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Pfingstlerische und charismatische Strömungen: Entstehung und Profil der Pfingstbewegung

Verfasst: 28.04.2019, 21:04
von Andreas Ponto
Die Pfingstbewegung ist weltweit mit rund 279 Millionen Mitglieder vertreten und bildet zusammen mit den 304 Millionen Mitgliedern (Quelle: Christian Movements and Denominations) in den verschiedensten charismatischen Gemeinschaften ein starke, sehr volatile und anpassungsfähige Bewegung mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten in Lehre und Glaubensvollzug.

Ihren Anfang nimmt die Pfingstbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts unter anderen durch den US-amerikanischen Prediger Charles Fox Parham. Zentrales Element ist zu Anfang die Taufe im Heiligen Geist, auch Geistestaufe genannt und der daraus folgenden Glossolalie (Zungenrede). Die Geistestaufe wird nach dem Vorbild der Jünger Jesu und späteren Apostel der urchristlichen Gemeinden durch Handauflegung vorgenommen oder auch spontan durch den Heiligen Geist direkt und ohne weiteres Zutun empfangen.

Ab 1970 rücken zunehmend Heilung, Dämonenaustreibung, geistliche Kampfführung und Evangelisation als Zeichen des Geistes in den Vordergrund. Diese neuen Bewegungen werden oft auch mit dem Begriff neupfingstlerisch belegt und stellen heute zahlenmäßig den größeren Anteil an der Bewegung.

Das eigentliche Wachstum liegt in Südamerika, Afrika und Asien. Die theologische Ausrichtung ist trotz aller Vielfalt überwiegend konservativ und fundamental.

Professor Dr. Michael Bergunder der Uni Heidelberg (http://theologie.uni-hd.de/rm/personal/bergunder.html) hat auf Grund der hohen Volatilität der Gemeinschaften, Strömungen und Richtungen 2009 empfohlen bei der Einordnung derselben eher diskursiv vorzugehen, deren Netzwerke, Beziehungen, Einflüsse, Veränderungen und Trennlinien zu beobachten, um höchsten im Nachgang durch Beobachtung vorläufige Definitionen zu finden.