Ist Gott ein Christ?

Für Zweifler und andere gute Christen
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Adler

Ist Gott ein Christ?

#1 Beitrag von Adler » 04.08.2009, 19:13

Maximin hat Folgendes geschrieben:
Smile Jesus nannte ihn jedenfalls seinen Vater. Das ist alles! Ist Dein Vater Dein Sohn oder umgekehrt?
Micha grüßt friedlich Wink


Lieber Micha,

das ist eine interessante Frage. Allerdings sehe ich da noch weitere Fragen: Gott ist ein Gott der Vielfalt. Er schuf die Menschen in ihrer Vielfältigkeit und er gab ihnen einen Verstand und die Fähigkeit selbständig zu denken. Daraus lässt sich ableiten, dass er ihnen damit auch die Fähigkeit gab, sich ihn in den vielfältigsten Formen vorzustellen. Wäre es sein Wille, dass alle Menschen Christen sein sollten, hätte er sie doch so geschaffen. War die Lehre Jesu tatsächlich eine reine christlich ausgerichtete Lehre? Oder war es lediglich die Aufgabe Jesu, den Menschen die Liebe zu Gott und die Liebe zu allen anderen Menschen (zum "Nächsten") zu lehren? Warum glauben so viele Christen, Gott müsse ein Christ sein? Warum maßt sich eine kleine christliche Gemeinschaft an, alle Menschen zu ihrer Lehre zu führen und dazu zu bringen zu ihrer Lehre zu konvertieren? Warum sind Christen nur sehr selten davon überzeugt, dass sie selber nur eine "Unterabteilung" des göttlichen Erlösungsplanes sind? Gott will doch schließlich ALLEN Menschen helfen und ich kann mir nicht vorstellen, dass dieses "helfen" sich darauf beschränkt, ALLE Menschen zuvor zu Christen machen zu wollen.

Ebenso friedliche Grüße
Wink

vom Adler

P.S. In diesem Sinn, sehe ich auch die Worte Jesu, dass in seines Vaters Haus viele Wohnungen seien.
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Maximin
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BeitragVerfasst am: 04.08.2009, 19:07 Titel: THEMENWECHSEL...? Antworten mit Zitat
Smile Mein lieber Adler,
was meinst Du: Hast Du an dieser Stelle nicht beiläufig und unbeabsichtigt das Thema gewechselt? Wäre ja nicht weiter schlimm. Traust Du Dir aber auch zu, ein entsprechendes neues Thema, etwa in der Rubrik Glaubensfragen, aufzumachen? Wäre doch spannend gemeinsam herauszufinden, was andere Teilnehmer meinen, ob unser Gott ein Christ ist oder vielleicht nicht - hm? Ich traue es Dir zu. Manch mal...!
LG vom Micha Wink
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Der kleine Glaube hat denselben starken Heiland wie der große Glaube.
Ich versuch es mal :wink:
Aber, lieber Micha, warum traust du mir nur manchmal ... ? :shock: 8)

Maximin

IST GOTT EIN CHRIST...?

#2 Beitrag von Maximin » 04.08.2009, 20:36

:) Wieso, Du hast es doch tapfer gemacht? Mal sehen, was die Leute nun beitragen. Denn darauf kommt es ja in einem Forum an. Frage mal rum...!

Nein, für mich glaube ich an den Gott der Väter. Na gut, ich habe eben jüdische Wurzeln. Aber die hatten Petrus, Johannes, Jakobus und Paulus ja auch. Na und? Bin ich deshalb weniger oder mehr christusgläubig?

Mir scheint, dass Deine Fagestellung mehr auf die Frage der Gottessohnschaft hinausläuft: Mensch, Gottes Sohn oder Gott in einer Person.

Ob und was der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist, sorry, das kann ich Dir auch nur sehr vage mit den vielen hl. Schriften des AT beantworten. Über Jesus Christus sagt mir das NT allerdings wesentlich konkreteres aus. Schriftstellen gefällig?

Also Bibelgoulasch mag ich eigentlich auch nicht. Aber was sollen wir machen. Wir haben nicht mehr, außer uns selbst und unsere Gewissensentscheidungen die, hoffentlich auch, etwas mit Wissen und Erfahrungen zu tun haben sollten - wenigstens dann, wenn man sich nicht in endlose und meist leerlaufende Glaubensscharmützel verstricken will.

Weiste was Weissagung ist: Ich sage Dir jetzt das, was ich von Gott weiß. Was weißt Du? Von wem weißt Du das und wie glaubwürdig ist Deine Wissensquelle? Ich habe nur meine alte Bibel. Wenn mir die unglaubwürdig werden würde, dann müsste ich konsequenterweise Atheist werden. Denn für einen Philosophen reicht meine bescheidene Logik leider nicht aus. Schlimm...?
LG vom Micha :wink:

Adler

#3 Beitrag von Adler » 05.08.2009, 04:54

Ich habe ja bereits davon geschrieben, dass Gott in seiner Vielfälltigkeit auch den Menschen mit seinen unterschiedlichen und vielfälltigen Vorstellungen von ihm geschaffen hat.

Ich möchte versuchen, dies mit einem Bild noch etwas zu verdeutlichen:

Da ist ein Mann, er ist

-für seine Geschwister der Bruder, der immer ein offenes Ohr für die Sorgen seiner Geschwister hat;

-für seine Frau der liebende Ehemann und Partner mit dem sie ihre Sorgen und Probleme besprechen und gemeinsam bewältigen kann;

-für seinen Nachbarn der tolle Mensch mit dem man gemeinsame Grillfeste in nachbarschaftlicher Runde feiern kann und der auch gerne mal den Rasenmäher verleiht;

-für seine Mitarbeiter der verständnisvolle Chef der auch schon mal ein Auge zudrückt bei dem einen oder anderen "Problemchen", der für jeden da ist und immer eine Lösung findet, der nie für jemanden Partei ergreift und immer fair ist;

-für den Chef der verantwortungsbewusste Mitarbeiter, der die Belange der Firma verstanden hat und sich mit einbringt;

- der freundliche Herr in der U-Bahn, der einen morgens immer so freundlich anlächelt und immer guter Laune zu sein scheint, der auch bereit ist seinen Platz für ältere Mitfahrer zu räumen und jungen Müttern mit Kinderwagen beim aussteigen hilft;


Für mich ist er mein Vater!

LG Adler

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agape
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#4 Beitrag von agape » 05.08.2009, 09:53

Christ wird man durch die (Bekenntnis-)-Taufe.

Jesus hatte sich als Erwachsener einer "Bekenntnistaufe" unterzogen.

Gott hingegen wurde nicht getauft. ;)

Die Frage ist daher nicht, ob Gott "Christ" oder christlich ist, sondern ob Jesus Christus "göttlich" war oder dies überhaupt theoretisch sein konnte.

Weil das aber zum Evangelium gehört, dass Gott bei Jesus´ Taufe die Adoptionsformel sprach ("Das ist mein lieber Sohn"), ist ein erstes Beispiel möglich geworden, dass den Menschen das "Göttliche" in ihrem Wesen, Seele-Geist "anima-animus") bewusst werden konnte.
Davon berichtet das große Glaubensbuch, die Bibel.
Wer die Bibel ernst nehmen möchte, darf sie nicht wörtlich nehmen.
Die Glaubensbilder können aber wahrhaftige Glaubenserfahrung sein...

;)
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Maximin

HINGEFÃœHLT...

#5 Beitrag von Maximin » 05.08.2009, 10:28

:) Das haste schön gesagt, Agape.
LG vom Micha :wink:

autor

#6 Beitrag von autor » 08.08.2009, 00:05

Abgesehen davon, dass ich nicht weiß, was diese "Bekenntnistaufe" bedeuten soll -
agape hat geschrieben:Christ wird man durch die (Bekenntnis-)-Taufe.

Jesus hatte sich als Erwachsener einer "Bekenntnistaufe" unterzogen.
Bedeutet das, dass Christus ein Christ ist? Ist dann nicht, so denn Christus göttlich ist, Gott auch Christ?

a.

tergram

#7 Beitrag von tergram » 08.08.2009, 08:44

agape hat geschrieben:Christ wird man durch die (Bekenntnis-)-Taufe.
Ich dachte, durch die Taufe würde man Mitglied einer christlichen Kirche. "Christ" hingegen könne man unabhängig von einer Kirchenmitgliedschaft (auch) durch seine innere Haltung und das Verhalten, die Gesinnung, sein resp. werden.
Die Taufe Jesu halte ich für einen Akt der Legitimation gegenüber Dritten. Wenn Jesus Gottes Sohn war, bedurfte es keiner Taufe oder sonst eines Rituals. Um aber als Jude anerkannt und ernstgenommen zu werden, war die Taufe ebenso wie die rituelle Beschneidung als äußeres Zeichen gegenüber der Umgebung erforderlich.

Mich beschleicht der Verdacht, dass die Äußerlichkeiten, Rituale etc. wichtig für uns Menschen sind. Gott wird uns nach meiner Vorstellung an anderen Maßstäben messen und erkennen. Vermutlich an ganz anderen...

Zur Eingangsfrage, 'ob Gott Christ ist':

Gott will, dass allen Menschen geholfen werde. Allen. Er wird dafür Wege haben. Welche auch immer.

Immer wieder wird (berechtigt) der NAK und anderen Glaubensgemeinschaften Exklusivität vorgeworfen. Wenn aber wir Christen glauben, "unser" Gott sei ausschliesslich für "unser Heil", also das Heil der Christenheit zuständig, so begehen wir den gleichen Fehler: Wir schliessen gedanklich Milliarden Kinder Gottes von Heil und Erlösung aus.

Mein begrenzter Stand der (Er)Kenntnis ist daher: Gott ist kein 'Christ' im menschlichen Sinne. Die Frage kann so nicht gestellt und beantwortet werden. Gott entzieht sich jeder menschlichen Vorstellung, jeder menschlichen Denkschublade. Unsere Hoffnung kann nur darauf gründen, dass Gott überhaupt "ist". Und darauf, dass Gott "gut" ist, sich unserer - zumindest im Jenseits - annimmt.

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August Prolle
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#8 Beitrag von August Prolle » 09.08.2009, 00:16

tergram hat geschrieben:Unsere Hoffnung kann nur darauf gründen, dass Gott überhaupt "ist".
Gott weiß alles. Wer alles weiß, muss nichts glauben. Wer nichts glaubt, ist Atheist. Also ist Gott Atheist.
Der Atheist leugnet die Existenz Gottes. Wer die eigene Existenz leugnen kann, muss existieren: Gott ist!

:wink:

abendstern_
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#9 Beitrag von abendstern_ » 09.08.2009, 05:34

endlich ein Gottesbeweis, den ich kapiere...

:D :D

autor

#10 Beitrag von autor » 09.08.2009, 11:18

August Prolle hat geschrieben: Gott weiß alles. Wer alles weiß, muss nichts glauben. Wer nichts glaubt, ist Atheist. Also ist Gott Atheist.
Der Atheist leugnet die Existenz Gottes. Wer die eigene Existenz leugnen kann, muss existieren: Gott ist!

:wink:
Werter „August Prolle“,

danke für deine Exerzitie. Unter anderem wird sie mir so eindringlich verständlich, weil du die Artikel richtig verwendest. Es wird klar, was du meinst.

Lass mich an dieser Stelle für Menschen mit gewissen Sprachbehinderungen drei Übersetzungen einstellen, damit auch sie deine Weisheit erleuchte. Keine Angst! Auch wenn es absoluter Quatsch ist, es wird ihnen schon recht ins Herz fallen, denn manche haben es nun mal nicht so mit den Artikeln.

„So-Isses-Sprech“
Der Gott weiß alles. Wer alles weiß, muss nichts glauben. Wer nichts glaubt, ist der Atheist. Also ist der Gott der Atheist.
Der Atheist leugnet die Existenz des Gottes. Wer die eigene Existenz leugnen kann, muss existieren: Der Gott ist!

„Allumfassendes Salbungssprech“
Ein Gott weiß alles. Wer alles weiß, muss nichts glauben. Wer nichts glaubt, ist ein Atheist. Also ist ein Gott ein Atheist.
Ein Atheist leugnet eine Existenz eines Gottes. Wer eine eigene Existenz leugnen kann, muss existieren: Ein Gott ist!

Kompromiss: „Neue Apostolische Zunge“
Gott weiß alles. Wer alles weiß, muss nichts glauben. Wer nichts glaubt, ist Atheist. Also ist Gott Atheist.
Atheist leugnet Existenz Gottes. Wer eigene Existenz leugnen kann, muss existieren: Gott ist!

a. :wink:

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