Fegefeuer

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glasperle
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Re: Fegefeuer

#11 Beitrag von glasperle » 12.04.2017, 05:34

Ich glaub um das Richtige tun zu können braucht es erst mal die Gnade es zu erkennen und auch die Kraft dazu zu haben ist Gnade, denn es kann verdammt anstrengend, unbequem und in manchen Bereich auch gefährlich sein.
Und wenn man jetzt beginnt zu sagen wenn du an die Gnade nur genug glaubst und Gott bittest, dann hast du ein komfortables Leben, wird aus dem Glauben an gottes Gnade wieder eine Art werkgerechtigkeit. Ich Tausch dann halt nicht mehr gotesdienstbesuch, Almosen geben, usw. Gegen irdisches Wohlergehen, sondern glaube. Da wird es noch subtiler und die Gefahr abzustürzen noch größer. Wenn ich mir jetzt vorstelle ich steigere mich, wenn es schief läuft hinein, in ein ich habe zu wenig wenig vertraut und geglaubt, bekomme ich Angst. Das könnte im Extremfall zu einem sich verrennen in Schuldgefühle führen. Wirklich glauben und vertrauen können ist selten mein Verdienst. Es ist ein Geschenk gottes. Natürlich kann es sein, dass ich dieses Geschenk gar nicht sehe, weil ich meinen Alltag unachtsam lebe oder weil er ich mir ein " Bild mache" wie dieses Geschenk auszusehen hat und vor lauter lamentieren darüber, dass Gott mir nicht hilft, das Geschenk, das da ist nicht sehe.
Für mich ist der Maßstab auch " liebe deinen Nächsten wie dich selbst". Das hieße auch " gönne dir Selbst etwas dann neidest du auch deinem nächsten nicht". Hier würde entgegen stehe : Christenpflicht ist fasten, Almosen geben, nicht verschwenden ( sich was gönnen) hmmm, können wir sagen sowohl... als auch? Aufs richtige Verhältnis kommt es an? Wenn ich nett zu mir selber bin, kann ich auch nett zu meinem nächsten sein.wenn ich mir selber vergebe, kann ich an gottes Vergebung glauben und meinem nächsten vergeben. Teresa von Avila, meine lieblingsmystikerin sagte " wenn fasten dann fasten, wenn Rebhuhn dann Rebhuhn " ich würde mir wünschen immer nach diesem Grundsatz leben zu können. Das ist wohl auch Gnade, wenn man zufrieden im hier und jetzt leben kann ganz bewusst, ohne Schuldgefühl und Neid.

Boris
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Re: Fegefeuer

#12 Beitrag von Boris » 12.04.2017, 12:23

glasperle hat geschrieben:... Das ist wohl auch Gnade, wenn man zufrieden im hier und jetzt leben kann ganz bewusst, ohne Schuldgefühl und Neid.
Nun ja, nur weil man sich schuldig fühlt, ist man noch längst nicht schuldig.
Manche sind auch kaum in der Lage, Schuld zu empfinden, obwohl sie mehr als genug davon auf sich geladen haben.

Ein Leben ohne Schuldgefühl und Neid ist allerdings schon sehr beneidenswert ... :wink:

Nach meiner Erfahrung ist es für die Mehrheit von uns Menschen auch gar nicht so einfach zu erkennen, dass/wann wir neidisch sind. Der Neid wird in so vielen Predigten als etwas verdammt Schlechtes hingestellt (die Wurzel allen Übels).
Wer will schon so "schlecht" sein und dem Neid erliegen!

Ich sehe das als falschen Ansatz. Es wird damit m. E. genauso falsch umgegangen, wie mit der Angst. Generell, nicht nur auf Kirche bezogen. Der Neid und die Angst begegnen uns, ob wir es wollen oder nicht. Die Frage ist, ob wir eine Strategie entwickelt haben, wie wir damit umgehen. Ich habe so viele lustige Aussagen von erwachsenen Menschen vor Augen, die in bestimmten Situationen behaupteten, sie hätten keine Angst, oder sie wären nicht neidisch. Ihr Handeln sprach aber eine andere Sprache.

Die Angst ist lebensnotwendig. Das Maß des Angstempfindens hängt von den Genen und dem Lernen ab. Menschen, die zu wenig Angst empfinden, begeben sich unter Umständen in Lebensgefahr. Menschen, die zu ängstlich sind, erreichen oft weniger als möglich wäre.

Wie genau es sich mit dem Neid verhält, kann vielleicht jemand anderes besser detailiert beschreiben. Auf jeden Fall stellt er tatsächlich nur die Wurzel des Übels dar. Ich halte es für einen fatalen Fehler, den Neid selbst als schlimm zu predigen. Er ist da, ungewollt. Es wäre sinnvoller, über eine Strategie zu reden/predigen, wie man mit dem Neid umgeht.

Angst oder Neid wegzureden macht diese nur noch größer.
Diese zu akzeptieren kann eine Grundlage schaffen, mit diesen umzugehen,

meint Boris
Wenn ich mich selbst wirklich kenne, kenne ich auch meine Mitmenschen. Wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch andere lieben.

glasperle
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Re: Fegefeuer

#13 Beitrag von glasperle » 12.04.2017, 13:00

Huch, Boris, iChat mißverstehen. Ich sage nicht, ich lebe ohne schuldgefühle und Neid.
Ich denke Neid und Angst habenoft die selbe Wurzel und es ist Gnade beides tu erkennen z d frei davon tu werden.

Detlef
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Re: Fegefeuer

#14 Beitrag von Detlef » 24.08.2020, 20:43

pathfinder hat geschrieben:
11.04.2017, 23:24
.....Ich habe mich dann daran erinnert, was mir meine Mutter beigebracht hat, als ich noch ein sehr kleines Kind war:
Der liebe Gott hat dich immer lieb.
Immer.
Du brauchst dich nur zu ihm wenden...........
Und dieser Gedanke hat mir geholfen, meinen Weg wieder zu finden.
Es gab Zeiten, in denen hat mich vor allem dieser Gedanke gehalten.

Und dadurch habe ich gelernt, was es bedeutet:
Liebe Gott über alles und deinen Nächsten wie dich selbst.
Und daß der liebe Gott mir vergibt wie ich vergebe.

Und deshalb versuche ich, die Liebe, die ich damals erlebt habe festzuhalten und mich in dieser Liebe zu verhalten.
Das ist heute mein Glaubenskampf.
Klasse beschrieben"""!!!!
lieber "daneben" als gar kein Bogenschießen :wink:

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