krone der Schöpfung hat sich erledigt, wenn man im System NAK aktiv eingebunden ist?
Der Wert des Individuums ist ja schließlich auf die Stufe von Insekten etc. gefallen.

Ich möchte die Ausführungen auf jeden Fall bestätigen. Es war immer eine Besonderheit, wenn ein aktives Mitglied der NAK plötzlich anfing, nicht mehr im System zu funktionieren (beispielsweise sein Amt niederlegte und nur noch in der Kirchenbank saß). Dieses Unvermögen des Systems, mit dem Individuum umzugehen war immer wieder so auffällig. Der Beispiel-Examtsträger ist so in jedem Fall in die Trennung gerutscht. Natürlich gilt das für alle Nicht-Amtstragenden auch.

So oft wurden dann die Gaben des Einzelnen stark vermisst.

LG Boris
Wenn ich mich selbst wirklich kenne, kenne ich auch meine Mitmenschen. Wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch andere lieben.

detlef.streich
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Re: Apostolat - der Kompass der NAK

#40 Beitrag von detlef.streich » 25.01.2017, 17:37

Rudi schrieb: Mit der systemischen Verfeinerung der krankhaften Strukturen (es gibt sicherlich auch gesunde, aber auch diese leiden unter den kranken) wird das System selber für den Einzelnen immer undurchschaubarer und unumkehrbarer - bis es sich schließlich verselbstständigt (so geschehen im Zuge der Botschaft samt ihren Aus- und Nachwirkungen). Goethe hat diesen Zustand in die bekannten Worte des Zauberlehrlings gekleidet: Die Geister, die ich rief, die werd ich nun nicht los ...

Zuvor kam der Notruf des Lehrlings: „Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!“ und die Erlösung: „Herr und Meister! hör mich rufen! - Ach, da kommt der Meister!“ Was in der (konstruierten) Ballade wunderbar funktioniert, geht im System der NAK aber nicht. Die vermutlich vielfach als Gebet formulierten „Herr und Meister-Rufe“ gegen die internen Missstände verhallen von irgendwelchen hohen Mächten ungehört bzw. unerhört. Und das System NAK selber ist ein gnadenlos eiskaltes Monster, das mit absolut nichts zu beeindrucken ist, genauso wie auch seine Systemvertreter.

Das folgende Zitat von 1933 könnte als Maxime auch heute gepredigt werden, weil es für die NAK konstitutiv ist: „In dem Kampfe um sich selbst muss man sterben am eigenen Ich. Man muss vom eigenen Wesen los werden. ...Schon im Natürlichen hat man, dass unter den Kämpfern auch solche sind, die den Führern gegenüber ungehorsam sind und ihren eigenen Willen durchsetzen, das eigene Ich und den eigenen Sinn wollen.
Eine große Sünde ist, und das wiederhole ich noch einmal, der Ungehorsam wider das Walten und Tun der Apostel. Dafür haben wir Beweise. Sind wir gehorsam, dann tritt das vierte Gebot in seiner Verheißung in Erscheinung wie bei den natürlichen Kindern: Es soll euch wohlgehen, solange ihr lebt, und wir wollen doch ewig leben.“
1932 Predigt Apostel Schüring (Originalmitschrift)

Ist man das eigene Wesen erst einmal los, passt man prima ins Gefüge, das aber heute an allen Ecken und Kanten knirscht. Zur Zeit geht es zwar kaum mehr um die alten Verbote wie noch in den 70er und 80er Jahren (Kino, Theater, Konzerte, Fernsehen, Sportvereine, Mode, Haare und Bart, Romane), dafür aber umso mehr um den Gehorsam, die Nachfolge und natürlich das Geldopfer. Aber anderen, eigentlich vermeidbaren Kleinkram, gibt es reichlich. Wurde man früher wegen weißer Socken (am Altar getragen) aus dem Amt entsorgt, kann das heute eben der Besuch einer Ökumeneveranstaltung sein, wenn parallel der Bez-Ap predigt. Die Wechselwirkung zwischen Predigtinhalten, Anordnungen und Beschlüssen spiegelt damit nicht mehr vollgültig die Bedürfnisse der Hörer, die ohnehin gespalten sind in die eher traditionell orthodoxen Mitglieder und die aufgeschlosseneren, nach Ökumene und Öffnung strebenden Leute. Dazwischen ist eine graue Masse von Schafen, die eigentlich nur noch aus Gewöhnung hingehen, weil sie sonst nichts anderes vorhaben und dabei ihre vermeintlichen Sozialkontakte pflegen können. Der beständig auf sich selbst weisende Apostelkompass wird sie dabei sicher auf ihrem Heimgang begleiten mit Worten wie diesem hier, das ich als letztes noch selber im GD mit Stap Fehr gehört hatte. Danach war endgültig Schluss:

Copredigt Bezirksapostel Saur Pfingsten 2001, (Originalmitschrift):
„Wir sind Wiedergeborene aus Wasser und dem Heiligen Geist. Die Wiedergeburt wird uns dann auch so groß, wenn wir daran denken, dass es auf dieser Erde nicht nur Wiedergeborene gibt, es gibt beispielsweise auch Fleischgeborene.
Im Moment kommt mir der Gedanke, liebe Geschwister, es gibt auch so viele Umsonstgeborene, Sie tun nichts für das ewige Leben und kommen dann einmal, viel zu spät, zu der Überzeugung und Einsicht: Umsonst geboren, umsonst gelebt.


Das Schlimme daran ist auch, dass gerade die Mitglieder der NAK eigentlich „umsonst gelebt“ haben werden, da sie nie zur Entfaltung ihres Menschseins gekommen sind, sondern nur den Vorgaben des Systems folgten! Und das ist wahrlich ein verpfuschtes Leben ...

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