Linkliste "Zeugen Jehovas"

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Heinrich

Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#11 Beitrag von Heinrich » 07.04.2011, 08:40

Ich mache mich lieber auf und davon ...
Dabiebe, werter Vornamenskollege !

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agape
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Re:

#12 Beitrag von agape » 07.04.2011, 08:52

agape hat geschrieben:Liebe tergram,

schön dass Du die Links hier eingestellt hast.
Ich habe schon häufig nach einem "Forum" der Zeugen Jehovas Ausschau gehalten, finde aber recht wenig um nicht zu sagen, eigentlich nichts dergleichen.
Im Grunde sagt das eventuell auch etwas aus.

Gruß,
agape
Sehr geehrter Herr Cemper,

wie auch immer ihr "Muss das sein?" zu verstehen sein mochte, ging es mir lediglich darum, einen Link einer Nicht-offiziellen Seite der ZJ zu verlinken, auf die ich tatsächlich zufällig gestoßen bin. (Dieser Thread heißt "Linkliste" der Zeugen Jehovas.
Wie ich ja vor über drei Jahren schon hier schrieb (s.o.), sagt es möglicherweise etwas aus, wenn sich zu einer derartigen Glaubensgemeinschaft kein Forum entwickeln kann.

Ich gehe aber davon aus, dass die gf24-LeserInnen meine Intention richtig verstanden haben.

Andernfalls könnte man direkt sämtliche Links anderer (Sonder-)Gemeinschaften löschen.

Seien Sie unbesorgt und gehen Sie, wohin Sie möchten.
Vielleicht finden Sie einen Raum, in dem etwas gesagt wird, was zuvor noch kein Aug` und Herz berührte. ;)
Informieren Sie gf24 dann bitte. ;)

Seien Sie vorösterlich - auch im Namen der "einzig wahren Doppel?"-Natur :idea: - gegrüßt,
agape
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Cemper

Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#13 Beitrag von Cemper » 07.04.2011, 09:51

Agape - ich habe es "ganz einfach" gemeint. Wenn ich - was ja gelegentlich vorkommt - Frauen und Männer mit den Heften der ZJ Wachturm-Gesellschaft auf einem Bahnhofsvorplatz oder in einer Einkaufsstraße sehe, dann durchzieht mich wirklich immer ein trauriges Mitgefühl, und zugleich bekomme ich Bauchweh und hätte gern Pfefferminztee oder einen Schnaps. Vor einiger Zeit haben auch mal zwei Damen an meiner Tür geklingelt. Wir saßen dann eine knappe Stunde zusammen. Ich hatte uns Tee gemacht und zugehört und immer gedacht: Das gibt es doch nicht. Die reden ja einen hanebüchenen Unsinn. Hin und wieder habe ich auch mal was gesagt und hatte immer das Gefühl: Die erreicht man nicht. Diese Menschen sind dialogunfähig. Ich hätte auch mit der Stehlampe reden können. Da sind neuap. gläubige Zeitgenossen - jedenfalls viele - doch geradezu Musterexemplare der Vernunft. Und dann ärgert es mich, dass die Neuap. Kirche wahrscheinlich noch 100 Jahre braucht, bis sie faktisch und in der öffentlichen Wahrnehmung aus einer komischen Ecke rauskommt ...

Herzlichst
C.

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Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#14 Beitrag von agape » 07.04.2011, 15:24

Und dann ärgert es mich, dass die Neuap. Kirche wahrscheinlich noch 100 Jahre braucht, bis sie faktisch und in der öffentlichen Wahrnehmung aus einer komischen Ecke rauskommt ...
Warum ärgert es Sie?

Cemper

Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#15 Beitrag von Cemper » 07.04.2011, 15:46

Sehr verehrte Frau Agape!

Ich kenne einige vernünftige Leute aus der NAK und habe Umgang mit ihnen. Wenn mir dann - und das passiert manchmal - der Gedanke kommt, dass diese Personen wg. ihrer Kirchenzugehörigkeit irgendwo in so einer komischen Ecke verortet werden, dann stört mich das. Ein konkretes Beispiel: Ich habe seit einiger Zeit ein Gesundheitsproblem. Eine Untersuchung wird demnächst ein neuap. Medizinprofessor und Amtsträger dieser Kirche (Predigtamt) machen. Wenn ich dann mit dem Herrn in einem Untersuchungszimmer sitze, denke ich ... (siehe oben). Ferner stört mich, dass diese Verortung nicht ganz falsch ist - also auch nicht ganz richtig. Und dann stört es mich, dass es in dieser Kirche seitens der Kirchenleitung nicht den "Ruck" gibt, den man von Außen erwartet hat (EZW und so weiter).

Ein anderer Punkt: Ich weiß, dass es in der NAK einige gute Arbeit mit jungen Leuten gibt. Meine Kenntnisse sind aber punktuell. Ich kann das nicht verallgemeinern. Woanders ist es vielleicht gar nicht schön. Ich finde es dann auch nicht gut, wenn diese Arbeit in einem Sektenkontext eingeordnet wird.

Gewünscht habe ich mir eine Entwicklung, an die wahrscheinlich - so weit ich das mitbekommen habe - der holländische Mediziner Sepers gedacht hat. Nun - das eine ist das, was man gern hätte; das andere sind die Fakten. Das erlebt man ja überall.

Ansonsten: Die Sache ist kompliziert und in ihrer Kompliziertheit religionssoziologisch und religionspsychologisch interessant.

Mit freundlichen Grüßen - Gott segne Sie!

Ihr HC

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Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#16 Beitrag von agape » 07.04.2011, 16:10

Cemper hat geschrieben: Ich kenne einige vernünftige Leute aus der NAK und habe Umgang mit ihnen. Wenn mir dann - und das passiert manchmal - der Gedanke kommt, dass diese Personen wg. ihrer Kirchenzugehörigkeit irgendwo in so einer komischen Ecke verortet werden, dann stört mich das.
Manchen geht es da völlig anders: Einige wundern sich, dass diese vernunftbegabten Menschen überhaupt in dieser "komischen Ecke" sind oder bleiben.
Die "komische Ecke" wird ja nicht aus Boshaftigkeit als solche so bezeichnet.
Cemper hat geschrieben:Und dann stört es mich, dass es in dieser Kirche seitens der Kirchenleitung nicht den "Ruck" gibt, den man von Außen erwartet hat (EZW und so weiter).
Diese Auffassung kann nicht gänzlich widerspruchsfrei bleiben, verehrtes C. ;)
In dieser Kirche hatte es einige "Rucks" gegeben, die aber völlig belanglos und ergebnislos blieben. Die Gründe sind hinreichend bekannt.
Aber eigentlich ist die Frage: Was kam denn von Seiten der Leitung der NAK, dass man von außen mit einem "Ruck" hätte rechnen können?
Darüber hinaus hat beispielsweise die EZW (einige Teile zumindest) nicht im Entferntesten mit einem solchen Ruck gerechnet.
Dass von Seiten der EZW und vor allem auch des KI Bensheim gerne wohlwollende Behauptungen in Kommentaren über die NAK fallen, das mag besonderen Umständen geschuldet sein. :mrgreen:

Gewünscht habe ich mir eine Entwicklung, an die wahrscheinlich - so weit ich das mitbekommen habe - der holländische Mediziner Sepers gedacht hat. Nun - das eine ist das, was man gern hätte; das andere sind die Fakten. Das erlebt man ja überall.
Sepers ging und geht aufrecht.
Wenn etliche der oberen AT´s wirklich so denken wie er, weshalb machen sie dann nicht den "Sepers"?
Die Antwort ist bekannt.
Angst vor finanziellen Einbußen.
Was wäre die Antwort von Jesus gewesen?
Hätte er auch mit Brecht geantwortet und gesagt:
"Erst das Fressen, dann die Moral"!?
Ich will Jesus nichts unterstellen.

Das alles hat nichts mit der Freiheit eines Christenmenschen zu tun.
Und das entspricht auch nicht der Lehre der NAK und ist millionenmal diskutiert worden - von oben nach unten und von links nach rechts...
Ansonsten: Die Sache ist kompliziert und in ihrer Kompliziertheit religionssoziologisch und religionspsychologisch interessant.
Das ist es auf jeden Fall. Die Darstellung ihrer (NAK) verschiedenen Milieus hat es ja zutage gebracht ;)

Wie fragten Sie früher immer: Wie konnte eigentlich die NAK nach dem Tod Bischoffs weiter existieren? 8)

Seien auch Sie gesegnet und gegrüßt,
a.
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Cemper

Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#17 Beitrag von Cemper » 07.04.2011, 16:52

agape - nur kurz:

Sie schreiben eingangs, manchen ginge es da völlig anders. Da stimme ich Ihnen zu. Mir geht es ja selber auch so. Natürlich frage ich mich auch, wie es zu erklären ist, dass - wie Sie sagen - „vernunftbegabte Menschen“ in der Neuap. Kirche sind. Einige haben mir das beschrieben. Meistens habe ich gedacht: Okay, wenn das für Dich gut ist, dann ist es doch in Ordnung. Ich sehe hier aber keinen Widerspruch zu dem, was ich zuvor geschrieben habe.

Zur EZW-Einschätzung: Meine Formulierung „erwartet“ ist zu stark. Ich hätte besser gesagt, dass einige gehofft haben, dass die Entwicklungen eine problemlose ACK-Mitgliedschaft möglich machen. „Gehofft“ könnte aber auch noch zu stark sein. Man muss hier immer auch die realen Größenordnungen sehen. Und da ist die NAK einfach klein. Die NAK hat beispielsweise in ganz NRW ca. 85.000 Mitglieder. Das ist einerseits eine große Zahl. Andererseits: Ein Bekannter ist Pastor in einer großen ev. Gemeinde. Das Pfarramt ist mit vier Pastoren/Pastorinnen (ganze Stellen) und einer Pastorin (halbe Stelle) besetzt. Zur Gemeinde gehören ungefähr 13.000 Menschen. In ganz NRW gibt es nur sechsmal so viele neuap. Christen wie diese eine Stadt-Gemeinde Mitglieder hat. Die NAK wird da zwangsläufig irgendwo als kleines Segelboot (Glaubensschiff) am Horizont wahrgenommen. Für die Leute in diesem Schiff ist dieses Schiff natürlich ganz wichtig. Ihr Leben hängt davon ab ... Die Pastoren in dieser Kirche befassen sich aber nicht wirklich mit der NAK, wenn Sie es nicht aus besonderem Anlass müssen oder es zumindest nahe liegt. Die ACK-Geschichten laufen - vermute ich - im Prinzip auch so ab. Dabei ist man dann gegenüber der NAK natürlich freundlich - und das ist wohl auch ernst gemeint. Nach manchen Gesprächen wird man dann aber auch schon mal den Kopf schütteln. Übrigens wird das Mr. Kiefer auch oft nach Gesprächen mit manchen neuap. Amtsbrüdern machen. Vermute ich jedenfalls. Ich bin mir eigentlich sogar sicher.

Fortbestand nach Bischoff: Das ist wohl einfach zu beantworten. Die allermeisten Menschen in der NAK fühlen sich in der NAK wohler als in einer meistens anonymen Großkirche ... Es gibt in den Gesellschaften bestimmte religiöse Bedürfnisse. Das ist so. Passend zu diesen Bedürfnissen entstehen dann Kirchen. Der Protestantismus ist auch so entstanden. Analog zu „als die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn“ kann man sagen: „Als die Bedürfnisse da waren, entstanden Glaubensgemeinschaften.“ Bei kleinen Gemeinschaften kommen dann noch die Wagenburgmentalität und ausgeprägte - oft gut gemeinte - soziale Kontrollen hinzu. Das und anderes sichert den Bestand.

C.

tergram

Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#18 Beitrag von tergram » 07.04.2011, 18:48

Aber irgendwas muss doch dran sein an dieser Nischenkirche. Wie sonst kämme man immer und in jedem Thread - schwupps - wieder in diese Richtung? :wink:

Cemper, haben sie in ihrem umfangreichen und interessanten Bekanntenkreis einen aktiven ZJ? Mich würde es sehr interessieren, mit jemanden zu reden, der ZJ persönlich kennt. Wirklich.

Man mag über die Wachtturm-Anbieter in den Innenstädten den Kopf schütteln, man mag sie bedauern, aber zumindest ist doch die Ausdauer respektabel, dies offenbar erfolglose Geschäft seit Jahrzehnten unbeirrt weiter zu betreiben. Wobei mir auffällt auf, dass die Damen und Herren heute ebenso ausschauen, wie zu meiner Kinderzeit - Kleidung, Gesichtsausdruck, alles wie immer. Etwas trübtassig und völlig spaßbefreit.

Ich weiss nicht, ob ich sowas die ganze lange Ewigkeit... Da sind die Neuapostolischen stimmungsmäßig deutlich besser drauf.

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Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#19 Beitrag von Bedenkenträger » 07.04.2011, 19:11

Liebe Schwester "tergram",

eine meiner Mitarbeiterinnen gehört dieser Glaubensgemeinschaft von Geburt an an. Sie ist eine äußerst tüchtige und zuverlässige Arbeitskraft, wirkt völlig normal, und sie ist auch sehr humorvoll, in ihrem Glauben ist sie aber konsequent. Das einzig auffällige an ihr ist, daß sie ein sehr sanftmütiges Wesen hat und in meinen Augen zu gutmütig ist, aber die Welt wäre eindeutig viel besser, wenn viel mehr Menschen diesen Charakterzug hätten.

Servus!
Wir brauchen die Religion nicht für Antworten, sondern in erster Linie, um Fragen zu stellen. - Matthias Matussek

Cemper

Re: Linkliste "Zeugen Jehovas"

#20 Beitrag von Cemper » 07.04.2011, 20:26

@ tergram -

zu Ihrer Frage oben über BT: In meinem Bekanntenkreis gibt es keine ZJ. Ich kenne diese Menschen nur so: Straßenmission und gelegentliches Klingeln an der Haustür (das hat aber stark nachgelassen). Und dann noch dies. Meine Mutter hatte eine liebenswerte Nachbarin. Und diese Nachbarin hatte eine Schwester: eine ZJ. Diese Schwester hat immerzu missioniert. Die Nachbarin (die leibliche Schwester) ist deshalb manchmal ausgerastet. Und meine Mutter hat in ihrer vornehm-stillen Art nichts gesagt. Und dann kenne ich noch Menschen, die aufgrund beruflicher Erfahrungen so wie Bedenkenträger sprechen.

Mein Eindruck ist: Die ZJ haben biblisch-theologisch nicht alle Tassen im Schrank. Ihr politisches Verhalten in der NS-Zeit und in anderen totalitären Systemen verlangt Respekt.

C.

Gesperrt

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