Gott von ganzem Herzen suchen...

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Lobo

Gott von ganzem Herzen suchen...

#1 Beitrag von Lobo » 08.04.2009, 17:24

Jeremia 29, 13+14...denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR
Ein Wort, das im Kontext der übrig gebliebenen Israeliten steht, die sich in der Gefangenschaft Nebukadnezars in Babel befanden.
Wie aktuell ist das Wort heute noch für "GottessucherInen"?
Gibt es das Erlebnis: ja, ich habe Gott gefunden!
Ich persönlich bin mir da noch nicht sicher, und somit noch auf dem Weg.

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agape
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#2 Beitrag von agape » 08.04.2009, 19:24

Lieber Lobo,

das ist eine interessante Frage, und oftmals wirken die Sätze der "Neubekehrten" doch sehr merkwürdig, die mit verklärtem Blick mitteilen, dass sie nun endlich ... (Jesus, Gott) gefunden hätten.
Ich will das auf keinen Fall näher bewerten und man kann sich für jeden freuen, der irgendwie "gut untergekommen" ist.
Andererseits halte ich es wie Bischöfin Käßmann, die in einem :arrow: GD in einem Kloster sinngemäß sagte, dass wir von Gott längst gefunden wurden.
Wir sind "GEFUNDENE". ;)

Was wir suchen, ist quasi eine Gemeinschaft, in der wir diese Überzeugung, dieses Gefühl, dieses Bewusstsein leben und erleben können.
Die Frage nach dem Finden korrespondiert immer ein bisschen mit der Frage nach der "richtigen Kirche", die es aber so gesehen nicht geben kann. M.E. gibt es bestenfalls eine Gemeinschaft, einen geistlichen Ort (incl der Lehre, Dogmatik, Liturgie, Gemeindeleben, etc.), die zu einem Menschen mit seinen Ansprüchen und Sehnsüchten passt.
Vielleicht kann man diese suchen oder Gott darum bitten, dass einem dieser "Ort", diese "Verortung" gezeigt wird.

Deswegen *müssen* manche eben auch da bleiben, wo andere unbedingt weg gehen mussten. Wir leben nicht alle nach dem gleichen Programm, wie auch die Waschmaschine nicht jedes Teil bei 95 Grad waschen und mit 1600 Umdrehungen schleudern sollte... weil sonst das Feingewebe klein wird und verfilzt. ;)

Davon gäbe es reichlich schöne Berichte. ;) :)

Lieben Gruß,
agape
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

tergram

#3 Beitrag von tergram » 08.04.2009, 22:02

Danke agape für den wohltuender Beitrag. 'Gefundene' seien wir... eine schöne Vorstellung...

Und die Sache mit den Kirchen werde ich nun nie wieder vergessen - aufgrund des so schön alltagstauglichen Waschmaschinen-Beispiels.

Abendgrüße von der Waschmaschine-verweigernden Socke. (Vielleicht gibt's ja Seelen, die auf 'Handwäsche' bestehen...) :mrgreen:

Maximin

WER SUCHT WEN...?

#4 Beitrag von Maximin » 09.04.2009, 08:54

:) Mein lieber Lobo,
ich weiß von nichts was dagegen spricht, das uralte Wort des Jeremia auch für mich persönlich in Anspruch zu nehmen. Was aber sagt dieses Wort genau aus? ER will sich von mir dann finden lassen wenn ich gewisse Bedingungen erfülle. So bleibe ich aber vielleicht am Ende der einsame Sucher in einer die Sinne verwirrenden Wüstenlandschaft. Mit dieser Grundhaltung werde ich mich vernünftigerweise nach Weggefährten umsehen. Wer ist schon gerne alleine, zumal in unsicherem Gelände?

Letzte Nacht erwachte ich mit einem Ohrwurm und der verfolgt mich immer noch: „Hier in deinem Hause, Herr da ist es schön, wo noch die Apostel treu und feste steh´n.“

Dieses alte neuapostolische Chorlied kennzeichnet das Malheur vieler, die das mal gläubig mitgesungen haben und heute einfach nicht mehr mitsingen können. Und doch hörte ich die Frauen so einfühlsam und beruhigend den Refrain dieses Chorliedes singen: <Ewiger Friede, selige Ruh, bist ja mein Heiland, bist ja nur du. Dir gilt mein sehnen, ich bin ja dein....>

Was macht so ein Lied mit mir? Warum werde ich diesen Ohrwurm nicht los? Es vermittelt mir mit seinen einschmeichelnden Melodien ein sicheres geistliches Daheim, eine sich in Geborgenheit wiegende große Familie, UNSERE FAMILIE.

Was aber, wenn es Hänschenklein in die große weite Welt hinauszieht und er seine liebe Mutter Kirche weinend zurücklässt? Hänschen geht ja nicht mit Stock und Hut frohgemut. Nein, er schleppt ein schlechtes Gewissen mit, das ihn möglicherweise wieder an Mutters Rockzipfel zurücktreibt. Wird man so erwachsen...?

Deinem Jeremiawort möchte ich ein Herrenwort gegenüberstellen. Dieses hier:

1 Es nahten sich ihm aber allerlei Zöllner und Sünder, um ihn zu hören. 2 Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. 3 Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach: 4 Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, wenn er "eins" von ihnen verliert, nicht die neunundneunzig in der Wüste lässt und geht dem verlorenen nach, bis er's findet? 5 Und wenn er's gefunden hat, so legt er sich's auf die Schultern voller Freude. 6 Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freut euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. 7 Ich sage euch: So wird auch Freude im Himmel sein über "einen" Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen. (Lukas 15, 1-7)

Also doch wieder mit Sack und Pack zurück in UNSERE FAMILIE? Und wenn ich selber nicht kann, dann eventuell mit sanfter Gewalt abgeschleppt? Nein, so verbiegt man das, was nicht verbogen werden darf. Dieses Gleichnis sagt mir nämlich ganz etwas anderes. Nicht ich muss IHN suchen, sondern ER geht mir nach, ER sucht und ER findet mich. ER weiß wo, wie und warum ich dahin gekommen bin und was mein eigentliches Malheur ist. Das ist alles.

Eine in völliger Armut und Aussichtslosigkeit lebende Inderin sagt: „Ich beklage mich nicht. Bei wem denn auch!“

Lieben Gruß vom Micha :wink:
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Steppenwolf

#5 Beitrag von Steppenwolf » 09.04.2009, 11:48

Bild
Zuletzt geändert von Steppenwolf am 21.04.2009, 09:46, insgesamt 1-mal geändert.

Hannes

#6 Beitrag von Hannes » 09.04.2009, 12:01

Steppenwolf hat geschrieben:Erkennte sie sich selbst, sie erkennte auch ihren Gott.
"Das Himmelreich ist inwendig in EUCH." sagte Christus ...
und (gerade an diesem heutigen denkwürdigen Tag!): "Wachet und betet (mit mir)."

LG - Hannes

Maximin

#7 Beitrag von Maximin » 09.04.2009, 12:32

:wink: :wink: :wink:

Steppenwolf

#8 Beitrag von Steppenwolf » 09.04.2009, 12:55

Bild
Zuletzt geändert von Steppenwolf am 21.04.2009, 09:45, insgesamt 1-mal geändert.

uhu-uli

#9 Beitrag von uhu-uli » 09.04.2009, 12:57

8)
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Anne
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#10 Beitrag von Anne » 09.04.2009, 18:18

Lieber Micha,

passend zu deinen Zeilen denke ich bei dem Wort immer an eine Freundin, die in diesen
Jeremia 29, 13+14...denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR
Worten ihren Trost fand, als sie einfach nicht mehr in der NAK sein konnte. Gesungen im Elias von Mendelssohn-Bartholdy ... :)

Und ich denke, dass es immer beides ist: Das Suchen und das Gefunden-werden.

Einen besonderen Abendgruß von
Anne
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne
(aus "Stufen", H. Hesse)

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