Entw. der apost. Gemeinschaften im ersten Drittel d. 20. Jh.

Wie alles anfing
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agape
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#11 Beitrag von agape » 17.09.2009, 19:37

"
Sebastian hat geschrieben:Lieber agape,

dein Themenvorschlag ist sehr interessant. Das geht sehr ins theologische. Dennoch legen wir es auf die Agenda. .
Lieber Sebastian,
mir ist, denke ich, das ganze Treffen nicht klar. Welches Ziel wird denn letztlich damit verfolgt?
Was ist das "alles", wenn es, wie Du sagst, sehr ins "theologische" geht?
Auf welcher Basis wurde denn überhaupt referiert?
Mit der bloßen Aneinanderreihung verschiedener apost. Dogmen war es bei Eurem Treffen doch sicher nicht getan.
Könntest Du mir bitte die "Lehre vom Neuen Licht" etwas erklären?
Was meint das? Welche Lehre von wem? Was ist das "neue Licht"?

Vielen Dank und lieben Gruß,
agape
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

42
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#12 Beitrag von 42 » 18.09.2009, 09:58

agape hat geschrieben:Könntest Du mir bitte die "Lehre vom Neuen Licht" etwas erklären?
Was meint das? Welche Lehre von wem? Was ist das "neue Licht"?
Denselben Wunsch habe ich auch.

Dieter

#13 Beitrag von Dieter » 18.09.2009, 10:27

Oh ja! Licht vom Licht, erleuchte mich!

Maximin

EINE KLEINE LEUCHTE...

#14 Beitrag von Maximin » 18.09.2009, 11:40

:) Lieben Freunde,
was haltet Ihr von unserem Forumsbild? Es handelt sich übrigens um das alte Stadttor in Weiden (Oberpfalz). Was ist wichtig? Der Oleander, das etwas verdeckte Schild mit der vagen Angabe einer Durchfahrtshöhe von „2...m plus x“? Ist das Kopfsteinpflaster, das Deckengewölbe, die ausgeschaltete Deckenlampe oder ist vielleicht der Blick auf das leere Kreuz wichtig?

Mir ist wichtig, dass das Tor einen Weg zeigt. Gewissermaßen einen Durchbruch in hell scheinendes Sonnenlicht. Bei Nacht würde allerdings die kleine Deckenleuchte an Bedeutung gewinnen, wenn sie denn dann auch wirklich leuchten würde... :mrgreen:
Liebe Grüße, landauf und landab, von Eurem Micha :wink:

Sebastian

#15 Beitrag von Sebastian » 18.09.2009, 16:56

Hallo zusammen,

die Lehre vom "Neuen Licht" beschreibt die Entwicklung der Apostolischen Gemeinde um 1900 als das Apostelamt sehr stark an Bedeutung gewann. Jesus Christus ist im Apostel Fleisch geworden.

Mathias Eberle analysierte die Musiktexte aus dieser Zeit und fand heraus, dass ca. 30% aller Musiktexte auf diese Lehre hin deutete. Viele der Lieder sind uns heute noch bekannt, besonders in der aktuellen Chormappe (Dieter zitierte ja schon eins).

Aus dieser Lehre, dass der Apostel sozusagen Jesu auf Erden ist, lässt sich auch das Entschlafenenwesen mit der Schlüsselgewalt oder auch der Streit zwischen Niehaus/Niemeyer bzw. das Nachfolgechaos nach dem Tod von Apostel Schwarz erläutern. Die Lehre war auch ein Grund der Abspaltung der RAG.

Zu der Frage, was das Treffen überhaupt soll, zitiere ich mal einen Beitrag von Mathias Eberle: "Die Tagung konnte nicht nur einen produktiven Beitrag zur Erforschung der Geschichte der apostolischen Gemeinschaften leisten, sondern schuf auch jenseits der Forschungsarbeit informelle und spontane Gesprächsmöglichkeiten. Dabei herrschte Konsens über die Frage der Wichtigkeit der Auseinandersetzung mit der Geschichte: Erst durch die Reflektion und die kritische Auseinandersetzung wird Vergangenheit zur Geschichte, wird Geschehenes zu Gewesenem. Gerade in kleineren Gemeinschaften, die in größerem Maß über nichtformalisierte Geschichte verfügen, erscheint es notwendig, zunächst einmal die Fakten zu sichten, um über eine fundierte Erforschung zu differenzierteren Bildern zu kommen, als es die orale Tradierung zulässt."

In erster Linie werden bei den Vorträgen die historischen Zusammenhänge dargestellt. Dies geschieht wertungsneutral.

Ferner leistet man durch diesen überkonfessionellem Treffen einen gewaltigen Schritt für das Gegenseitige Verständnis und die Versöhnung.

42
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#16 Beitrag von 42 » 26.09.2009, 17:20

Bei diesem Treffen in Netschkau hat ein Vortragender ja auch "das neue Licht" beleuchtet und hat berichtet, wie sich der Gedanke vom 'neuen Licht' im damaligen Schrifttum niedergeschlagen hat.

Nun kommt schon am 11. Oktober ein Gottesdienstthema auf uns zu, das sich wieder mit "dem Licht im Apostelamt" beschaeftigt. Vgl. ==> hier. Ein Vergleich dieser Gedanken mit dem Schrifttum von vor 90 bis 100 Jahren koennte eine passende Ergaenzung zu dem Vortrag sein.

Ein paar Hinweise auf die Lehre vom 'Neuen Licht' findet man bei ==> Wikipedia und in einem Thema ==> im Glaube-und-Kirche-Forum. "MSKMueller" hat dazu auch noch beschrieben, wie er dies sieht:
Re: Die Lehre vom neuen Licht

Beitragvon MSKMueller » 21.09.2009, 11:24
Das "Neue Licht" beinhaltete nicht nur die schrittweise Absentzung des Prophetenamtes sondern war Grund für viele kleine Veränderungen in der Apostolischen Gemeinde, die bis in die heutige Zeit zu finden sind.

Die Schlüsselgewalt (später -vollmacht) wurde erst 2001 wirklich so abgeschwächt, dass man Jesus Christus wieder als Gnadenvermittler an oberste Stelle setzte.
Dass man die Apostel bei Lebensentscheidungen fragte war auch eine Folge der Tatsache, dass man davon ausging, dass Jesus Christus im Apostel ist und somit alles, was der Apostel sagt auch von Jesus Christus kommt. Dies führte zu noch mehr Konstellationen.
Wie schon erwähnt änderte sich damit auch das Liedgut erheblich. 30% der Lieder waren plötzlich vom "Licht" erfüllt. Teilweise noch im heutigen Chorbuch.
Das "Neue Licht" gab eben auch Apostel Krebs das Recht den Apostel van Bemmel abzusetzen - und das, obwohl van Bemmel eigentlich durch einen Rufungsgottesdienst gesetzt wurde.
Und der Dinge mehr...
Re: Die Lehre vom neuen Licht

Beitragvon alfa » 22.09.2009, 00:50
Hallo,

nee irgendwie versteh ich das alles nicht... wie jetzt... neues Licht?

Passt alles nicht zusammen.

Joh 8,12 Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

:idea:

Joh 12,35 Da sprach Jesus zu ihnen: Es ist das Licht noch eine kleine Zeit bei euch. Wandelt, solange ihr das Licht habt, damit euch die Finsternis nicht überfalle. Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht.

1Kor 12,28 Und Gott hat in der Gemeinde eingesetzt erstens Apostel, zweitens Propheten, drittens Lehrer, dann Wundertäter, dann Gaben, gesund zu machen, zu helfen, zu leiten und mancherlei Zungenrede.29 Sind alle Apostel? Sind alle Propheten? Sind alle Lehrer? Sind alle Wundertäter?30 Haben alle die Gabe, gesund zu machen? Reden alle in Zungen? Können alle auslegen? 31 Strebt aber nach den größeren Gaben! Und ich will euch einen noch besseren Weg zeigen.


Da wurde doch glattweg der biblische Boden verlassen... :roll:

Denn jetzt anschließend in 1. Korinther 13 schreibt Paulus von der "Liebe", nichts vom Apostelamt, welches das Prophetenamt schlucken musste...
Die Liebe ist der bessere Weg...

LG
alfa
Re: Die Lehre vom neuen Licht

Beitragvon MSKMueller » 22.09.2009, 07:54
@alfa:

Richtig erkannt!

Jesus war das "alte" Licht. Der Apostel ist das "neue" Licht. Wie schon gesagt, ist das erschreckende die Tatsache, dass diese Lehrmeinung bisher nicht widerrufen wurde. Auch wenn sich die Apostel aktuell nicht damit rechtfertigen, so ist die Lehre vom "Neuen Licht" nach wie vor nicht dementiert worden.
Die Vorschau auf den Gottesdienst im Amtsblatt laesst vermuten, dass MSKMueller mit seiner Einschaetzung (rot markiert) sogar noch zu vorsichtig war.

Sebastian

#17 Beitrag von Sebastian » 27.09.2009, 07:45

Ja, ich bin gespannt... ;)

42
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#18 Beitrag von 42 » 27.09.2009, 11:23

Heute, am Sonntag, ist nach juedischer und christlicher Tradition der erste Wochentag (nicht aber nach heutiger DIN-1355 und ISO-8601, welche den Montag als den ersten Wochentag definieren).

Im GD heute wurde erwaehnt, dass Gott am ersten Tag das Licht schuf, und dass der erste Wochentag (Sonntag) eine wiederkehrende Feier der Auferstehung ist, bei der das neue Licht in Jesus aufging und uns sonntaeglich immer wieder aufgeht.

Sebastian

#19 Beitrag von Sebastian » 11.12.2009, 18:29

So, halte jetzt das druckfrische Tagungsband in den Händen. Drin sind alle schriftlich aufgearbeiteten Vorträge, ein paar nette Bilder vom Treffen sowie ein Vorwort von Apostel Gert Loose. Auch dabei ist die Zirkulariensammlung der Niemeyer-Niehaus Kontroverse. Das "Neue Licht" schlängelt sich sozusagen durch alle Themen im Buch...

Ach ja: zu bestellen unter http://www.edition-punctum-saliens.de

LG Sebastian

shalom
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#20 Beitrag von shalom » 21.01.2010, 11:14

…sogar MYBISCHOFF verweist jetzt auf das [=>Netzwerk apostolische Geschichte] (Bielefeld) :wink:

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