Gehören Glaube und Kirche zusammen?

Für Zweifler und andere gute Christen
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evah pirazzi
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Gehören Glaube und Kirche zusammen?

#1 Beitrag von evah pirazzi » 27.12.2009, 18:53

Moderatorenanmerkung von Dieter:
Dieser Thread stammte ursprünglich von hier und wurde von mir geteilt, da mit dem ursprünglichen Thread nicht mehr in Verbindung stehend

Wie sagte schon der alte Gottesmann (Tucholsky):

...
Da haak nu so ville Bicher jelesen.
Und da steht die Wissenschaft uff de Kommode.
Wie wird det mit uns so nachn Tode?
Die Kürche kommt jleich eilich jeloofn,
da jibt et 'n Waschkorb voll Phillesophen . . .
Det lies man. Un haste det hinta dir,
dreihundert Pfund bedrucktet Papier,
denn leechste die Weisen
beit alte Eisen
un sachst dir, wie Kuhle, innalich:
Sie wissen et nich. Sie wissen et nich.


(aus: Also wat nu - ja oder ja?)

:lol:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Gaby

#2 Beitrag von Gaby » 27.12.2009, 22:28

Sie wissen et nich. Sie wissen et nich.

Eben, liebe evah, eben ;-)

shalom
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#3 Beitrag von shalom » 28.12.2009, 11:39

[Bibel-Online.net]
1.Mose22,9 hat geschrieben: …Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak…
…und wenn man heute an die NaK-Kultur-Stätten dieser Welt kommt, von der die Apostel sagen und auch in Engelskirchen Altäre bauen ließen, sieht man wiederum gebundene Kinder wie zu Menschenopferurzeiten, oder hört von zig Gebundenen… .

Zum Glück berichtet im Gegensatz zum neuapostolischen Opferkult (Apostelbindungslehre) die überlieferte Jesulehre: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht“ (zu wem er das wohl sagte :wink:), sowie: „Barmherzigkeit will ich, keine Opfer“.

shalom

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agape
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#4 Beitrag von agape » 28.12.2009, 12:18

shalom hat geschrieben:[Bibel-Online.net]
1.Mose22,9 hat geschrieben: …Und als sie kamen an die Stätte, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham daselbst einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak…
…und wenn man heute an die NaK-Kultur-Stätten dieser Welt kommt, von der die Apostel sagen und auch in Engelskirchen Altäre bauen ließen, sieht man wiederum gebundene Kinder wie zu Menschenopferurzeiten, oder hört von zig Gebundenen… .

Zum Glück berichtet im Gegensatz zum neuapostolischen Opferkult (Apostelbindungslehre) die überlieferte Jesulehre: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht“ (zu wem er das wohl sagte :wink:), sowie: „Barmherzigkeit will ich, keine Opfer“.

shalom
und zum heutigen Tage:

Der HERR, dein Gott, wandelte dir den Fluch in Segen um,
weil dich der HERR, dein Gott, lieb hatte.
5.Mose 23,6


Selbst das AT kennt einen entfesselnden Gott.
Die Kult-Ur-Apostel legen ihren Gläubigen dennoch immer vor: "Segen oder Fluch" und "Opfer gleich Segen".
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

autor

#5 Beitrag von autor » 28.12.2009, 18:02

Gaby hat geschrieben:Sie wissen et nich. Sie wissen et nich.

Eben, liebe evah, eben ;-)
Gaby ein paar Seiten zuvor hat geschrieben:Dies geschieht, wenn das Evangelium nicht befreit, weil Menschen es nicht richtig vermitteln.
Aber du weißt schon, wie es richtig geht, oder?

Brombär
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#6 Beitrag von Brombär » 28.12.2009, 20:26

autor hat geschrieben:
Gaby hat geschrieben:Sie wissen et nich. Sie wissen et nich.

Eben, liebe evah, eben ;-)
Gaby ein paar Seiten zuvor hat geschrieben:Dies geschieht, wenn das Evangelium nicht befreit, weil Menschen es nicht richtig vermitteln.
Aber du weißt schon, wie es richtig geht, oder?

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werter autor,

was wir glauben zu wissen sind die Nachlässe in der Heiligen Schrift. Mit diesem Vermächtnis haben wir überaus viel für die Anwendung in heutiger Zeit zu arbeiten. Menschlich ausgedachte, biblisch unbelegbare Sonderlehren, wie z.B. das na. Enschlafenenwesen oder die Bischoffbotschaft, sind für mich definitiv keine zutreffende Vermittlung.

Wir tun gut daran, das uns Hinterlassene unverfälscht zu prüfen, um das Beste zu behalten.

Bb.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

Gaby

#7 Beitrag von Gaby » 28.12.2009, 22:18

Autor, für mich ist das befreiende Evangelium ein Versprechen, eine Zusage Gottes an uns Menschen. Das befreiende Evangelium hat die Macht des bis dahin geltenden Gesetzes gebrochen. Dieses Gesetz war dafür verantwortlich, dass Menschen nach IHRER eigenen Leistung beurteilt wurden. Mit dem befreienden Evangelium gilt, nicht wer Leistung bringt verdient sich Gottes Liebe und Gnade, sondern wer IHM vertraut, an IHN glaubt. (Nicht wer an irgendwelche Mittelsmänner oder kirchliche Institutionen glaubt) Mehr braucht es m.E. nicht an Wissen.
Keine der Religionen, Konfessionen kann sicher sein, wie es wirklich nach dem Tod sein wird. Darum geht es in diesem Thread schließlich. Kirche jeglicher Couleur kann m.E. nur die Hoffnung vermitteln, dass wir bei Gott sein werden, mit dem Tod nicht alles aus sein wird, weil Gott uns Menschen liebt. Und ja ich glaube, nur Gott kann unsere Sünden vergeben. Sein Bodenpersonal (gleich welcher Konfession) kann uns letztlich nur zusichern, dass Gott uns vergeben wird, wenn wir unsere Schuld bereuen, bereit sind umzukehren.
Vielleicht die Sicht eines sehr vereinfachten Evangeliums, das mag wohl sein. Aber vielleicht würde mancher sich nicht vom Glauben an Gott abwenden, wenn er/sie mehr vermittelt bekommen würde, dass Gott JEDEN liebt, der sich vertrauensvoll an ihn wendet, trotz aller Unvollkommenheiten.
Ohne Strichlisten für Gottesdienstbesuche, ohne das Gefühl vermittelt zu bekommen, man würde zu wenig tun für Gottes Werk, zu wenig opfern, den sogenannten Gottesboten nicht genug Beachtung schenken und und und ....

Gaby

#8 Beitrag von Gaby » 29.12.2009, 12:35

Dies geschieht, wenn das Evangelium nicht befreit, weil Menschen es nicht richtig vermitteln.

Autor, diesen Satz schrieb ich übrigens im Zusammenhang mit einer Demenzkranken, die ständig Angst hatte abends einzuschlafen und in der Nacht eventuell zu sterben.
Es ist zwar durchaus normal, dass Demenzkranke Wahnvorstellungen haben können. Aber in der Regel fürchten sie sich vor anderen Menschen, die böses mit ihnen im Sinn haben könnten. Sie hatte aber nicht Angst vor anderen Menschen oder dem Sterben an sich, sondern vor dem was DANACH kam.
Sie glaubte an Gott, aber an einen rachsüchtigen Buchhaltergott, der sie für ihre Unvollkommenheiten bestrafen würde. Sie in ein finsteres Loch werfen würde, wo sie niemals wieder herauskäme. Manches mal hatte sie Alpträume von diesem finsterem Loch.
Diese Dame war übrigens evangelisch und es fehlte nicht mehr viel zu ihrem 100. Geburtstag.
Früher gab es diese destruktive Religionsvermittelung wohl auch in der evangelischen Welt.
Mich hat das sehr berührt. Ich weiß nicht inwieweit ich zu ihr vordringen konnte um ihr ein anderes Gottesbild zu vermitteln, ein befreiendes Gottesbild.
Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Gott nicht gewollt hat, dass die Menschen Angst vor ihm haben.
Zumindest werde ich niemals an so einen Gott glauben wollen.
Und zu vermitteln, dass Gott Menschen im realen Feuer schmoren lässt, ihn auspeitschen lässt oder in Gefängnisse und Kerker wirft, oder sonstwie
für ewige Zeiten quält empfinde ich von Kirchens (ganz gleich welche) unverantwortlich. Und auch von Eltern finde ich das unverantwortlich ... auch wenn man den Kindern vielleicht tröstend erzählt, es beträfe nur andere Menschen, da man selbst ja auf dem EINZIG richtigen Weg geht ... was wenn das eigene Kind einmal Probleme mit seinem eigenen Glauben bekommt? Ein typischer Zweifler vor dem Herrn ist?
Nach kirchlichen Regeln nicht mehr stromlinienförmig mitschwimmen kann, an sich selbst anfängt zu zweifeln?
Dann als alter, kranker Mensch vielleicht auch Angst hat vor dem DANACH hat, weil man glaubt Gott nicht genügt zu haben?
Oder Menschen liebt, die eben nicht diesen EINZIG richtigen Weg gehen?
Stehen diesem dann diese geschilderten Qualen bevor?

Was haben solche Sonderlehren mit dem befreienden Evangelium zu tun?

Nun, ich sage NICHTS und dabei bleibe ich ....

autor

#9 Beitrag von autor » 04.01.2010, 12:06

Brombär hat geschrieben:
werter autor,

was wir glauben zu wissen sind die Nachlässe in der Heiligen Schrift. Mit diesem Vermächtnis haben wir überaus viel für die Anwendung in heutiger Zeit zu arbeiten. Menschlich ausgedachte, biblisch unbelegbare Sonderlehren, wie z.B. das na. Enschlafenenwesen oder die Bischoffbotschaft, sind für mich definitiv keine zutreffende Vermittlung.

Wir tun gut daran, das uns Hinterlassene unverfälscht zu prüfen, um das Beste zu behalten.

Bb.
Werter „Brombär“,

mit der so genannten „Heiligen Schrift“ kann man ziemlich viel begründen, sogar den neuapostolischen Glauben.

Es ist nicht möglich, auf rein textlicher Basis dieser Bibel einen Glauben als richtig, oder als falsch, als „Irrglauben“ zu qualifizieren. Wie diese Schrift auszulegen ist, dazu haben sich viele Leute schon Gedanken gemacht. Das Ergebnis ist, dass genauso viele denkbare Schriftsinne wie Exegeten gibt.

Gründet man Glauben auf dieses Buch, wird es nötig sein, dieser oder jener Passage mehr Bedeutung zu geben als einer anderen, während man dort die „Mitte der Schrift“, die Kernaussage sucht, wo es einem nur logisch und verständlich erscheint, oder wo sich eine Art Gewissheit des Herzens einstellt.

Das Glaubensbekenntnis der NAK stützt sich auf verschiedene Stellen der Bibel. Das Glaubensbekenntnis der NAK umfasst den Glauben an vom Herrn gesendete Apostel mit dem göttlichen Auftrag zu lehren. Fertig.

Den Begriff „Sonderlehre“ für neuapostolische Offenbarungen verwendet jemand, der den Glauben an die NAK-Apostel nicht teilt.

„Neuapostolischen Christen“ ihren „Irrglauben“ anhand der Bibel nachzuweisen wird nicht gelingen, zumindest, wenn man es mit aposteltreuen und bibelfesten Kandidaten zu tun hat.

Jeder Christliche Glaube beinhaltet mehr, als man aus dieser heiligen Textsammlung ganz nüchtern herauszulesen vermag.

Grüße

a.

Gaby

#10 Beitrag von Gaby » 04.01.2010, 13:15

Autor, wie erklärst Du Dir dann, dass sich das Glaubensbekenntnis in der NAK mit den Jahren so entscheidend verändert hat?

Ich schrieb es schon an anderer Stelle:

Entwicklung des Taufverständnisses der NAK lt. Fragen und Antworten.

6. Ich glaube, dass der Mensch durch die Taufe das Kaufzeichen des Lammes empfängt, und dass sie das BAD DER WIEDERGEBURT ist, wodurch der Mensch als Glied dem Leibe Christi einverleibt wird; sie ist auch der Bund eines guten Gewissens mit Gott. (1912)

6. Ich glaube, dass der Mensch durch die Heilige Taufe das Kaufzeichen des Lammes empfängt und dass sie ferner das BAD DER WIEDERGEBURT ist, wodurch der Mensch als Glied dem Leib Christi eingefügt wird, und dass sie endlich den Bund eines guten Gewissens mit Gott bedeutet.(1938)

6. Glaubensartikel: Ich glaube, dass die Heilige Taufe mit Wasser EIN BESTANDTEIL DER WIEDERGEBURT IST und der Täufling dadurch die Anwartschaft zur Empfangnahme des Heiligen Geistes erlangt. Sie ist ferner der Bund eines guten Gewissens mit Gott. (Fragen und Antworten von 1992)

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Neuapostol ... bekenntnis

Wie zu sehen, lehrte die NAK noch 1938, dass die Taufe die Wiedergeburt aus Wasser UND Geist beinhaltete.

Zur Versiegelung galt 1938:

8. ..., dass die getauften Gläubigen durch Handauflegung eines lebenden Apostels mit dem Heiligen Geiste zur Erlangung der Erstlingsschaft versiegelt werden müssen, und dass durch die Versiegelung die empfangenen Gaben lebendig gemacht werden.

Zur Versiegelung steht 1992:

8. Glaubensartikel: Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel zur Erlangung der Gotteskindschaft den Heiligen Geist empfangen müssen, wodurch sie als Glieder dem Leibe Christi eingefügt werden.

1938 war die Versiegelung lediglich notwendig, um zu den sogenannten "Erstlingen" zu gehören, inzwischen ist sie nötig, um überhaupt ein Gotteskind zu werden, also HEILSNOTWENDIG im Gegensatz zur Firmung.

Sowohl das damalige wie auch das heutige Bekenntnis wird ja wohl als mit der Bibel konform erklärt. Wie kann das denn bitte sein?

Damals wurde anderen Christen nicht die Wiedergeburt aus Wasser UND Geist abgesprochen.
Woher kam die plötzliche Erkenntnis, dass die Wiedergeburt aus dem Geist NUR durch einen lebenden neuapostolischen Apostel (andere die sich Apostel nennen können dies ja angeblich nicht) vermittelt werden kann?

Hätte die NAK nicht früher etwas anderes gelehrt, könnte ich das Exklusivverständnis ja noch verstehen und sagen, nun sie lesen halt aus der Bibel etwas anderes heraus ... aber dieses plötzliche Umdenken erscheint mir schon sehr seltsam ... ist es ein Wunder, wenn man mit diesem Wissen sich fragt, ob mit der plötzlichen Veränderung der Lehrmeinung nicht lediglich das Apostelamt unentbehrlich gemacht werden sollte?

Übrigens, die Änderung des Verständnisses war erstmals in Fragen und Antworten von 1951 zu lesen, also unter J.G. Bischoff.
Zuletzt geändert von Gaby am 04.01.2010, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.

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