Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

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shalom
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Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#1 Beitrag von shalom » 19.08.2013, 12:20

[urlex=http://www.nak-nrw.de/aktuelles/kurznotiert/130729_jahresbericht-2012-veroeffentlicht/][ = > NaK-NRW ][/urlex] hat geschrieben: Jahresbericht 2012 veröffentlicht (29. Juli 2013)

[urlex=http://vg02.met.vgwort.de/na/fd7ec6a39a6c4e708eceb3feb86d0103?l=http://www.nak-nrw.de/download.php?id=00231][ = > NaK-NRW Jahresbericht 2012 ][/urlex] hat geschrieben:

NaK-NRW Jahresbericht 2012

Auslagerung Pensionsverpflichtungen
( - SEITE 15 - )

Im Jahr 2012 hat die NaK NRW in Zusammenarbeit mit anderen deutschen Gebietskirchen die Frage der Absicherung der Pensionsverpflichtungen unter Einbeziehung externer Experten beraten und im Hinblick auf die Zukunftssicherheit überprüft.

Ein Ergebnis war, dass die bisherigen Grundlagen der versicherungsmathematischen Berechnungen nach den Vorgaben des Handelsrechts wie bei vielen Wirtschaftsunternehmen zu optimistisch sind... .


Werte externe Experten für Zukunftssicherheit, liebe nakinternen Glaubensversicherungsschwachnaktiker und all ihr Versicherte in Glaubenswirtschaftsunternehmen des Handelrechts 8),

seit drei Jahren veröffentlicht die NaK-NRW nunmehr ihren jeweiligen Geschäftsbericht für das abgelaufene Wirtschaftsjahr. Dass im letzten Amtierungsjahr St. Dr. Wilhelm I. (2012) – nicht durch Gott – sondern ausgerechnet durch außerneuapostolische (externe) Experten entdeckt wurde, dass die bisherigen Rückstellungen der optimistisch optimierenden Letztentschieder viel zu dürftig gewesen waren, stellt Stp. Dr. Leber – ein Mathematiker aus dem Lebensversicherungsbusiness – kein gutes Zeugnis aus.

Bei der neuapostolischen Pensionsreform – weg vom falschen Optimismus - scheint es sich allerdings wieder nur um eine rein innerdeutsche Insellösung zu handeln, die mit einem Standard einer Organistaion mit internaktionalem Anspruch nichts zu tun hat. Die Alterssicherung von Frankreich, Schweiz, Österreich und dem ganzen Rest der Welt – mit Ausnahme der Angestellten in den Glaubenskolonien unter deutschem Glaubensprotektorat - scheint den Verantwortlichen schnuppe zu sein.

Glaubensweltwirtschaftsapostel Brinkmann und seine deutschen Kollegen mussten endlich einsehen, dass die “Lebenserwartung vieler Menschen heute den diesen Berechnungen zugrunde liegenden Durchschnittswert“ übertrifft.

Mit der Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen über ein Versicherungskonsortium liegen Zukunftsrisiken wie das allgemeine Kapitalmarktrisiko und das Langlebigkeitsrisiko nicht mehr in der Verantwortung der Kirche“.

In den bisherigen nakinternen Rückstellungen waren bislang noch nicht einmal die künftig zu erwartenden Pensionsverpflichtungen für die derzeit Beschäftigten enthalten (Pensionsstop nach Entrückung). Das Langlebigkeitsrisiko von Nakoliken mit Pensionsansprüchen konnte erfolgreich auf ein weltliches Versicherungskonsortium abgewälzt werden.

Daher beschloss die NaK-NRW eine grundlegende Veränderung der Absicherung der Pensionsverpflichtungen, damit auch in der Zukunft für die abhängig beschäftigte NRW-Nakoliken nachhaltig vorgesorgt ist.

Für 2012 sieht das Selbstbild der amtskörperlichen Profis der NaK-NRW wie folgt aus: 1 Bezirksapostel, 1 Bezirksapostelhelfer mit 25 Aposteln und 33 Bischöfen incl 40 VerwaltungsmitarbeiterInnen (NaK-NRW Jahresbericht 2012 -SEITEN 14/22 - ). In Summe sind das immer noch 100 Manager / leitende Angestellte / abhängig Beschäftigte. Hinzu kommen noch all die bisherigen Pensionsbezieher auf dem Altenteil.

Mit dem weltlichen Versicherungskonsortium für nakolische Pensionsverpflichtungen konnte sogar der Deal eingefädelt werden, dass im Fall vorzeitig versterbender Pensionsempfänger eine entsprechende Rückvergütung als Gutschrift verbucht werden kann (Langlebigkeitsrisiko ausgelagert – Kurzlebigkeitsrisiko bringt Gewinn).

An das Versicherungskonsortium wurde dafür ein Einmalbetrag in Höhe von 29,3 Millionen € gezahlt. Zur Finanzierung wurden die für Pensionszahlungen gebildeten Rückstellungen in der Bilanz aufgelöst und die dafür reservierten Mittel aus den Kapitalanlagen entnommen. Dafür konnten außerordentliche Erträge realisiert werden, sodass der Nettoaufwand für diese Risikovorsorgemaßnahme 5,8 Millionen € betrug“.

Dieser „Nettoaufwand“ vom Bruttosegen von schlappen 5,8 Millionen € wird in der Rubrik „Ausgaben 2012“ auf – SEITE 6 – ausgewiesen. Zur besseren Erinnerung:

- Die Bilanzsumme 2010 betrugt 108.841.949 € (incl. 14.477.538 € Pensionsrückstellungen)
- Die Bilanzsumme 2011 betrugt 100.699.343 € (incl. 15.241.623 € Pensionsrückstellungen)
- Die Bilanzsumme 2012 betrugt 69.859.735 € (incl. 1.707.826 € Pensionsrückstellungen)

Trotz kompletter Auslagerung der Pensionsrückstellungen für das In-
und Ausland - nach angeblich erfolgter „Auslagerung der Pensionsverpflichtungen“ – beläuft sich der Betrag in der Spalte "Schuldposten" immer noch auf sage und schreibe 1.707.826 € ( - SEITE 23 – ).

Der Marktwert der kirchlich angehäuften Reserven in den Kornkammern der Apostel ist denn auch von 175.500.000 € (2011) auf 147.700.000 € (2012) massiv geschrumpft.

Welche Versicherung / welches Versicherungskonsortium sich über die 30-Millionenspritze freuen durfte, wird nicht leider nicht so recht deutlich? Wie hat die Börse darauf reagiert? Gab es Insider?

Bezieht Leber seine Pension nun von „Ergo direkt“? Oder aber hat die „Zürich Versicherung“ das Rennen gemacht? Bevorzugt Ehrich evtl. die „Hamburg-Mannheimer“? Schneider könnte auch sagen: „Ofendlich Allians versischerd“. Vielleicht machen die Apostel ihre Geschäfte aber auch mit der „VBLU“.

Als einfaches Geschwist interessiert mich die professionelle Zukunftssicherung der edlen Teile meiner Amtskörper schon. Als neunakolisches Mitglied würde ich meine Zukunft doch gerne auch bei derselben Firma sichern lassen, wie meine amtierenden Glaubensgeschäftsführer.

s.

Matula
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Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#2 Beitrag von Matula » 19.08.2013, 14:26

shalom, weißt du wie hoch die monatlichen Pensionszahlungen der Kirche an ihre leitenden Mitarbeiter sind ?

tergram

Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#3 Beitrag von tergram » 19.08.2013, 14:46

Die Maßnahme der Kirche scheint mir vernünftig.

Es gibt in der firmeninternen Pensionspolitik immer 2 große Risiken: Die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung und die (Zins)Entwicklung an den Kapitalmärkten. Dass man das Handling dieser Risiken besser einem Unternehmen überlässt, dessen Kernkompetenz genau darin liegt, finde ich vernünftig.

Kirchenfürsten scheinen sich in finanziellen Dingen doch gern mal herb zu vergaloppieren, wie wir in NRW schmerzlich erleben mussten. Da ist es besser, man lässt die Profis ran. Die NAK hat sich und ihre Mitarbeiter durch diesen Schritt vom Risiko des falschen Mangagements befreit. Gut go.

Matula
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Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#4 Beitrag von Matula » 19.08.2013, 15:13

Die Frage ist meines Erachtens auch, ob es angemessen ist, dass leitende und über viele Jahre gut bezahlte Mitarbeiter Pensionszahlungen, die schliesslich aus Opfergeldern finanziert werden, erhalten müssen.

Brombär
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Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#5 Beitrag von Brombär » 19.08.2013, 15:31

Ich dachte immer die werden aus der Künstlerkasse bezahlt :oops:

Bb.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

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Heinrich
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Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#6 Beitrag von Heinrich » 19.08.2013, 16:10

Die Frage ist meines Erachtens auch, ob es angemessen ist, dass leitende und über viele Jahre gut bezahlte Mitarbeiter Pensionszahlungen, die schliesslich aus Opfergeldern finanziert werden, erhalten müssen.
Stimmt, Matula.

Jeder Selbstständige muss dafür sorgen, dass im Alter auch noch genügen Geld (Rente etc.) zur Verfügung steht.

Aber das System NAK ist nicht so. Da wird ein Versicherungsvertreter plötzlich Gebietskirchenpräsident (= NAK-Rende is sischer), ebenso z.B. ein Stadtkämmerer (Apostel Schneider) aus Heilbronn, der mit Sicherheit eine gute Pension seitens der Stadt Heilbronn bekommen hätte.

Wieso werfen nun - in diesem Beispiel sind es zwei Personen - alle ihre Ansprüche "über Bord"?

Die Antwort kann doch nur lauten: Im nicht mehr ehrenamtlichen Dienst der NAK bekomme ich mehr, wenn ich denn nicht mehr aktiv predigen darf/soll/muss und einen Schwerpunkt darauf lege, wie Gott doch das finanzielle Opfer jedes Einzelnen "segnet"? Oder?

Die NAK als Organisation - ich meine nicht die Kirche vor Ort oder teilweise auch nicht im Bezirk - wird für mich mehr und mehr zu einer Geldbeschaffungsmaschine für sehr, sehr wenige.

Und die Seelsorge "von oben" gibt es nicht mehr. Sämtliche Appelle "bitte opfert doch mehr (damit wir ein schönes Leben haben" - sie verklingen doch mittlerweile hoffentlich ungehört.

Wenn noch Geld fliesst, dann zweckgebunden in der Gemeinde - und das finde ich persönlich sehr, sehr gut.

So viel dazu.
Gruss, Heinrich
Wer oft genug ans Hohle klopft, der schenkt der Leere ein Geräusch.
(Erasmus von Rotterdam)

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Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#7 Beitrag von Brombär » 19.08.2013, 16:21

Heinrich zitierte vermutlich den ehemaligen Minister Blüm

(NAK-Rende is sischer),


Heinrich, man ließ damals Herrn Blüm nicht ausreden. Blüm wollte nämlich sagen: Die Rände ist sischä - ihr Probläm ! 8)
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tergram

Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#8 Beitrag von tergram » 19.08.2013, 17:02

Heinrich, das ist alles richtig - und letztlich selbstverständlich, oder?

Wer von einem System lebt - egal von welchem - wird etwas dafür tun, es im Kern zu erhalten und seine Ertragskraft zu stärken.

Wenn die Apostel der NAK am 7.7.1960 redlich gehandelt hätten, wenn sie nicht finanziell abhängig gewesen wären, hätten sie den Laden komplett schliessen und liquidieren müssen. Richtig?

Das konnten sie damals nicht und könnten es heute nicht. Die meisten sind im fortgeschrittenen Alter, jahrelang aus dem Ursprungsberuf raus. Stellen wir uns vor, sie würden sich für einen Job bewerben. Auf die Frage "Was haben sie in den letzten Jahren beruflich gemacht?" müssten sie mit "Ich war Apostel!" antworten. Die Begeisterung des Personalchefs wird grenzenlos sein. Kurz: Die Herren sind existenziell von der NAK abhängig. Daher kann von ihnen nichts erwartet werden, was die NAK und ihr finanzielles Fundament behindert, schwächt oder gar bedroht.

Letztlich sind es aber die Mitglieder, die das Geschehen bestimmen. Und da muss man nüchtern feststellen, dass beispielsweise nicht mal die ungeheuerliche NRW-Millionenpleite zu signifikant sinkenden Opfereinnahmen geführt hat. Insofern machen die Apostelherren mit der permanenten Opferbettelei alles richtig. Immerhin lassen neuapostolische Eltern es zu, dass bereits den Kindern in Kindergottesdiensten das Opferthema nachdrücklich eingeprägt wird. Dann ist doch alles gut, oder?
Zuletzt geändert von tergram am 19.08.2013, 18:35, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#9 Beitrag von Heinrich » 19.08.2013, 18:22

permanenten Opferbettelei
Guter Ausdruck, Tergram.

Seit Jahren - ja, ich bin noch in dieser NAK etwas engagiert - bekommen in meiner Gemeinde hier Kinder, Jugendliche, Senioren, sozial schwächere Familien gleich welchen Alters zweckgebundene Spenden von mir.

Nicht in den "Opferkasten", sondern zum einen per Briefumschlag an den hoffentlich die Dinge regelnden Vorsteher meiner Gemeinde oder aber per Überweisung an Ehrichs Imperium mit der ganz klaren Ansage, wofür das Geld bestimmt ist.

In beiden Varianten weiss ich, es funktioniert. Seltsamerweise haben sich die Verwaltung(en) nicht getraut, dass als Bar-Spenden bzw. als Überweisungsspenden gegebene Geld zu veruntreuen.

Ich habe jedenfalls kein Problem damit, den unseligen Opferkasten leer zu lassen und gezielt jemanden (wie oben gesagt) in meiner Gemeinde zu helfen.

Liebe Grüße aus dem auch im Süden immer kürzer werdenden Tagen,
Heinrich
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Re: Ausgelagerte Langlebigkeitsrisiken

#10 Beitrag von shalom » 19.08.2013, 18:26

Matula hat geschrieben:shalom, weißt du wie hoch die monatlichen Pensionszahlungen der Kirche an ihre leitenden Mitarbeiter sind ?
Matula hat geschrieben:Die Frage ist meines Erachtens auch, ob es angemessen ist, dass leitende und über viele Jahre gut bezahlte Mitarbeiter Pensionszahlungen, die schliesslich aus Opfergeldern finanziert werden, erhalten müssen.
Werter Matula 8),

wie ich in meinem Eingangsposting erwähnt habe, sind nunmehr die NaK-NRW Pensionsverpflichtungen an eine Firma / Firmenkonsortium verkauft worden. Das Outsourcing umfasst sowohl die laufenden Pensionszahlungen als auch die Anwartschaften der heute Beschäftigten im NaK-NRW-In- und Ausland (ca. 100 Personen). Eine „Pension“ ist für mich eine Abgeltung eines erworbenen Anspruches in Form von Zahlungen (evtl. parallel zur Rentenversicherung). Wenn nun angolanische Angolaner Anspruch auf eine NaK-NRW-Pension haben, dann brauchen sie noch lange nicht auch Ansprüche an die deutsche Rentenversicherung zu haben.

Um auf Ihre erste Frage einzugehen: Ich kenne des Pensionsmodell des Bezirksapostels und dessen Angestellten nicht. Ich stelle mir in einer Ellenbogenglaubensgemeinschaft wie die der NaK-NRW-Nakoliken schon einen enormen Leistungsbezug vor (wer viel geleistete hat, hat auch höhere Bezüge). Dieses Modell lässt sich mit einer Lebensstandardreduzierung für ausländische Gotteskinder kombinieren (ein NaK-NRW-Afrikaapostel könnte z. B. weniger Pension erhalten, wie sein echt nordrheinwestfälisches Pendant).

Wie in der Bilanz der NaK-NRW aufgeführt, werden die Pensionen nun von einer rein weltlichen Firma erbracht (hat nichts mehr mit dem Opfer zu tun). Die Apostel haben sich mit 30 Milliönchen freigekauft und sich die Chance gewahrt, wenn ein Anspruchsberechtigter früher ins Glaubensgras beißt, dafür Gutschriften zu erhalten („dass im Fall vorzeitig versterbender Pensionsempfänger“ eine entsprechende Rückvergütung erfolgt).

Der Abfluss der ca. 30 Mille in die Welt – in der Bilanz 2012 tauchen für diesen Abfluss nur die 5,8 Millionen auf – hat lt. Bilanz den verbleibenden Marktwert der NaK-NRW um diese 30 Mille geschrumpft.

Hatte die NaK-NRW 2010 25% ihrer Bilanzsumme in Immobilien angelegt (entsprechend 42.125.000 €), stieg dieser Bilanzposten in 2011 auf 28% (entsprechend 49.140.000 €) um in 2012 auf 37% empor zu schnellen (entsprechend 54.649.000 €). Brinkmann wird immer immobiler. Die Kullrichstraße entpuppt sich als Immobilienkai.

s.

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