Eva und die Bibelübersetzung

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Tatyana

Eva und die Bibelübersetzung

#1 Beitrag von Tatyana » 16.09.2008, 08:53

1. Mose 3:


(Luther 1545, letzte Hand):

6VND das Weib schawet an / das von dem Bawm gut zu essen were / vnd lieblich anzusehen / das ein lüstiger Bawm were / weil er klug mechte / Vnd nam von der Frucht / vnd ass / vnd gab jrem Man auch da von / Vnd er ass.

7Da wurden jr beider Augen auffgethan / vnd wurden gewar / das sie nacket waren / Vnd flochten Feigenbletter zusamen / vnd machten jnen Schürtze. 8 9Vnd Gott der HERR rieff Adam / vnd sprach zu jm / Wo bistu? Vnd er sprach / 10Jch hörete deine stimme im Garten / vnd furchte mich / Denn ich bin nacket / darumb verstecket ich mich. 11Vnd er sprach / Wer hat dirs gesagt / das du nacket bist? Hastu nicht gessen von dem Bawm / da von ich dir gebot / Du soltest nicht da von essen? 12Da sprach Adam / Das Weib / das du mir zugesellet hast / gab mir von dem Bawm / vnd ich ass. 13Da sprach Gott der HERR zum Weibe / warumb hastu das gethan? Das Weib sprach / Die Schlange betrog mich also / das ich ass. 14DA sprach Gott der HERR zu der Schlangen / Weil du solches gethan hast / Seistu verflucht fur allem Vieh vnd fur allen Thieren auff dem felde / Auff deinem Bauch soltu gehen / vnd erden essen dein leben lang / 15 16VND zum Weibe sprach er / Jch wil dir viel schmertzen schaffen wenn du schwanger wirst / Du solt mit schmertzen Kinder geberen / Vnd dein wille sol deinem Man vnterworffen sein / Vnd Er sol dein Herr sein.

(Luther1912):

6Und das Weib schaute an, daß von dem Baum gut zu essen wäre und daß er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß. {Jakobus.1,14} 1,14
Sondern ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird.{1 Timotheus.2,14} 2,14
Und Adam ward nicht verführt; das Weib aber ward verführt und hat die Übertretung eingeführt.

7Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, daß sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze. {1 Mose.2,25} 2,25
Und sie waren beide nackt, der Mensch und das Weib, und schämten sich nicht. 8Und sie hörten die Stimme Gottes des HERRN, der im Garten ging, da der Tag kühl geworden war. Und Adam versteckte sich mit seinem Weibe vor dem Angesicht Gottes des HERRN unter die Bäume im Garten. {Jeremia.23,24} 23,24
Meinst du, daß sich jemand so heimlich verbergen könne, daß ich ihn nicht sehe? spricht der HERR. Bin ich es nicht, der Himmel und Erde füllt? spricht der HERR. 9Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? 10Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich. 11Und er sprach: Wer hat dir's gesagt, daß du nackt bist? Hast du nicht gegessen von dem Baum, davon ich dir gebot, du solltest nicht davon essen? 12Da sprach Adam: Das Weib, das du mir zugesellt hast, gab mir von von dem Baum, und ich aß. 13Da sprach Gott der HERR zum Weibe: Warum hast du das getan? Das Weib sprach: Die Schlange betrog mich also, daß ich aß. {2 Korinther.11,3} 11,3
Ich fürchte aber, daß, wie die Schlange Eva verführte mit ihrer Schalkheit, also auch eure Sinne verrückt werden von der Einfalt in Christo. 14Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du solches getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und vor allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du gehen und Erde essen dein Leben lang. {Jesaja.65,25} 65,25
Wolf und Lamm sollen weiden zugleich, der Löwe wird Stroh essen wie ein Rind, und die Schlange soll Erde essen. Sie werden nicht schaden noch verderben auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der HERR. 15Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Derselbe soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen. {Galater.4,4} 4,4
Da aber die Zeit erfüllet ward, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einem Weibe und unter das Gesetz getan,{1 Johannes.3,8} 3,8
Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre.{Hebräer.2,14} 2,14
Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er dessen gleichermaßen teilhaftig geworden, auf daß er durch den Tod die Macht nehme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist dem Teufel,{Römer.16,20} 16,20
Aber der Gott des Friedens zertrete den Satan unter eure Füße in kurzem. Die Gnade unsers HERRN Jesu Christi sei mit euch!{Johannes.14,30} 14,30
Ich werde nicht mehr viel mit euch reden; denn es kommt der Fürst dieser Welt, und hat nichts an mir.{Offenbarung.12,17} 12,17
Und der Drache ward zornig über das Weib und ging hin zu streiten mit den übrigen von ihrem Samen, die da Gottes Gebote halten und haben das Zeugnis Jesu Christi. 16Und zum Weibe sprach er: Ich will dir viel Schmerzen schaffen, wenn du schwanger wirst; du sollst mit Schmerzen Kinder gebären; und dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein. {Epheser.5,22} 5,22
Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem HERRN.{1 Timotheus.2,11} 2,11
Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit.

(neue evangelistische Übersetzung):

6Als die Frau nun sah, wie gut von dem Baum zu essen wäre, was für eine Augenweide er war und wie viel Einsicht er versprach, da nahm sie eine Frucht und aß. Sie gab auch ihrem Mann davon, der neben ihr stand. Auch er aß.

7Da gingen beiden die Augen auf. Sie merkten auf einmal, dass sie nackt waren. Deshalb machten sie sich Lendenschurze aus zusammengehefteten Feigenblättern. 8Am Abend, als es kühler wurde, hörten sie Gott durch den Garten gehen. Da versteckten sich der Mann und seine Frau vor Gott zwischen den Bäumen. 9Doch Jahwe, Gott, rief den Menschen : "Wo bist du?" 10Der antwortete: "Ich hörte dich durch den Garten gehen und bekam Angst, weil ich nackt bin. Deshalb habe ich mich versteckt." 11"Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist?", fragte Gott. "Hast du etwa von dem verbotenen Baum gegessen?" 12Der Mensch erwiderte: "Die Frau, die du mir zur Seite gestellt hast, gab mir etwas davon; da habe ich gegessen." 13"Was hast du da getan?", fragte Jahwe, Gott, die Frau. "Die Schlange hat mich verführt", entgegnete sie. 14Da sagte Jahwe, Gott, zur Schlange: "Weil du das getan hast, / sei verflucht vor allem Herdenvieh / und vor all den wilden Tieren! / Kriech auf dem Bauch / und friss den Staub dein Leben lang! 15Ich stelle Feindschaft zwischen dich und die Frau, / deinem Nachwuchs und dem ihren. / Er wird dir den Kopf zertreten, / und du wirst ihm die Ferse zerbeißen." 16Zur Frau sprach er: Ich mache dir viele Beschwerden und lasse deine Schwangerschaften zahlreich sein. / Mit Schmerzen wirst du Kinder gebären. / Deinem Mann wirst du befehlen wollen, / doch er wird über dich herrschen."

Quelle

Also, mal ernsthaft: Adam benimmt sich wie ein Kind. "Ich wars nicht, sie ist Schuld". Eva versucht wiederum die Schuld auf die Schlange zu schieben(und wen hat die arme Schlange als Sündenbock???). Aber wenigstens hat Eva eine eigene Entscheidung getroffen. Adam ißt nur, weil Eva es auch tut.
Trotzdem SOLL zu Luthers Zeit Eva dem Mann unterworfen und er ihr Herr sein. 1912 sollen schon DIE Weiber ihren MÄNNERN untertan sein als ihrem Herrn. Ganz modern hört sich das dann wiederum anders an, da will Eva ihrem Mann befehlen, bleibt aber erfolglos.

Welch verschiedene Deutungsweisen an einer einzelnen, kleinen, wenn auch genau dadurch so wichtigen Stelle...

42
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#2 Beitrag von 42 » 16.09.2008, 20:27

Schlangen hatten Beine - Hat Gott hat das Bein-Gen abgeschaltet?

Laut Bibel sind der Beinverlust und die damit verbundene Veränderung im Körperbau von Schlangen eine Strafe Gottes für die Verführung Evas. In 1. Mose 3,14 wird die Schlage verflucht: „Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang“.
http://www.kath.net/detail.php?id=20689
http://www.erf.at/index.php?option=com_ ... 7&Itemid=1

Und noch eine nicht ganz so religioese Quelle:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natu ... 15,00.html

Katze

#3 Beitrag von Katze » 16.09.2008, 20:55

Tatyana hat geschrieben:Eva versucht wiederum die Schuld auf die Schlange zu schieben(und wen hat die arme Schlange als Sündenbock???).
Hi,
... eigentlich habe ich gar keine Zeit zu schreiben...

Aber über das oben genannten Zitat, machte ich mir auch schon meine Gedanken.

Die Schlange ist doch ein Tier... und Tiere können(wir Menschen denken jedenfalls so)doch nicht denken... es sind doch Geschöpfe die von Instinkten regiert werden und nicht von Intellekt.
Insofern kann die Schlange für ihr "Fehlverhalten" doch nicht verantwortlich gemacht werden, sie konnte doch die Wirkung, der Worte, die sie gesprochen hat selbst überhaupt nicht beurteilen.
Nach unserem Verständnis können Tiere(Schangen) nicht zwischen gut und böse unterscheiden.

Warum also, hat Gott die Schlange so unbarmherzig bestraft...? :shock:

lg Katze

abendstern_
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#4 Beitrag von abendstern_ » 16.09.2008, 21:12

Tiere können auch nicht sprechen.... :D

Katze

#5 Beitrag von Katze » 16.09.2008, 21:30

Liebe abendstern,

stimmt Tiere können nicht sprechen. :wink:

Mose 1 Vers 1-8 steht folgendes:
Nur ein Auszug davon... aber die Schlange war listiger als alle Tiere auf dem Felde, die Gott der Herr gemacht hatte, und sprach zu der Frau: Ja, sollte Gott gesagt haben: Ihr sollt nicht essen von allen Bäumen im Garten?...

Sie sprach also,... oder der Teufel sprach durch sie...

Nur warum wurde dann sie, dafür so hart bestraft.... und überhaupt und so...?

Fragende liebe Grüsse Katze...

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tosamasi
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#6 Beitrag von tosamasi » 16.09.2008, 23:28

Sie sprach also,... oder der Teufel sprach durch sie...

Nur warum wurde dann sie, dafür so hart bestraft.... und überhaupt und so...?
Katze, das wird der Grund gewesen sein. Wenn du geschwiegen hättest, Schlange...

Bild Bild
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

abendstern_
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#7 Beitrag von abendstern_ » 17.09.2008, 05:49

Es ist doch seltsam, wir wissen genau, dass Tiere nicht sprechen können. Okay, wenn ein Papagei die Eva zum Früchte essen überredet hätte, müssten wir uns ernsthafte Gedanken machen... :)

Aber - was ich sagen wollte. Wir wissen dass Tiere nicht sprechen können. Und doch neigen wir dazu, etwas wortwörtlich zu glauben, nur weil es in der Bibel steht.

Diese Geschichte ist doch ein Mythos und keine Erzählung eines realen Ereignisses. Mythen wollen etwas erklären, beantworten, hier vielleicht die Frage, warum leben wir in dieser Welt und warum ist das Leben manchmal so bescheuert und schwer? Da muss es doch eine Ursache geben. Einen Schuldigen. Mythen vermitteln auf andere Weise Wahrheit, als ein Polizeibericht es tut.

Im Märchen können Tiere auch sprechen. Glauben wir deshalb, dass der Wolf Konversation macht im Wald mit Rotkäppchen?

Anne
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#8 Beitrag von Anne » 17.09.2008, 06:52

... und doch würde ich denken, dass wir alle Situationen kennen, in denen uns etwas angesprochen hat, auch wenn niemand wirklich geredet hat, oder dass uns "irgendwas Wortloses" :wink: etwas zu sagen hatte oder sogar gesagt, einen Impuls gegeben hat.

Den Begriff der "falschen Schlange" kennen wir auch alle...
Oder den Eindruck, das instinktives Gefühl, dass man der Wahrheit nie wirklich näher kommen wird ...

Trotzdem - oder gerade deshalb :wink: - bleiben mir bei diesen biblischen "Berichten" auch Fragen über Fragen.

Guten Morgen!
Anne
Zuletzt geändert von Anne am 17.09.2008, 06:58, insgesamt 1-mal geändert.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne
(aus "Stufen", H. Hesse)

Steppenwolf

#9 Beitrag von Steppenwolf » 17.09.2008, 06:57

Glauben wir deshalb, dass der Wolf Konversation macht im Wald mit Rotkäppchen?
Ja. Anfänglich schon... :lol:

Anne
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#10 Beitrag von Anne » 17.09.2008, 07:05

Und später? :wink:
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