URZEITLICHE RESTE IN UNS...?

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Hannes

#11 Beitrag von Hannes » 07.01.2008, 16:10

Engelchen hat geschrieben:Bei dem Wort Manolos habe ich gegoogelt.
Tolle Schuhe wirklich. Was Männer so alles wissen.... :mrgreen:
Engelchen,

ein paar google-Tipps: dries van noten, comme des garcons, yamamoto, cydwoq, junya watanabe ... hier gibts auch urzeitliche Auslaufmodelle (um beim Thema zu bleiben!) ...

:wink:

Weltmensch

#12 Beitrag von Weltmensch » 07.01.2008, 16:13

Dennoch ist es wohl so, dass unser Gehirn zunehmend aussteigt. Kinder kommen mit der Reizüberflutung nicht mehr klar, sie sind oftmals nicht mehr in der Lage, in Ruhe ein Buch zu lesen (oder ein Bilderbuch anzuschauen).

Immer mehr Menschen erkranken ob der ständigen Erreichbarkeit über Mobiltelefon (und Kontrolle – heute hat man mir gesagt, dass z.B. Fahrer bei Coca-Cola ständig über Satellit kontrolliert werden), zig von mails müssen gesichtet werden. Man bekommt heute die mails, die einen persönlich lediglich am Rande betreffen, in Kopie zugesandt, man wird überflutet mit Informationen, die kaum noch ernsthaft zu ver- und bearbeiten sind.

Und immer funktionieren, funktionieren, funktionieren…..

Ich habe im Radio gehört, die psychischen Erkrankungen bei Arbeitnehmern sind auf dem Vormarsch.
Ein guter Freund von uns (in sehr guter, gehobener Funktion) ist nach Rückkehr vom letzten Sommerurlaub „ausgestiegen“. Am Arbeitsplatz erwarteten ihn über 1000 mails, er wurde zwischen Firmenleitung und Untergebenen schier zerrieben (er ist ja auch noch Mensch), er konnte nicht mehr, – Burnout-Syndrom…
Mit Mühe hat er sich da „herausgeschaukelt“.

Ich befürchte, die Menschheit ist gerade dabei, sich den Rest zu geben. Wenn sie sich nicht schleunigst besinnt, macht sie sich fertig!


Weltmensch
(habe den peinlichen Fehler berichtigt..)
Zuletzt geändert von Weltmensch am 08.01.2008, 17:41, insgesamt 2-mal geändert.

Hannes

#13 Beitrag von Hannes » 07.01.2008, 16:26

Lieber Weltmensch,

das Gehirn muss ja aussteigen, weil es für diese Reizüberflutung nicht konstruiert ist. Du schreibst von Deinem Freund und den 1000 Mails! Und jetzt denke einmal 10 Jahre zurück und schau Dir die Kommunikation (in Betrieben und privat) an. Internet, Mail, Handy, den ganzen Tag erreichbar sein! Hättest Du das vor 10 Jahren jemandem erzählt, er hätte es nicht geglaubt!

Ich habe z.B. deswegen kein Handy und bin auch schon ziemlich sauer, wenn der AB blinkt! Und halte die Aussenkontakte sehr gering. Weil ich sonst durchdrehen würde! Denn wenn ich mir den Inhalt der Kommunikation ansehe, dann sind 90 Prozent ziemlich überflüssig! Und: es wird ja auch immer beliebiger. Aber das weisst Du ja alles ... :wink:

So - jetzt wissen wir das alles und was machen wir? Nichts! Ignorieren, weilter zerstören (uns und andere Menschen), weiter dem Diktat des Kapitals folgen, und so weiter ... obwohl wir ein funktionierendes Gehirn haben. Wo ist unsere Sehnsucht? Unsere emotionale Intelligenz?

Was läuft da falsch und was tun? Hier, heute, jetzt!?

Lieben Gruss
Hannes

Weltmensch

#14 Beitrag von Weltmensch » 07.01.2008, 16:53

Lieber Hannes,

ich besitze seit vier Jahren ein handy, versuche jedoch, es beruflich so gut wie nicht zu nutzen. Zumindest hat mein Arbeitgeber meine Tel.-Nr. nicht. Privat telefoniere ich ebenfalls sehr wenig. Du hast recht, das meiste ist überflüssig – oder könnte auch mal warten.

Was die mails angeht, dem kann ich mich nicht mehr entziehen. Ich muss da halt sichten und gewichten.

Die ältere Generation ist wohl noch gar nicht so sehr davon betroffen, aber die Kinder!

Der Sohn meiner Frau, Ende 20, rennt den ganzen Tag mit dem headset herum. Er telefoniert andauernd – mich würde dies krank machen.
Wir mussten als Kinder artig fragen, ob wir telefonieren dürfen. Wenn wir dann durften, dann hatte man sich kurz zu halten.
In ein paar Jahren haben die Kinder für eine Flatrate von 20 € monatlich vielleicht einen Knopf im Ohr installiert, sind ständig erreichbar, ständig kontrolliert. Man spart das Babyphon…

Alleine die ständige Erreichbarkeit ginge mir auf den Wecker. Man muss sich seine Auszeiten nehmen – oder die Auszeit nimmt sich eines Tages einen selbst. Gründlich!

Mich wundert, dass die jungen Leute sich über ihre zunehmende „Gläsernheit“ nicht aufregen. Wenn ich mich an die Aufregung bei der letzten Volkszählung erinnere. Das glaubt einem doch kein Mensch mehr.

Der Mensch wird sich selbst zunehmend entfremdet. Das schlimme ist, er wehrt sich nicht, er scheint es zu begrüßen – um dann eines Tages zu kollabieren.


Weltmensch

Matula
Beiträge: 1574
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#15 Beitrag von Matula » 07.01.2008, 16:59

Weltmensch hat geschrieben:Lieber Hannes,

ich besitze seit vier Jahren ein handy, versuche jedoch, es beruflich so gut wie nicht zu nutzen. Zumindest hat mein Arbeitgeber meine Tel.-Nr. nicht. Privat telefoniere ich ebenfalls sehr wenig. Du hast recht, das meiste ist überflüssig – oder könnte auch mal warten.

Was die mails angeht, dem kann ich mich nicht mehr entziehen. Ich muss da halt sichten und gewichten.

Die ältere Generation ist wohl noch gar nicht so sehr davon betroffen, aber die Kinder!

Der Sohn meiner Frau, Ende 20, rennt den ganzen Tag mit dem headset herum. Er telefoniert andauernd – mich würde dies krank machen.
Wir mussten als Kinder artig fragen, ob wir telefonieren dürfen. Wenn wir dann durften, dann hatte man sich kurz zu halten.
In ein paar Jahren haben die Kinder für eine Flatrate von 20 € monatlich vielleicht einen Knopf im Ohr installiert, sind ständig erreichbar, ständig kontrolliert. Man spart das Babyphon…

Alleine die ständige Erreichbarkeit ginge mir auf den Wecker. Man muss sich seine Auszeiten nehmen – oder die Auszeit nimmt sich eines Tages einen selbst. Gründlich!

Mich wundert, dass die jungen Leute sich über ihre zunehmende „Gläsernheit“ nicht aufregen. Wenn ich mich an die Aufregung bei der letzten Volkszählung erinnere. Das glaubt einem doch kein Mensch mehr.

Der Mensch wird sich selbst zunehmend entfremdet. Das schlimme ist, er wehrt sich nicht, er scheint es zu begrüßen – um dann eines Tages zu kollabieren.


Das ist auch eine Art der Umweltzerstörung.


Weltmensch

steppenwolf

#16 Beitrag von steppenwolf » 07.01.2008, 21:33

:wink:
Zuletzt geändert von steppenwolf am 02.05.2008, 12:34, insgesamt 1-mal geändert.

42
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#17 Beitrag von 42 » 07.01.2008, 22:53

Maximin, Du stellst hier eine Frage und ergoetzt Dich jetzt womoeglich im Hintergrund laechelnd an dem Kreuz und Quer der Antworten, wie?

Da frage ich Dich noch einmal, um Dich aus dem Hintergrund zu holen: "Oder geht es bei Deiner Frage um Foren im allgemeinen und besonderen?"

Maximin

LERNEN, LERNEN, LERNEN...!

#18 Beitrag von Maximin » 08.01.2008, 00:01

...ne, ne, mein Freund! Ich lerne. Wenn nicht hier, wo denn sonst ?
Micha :wink:

Weltmensch

#19 Beitrag von Weltmensch » 08.01.2008, 00:27

@Steppenwolf

Es ging nicht um Abhängigkeiten. Es ging – mir – darum aufzuzeigen, dass unser Hirn mittlerweile überfordert wird. Dass es für diese Art zu leben, zu schaffen, funktionieren zu müssen, nicht geschaffen ist.

Man kann vielleicht manches Engagement in den Foren kritisch auch sehen, aber sich auszutauschen, über welche Themen auch wieder, ist ein Bedürfnis.

LG,
Weltmensch

steppenwolf

#20 Beitrag von steppenwolf » 08.01.2008, 05:25

:wink:
Zuletzt geändert von steppenwolf am 02.05.2008, 12:39, insgesamt 1-mal geändert.

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