Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Cemper

Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#151 Beitrag von Cemper » 09.08.2010, 09:11

Gaby hat geschrieben:Hat man aber eigene Bibelschulen, könnte man ja Wochenendseminare die aufeinander aufbauen anbieten. So etwas läßt sich auch neben der beruflichen Laufbahn bewerkstelligen. Und diesen Weg wird dann sicherlich auch nur der einschlagen, der sich wirklich dazu berufen fühlt, Priester zu werden.
Wo ein Wille ist, ist letztlich auch ein Weg.
Meine bescheidene Meinung dazu ....
Wer unterrichtet an solchen "Bibelschulen"? Wo erwerben die dort tätigen Lehrer ihr Fachwissen? In welchen Prüfungen weisen sie ihre Kompetenz nach? Wer sind die Prüfer in solchen Prüfungen? Welche Ausbildung haben die Prüfer? Wer entwickelt für solche Bibelschulen die Lehrpläne und wer schreibt die Lehrbücher?

tergram

Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#152 Beitrag von tergram » 09.08.2010, 09:18

Ja Gaby, das ist alles richtig.

Wenn man aber versucht, deine sinnvollen Argumente von der Seite der Leitung der NAK zu betrachten, wird klar, welche Gefahr aus deren Sicht darin steckt:
  • Eine Bibelschulung würde - mal abgesehen von der Frage, wer diese halten sollte - ans Licht bringen, dass wesentliche Teile der NAK-Lehre (oder sollte man besser sagen "der eingeschliffenen Gepflogenheiten"?) unbiblisch sind. Welche Konsequenzen für die Existenz der Kirche hätte das?
    Eine Schulung zur Lehre (durch wen?) würde voraussetzen, dass es sie gibt - ausgearbeitet, fundiert, schriftlich fixiert. Davon scheint man weit entfernt. Avisierter Katechismus hin oder her. (Die Inkonsistenz zeigt sich schon beim neuen Bekenntnis. Das wird beim Katechismus so weitergehen.)
Das unsägliche laienhafte Herumgehampel einander widersprechender Lehraussagen erleben wir seit Jahren. Verursacher sind alle Ebenen - vom Kirchenleiter international über dessen Pressesprecher, die Gebietskirchenpräsidenten bis zum halbwegs ahnungslosen VO, der in seiner Gemeinde nach bestem Wissen versucht, die Nicht-Lehre überzeugend zu verkünden. Mitverantwortlich sind aber auch alle neuapostolischen Christen, die sich das widerstandslos gefallen lassen (sofern sie es überhaupt bemerken).

Es reicht eben letztlich und dauerhaft doch nicht, wenn sich alle liebhaben, wohlfühlen und der Chor wieder so schön gesungen hat.

Manchmal beschleicht mich die Vermutung, viele Verantwortliche hoffen nur noch, ihre Zeit bis zur Inruhesetzung einigermaßen schadlos überstehen zu können - wohl wissend, dass das instabile (Lehr)Gebäude krachend zusammenbrechen wird. Die innige Bitte "Herr, komme bald" gewinnt so eine erweiterte Bedeutung.

Gaby

Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#153 Beitrag von Gaby » 09.08.2010, 09:40

Werter Cemper,

wer unterrichtet an einer adventistischen Bibelschule? An einer fundamentalistischen evangelikalen Bibelschule? An einer pfingstlich ausgerichteten Bibelschule? An einer Bibelschule der Freikirche Ecclesia, Missionswerk Ecclesia? Auch Baptisten haben eine Bibelschule ...

Alle werden etwas gemeinsam haben. Sie unterrichten die Gläubigen im Sinne IHRER Glaubensüberzeugungen (Stichwort Erwachsenentaufe, unterschiedliche Sicht zu Himmel und Hölle usw.)
All diese Konfessionen unterscheiden sich in ihrer Sicht zu manchen Glaubensfragen, haben gegenüber anderen Kirchen unterschiedliche Lehrmeinungen.

Wenn ich denn eine Sonderlehre vertrete, sollte ich auch in der Lage sein, diese dem Bodenpersonal die diese vertreten soll, stichhaltig zu vermitteln.
Adventisten haben überhaupt kein Problem damit zu verkünden, dass es für sie die Hölle wie sie von manchen Christen verstanden wird nicht gibt und begründen dies auch anhand der Bibel.
Ein Baptist hat kein Problem damit, die Erwachsenentaufe aus ihrer Sicht zu begründen. Pfingstler stehen zu ihrer Auffassung gegenüber der praktizierten Zungensprache.


Gut, dass von tergram angesprochene ist wohl ein Problem:

>>Eine Schulung zur Lehre (durch wen?) würde voraussetzen, dass es sie gibt - ausgearbeitet, fundiert, schriftlich fixiert.<<

Wenn es sie nicht gibt, dann wird es wohl Zeit so eine Ausarbeitung in Angriff zu nehmen, damit man sein Bodenpersonal nicht im Regen stehen lässt.

Matula
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Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#154 Beitrag von Matula » 09.08.2010, 09:49

Ich möchte einmal kurz auf die von tergram angesprochene NAK-Lehre zu sprechen kommen, die in wesentlichen Teilen unbiblich sei.

Auf der Seite von nak-koeln-ost.de habe ich den nachstehenden Artikel gelesen, den ich verkürzt einstelle.

Das biblische Wort steht hier im krassen Widerspruch zur heutigen Lebenswirklichkeit und darauf verweist der Apostel sehr eindeutig.

Eigentlich ist das doch ein unbiblisches Verhalten.

Ich möchte aber die Frau gerne einmal sehen, die ausschliesslich nach diesem Wort heute lebt und leben möchte und es nicht gerne sehen würde, wenn auch der Mann sie als Frau ehrt.

Worauf ich hinaus will ist, dass man doch nicht immer wieder mit dem Vermerk argumentieren kann, die NAK-Lehre wäre unbiblich, sondern wie man an diesem aktuellen Beispiel sehen kann, ist sie sogar sehr modern und es ist gut und richtig, wenn sie nicht 1:1 alles aus alter Zeit in die heutige Zeit transformiert.





Hochzeit in Gummersbach
Freitag, 23.07.2010

Am Samstag, den 17.07.2010, spendete Apostel Otten dem Vorsteher der Gemeinde Gummersbach, Priester Bernd Müllenschläder und seiner Frau Tanja, den Trausegen.

Der Apostel verwendete dazu das Wort aus Epheser 5 Vers 33

Darum auch ihr; ein jeder liebe seine Frau
wie sich selbst; die Frau aber ehre den Mann.

Zu Beginn des Gottesdienstes ging der Apostel gleich auf den zweiten Teil des Wortes ein und sagte, dass in der Zeit, in der das Wort niedergeschrieben wurde ein anderes Rollenverständnis der Frau üblich war zum Glück wäre es heute anders. Wichtig wäre es sich gegenseitig zu ehren und den anderen zu lieben wie sich selbst. Die Eheleute sollten nicht nur in die gleiche Richtung schauen (wie der Apostel kürzlich gelesen hatte) sondern sich immer in die Augen schauen......

Gaby

Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#155 Beitrag von Gaby » 09.08.2010, 09:51

>>Eine Bibelschulung würde - mal abgesehen von der Frage, wer diese halten sollte - ans Licht bringen, dass wesentliche Teile der NAK-Lehre (oder sollte man besser sagen "der eingeschliffenen Gepflogenheiten"?) unbiblisch sind. Welche Konsequenzen für die Existenz der Kirche hätte das? << tergram

Tergram, es bleibt letztlich die Frage, wer entscheidet was biblisch und was unbiblisch ist?
Ist die RKK der Maßstab, die EKD, die Evangelikalen, oder orientiert man sich an der historisch-kritischen Fraktion?

Letztlich wird immer alles eine Frage des Glaubens bleiben ...

tergram

Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#156 Beitrag von tergram » 09.08.2010, 12:12

Werter matula,

ich behaupte unverändert, dass das Entschlafenenwesen der NAK unbiblisch ist - genau darum dreht es sich doch in diesem Thread.

Dass du die Lehre deiner Kirche nicht kennst, ist schade.

Mach dich bitte mit den Beschlüssen der Apostelversammlung in Nizza vertraut. Darin ist festgelegt, dass alles, was in der NAK gepredigt wird, einen Rückhalt in der Bibel haben muss. Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass alle Aussagen 1:1 auf die heutige Zeit übertragbar sind. (Sonst wäre es ja nicht bibelkonform, an einem PC zu sitzen... nur mal so als hinkendes Beispiel.) Wenn du mir aber in der Bibel einen konkreten Anhaltspunkt dafür zeigen könntest, dass Verstorbene nur über den Umweg des irdischen Apostelamtes der NAK erlöst werden können, wäre ich dir wirklich sehr dankbar. Ich suche seit Jahren vergeblich danach.

Ergänzendes erklärt die Broschüre "Der Jenseitsglaube der neuapostolsichen Christen" - gibt's beim Verlag FB ( 17.02.2006: http://www.nak.org/de/news/publikationen/article/13870/ ) .

tergram

Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#157 Beitrag von tergram » 09.08.2010, 12:17

Liebe Gaby,

der Maßstab für das, was biblisch ist, ist selbstverständlich die Bibel.

Von einer weltweit vertretenen Kirche darf und muss erwartet werden, dass sie in der Lage ist, ihre Glaubenslehre auf Basis der Bibel zu entwickeln und nach außen zu transportieren. Immerhin wäre es nützlich, wenn die Gläubigen wüssten, was sie so zu glauben haben... :wink:

Dass die verschiedenen Glaubensgemeinschaften verschiedene Interpretationen haben, ist wohl wahr. Aber wir reden ja hier über die NAK. Die Glaubenslehre einer Kirche kann nicht der Beliebigkeit des Gläubigen oder des jeweiligen Predigers anheim gestellt werden.

Der individuell Glaube des Einzelnen ist eine ganz andere Sache.

Lieben Gruß,
t.

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Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#158 Beitrag von Andreas Ponto » 09.08.2010, 12:36

tergram,

ein Einwurf.

In der Evangelischen Kirche (oder den evangelisch-lutherisch-protestantischen Kirchen?) ist es doch auch so, dass viele Theologen viele Lehren hervorbringen und viele Pfarrer daraus viele Predigen mit vielen Meinungen und Ansichten hervorbringen (Emanzipation, Krieg, Abendmahlsverständnis, etc ...). Da wird auch um Wahrheit gerungen oder erbittert gestritten. Freilich auf anderem Niveau (was ich bei manchem Pfarrer aber schon wieder, trotz mächtig viel Hirnbildung, in Frage stelle).

Nicht dass ich damit die NAK rechtfertigen oder verteidigen wollte, aber es passiert doch viel, was einen nachdenklich stimmt - auch ausserhalb der NAK und in gesellschaftlich wesentlich bedeutenderen Grössen.

Auf eines wird man immer wieder kommen. Die Leitung, die es ja auch hauptamtlich und in Vollzeit tut, die trägt wesentlich mehr Verantwortung als das kleine Geschwist, das es ehrlich meint, aber nicht besser weiss.

Bei der KL muss also aus meiner Sicht von Geschwistern und Amtsträgern nachvollziehbare und fundierte Stellungnahme eingefordert werden. Und unabhängig davon muss die KL sich seiner Verantwortung bewusst sein und dieser gerecht werden.

centaurea

tergram

Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#159 Beitrag von tergram » 09.08.2010, 12:55

cenaurea,

ich verstehe das -grundsätzlich... Hierbei muss man aber auch die verschiedenen Selbstverständnisse der Kirchen berücksichtigen. Die Evangelische Kirche versteht sich selbst als ein großes Dach, unter dem eine große Bandbreite an Möglichkeiten geboten wird. Der Pfarrer ist ein Pfarrer, er hält (s)eine Predigt.

Die NAK versteht sich selbst als das Werk Gottes, heilsnotwendig für die ganze Welt, für das Diesseits und Jenseits. Die Apostel sind der sprechende Mund Gottes, ihnen glaubensgehorsam nachzufolgen ist für das Heil des Einzelnen zwingend nötig.
An diesem selbstgeschaffenen Anspruch muss man sich dann auch messen lassen. Wenn man das nicht zustandebringt, sollte man sich selbst und seine Heilsnotwendigkeit kritisch überprüfen und Überflüssiges auf den Scheiterhaufen der Geschichte...

Cemper

Re: Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

#160 Beitrag von Cemper » 09.08.2010, 13:43

tergram hat geschrieben:Von einer weltweit vertretenen Kirche darf und muss erwartet werden, dass sie in der Lage ist, ihre Glaubenslehre auf Basis der Bibel zu entwickeln und nach außen zu transportieren. Immerhin wäre es nützlich, wenn die Gläubigen wüssten, was sie so zu glauben haben... :wink:

Also - es ist ja nicht so, dass hier nichts steht:

KATECHISMUS
GLAUBENSBEKENNTNIS
Dass die verschiedenen Glaubensgemeinschaften verschiedene Interpretationen haben, ist wohl wahr. Aber wir reden ja hier über die NAK. Die Glaubenslehre einer Kirche kann nicht der Beliebigkeit des Gläubigen oder des jeweiligen Predigers anheim gestellt werden.
Eben.
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