NAK: eine persönliche Reflexion eines neuen Fories ! zum zweiten Infoabend der NAKI in Uster

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
Nachricht
Autor
der reutlinger

#61 Beitrag von der reutlinger » 30.12.2007, 09:43

liebe lory,

ich kann und möchte nicht auf all die aspekte des themas eingehen,erläutern,usw.(dafür habe ich u.a. nicht das nötige wissen)
meine absicht ist es lediglich,den blick etwas zu öffnen auf alle,die an einem derartigen erziehungsprozeß und ergebnis beteiligt sind.

mel eben schrieb in einem anderen forum--habe den namen vergessen :lol: --
parallelen zur deutschen geschichte drängen sich geradezu auf.....

auch diese aspekte müssen berücksichtigung finden.

die sehnsucht nach einem führer,der die gesamtproblematik des lebens löst.
usw.
ich bin kein pädagoge,soziologe,psychologe,etc.
und kann deshalb das gesamte phänomen nicht umfassend erläutern.
ich kann dir nur sagen,daß in erzkonservativen kath.regionen ähnliche probleme erkennbar sind.deutlicher vergleichbar sind jedoch strenge pietistische gruppierungen,z.t. ganze regionen, innerhalb der ev.kirche .

dort gab- oder auch gibt-es zum teil identische themen.die verbote sind nahezu die selben,die erwartete mitarbeit,die anforderungen identisch.die strengen,konservativen eltern sind austauschbar.
posaunenchor,kirchenchor,jugendgruppe usw. und die eltern machen druck....heirate keine katholische etc...,kein fasching,usw.....
die probleme der kinder und jugendlichen mit ihrer kirche,eltern ,den werten sind ebenfalls nahezu identisch.der einzige unterschied ist der jeweilige eintrag im melderegister.

deshalb tue ich mich sehr schwer mit all den feststellungen,die der jeweiligen kl der nak,die alleinige verantwortung zuschieben.

für mich selbst geht es auch nicht darum,eine schuldfrage zu stellen und zu beantworten.
sehen muss ich,aus meiner sicht,welche herkunft und prägung habe ich.
komme ich damit klar oder nicht.sind die erziehungsmethoden und vermittelten werte meiner eltern für mich in ordnung oder nicht.
wenn nicht,gibt es handlungsbedarf.unter umständen auch behandlungsbedarf.
den selben blick muss ich auf die kirche richten,in welche ich hineingeboren wurde.auch da muss ich die selbe überprüfung durchführen.
wenn mir die werte und strukturen dieser kirche nicht entsprechen,gibt es handlungsbedarf.wenn mir die gesamte religiöse und familiäre prägung in meiner entwicklung geschadet hat,ergibt sich zwingend eine notwendigkeit zur veränderung.
und diese wege sind schwer,schmerzhaft,unter umständen kaum alleine zu bewältigen.
aber sie sind sicher notwendig,sie müssen gegangen werden.
denn die verantwortung für mein leben, meine wege, muss ich ab einem bestimmten zeitpunkt selbst übernehmen.
aber mein weg,der weg den ich für mich für richtig halte,der weg den ich gehen kann,der ist nicht zwangsläufig auch für andere richtig.
auch ein blick zurück im zorn auf eltern,verwandtschaft,kirchenleitung,etc
ist da nur bedingt hilfreich.
ich wünsche jedem,daß er an den punkt kommen kann,zu sagen,dies ist nun mein weg.bisher bin ich euren weg den ihr mit zugedacht hattet gegangen,nun aber gehe ich meinen weg.
und auf diesen wegen möge jeder die nähe gottes,seine hilfe und liebe erleben.

u.a. aus den angeführten punkten,ist es unerläßlich eine ganz persönliche
beziehung zu gott,zu unserem heiland jesus christus zu entwickeln.denn diese ist nicht an personen,an kirchliche strukturen und organisationen gebunden.diese beziehung kann innerhalb einer kirche,auch innerhalb der nak,gepflegt und bereichert werden.die sicherheit aus dieser beziehung kann mich aber auch auf dem weg z.b. aus der nak heraus begleiten.

aus dieser sicherheit heraus kann ich heute nicht sagen,ob mein weg immer innerhalb der nak verlaufen wird.aber zumindest heute habe ich die sicherheit zu sagen,ich werde ihn mit gott gehen.und dies ist für mich das entscheidende.
lg
der wanderer
zumindest mal zwischen den bundesländern
hessen und württemberg
mit derzeitiger station in reutlingen

tergram

#62 Beitrag von tergram » 30.12.2007, 11:25

Amen! Danke für diesen Beitrag.

contranak

#63 Beitrag von contranak » 30.12.2007, 11:29

Hallo, der reutlinger,
bravo, es hätte von mir nicht besser formuliert werden können, sehr schöne Worte und DANKE dafür !
Leider hast Du meine Begeisterung darüber im anderen thread mit Deiner Stellungnahme AT/USTER II 04.12.07 gleich wieder negiert...schade !
Lg

Benutzeravatar
tosamasi
Beiträge: 2157
Registriert: 24.11.2007, 15:56
Wohnort: tief unten

#64 Beitrag von tosamasi » 30.12.2007, 11:34

Was so einfach gestrickten Menschen wie mir immer bleibt, ist diese "Vaterbeziehung", auch wenn die Frage aufkommt, gibt es dich, Vater, und hörst du mich, oder spreche ich ins Leere. :oops:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

der reutlinger

#65 Beitrag von der reutlinger » 30.12.2007, 13:06

contranak hat geschrieben:Hallo, der reutlinger,
bravo, es hätte von mir nicht besser formuliert werden können, sehr schöne Worte und DANKE dafür !
Leider hast Du meine Begeisterung darüber im anderen thread mit Deiner Stellungnahme AT/USTER II 04.12.07 gleich wieder negiert...schade !
Lg
bitte dort nochmals nachlesen.hatte gedacht,dass meine smilies :roll: :wink:
als hinweis ausreichen.
ebenso die bitte mir hinweise auf göttliches wirken mitzuteilen....
habe noch keine erhalten(wundert mich nicht)
zudem habe ich mich schon an div.stellen zum 4.12. geäussert,so daß mir ein derartiges missverständnis ausgeschloßen schien.
aber laß dir den tag nicht durch mich verdriesen......
lg

Benutzeravatar
Loreley 61
Beiträge: 1023
Registriert: 26.10.2007, 17:28

#66 Beitrag von Loreley 61 » 30.12.2007, 13:55

Hallo Reutlinger,

ich gab dir ja bereits Recht, wenn ich schrieb, dass gewisse Dinge auch in anderen Kirchen und Gemeinschaften verboten waren. Nicht umsonst hat Tillmann Moser sein Buch "Gottesvergiftung" geschrieben. Aus meinem eigenen und persönlichen Erleben heraus, möchte ich aber behaupten, dass Verbote wie in der NAK, in den beiden Großkirchen nicht vorhanden waren. Nicht in der Ausprägung und Vielzahl. Sehr wohl aber bei den ZJ, Mormonen und anderen kleineren Gemeinschaften. Meine damaligen Klassenkameraden waren entweder katholisch oder evangelisch (Landeskirche) außer mir und noch ein oder zwei Islamgläubigen. Pietismus/Pietisten kenne ich aus meinem Umfeld nicht. Diese meine kath. u. ev. Klassenkameraden waren sehr wohl in Sportvereinen, Fassnachtsvereinen, Tanzkurs usw. Das war weder von Eltern noch ihrer jeweiligen Kirche verboten. Im Gegenteil. Gerade zur Fassnachtszeit tun sich bei uns (Fassnachtshochburg) die Großkirchen und ihre Vertreter ins Zeug legen (Fassnachtsgottesdienste usw.) Der kath. Pfarrer steht in der Bütt. Und wie könnte der Papst seinen Anhängern verbieten im Fußballverein Mitglied zu sein, wenn er es selbst war? (Johannes Paul war z.B. Mitglied bei Schalke04) Ergo kannte mein damaliges Umfeld solche Verbote wie wir sie hatten nicht. Keinem kath. oder ev. Kind wurde untersagt mit der Schule ins Theater zu fahren, sich zu verkleiden und, und, und. Laut NAK-Lehre aber fiel das sehr wohl unter Weltlust und Sünde. Sind jetzt nur meine persönlichen Erfahrungen und Eindrücke.

Trotzdem: Leider gab es schon immer und überall durch die Kirchen (Mehrzahl) religiösen Mißbrauch. Ganz zu schweigen von Geschehnissen im Mittelalter. Mir stellt sich daher die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist,
Kinder religiös zu erziehen? Was bringt Religion? Wäre die Welt friedlicher ohne jedwede Religion? Gab es nicht schon genug Krieg und Terror im Namen Gottes und der Religionen? (z.B. 11.September) Hätte ich heute nochmal kleine Kinder - wahrscheinlich würde ich sie aus leidvoller Erfahrung in einem humanistischen Weltbild erziehen wollen. Tendenz hin zum Agnostizismus. Ich sehe gerade unter den Fundis aller Religionen sehr viel Hass und Gewalt. Wenig Toleranz, wenig Nächstenliebe. Gerade dies sollte von bekennenden Christen (u.a.) doch gelebt werden. Und die Kirchenleitungen vieler Kirchen sind darin bestimmt kein Vorbild. Sie entzweien noch mehr (siehe z.B. Infoabend). Versöhnlichkeit, Reue, Buße - alles nur fromme Worte. Wo sind die Taten? Auch aus diesen Gründen halte ich es mit Frau Ranke-Heinemann und bekenne mich zum Zweiflertum.

Liebe Grüße
Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

contranak

#67 Beitrag von contranak » 30.12.2007, 14:14

Hallo, der reutlinger,
nö, nö, zum Verdrießen ist das Nichts....!
Ich dachte nur die ganze Zeit, die Themen, die wir hier behandeln, sind eigentlich zu ernst um mit Ironie zu koketieren......
Zu Deiner Frage bzgl. 04.12.07 Infoabend der NAK in Uster:
Es gibt für mich nichts Göttliches an diesem Abend zu erkennen, es ging nur um reine Machterhaltung und um Menschenwerk...nicht um Gottes Werk !
Aber in dem Punkte sind wir so gegensätzlicher Auffassung, daß wir da nicht auf einen Nenner kommen werden !
Lg

der reutlinger

#68 Beitrag von der reutlinger » 30.12.2007, 14:20

liebe lory,
bis ins mittelalter möchte ich jetzt nicht zurück gehen :lol:
tilman moser hat seine bücher aus gutem grund geschrieben,ebenso andere autoren.es macht auch für gläubige menschen sinn,sich mit diesen büchern zu beschäftigen,denn es gibt einige hinweise auf mögliches fehlverhalten.davor ist niemand gefeit.
in vielen punkten sind wir uns ja einig.
mein hinweis auf strenge pietisten kam aus eigenen erfahrungen.
es gibt auch da regionale unterschiede.....
aber sie ,die ich kenne ,standen in vielen ortschaften dieser region der nak nichts nach--ist z.t. auch heute noch so.
fasching verpöhnt,rauchen.disco,etc..
über die faschingstage waren kindergärten geschlossen,um wegen andersgläubigen das thema fasching nicht behandeln zu müssen...usw..
keine entschuldigung und erklärung,sondern nur ein hinweis darauf,daß diese
extreme form des♠" frömmelnden getue" auch in anderen kirchen zu finden ist.krass wird es natürlich ,wenn eine ganze kirche--wenn auch klitze klein-- durch solche frömmelei auffällig wird.in der ev.ist es nur eine nischengruppe,die nak ist gleich eine ganze nischenkirche.

aber selbst in einer nische gibt es ränder.... :lol:
und eine brücke von der nische weg,gibt es auch.hier ist die trennung von der nak dann deutlicher und schwerer.in der ev.kirche muss ich nur zu einer gruppierung innerhalb der kirche wechseln,ohne das gesamte gebäude in frage zu stellen.
nun noch einen schönen tag
lg

der reutlinger

#69 Beitrag von der reutlinger » 30.12.2007, 18:14

contranak hat geschrieben:Hallo, der reutlinger,
nö, nö, zum Verdrießen ist das Nichts....!
Ich dachte nur die ganze Zeit, die Themen, die wir hier behandeln, sind eigentlich zu ernst um mit Ironie zu koketieren......
Zu Deiner Frage bzgl. 04.12.07 Infoabend der NAK in Uster:
Es gibt für mich nichts Göttliches an diesem Abend zu erkennen, es ging nur um reine Machterhaltung und um Menschenwerk...nicht um Gottes Werk !
Aber in dem Punkte sind wir so gegensätzlicher Auffassung, daß wir da nicht auf einen Nenner kommen werden !
Lg
bitte lies doch meine beiträge nochmals genau.wir sind was den 4.12. angeht weitgehend einer meinung.

auch sehr ernste themen vertragen gelegentlich etwas ironie.dadurch ist manches besser auszuhalten.für mich zumindest...
lg

Zurück zu „NAK - Neuapostolische Kirche“