NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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tergram

NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#1 Beitrag von tergram » 25.03.2015, 14:08

Das Magazin "religio" veröffentlichte eine Ausarbeitung von Olaf Wieland unter dem Titel "Vom Segen gemeinsamer Arbeit“ Neuapostolische Kirche (NAK) und das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der damaligen DDR

Auch auf das im Zeitverlauf in verschiedenen Foren immer wieder diskutierte Verhalten einzelner "Apostel" in der DDR und deren Tätigkeit als Spitzel der Stasi wird eingegangen. Das, was die Kritischen und Aussteiger lange Zeit mehr ahnten als wussten, ist nun Gewissheit: Seelsorger haben ihnen anvertraute Seelen aktiv und vorsätzlich an die diktatorische Staatsmacht ausgeliefert! Die Frage stellt sich, für wie viele Silberlinge die sogenanten "Apostel" ihren "Sender", Jesus Christus, verraten haben.

Dieser Teil des Textes hat mich erschüttert, aber nicht überrascht:
  • (Zitat) "Der Stammapostel der Neuapostolischen Kirche Jean-Luc Schneider reagierte nach längerer Zeit auf dieses Schreiben, indem er den Fragen auswich, den Sachverhalt verharmloste und darauf verwies, man befände sich noch im Stadium der Bemühungen in der Aufarbeitung der eigenen Geschichte. Ein nachfolgender Offener Brief des Gesprächskreises „Toleranz im Glauben“ Berlin/Hamburg mit erneuter Forderung nach einer konkreten Beantwortung von Fragen zur Thematik „NAK in der DDR“ vom 20.9.2013 blieb unbeantwortet." (Zitatende)
http://www.religio.de/dialog/114/bd31_s03.pdf

fridolin
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Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#2 Beitrag von fridolin » 25.03.2015, 17:07

Die DDR Vergangenheit hat das Werk Gottes eingeholt.
Wer hätte das für möglich gehalten. Scheint aber Tatsache zu sein. :mrgreen:

tergram

Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#3 Beitrag von tergram » 25.03.2015, 20:32

(Zitat) Trotz der perfekt anmutenden Anpassungsleistung der Neuapostolischen Kirche in der DDR bleibt ein starkes Unbehagen, denn selbst neuapostolische Glaubensgeschwister, welche mit dem damaligen DDR-Staat in Konflikt kamen, konnten auf kein Verständnis von ihrer Kirche hoffen:
„Aufgrund von Aussagen vom Hörensagen darf wohl davon ausgegangen werden, dass neuapostolische Christen von dem Ministerium für Staatssicherheit für eine Bespitzelung von Glaubensgeschwistern in den Gemeinden gewonnen wurden, darunter auch ehrenamtlich arbeitende Seelsorger. Glaubensgeschwister, die von den Behörden aufgrund eines durch Bespitzelung ermittelten Fehlverhaltens nach dortigem Recht (z.B. Fluchtversuch) zur Rechenschaft gezogen und mit Freiheitsstrafe belegt wurden, haben in der Haft schlimmste psychische und sexuelle Gewalt aushalten müssen.
Doch die Sanktionen durch die Gemeindeleitung nach Entlassung aus dem Gefängnis haben die Betroffenen als wesentlich
gravierender, belastender, traumatisierender erlebt. So wurden Betroffene beispielsweise von der Abendmahlfeier ausge-
schlossen und per Anordnung dazu gezwungen, erst nach Gottesdienstbeginn entweder auf der Empore oder in einem
abgeteilten Raum den Gottesdienst zu erleben und vor dem Ende das Kirchengebäude zu verlassen. Und das über Mo-
nate! Als kaum aushaltbar wurde das Schweigen, das Ausgegrenztwerden, das Nichtbeachtetwerden beschrieben.“ (Zitatende)

Herr, vergib ihnen nicht - denn sie wussten, was sie taten.

fridolin
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Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#4 Beitrag von fridolin » 26.03.2015, 13:58

Ehrliche Geschichtsaufarbeitung von Seiten der NAK ist dringend erforderlich. Immer mehr Baustellen öffnen sich.

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Heidewolf
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Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#5 Beitrag von Heidewolf » 26.03.2015, 15:45

Von der Kirchenleitung kann erwartet werden, die bisher belastbar bekannten Fakten zuzugeben und ganz klar um Entschuldigung zu bitten. Es ist hier sicherlich so mancher Seelenschmerz (neben den durch Denunziation entstandenen Schäden) entstanden. Um nicht das letzte Vertrauen zu verspielen ist das bitter notwendig.
Auch über Schadenersatz muss nachgedacht werden.
Nicht die Rückstellungen für Apostelpensionen sind wichtig, sondern erstmal Begleichung von Schuld.
Sicherlich ein schwieriges Thema. Aber vor dem Hintergrund des hohen Anspruchs, den die Apostel der NAK haben, eine Notwendigkeit.
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

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Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#6 Beitrag von Tom » 26.03.2015, 18:24

Thema DDR: Die Praxis sah sehr anders aus. Amtsträger, die die Ausreise beantragt haben, sind sofort suspendiert worden. Viele haben das eben aus diesem Grund verschwiegen und erst einen Tag vor der Ausreise das veröffentlicht. Es war in der DDR dem gemeinen Fußvolk nicht bekannt, dass die Stasi die Kirche unterwandert hat. Die Oberen wussten das sicherlich, aber warum sollte das das Volk erfahren. Aus einem Telefon-GD mit STAP Urwyler war bekannt geworden (selbst gehört) dass das NAK-Volk der DDR das gläubigste Volk unter den Deutschen ist. Das hat natürlich dazu geführt, dass ein Großteil der aktiven AT mit stark geschwellter Brust durch die Lande tourten. Sehr auffällig war dann, dass nach der Ruhesetzung des BAP Köhler (Leipzig) er seinen Altersruhesitz weit vor der Wende in Münchberg (nahe Hof - BRD) aufschlagen konnte.

Geändert hat sich nichts an der Politik der NAK! Mehr dazu?

fridolin
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Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#7 Beitrag von fridolin » 26.03.2015, 19:03

Ich gehe davon aus das die damaligen Amtsträger die das Sagen hatten sich heute allesamt im Ruhestand befinden oder verstorben sind. Meiner M. n. müssten allen Amtsträgern die damals in der DDR nachweisbar Schuld auf sich geladen im Nachhinein ihre Amtstitel weggenommen werden.
JLS hat doch Übung darin. Vertuschen, verleugnen ist, verharmlosen, die Vergangenheit ruhen lassen, wäre der falsche Weg.
Der verlinkte Bericht im Eingangsbeitrag wird mit Sicherheit in NAK Kreisen seine Runde machen und Spuren hinterlassen. Das Vertrauen in die NAK ist schon längst bei vielen nicht mehr vorhanden.
Jetzt kommt noch ein voller Breitseiten Hammerschlag dazu der bestimmt nicht geeignet ist verlorenes Vertrauen wieder herzustellen.
Wir müssten vom heutigen Stammapostel erwarten können das er irgendwie handelnd tätig wird. Nicht erst in 10 Jahren, sondern kurzfristig. Sonst fährt die NAK sich selbst vor Wand.

tergram

Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#8 Beitrag von tergram » 27.03.2015, 12:08

fridolin hat geschrieben:Meiner M. n. müssten allen Amtsträgern die damals in der DDR nachweisbar Schuld auf sich geladen im Nachhinein ihre Amtstitel weggenommen werden.
Zustimmung. Aber wir alle wissen doch, dass das nicht geschehen wird, hmmm...?
fridolin hat geschrieben:Wir müssten vom heutigen Stammapostel erwarten können das er irgendwie handelnd tätig wird. Nicht erst in 10 Jahren, sondern kurzfristig. Sonst fährt die NAK sich selbst vor Wand.
Ob Herr Schneider handelt oder nicht, ist letztlich egal. Die NAK in D fährt ohnehin "vor die Wand" und in 10 Jahren ist man der Wand schon wieder deutlich nähergekommen... Und in weiteren 10 Jahren ist das präfinale Ende der NAK hier erreicht. Schneider hin oder her.

Wen interessiert das alles? Welcher neuapostolische Christ fragt danach? Wer setzt sich intensiv mit der kruden Glaubenslehre auseinander, wer betrachtet kritisch Entstehung und Werdegang der NAK, wer setzt sich aktiv für finanzielle Transparenz und Mitbestimmung auf Gemeindeebene ein? Eine Handvoll. Wenn überhaupt. Und diese Handvoll lässt man so lange vor Gummiwände aus geschmeidigen Worten laufen, bis sie aufgibt und geht. Dann ist es wieder fein und lieblich in der Wohlfühlgemeinde. Der Blumenschmuck war schön, der Chor hat gut gesungen und der Kaffee danach war köstlich. Die belegen Brötchen sowieso. Singen, essen und Kaffee trinken sind irgendwie ein Glaubensziel geworden.

Oh seliger Sonntag.

Boris
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Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#9 Beitrag von Boris » 27.03.2015, 12:36

Danke liebe "tergram". Genau so sieht es aus.

LG Boris
Wenn ich mich selbst wirklich kenne, kenne ich auch meine Mitmenschen. Wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch andere lieben.

Tom
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Re: NAK und die Stasi (MfS) in der DDR

#10 Beitrag von Tom » 27.03.2015, 15:10

Den Titel wegnehmen? Der Geist ist auch in den Nachfolgern mächtig. Woher kommt denn die Arroganz, die in einigen Bereichen der Kirche erlebt wird. Beispiele werden doch genug geliefert.

Was mich immer wieder sehr wundert, dass hier die Wogen hoch schlagen. Zur Änderung ist aber niemand bereit. Ich gehe davon aus, dass es gebraucht wird, sich aufzuregen.

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