Die 5 Solas der Reformation

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Schmetterling40

Die 5 Solas der Reformation

#1 Beitrag von Schmetterling40 » 26.11.2017, 15:56

Wir hatten in den letzten Sonntagen diese Themen im Gottesdienst. Und es hat wieder sehr meinen Blickwinkel erweitert und mir gezeigt, dass ich mit meinen Gedanken und Probleme, die ich in und mit der NAK hatte, nicht alleine war.

Die fünf Solas sind fünf lateinische Prinzipien, welche während der protestantischen Reformation im sechzehnten Jahrhundert entstanden sind. Sie fassen die theologischen Grundsätze der Reformation zusammen. Diese fünf Thesen enthalten die wichtigsten Inhalte des christlichen Lebens und Handelns.

Die fünf Solas sind:

1.Sola Scriptura (Allein die Schrift): Die Bibel hat die höchste Autorität.
2.Sola Gratia (Allein die Gnade): Nur durch Gnade wird man gerettet.
3.Sola Fide (Allein der Glaube): Nur durch den Glauben bekommt man Gnade.
4.Solus Christus (Allein Christus): Nur Jesus ist unser Herr, Retter und König.
5.Soli Deo Gloria (Gott allein gehört die Ehre): Wir leben nur zur Ehre Gottes.

Sola Scriptura
1.Petrus 1,20 (LUT): … dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.
Wenn die Bibel richtig ausgelegt wird, verdeutlicht sie uns Jesus und seine Rolle als Gott und Retter.
Römer 15,4 (NGÜ): Und alles, was die Schrift sagt und was doch schon vor langer Zeit niedergeschrieben wurde, sagt sie unseretwegen. Wir sind es, die daraus lernen sollen; wir sollen durch ihre Aussagen ermutigt werden, damit wir unbeirrbar durchhalten, bis sich unsere Hoffnung erfüllt.
2.Timotheus 3,16 (NGÜ): Denn alles, was in der Schrift steht, ist von Gottes Geist eingegeben, und dementsprechend groß ist auch der Nutzen der Schrift: Sie unterrichtet in der Wahrheit, deckt Schuld auf, bringt auf den richtigen Weg und erzieht zu einem Leben nach Gottes Willen.
2.Timotheus 3,16 (ELB): Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Lehre, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Unterweisung in der Gerechtigkeit. Jedes Wort der sechsundsechzig biblischen Bücher ist von Gott inspiriert. Der Heilige Geist gab den Schreibenden die Inspiration, er erklärt den Lesenden die Bedeutung, schenkt ihnen die richtige Auslegung der Schrift und gibt den Glaubenden die Kraft, danach zu leben.

Es gibt keine höhere Autorität als diese Texte, sie definieren den christlichen Glauben und den Lebensstil, der Gott gefällt. Das heißt nicht, dass nirgendwo sonst Wahrheit zu finden sei. Aber alles, was wir aus anderen Schriften über Gott, seine Welt und alle Autoritäten erfahren, muss immer dem Wort Gottes untergeordnet sein. Die Bibel ist die grundlegende Quelle unserer Theologie.

Sola Fide und Sola Gratia
Nur durch den Glauben an Jesus werden wir gerettet, und das verdanken wir allein der Gnade Gottes. Jesus hat das möglich gemacht. Unsere guten Taten können uns nicht retten, das ewige Leben kann man sich nicht verdienen und gute Werke machen niemanden gerecht. Niemand verdient Gottes Gnade, sonst wäre es auch keine Gnade mehr. Gott errettet uns nicht wegen irgendetwas, das wir tun könnten, auch nicht wegen unseres Glaubens – er rettet uns trotz unserer Sünde. Seine Entscheidung für uns beruht auf seiner bedingungslosen und für ihn kennzeichnenden Art der unverdienten Gnade.

Als Menschen haben wir ein sündiges Wesen geerbt, in dem wir schon seit Adam gefangen sind. Wir werden als Sünder geboren. Von Natur aus sind wir Feinde Gottes und lieben das Böse. Um an Jesus glauben und die Erlösung in Anspruch nehmen zu können, müssen wir zunächst innerlich erneuert und wiederhergestellt werden. Das ist nur auf der Grundlage dieser Gnade möglich, die wir nicht verdient haben. Da wir die Gnade nicht erarbeitet haben, müssen wir auch nicht fürchte, sie durch schuldhaftes Verhalten wieder verlieren zu können.
Es ist Gottes Gnade, die uns bei ihm hält und uns Halt gibt. Wenn wir ihm untreu werden, bleibt er trotzdem uns gegenüber treu.
Nur aufgrund der Gnade Gottes können wir in seine Gegenwart kommen. Gott kann uns die Gerechtigkeit Jesu zuschreiben, weil Jesus unsere Schuld auf sich nahm und dafür am Kreuz bestraft wurde. Diese Tatsache hat vielfältige Auswirkungen.

Nach dem Heidelberger Katechismus ist das unser größter Trost im Leben und im Sterben:
Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?
Dass ich mit Leib und Seele
im Leben und im Sterben nicht mir,
sondern meinem getreuen Heiland
Jesus Christus gehöre.
Er hat mit seinem teuren Blut
für alle meine Sünden vollkommen bezahlt
und mich aus aller Gewalt des Teufels erlöst;
und er bewahrt mich so,
dass ohne den Willen meines Vaters im Himmel
kein Haar von meinem Haupt kann fallen,
ja, dass mir alles zu meiner Seligkeit dienen muss.
Darum macht er mich auch
durch seinen Heiligen Geist
des ewigen Lebens gewiss
und von Herzen willig und bereit,
ihm forthin zu leben.

In Epheser 2,8-10 (NGÜ) finden wir genau die gleiche Aussage:
Durch Gottes Gnade seid ihr gerettet, und zwar aufgrund des Glaubens. Ihr verdankt eure Rettung also nicht euch selbst; nein, sie ist Gottes Geschenk. Sie gründet sich nicht auf menschliche Leistungen, sodass niemand vor Gott mit irgendetwas großtun kann. Denn was wir sind, ist Gottes Werk; er hat uns durch Jesus Christus dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. Gott hat alles, was wir tun sollen, vorbereitet; an uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen.

Solus Christus
Gott offenbart sich durch die Schöpfung allen Menschen an allen Orten im natürlichen Alltag, außerdem redet er durch das Gewissen zu jedem Einzelnen. Auf diese Weise hat jeder Mensch die Möglichkeit, von Gottes Kraft, seinem göttlichen Wesen, seiner Weisheit, Herrlichkeit, Gerechtigkeit und Güte zu wissen.
Römer 1,19-20 (NGÜ): Dabei ist doch das, was man von Gott erkennen kann, für sie deutlich sichtbar; er selbst hat es ihnen vor Augen gestellt. Seit der Erschaffung der Welt sind seine Werke ein sichtbarer Hinweis auf ihn, den unsichtbaren Gott, auf seine ewige Macht und sein göttliches Wesen.
Gott hat sich einer in Sünde gefallenen Menschheit durch Jesus, seinen Sohn, offenbart. Nur durch diese von Gnade motivierte Offenbarung Gottes, mit der er sich den Menschen gezeigt hat, können wir überhaupt etwas davon wissen, dass Gott uns retten und verwandeln will.
Kolosser 1,15 (NGÜ): Der Sohn ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene, der über der gesamten Schöpfung steht.
Jesus ist der einzige Vermittler zwischen Gott und den Menschen: Es gibt nämlich nur einen Gott, und es gibt auch nur einen Vermittler zwischen Gott und den Menschen – den, der selbst ein Mensch geworden ist, Jesus Christus(1.Timotheus 2,5; NGÜ).
Weil Gott heilig ist und alle Menschen von Sünde behaftet sind, brauchen wir diese Vermittlung:Und wenn jemand doch eine Sünde begeht, haben wir einen Anwalt, der beim Vater für uns eintritt: Jesus Christus, den Gerechten (1.Johannes 2,1; NGÜ).

Religiöse Praktiken können diese Vermittlung nicht leisten, auch unsere guten Werke nicht. Es gibt keinen anderen Weg, nur Jesus Christus, der Gott und Mensch zugleich ist, kann für uns bei Gott eintreten:Bei niemand anderem ist Rettung zu finden; unter dem ganzen Himmel ist uns Menschen kein anderer Name gegeben, durch den wir gerettet werden können (Apostelgeschichte 4,12; NGÜ). .

Nur durch den Namen Jesu und durch seinen Tod am Kreuz kann ein Mensch aus dem Machtbereich der Sünde gerettet werden: Jesus aber lebt für immer, weshalb sein Priestertum unvergänglich ist. Und das ist auch der Grund dafür, dass er alle vollkommen retten kann, die durch ihn zu Gott kommen. Er, der ewig lebt, wird nie aufhören, für sie einzutreten (Hebräer 7,24-25; NGÜ).

Soli Deo Gloria
Wir leben in einer Kultur, in der es normal ist, sich selbst gut darzustellen. Menschen arbeiten ein Leben lang, um Geld, Ehre oder andere Errungenschaften zu verdienen, für die sie dann von anderen Menschen bewundert werden. Selbstwertgefühl gehört zu den wichtigsten Gütern und jeder lokale Fußballtrainer erklärt seiner Mannschaft: „Jeder von euch ist ein Gewinner!“.

Leider ist das Gegenteil der Fall: Jeder ist von Natur aus ein Verlierer. Nur durch Gottes Gnade können wir Sieger werden. Deshalb gehört nur Gott als Einzigem die ganze Ehre. Menschen werden gerettet, um die Ehre Gottes zu vermehren, nicht damit es ihnen im Leben besser geht – das ist nicht mehr als eine angenehme Nebenerscheinung.
Gott ist kein Mittel zum Zweck, er ist das Mittel und er ist der Zweck.
Das Ziel unseres ganze Lebens ist nur, dass Gott verehrt wird: Was immer ihr tut, ob ihr esst oder trinkt oder was es auch sei – verhaltet euch so, dass Gott dadurch geehrt wird (1.Korinther 10,31; NGÜ).

Der Westminster-Katechismus sagt:
„Das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen.“

Gottes Ehre und Ruhm sollen immer unser höchstes Ziel sein.

Diesen Text hab ich von der Internetseite: http://www.markuswenz.de/die-5-solas-der-reformation/ hier rein kopiert, weil er vieles so widerspiegelt wie es in den Gottesdiensten gepredigt wurde.

Albert

Re: Die 5 Solas der Reformation

#2 Beitrag von Albert » 26.11.2017, 17:13

Schmetterling40 hat geschrieben:Jeder ist von Natur aus ein Verlierer. Nur durch Gottes Gnade können wir Sieger werden. Deshalb gehört nur Gott als Einzigem die ganze Ehre. Menschen werden gerettet, um die Ehre Gottes zu vermehren, nicht damit es ihnen im Leben besser geht ...
Das Ziel unseres ganze Lebens ist nur, dass Gott verehrt wird ...
„Das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen.“
Was für ein schreckliches, sich selbst erniedrigendes, Gottes Hand leckendes Wesen muss dieser Mensch sein - und was für eine krankhafte, narzistische Egomanie eines angeblich doch die Menschen so sehr liebenden Vaters, der so etwas überhaupt von seinen "Lieblingen" verlangt und akzeptiert. Statt sich an einem solchen Gott zu erfreuen, muss man einen solchen Gott wohl vielmehr fürchten und ihn meiden, wo es nur geht. Selig, wer nicht an den Gott glaubt, den die fundamentalistischen Evangelikalen propagieren.

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centaurea
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Re: Die 5 Solas der Reformation

#3 Beitrag von centaurea » 26.11.2017, 17:59

Danke, Albert!

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Heinrich
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Re: Die 5 Solas der Reformation

#4 Beitrag von Heinrich » 26.11.2017, 19:00

@Schmetterling40

Wo hammse denn das wieder her kopiert? Eine Quellenangabe wäre sicher ehrlicher. Oder sind das tatsächlich Ihre Gedanken?

Gruss aus dem Süden,
Heinrich
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.

(Erasmus von Rotterdam)

Schmetterling40

Re: Die 5 Solas der Reformation

#5 Beitrag von Schmetterling40 » 26.11.2017, 19:18

Hallo Heinrich,
ich habe im letzten Satz, die Quellenangabe gemacht!
Siehe oben

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Heinrich
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Re: Die 5 Solas der Reformation

#6 Beitrag von Heinrich » 26.11.2017, 19:33

Entschuldigung, Schmetterling40,

Ich habe das hier "http://www.markuswenz.de/die-5-solas-der-reformation/" schlicht überlesen.

Also Entschuldigung bitte und uns allen eine gute Woche,
HEINRICH
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.

(Erasmus von Rotterdam)

Magdalena
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Re: Die 5 Solas der Reformation

#7 Beitrag von Magdalena » 27.11.2017, 10:25

Danke, lieber Schmetterling, herzlichen Dank dafür! Das ist ein wahrhaftiges Statement des christlichen Glaubens. Dahinter stehe auch ich und bleibe fest dabei. Wenn es die meisten hier auch anders sehen, nun ja vielleicht so:

Wir kommen alle, alle in den Himmel, weil wir so brav sind! Und der liebe Gott wird sämtliche Augen zudrücken, weil er ja so lieb ist oder weil er sowieso nur in unserer Vorstellung existiert oder so, wie wir uns Bilder von ihm machen oder evtl gar nicht. Logisch: Wenn die Bibel nichts mehr wert ist, alles dort kritisch hinterfragt wird, dann bleibt zum Schluss ein großes Nichts oder ein selbst erbautes Luftschloss.

Nun wird man mich auch bald hier rausschmeißen, oder? Vielleicht sollte ich lieber freiwillig gehen ...

Liebe Freunde hier: Trotzdem bete ich für Euch,

Eure naiv-gläubige, naiv-kreationistische, evangelikale, fest auf dem Fundament Jesu Christi stehende und bei IHM ewig sein wollende, in tiefer Demut dafür dankbare

Magdalena

salvato
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Re: Die 5 Solas der Reformation

#8 Beitrag von salvato » 28.11.2017, 13:51

Hallo Schmetterling

Im Gegensatz zu Magdalena gibt es so einige Thesen, die Jesus Christus so nicht bejahen, würde, dessen bin ich voll und ganz überzeugt:
a) )Als Menschen haben wir ein sündiges Wesen geerbt, in dem wir schon seit Adam gefangen sind. b)Wir werden als Sünder geboren. c) Von Natur aus sind wir Feinde Gottes und lieben das Böse. d)Um an Jesus glauben und die Erlösung in Anspruch nehmen zu können, müssen wir zunächst innerlich erneuert und wiederhergestellt werden. e) Das ist nur auf der Grundlage dieser Gnade möglich, die wir nicht verdient haben. f) Da wir die Gnade nicht erarbeitet haben, müssen wir auch nicht fürchte, sie durch schuldhaftes Verhalten wieder verlieren zu können.
a) Jesus lehrte nirgends, dass jeder Mensch seit Adam ein Sünder gewesen sei, somit ist das Erbsündedogma kirchlich aber nicht christlich. Lasset die Kindlein zu mir kommen, ihnen ist das Himmelreich.
b) Worte Davids in Psalm 51.7 wurden zweckentfremdet und widersprechen auch Lehren Jesus Christus, der ja darauf beharrte, dass er nicht zu den Gerechten gekommen sei, sondern um die Sünder zur Umkehr zu bewegen .
c) Feinde Gottes, also in Feindschaft gegenüber Gott leben nur jene, welche fleischlich gesinnt sind, und dadurch Gefahr laufen, vom Teufel für lieblose Werke eingesetzt werden zu können.
Paulus lehrte ja darum, im Geiste zu wandeln, also sich von fleischlichem Denken/Handeln zu distanzieren, sich als Kinder des Lichts zu erweisen.
d) Durch Jesus Christus werden alle Sünder aus den Fängen des Teufels erlöst, die IHM glauben und IHM nachfolgen sich von aller Bosheit bekehren, Gerechte werden. Durch das Leben nach Jesus Lehren wird man allmählich innerlich erneuert, wird man in Christus eine neue Schöpfung/Kreatur und Gott freut sich über daraus resultierende irdische Mitarbeiter im Weinberg respektive für sein Reich.
e) Die Gnade Gottes galt jenen, die unwissentlich zu Sündern wurden. Statt sie darin zugrunde gehen zu lassen, sandte er seinen Sohn um sie aufzuklären, was Gottes Wille ist und vereinfachte das Ganze gar in dem er lebte was er lehrte. Das WIR bei Paulus galt den damals Lebenden. Wir sind/werden durch beherzigen Jesus Lehren errettet.
f) Schuldhaftes Verhalten gegenüber Gott ist generell Sünde ist fleischlich, lieblos, gottlos. Wer Jesus angehört, kreuzigt sein Fleisch*, lebt nurmehr in der Liebe Gottes, hält seine Gebote die nicht schwer sind * und hat sich von aller Bosheit bekehrt*. Hat mit der Finsternis nichts mehr zu schaffen, *bewahrt sich selbst und bietet dem Bösen keine Angriffsflächer mehr, *trägt die Rüstung Gottes, die Gott allen offeriert, weil es dann eine win win Situation gibt. Solche kann Gott von einem Guten Werk zum andern zurüsten und schicken.

*entsprechende Bibelstellen sollten eigentlich allen Usern bekannt sein.
Unsere guten Taten können uns nicht retten, das ewige Leben kann man sich nicht verdienen und gute Werke machen niemanden gerecht.
Dazu einige Bibelworte, die dagegen sprechen. Denn wer nurmehr zu guten Werken fähig ist, ist gerettet, ist nurmehr Diener Gottes und hat aufgehört dem Widersacher dienstbar zu sein.

Wer aber die Wahrheit tut, der kommt an das Licht, daß seine Werke offenbar werden; denn sie sind in Gott getan. Johannes 3.21

Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. Matthäus 5.16

Preis und Ehre und unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben; Römer 2.7

Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesum Christum, erkennen. Johannes 17.3

Matthäus 19 16 Und siehe, einer trat zu ihm und sprach: Guter Meister, was soll ich Gutes tun, daß ich das ewige Leben möge haben? 17 Er aber sprach zu ihm: Was heißest du mich gut? Niemand ist gut denn der einige Gott. Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote. 18 Da sprach er zu ihm: Welche? Jesus aber sprach: "Du sollst nicht töten; du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; 19 ehre Vater und Mutter;" und: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Ich bin überzeugt, dass Jesus Christus mit Vielem was in den letzten 1700 Jahren alles als Wege zu IHM, Gottverbundenheit durch ihn als einzigen Mittler zwischen Mensch und dem Himmlischen Vater gelehrt wird. Ich plädiere für SOLUS CHRISTUS. Alle Glaubenslehren müssen mit Jesus Christus Lehren übereinstimmen, um wahrhaft christlich zu sein. Hierin ist wohl allgemein eine grundlegende Reformation vonnöten um wieder dem einstigen Jesuszentrierten Ur-Christentum sich annähern zu können, worauf der Vater im Himmel wohl längst sehnlichst wartet.

Gruss salvato

Magdalena
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Re: Die 5 Solas der Reformation

#9 Beitrag von Magdalena » 29.11.2017, 15:58

Lieber salvato,

ich bin im Wesentlichen schon einverstanden mit Deinen Darlegungen. Aber wenn es ganz so einfach wäre, dann hätte Jesus nicht sein Opfer auf Golgatha bringen müssen. Aber ich weiß, dass diese Deutung auch heute sehr umstritten ist. Für viele Christen ist es aber so, dass Jesus am Kreuz für unsere Sünden gestorben ist, damit wir durch dieses Opfer wieder mit Gott versöhnt werden und Gott wieder nahe kommen können. Jesus ist für die Sünder gekommen, das steht außer Frage, und welcher Mensch ist kein Sünder? Sünde trennt von Gott und Jesus Christus ist der Mittler zwischen Gott und den Menschen geworden. Gott liebt den Sünder, aber hasst die Sünde - so glauben es viele Christen. Und weil eben Gott die Sünder liebt, sandte er seinen Sohn zur Erlösung für viele.

Aber ich kann als Mensch - so das Verständnis einiger Christen - nicht durch gute Werke zu Gott kommen, sondern allein durch seine Gnade. Ansonsten könnte ich ja Gottes Gunst erkaufen, indem ich viele gute Werke tue. Anders steht es mit dem Segen Gottes. Segen Gottes kann man sich erwerben, in dem man Dinge tut, die Gott gern sieht und woran er sein Wohlgefallen hat. Dafür gibt es ja in der Bibel auch viele Verheißungen. Aber meine Errettung - das heißt meine Heilsgewissheit, auf ewig bei IHM sein zu dürfen - hängt nicht von den guten Werken ab, sondern kommt allein durch das Verdienst Jesu, das ich im Glauben annehme. Und dass ich das glauben kann ist für mich einfach GNADE.

Allerdings ist - wie Jakobus es sagt - der Glaube ohne Werke tot. Aus dem Glauben heraus und meiner Liebe zum Herrn kann ich einfach gar nicht anders, als zu versuchen, dem Bild Jesu ähnlicher zu werden und auch für meine Mitmenschen (Nächsten) das an Gutem zu tun, was mir nur möglich ist und in meinen Kräften steht. Außerdem versuche ich aus der Kraft des Heiligen Geistes heraus, mich in Gedanken, Worten und Taten zu bemühen, Gott und Jesus Christus zu gefallen. Aber eben nicht, um mir durch diese Dinge das ewige Leben zu "erkaufen".

Deshalb steht für mich fest: Gute Taten können mich nicht "retten" - es gibt nur einen, der mich retten kann, und der heißt Jesus. Aber gute Taten gehören einfach zu meinem Leben dazu, weil Jesus mich gerettet hat und mir durch seinen Geist auch die Fähigkeiten dazu gibt.

23 Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. 24 Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Johannes 8,23

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, auf dass, worum ihr den Vater bittet in meinem Namen, er's euch gebe. (Joh 15,16; LUT)

Das ist nun meine Sehensweise, die ich mir in den letzten Jahren angeeignet habe durch das Lesen vielfältiger christlicher Literatur. Für mich ist das stimmig, für andere wieder nicht. Aber ich denke, dass Gott sieht, wie wir uns um Wahrheit und Klarheit mit unserem doch sehr - in dieser Hinsicht - beschränkten Verstand aber mit großer Aufrichtigkeit und ehrlichem Wollen bemühen.

Grüße von Magdalena

Magdalena
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Re: Die 5 Solas der Reformation

#10 Beitrag von Magdalena » 29.11.2017, 16:24

Ach ja, hier noch ein wichtiger Zusatz: Im Abschiedtread von Tergram fiel mir das Wort: angstfrei auf.

Wenn mich die guten Werke erretten würden, dann hätte ich immer Angst, nie genug zu tun, nie zu genügen, ich wäre nie angstfrei. So war es auch in der NAK. Ich hatte immer Angst, etwas falsch zu machen, ich hatte Angst, nicht genug für den Herrn zu arbeiten, ich hatte Angst, nicht "dabei" zu sein, wenn der Herr kommt und ich noch dieses und jenes nicht "überwunden" habe, ich hatte Angst, dass mich Gott bestraft, weil ich mal wieder versagt hatte ... usw. usf.

Heute darf ich angstfrei leben, weil ich allein auf Gottes Gnade vertraue, weil ich weiß, dass er mich trotz meiner vielen Fehler, die ich leider immer noch habe, liebt und so annimmt, wie ich nun halt bin. Er weiß um mein Bemühen und kennt mein Unvermögen.

Das ist doch auch etwas, oder?

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