Die Ethik der Kirche

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Jinn
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Re: Die Ethik der Kirche

#11 Beitrag von Jinn » 17.05.2018, 07:39

Guten Morgen werter Heidewolf,
Es gibt eben Realitäten, die sind da oder waren da. Geht es hier um Schuldzuweisungen gegenüber Aschemenschen.??
Da bin ich hier wohl falsch.

Wenn es darum geht, aus der Vergangenheit zu lernen und die Zukunft besser zu gestalten, ist das schon eher mein Thema.
Halte mich halt eher für einen Realisten als einen Rückwärtsschauer, Träumer oder Illusionisten.
Ich habe eine leise Ahnung davon, wie sehr sich unser beider Realitätssinn voneinander unterscheidet.

Dem Thema von Wolf, so wie ich es verstand, lag zugrunde, was ist.
Nicht was sein könnte.
Auch nicht was sein sollte.
Und erst recht nicht was man sich von Religion erträumen und erwünschen könnte.


Einen Ist-Zustand festzustellen und zu tadeln, hat nichts mit rückwärst schauender Betrachtung, sondern eben mit der Betrachtung des "Jetzt" und "Heute" zu tun. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich schrieb aber schon darüber, dass es ein Merkmal von Religion ist, immer in unpassensten Moment Liebe, Vergebung, Versöhnung, Vorwärtsschauen ppa. einzufordern, wenn es allen anderen nichtreligiösen Menschen überhaupt nicht in den Sinn käme, nicht zu lieben, nicht vergeben zu wollen und sich nicht zu versöhnen. Und Religion immer dann vorwärts gerichtet erscheinen möchte, wenn ihr rückwärtsgewandtes Wesen mächtig daneben gegangen ist. :?


Auch ich wünschen Ihnen einen angenehmen Tag!

Herzlichst Jinn

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Heidewolf
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Re: Die Ethik der Kirche

#12 Beitrag von Heidewolf » 17.05.2018, 08:28

Werteste oder wertester Jinn,
die Antwort passt aber überwiegend nicht.
Wolf beschrieb sehr wohl Dinge der Vergangenheit.
Auch ich gehe von dem Ist aus. Betrachte aber auch, WOHER kommt das.
Und, ich erkenne durchaus auch Fortschritte undReformen an, wenn sie zu einer Besserung der Zustände, auch in den Kirchen, geführt haben.

Wenn wir alle uns bemühen, die Grundlagen, also die Religion (und nicht nur die Kirchen, die meinen, im Namen der Religion zu handeln) einigermassen objektiv zu betrachten, dann sehe ich durchaus noch Möglichkeiten auch die Organisationen zu verbessern.

Und das betrifft nicht nur das Christentum, sondern auch den Islam und das Judentum.

Das Bestreben von Wolf, die Fehlentwicklungen, die im Namen der Kirchen passiert sind, zu verurteilen, verstehe ich gut.
Das aber auf die heutige Zeit zu projezieren ist nicht passend.

Es sind doch aber auch Entschuldigungen von den Kirchen ausgegangen, Kirchen haben sich doch auch weiterentwickelt.
Das da gerade die NAK hinterherhinkt, kann man auch ganz deutlich sagen.
Das ist wahrscheinlich auch der Kern der Aussage von Wolf.
Da kann ich ins Geheul mit einstimmen.

Ich stelle deswegen die allgegenwärtige Frage mal wieder in den Raum.

'Ist und war das Gottes Wille?'

Ich wünsche allen noch einen schönen Tag, der Regen hat hier aufgehört. Die Arbeit ruft.
17 Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden (1.Kor. 15)

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Re: Die Ethik der Kirche

#13 Beitrag von Jinn » 17.05.2018, 09:29

Lieber passender oder aufpassender Heidewolf,

Wolf bemühte die Vergangenheit, um auf die Gegenwart hinzuweisen, die ihm (in der Gegenwart) die Hutschnur hochtreibt.
Wolf hat geschrieben:Sexueller und geistiger Missbrauch bis heute und die Täter gehen meist straffrei aus.
Die Kirchen haben kein Recht ethisches Verhalten für sich zum Monopol zu erklären.
Es interessiert mich wenig, woher der sexuelle und geistige Missbrauch Ihrer Kirche kommt. Mich interessiert es, warum Sie glauben, dass er dadurch weniger sträflich wird, wenn Sie „Fortschritte und Reformen“ erkennen wollen.
Heidewolf hat geschrieben:Wenn wir alle uns bemühen, die Grundlagen, also die Religion (und nicht nur die Kirchen, die meinen, im Namen der Religion zu handeln) einigermassen objektiv zu betrachten, dann sehe ich durchaus noch Möglichkeiten auch die Organisationen zu verbessern.
Sie dürfen sich gerne bemühen! Meine „Bemühungen“ bestehen einzig darin, mit dem, was z. B. die NAK in meinem Leben verbrochen hat, soweit klarzukommen, dass es mir nicht wie Wolf geht und meine Hutschnur reißt. :wink:
Heidewolf hat geschrieben:Das Bestreben von Wolf, die Fehlentwicklungen, die im Namen der Kirchen passiert sind, zu verurteilen, verstehe ich gut.
Das aber auf die heutige Zeit zu projezieren ist nicht passend.
Verzeihung, aber Sie bringen hier Ihre Gesinnung zum Ausdruck, die eben genau diese unglaublich, dumme Arroganz aller Religiösen beinhaltet, die gegenüber anderen, nicht gläubigen Menschen völlig unangebracht ist.
Sie wissen doch gar nicht, was das Bestreben von Wolf ist, oder kennen Sie ihn höchstpersönlich?
Er hat nach Lesart lediglich seine Sichtweise zum Ausdruck gebracht und keinerlei Ambitionen irgend eines Bestrebens offenbart.
Außer eben, dass er sich freuen würde, wenn er zu seinem Thema andere Meinungen hier lesen darf.
Heidewolf hat geschrieben:Es sind doch aber auch Entschuldigungen von den Kirchen ausgegangen, Kirchen haben sich doch auch weiterentwickelt.
In Bezug auf Wolfs Ausgangsstatement, nämlich einmal die Vergangenheit, aber genauso immer noch die heutige Zeit und die Zukunft betrachtend: Auch Mörder und Kinderschändern entwickeln sich weiter. Deswegen werden aber ihre Taten nicht ungeschehen gemacht, und wenn sie weiterbetrieben werden, dann sind sie immer noch genauso schändlich. Nach gültigem, aktuellem Recht ist es aber sogar strafbar, wenn diese Mörder und Kinderschänder versuchen würden durch Einflussnahme ihre Taten zu verschleiern oder unter den Teppich kehren zu wollen. Die Kirchen tun - eben aufgrund ihrer aktuellen immer noch ungebrochenen Arroganz und angeblichen Machtbefugnis genau dies!

Was den sexuellen Missbrauch anbetrifft, und hier erlaube ich mir ähnlich Ihnen mal einen Oberlehrerton anzuschlagen, ist er umso schändlicher, wenn er in der heutigen, ganz aktuellen Zeit von den Kirchen gedeckt, verharmlost und nach Möglichkeit totgeschwiegen wird. Sie dürfen dazu gerne die diversen Berichterstattungen lesen, wie z. B. hier: http://www.sueddeutsche.de/panorama/mis ... -1.3593107
Heidewolf hat geschrieben:Das da gerade die NAK hinterherhinkt, kann man auch ganz deutlich sagen.
Das ist wahrscheinlich auch der Kern der Aussage von Wolf
.

Da bin ich jetzt doch sehr erstaunt, was Sie alles aus Wolfs Beitrag herauslesen können!
Er schrieb nach meiner Lesart nämlich überhaupt nicht explizit von der NAK, sondern ausdrücklich von „den Kirchen“.
Ich stelle deswegen die allgegenwärtige Frage mal wieder in den Raum.

'Ist und war das Gottes Wille?'
Es mag sein, dass Ihnen diese Frage allgegenwärtig in Ihrem Leben erscheint.
Für mich, in Bezug auf die Kirchen und ihre Religionen stellt sich eine völlig andere Frage: Woher nehmen sie die unglaubliche Arroganz, und woher oder durch was leiten sie eine so ungeheure Machtbefugnis ab, dass „Gott“ durch sie seinen Willen zum Ausdruck bringen wollte?

Und um bei Wolfs Ausgangsbeitrag zum Thema zu bleiben:
Warum "glauben" die Kirchen ein Recht auf ethisches Verhalten für sich zum Monopol erklären zu können?

Viel Spaß bei Ihrer Arbeit

Wünscht Jinn

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Re: Die Ethik der Kirche

#14 Beitrag von Heidewolf » 17.05.2018, 10:27

Danke Jinn, für die guten Wünsche für die Arbeit.
Ansonsten wünsche ich auch viel Erfolg beim Sortieren der Gedanken.
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