Monatslosung November 2012

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tergram

Re: Monatslosung November 2012

#31 Beitrag von tergram » 02.11.2012, 23:35

@Adler: Ich antworte gern auf deine Frage:

Ich halte die Bibel für eine Sammlung von Geschichten aus alter Zeit. Dabei sind nützliche und wertvolle, die man sich zu Herzen nehmen kann; es gibt aber auch Bibelteile, die mir vollkommen unverständlich sind. (Dabei fühle ich mich in guter Gesellschaft. Beispielsweise ist von Martin Luther überliefert, dass ihm die Offenbarung Unbehagen bereitete und er sich gewünscht hätte, sie wäre nicht Bestandteil der Bibel geworden.)

Eigentlich kümmert mich die Bibel wenig bis nichts, weil ich mit dem Gott der Bibel nichts anfangen kann. Ich glaube nicht an einen persönlichen Gott, also auch nicht an einen Gott, der (über) mein Leben bestimmt - weder im Guten noch im Schlechten. Diese Frage stellt sich mir daher nicht.

Ich denke, dass damit Lorys Fragen aus meiner Sicht beantwortet sind.

Und wie stehst du zu den Zitaten, die Lory ausgewählt hat? Wie erklärst du dir die differierenden Aussagen in der Bibel? (Lory hat ja hier nur beispielhaft einige genannt.)

Cemper

Re: Monatslosung November 2012

#32 Beitrag von Cemper » 02.11.2012, 23:56

http://www.youtube.com/watch?v=7UWz3KpW ... ure=relmfu

Siehe auch 2/3 und 3/3.
Nur als Beispiel ...

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Loreley 61
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Re: Monatslosung November 2012

#33 Beitrag von Loreley 61 » 03.11.2012, 09:15

Genau so ist es, tergram. Ich warte immer noch auf Erklärungen speziell meiner eingesetzten Zitate. Nicht umsonst stritten und streiten sich Theologen auch um diese Fragen: Prädestination oder nicht? Es ist eben nicht so eindeutig wie manche es gerne hätten. Auch mich betrifft die Auslegung der Bibel wenig, denn der Bibelgott der Kirchen ist mir suspekt - ich habe ihn abgelegt. Es reitzt mich aber immer wieder zum nachdenken anzuregen. Da aber die Bibel ohne Auslegung nicht zu verstehen ist - und jeder nach "Gutdünken" selbst auslegt (der einzelne Gläubige, die unterschiedlichsten Kirchen) wird eine einheitliche Linie nie vorhanden sein, so sehr man sich das auch wünscht. Ein Glaubenfundament kann es also eigentlich nicht geben, es sei denn man selektiert gewisse Bibelverse, beachtet sie nicht und nimmt nur das, was einem gefällt. Wie schön klingt die Bergpredigt, aber wie angstvoll sind dagegen die Verwünschungen und Höllenansagen Jesu? (Sofern man ihm nichts in den Mund gelegt hätte, was er wohl nie gesagt hat.) Ich frage mich heute, auf was hat mein ehemaliger Glaube eigentlich gegründet? Er hatte aus heutiger Sicht ein wackeliges Fundament - die Bibel. Ich würde heute gläubige Christen gerne fragen: Ja, was glaubt ihr denn eigentlich? An die schönen und verheißungsvollen Sprüche der Bibel, während ihr andere einfach übergeht? Die Bibel spricht von einer kleinen Schar der Erwählten - und das bei der zahlenmäßig größten Religion. Wer also sollte da eine echte Chance haben? Nach welchen Kriterien werden die Erwählten auserwählt, wer sind diese und woran erkennt man sie? Jedenfalls wird der weitaus größere Teil der Menschheit, einschließlich vieler Christen in der Hölle schmoren - zumindest laut Bibel. Ist das die frohe Botschaft? Nimmt man unter Christen wahr, dass die Chance - laut Bibel - zu den Auserwählten zu zählen verschwindend gering ist? Oder glaubt man nur an die besser klingenden Verse der Bibel, wonach Gott will, das allen Menschen geholfen werde?

fragt immer noch Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

Adler

Re: Monatslosung November 2012

#34 Beitrag von Adler » 03.11.2012, 12:52

@tergram,

meine Meinung zur Bibel deckt sich größtenteils mit deiner.

Ich habe ja bereits in anderen Thraeds meine Meinung und meine Sichtweise zur Bibel, in der uns bekannten Form, geschrieben und erspare mir hier Wiederholungen.

Aufgrund dieser -meiner- Sichtweise sehe ich die Bibelverse ähnlich wie Lory. Niemand kann doch mit 100%iger Sicherheit sagen, dass zB. die in der Bibel "überlieferten" Aussagen Jesu, auch tatsächlich SO von ihm gesagt wurden und nicht nur der Fantasie bzw. der Vorstellung der Schreiber entsprechen.
Von daher sind diese gegensätzlichen Aussagen der Bibel, nach meinem dafürhalten, nur so zu erklären.

Adler

Maximin

Re: Monatslosung November 2012

#35 Beitrag von Maximin » 03.11.2012, 15:08

:) Lieben Freunde,
zu dieser Rubrik erlaube ich mir mal ausnahmsweise eine kleine Zwischenbilanz. Zunächst: Über 840 Klicks haben mich angenehm überrascht und, wenn ich es offen zugeben darf, auch gefreut. Dankeschön dafür…!

Nun hat es hierzu ja erfreulicherweise auch etliche Rückmeldungen gegeben. Zustimmende, fragende, ablehnende und auch einige hintergründig zynische. So ist das in einem Forum eben. Und dass das so ist, das ist ja der Sinn unseres Forums.

Lorys Frückfragen haben mich besonders beeindruck. Sie weist u. a. auf einige Schriftstellen hin. Beispielweise auf diese hier:

- Denn Gott ist es, der in euch wirkt sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen. (Philipper 2, 13)

- Als es aber dem, der mich von meiner Mutter Leibe an ausgewählt und durch seine Gnade berufen hat. (Galater 1, 15)


Lorys Überzeugung scheint es (derzeit) zu sein, dass Gott die einen Menschen von jeher erwählt und andere wiederum von Anfang an verworfen hat. Keine Chance…! Du kannst dich bemühen wie du willst, wenn du von Anbeginn an von Gott nicht erwählt warst, dann landest du unweigerlich und gnadenlos in der ewigen Verdammnis.

Damit unterstellt Lory dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, dem Vater unseres Herrn und Heilandes, Jesus Christus, unbarmherzige Gnadenlosigkeit und stellt ihn auf eine Stufe mit uns erbärmlichen Menschlein. Beispiele gefällig...`?

Lory ignoriert dabei aber m. E. leider auch, dass bereits die Juden des Altertums und bis heute so sprechen und schreiben: „Gnädig und barmherzige ist der EWIGE, geduldig und von großer Güte.“ (Psalm 103)

Lory ignoriert u. a. leider auch eine Botschaft des hl. Apostels Paulus wenn der sagt: „3:23 Denn es ist hier kein Unterschied: sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den sie bei Gott haben sollten, 3:24 und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Jesum Christum geschehen ist, 3:25 welchen Gott hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete in dem, dass er Sünde vergibt, welche bisher geblieben war unter göttlicher Geduld; 3:26 auf dass er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt; auf dass er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an Jesum.“ (Römer 3, 23 – 26 / Luther 1912)

Nun kann man ja die Bibel in Gänze ignorieren und sie als „archaisches Märchenbuch“ abtun. Bitte sehr…! Nix dagegen…! Da angekommen, kann man sich von mir aus auch gerne anderen Religionen zuwenden und der Meinung sein, dass es den „Bibelgott“ gar nicht gibt.

Selbst Nitsche, ein Pfarrerssohn, glaubte an diesen Gott bis er schließlich zu der Erkenntnis kam, dass dieser Gott gestorben, also tot ist. Auch gegen diesen Erkenntnisstand wende ich mich nicht. Glaube jeder was er will. Schlimm finde ich es nur, wenn jemand zwanghaft an etwas glaubt, ohne es wirklich glauben zu wollen.

Und damit in der Eile keine Missverständnisse aufkommen: „Maximin ist nicht seines Gottes Geheimsekretär, der um alle Geheimnisse Gottes weiß und deshalb alle zweifellos vorhandenen biblischen Widersprüche auflösen kann. Nein, das kann er nicht! Er glaubt nur…! Leider ist das für ihn manchmal nicht befriedigend, aber jedenfalls einigermaßen ausreichend, um seinen Christenstand lebendig zu erhalten."

Liebe Grüße, landauf und landab, vom alten Maximin

P. S.: http://www.youtube.com/watch?v=if93IXyh ... re=related

Maximin

Re: Monatslosung November 2012

#36 Beitrag von Maximin » 09.11.2012, 15:32

:) Lieben Freunde,
die Überschrift dieser Rubrik ist: „Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes.“ (2. Korinther 6, aus Vers 16 / Luther 1912) Eigentlich ist dazu inzwischen vieles gesagt worden. Wirklich alles…? Einige Rückmeldungen lassen mich zweifeln. Warum…? Und womit begründe ich meine Zweifel?

Jemand sagt es frank und frei: „An diesen Gott glaube ich nicht (mehr).“ So ein offenes Bekenntnis interessiert mich. Nur sagt der hl. Apostel Paulus eben: „Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes.“ (2. Korinther 6, aus Vers 16 / Luther 1912).

Und dann läuft mir jemand über den Weg der mir mitten ins Gesicht sagt: „Tut mir leid, diesem Gott traue ich aufgrund meiner bisherigen Lebenserfahrungen nicht mehr über den Weg und seinem Bodenpersonal schon gar nicht.“

Wen wundert es da, wenn solche Leute nichts mehr davon hören wollen: „Du sollst ein lebendiger Wohnraum Gottes sein, um eine innige Lebensgemeinschaft mit Gott zu haben." Was aber bedeutet das…?

Die einen erleben das als einen seelischen Zustand, der von innerem Frieden mit sich selbst, mit seinen Mitmenschen, mit den Wechselfällen seines Lebens und auch mit Gott getragen ist.

Natürlich sind das nicht immer in sich in ruhende gefestigte Persönlichkeiten, die mit den Wechselfällen des Lebens, oder mit denen ihrer engsten Mitmenschen locker fertig werden, wenn man selbst oder die anderen leiden wie ein Hund. Manche setzen dann auf Hoffnung (= Esparanza).

Sie verbinden ihre Hoffnung mit einem Gottesglauben. Und was ist, wenn sich solche Hoffnungen eines Tages doch in Luft auflösen…? Die einen hoffen und glauben dann trotzdem unverdrossen weiter und die anderen lassen alle Hoffnungen fahren, kippen die Bibel in die Tonne und wenden sich von ihrem bisherigen Gott konsequent ab. Und dann…?

Da läuft mir unvermutet ein bisher erfolgreicher Banker über den Weg. Gut aus- und kontinuierlich weitergebildet. Hellwach, hoch intelligent und mit allen Wassern gewaschen. Eingebunden in ein System, in dem es darum geht, aus wenig mehr, am besten noch mehr zu machen. Wo das endet, dass erleben wir gerade alle Tag für Tag. Die früher selbstverständliche Glaubwürdigkeit droht abzusaufen. Vertrauensschwund allerorten…!

Denn mittlerweile haben viele Banken, insbesondere bedeutende Banken und die Politik sowieso, irgendwann den Hals nicht mehr voll genug bekommen. Die Gier nach immer „mehr“ erstickte den uralten Kaufmannsgrundsatz: „Treu und Glauben mit Rücksicht auf die Verkehrssitte.“ Bert Brecht sagte: „Erst kommt das Fressen und dann die Moral.“ Muss mach Brecht zustimmen…?

Aber was hat das eigentlich mit unserem Thema zu tun? Ich antworte so: Über uns Menschen steht u.a. geschrieben: „Du sollst nicht lügen, du sollst nicht stehlen und nicht nach dem Gut und Besitz anderer trachten.“ Tun wir das nicht oder tun wir es in Wahrheit nicht klammheimlich doch? Wir tun es doch! Die einen weniger die anderen mehr und jeder an seinem Platz und mit seinen eigenen Tricks.

Am Ende könnte es jedoch sein, dass wir Gefangene unseres Gewissens bleiben. Hin und her gerissen: „Ich weiß zwar genau zwischen richtig und falsch zu unterscheiden, aber die Verhältnisse sind nicht so.“ Dann besänftigt man oft sein rumorendes Gewissen mit der Ausflucht, dass es nicht nur weiß oder schwarz gibt. Man flüchtet sich in eine rettende Grauzonen: Motto: „Ich halte mich heraus und beobachte die Entwicklungen wie die beiden alten Herren auf der Empore in der Sesamstraße „Zynisch lästernd…!

Ich glaube nicht dass diese Lebenseinstellung in mir freien Raum schafft, um in mir einen sauberen freien Raum herzustellen, in dem ich Gott in mir wohnen lassen möchte, kann und ER darin wirklich Raum einnimmt. .

Liebe Grüße, landauf und landab, vom alten Maximin :wink:

Maximin

Re: Monatslosung November 2012

#37 Beitrag von Maximin » 11.11.2012, 12:09

http://www.youtube.com/watch?v=lbb-kaur ... re=related

11. 11. 2012 - Gruß nach Köln vom Maximin :wink:

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