Weihnachtspredigt 2010

Diskussionen über Bibeltexte aus dem alten Testament
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Maximin

Weihnachtspredigt 2010

#1 Beitrag von Maximin » 25.12.2010, 20:26

Weihnachtspredigt im Ev. Haus Gotteshilfe in Berlin-Neukölln, am 26. Dezember 2010

Predigtlied: 236: (1-3) „Kommt stimmet alle jubelnd ein, Gott hat uns lieb…“

Textwort: „1 Zu derselben Stunde traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wer ist doch der Größte im Himmelreich? 2 Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 4 Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.“

Kanzelgruß:
Ich begrüße die Gemeinde mit dem Gruß unseres Herrn und Heilandes Jesus Christus: „Friede sei mit Euch!“

Ansprache:
Lieben Brüder, Schwestern und Gäste. Möglicherweise denkt jetzt der eine oder die andere von Euch, dass mein gewähltes Textwort so gar nicht in eine Weihnachtspredigt hineingehört. Wirklich nicht? Seid Ihr Euch da so ganz sicher…?

Glaubt mir bitte, es geht mir nicht um Rechthaberei und schon gar nicht darum, die heiligen Schriften der alten jüdischen Bibel und die des christlichen neuen Testamentes zu missbrauchen oder nach eigenem Gusto umzubiegen. Nö! Mir kommt es in meiner aktuellen Weihnachtspredigt auf das Kind an. Auf welches Kind...?

Genau das möchte ich uns heute ein wenig erklären dürfen. Nicht nur der hier versammelten Gemeinde, Nö, mir selber auch, denn ich habe diesen wichtigen Hinweis unseres Herrn und Heilandes, Jesus Christus, selber bitter nötig:

„Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“

Sehen Sie, wenn wir den Berichten der „Kindwerdung“ des Sohnes Gottes, Jesus Christus, glauben, dann hören wir anlässlich Weihnachten unerlässlich die herzergreifende Geschichte von Maria, Josef, den Hirten mit deren Schafherden, einem Ochsen, einem Esel und über den Himmeln jubilierenden Engelsscharen.

Ich lese Lukas 2, 14 nach Luther 1912: „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“

Es hat dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs gefallen, Gnade walten zu lasen. Wissen Sie eigentlich was der Begriff Gnade bedeutet? Löste man dieses Wort Gnade in seine Einzelbuchstaben auf, dann könnte man es so interpretieren: „Gottes Nähe auf dieser Erde.“

Worin besteht Gottes Gnade? Was bedeutet Gottes Gnade und Barmherzigkeit für Dich, für mich in unserem Heute und Jetzt? Was ist Ihre Antwort…?

Nun bin ich nicht der Geheimsekretär unseres Gottes, der über alle seine Hintergründe mit Diplomatie schweigend wacht. Nein! Hier vor mir auf diesem Pult liegt meine Bibel. Eine Sammlung göttlicher Mitteilungen von gottergriffenen gläubigen Menschen, die sein Wort gehört, aufgeschrieben und uns bis auf unsere Tage überliefert haben. Für mich unseres Gottes lebendiges Wort.

Und das nun in der Vorbereitung dieses festlichen Gottesdienstes:

„Jesus rief ein Kind zu sich und stellte es mitten unter sie 3 und sprach: Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen. 4 Wer nun sich selbst erniedrigt und wird wie dies Kind, der ist der Größte im Himmelreich. 5 Und wer ein solches Kind aufnimmt in meinem Namen, der nimmt mich auf.“

Können Sie das Glaubensgeheimnis dieser Jesusaussage mit der uns so vertrauten Weihnachtsgeschichte in Verbindung bringen…? Falls nicht, möchte ich versuchen, Ihnen dazu eine Brücke zu bauen.

Sehen Sie, wir haben in unserem Versammlungsraum eine altwürdige hoch erhöhte Predigtkanzel. Die ist beinahe wie eine feste Burg. Wer sich da rauf traut, der begibt sich in unseres Gottes Hand. Der könnte dabei aber in Gefahr geraten wie jemand, der das Wort Gottes missbraucht und damit unbedacht, wie mit einem zweischneidigen Schwert, auf andere einschlägt.

Manche solcher Schwertschwinger vergessen dabei leider nur zu oft, dass derjenige, der mit dem Schwert zum Schlag auf andere ausholt, zunächst auf sich selber zielt und sich zunächst selber trifft. Nein, ohne gottesfürchtige Demut kommt man da "oben" nicht aus.

Nun haben wir hier in meiner Ev. Gemeinde seit einiger Zeit noch eine zweite Kanzel geschenkt bekommen. Eigentlich ist es nur ein bescheidenes Rednerpult. Das, hinter dem ich heute vor Euch stehe. Es symbolisiert mir Demut und Bescheidenheit.

Gott sandte sein Sohn in die Niedrigkeit. Nicht in Pracht und in vergoldeter Herrlichkeit. Bedenken Sie, Jesus lag in einem Viehstall und dort in einer Futterkrippe, gemacht für Ochsen, Esel und Schafe und die eine oder andere Ziege. Und dennoch hat Gottes Sohn diese scheinbare Erniedrigung angenommen und sie still, bescheiden und demutsvoll angenommen. So wurde Jesus ein Menschsohn, ein Kind irdischer Eltern. Mitten im Leben seines Volkes.

Könnt Ihr, liebe Gemeinde, verstehen, wenn ich anlässlich dieser Weihnachtspredigt, noch etwas aufgeregt, auf meinen Heiland höre der mir an dieser Stelle zuflüstert: "Wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht umkehrt und werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.“

Er hat das als Sohn Gottes auf sich genommen und durchgehalten. Geheimnis meines Glaubens…! Nein! Es ist uns nicht aufgegeben, dass wir unser Leben etwa kindisch und einfältig denkend, gar in dumpfer Unwissenheit oder sogar rechthaberisch gegen andere fristen sollen.

Unser Gott wünschte sich vom ersten Tage seiner Schöpfung an in sich ruhende gefestigte Persönlichkeiten.

Wenn ich mich jedoch selbstkritisch betrachte, dann fühle ich instinktiv, dass ich diesen hochgesteckten eigenen Erwartungen nicht standhalten kann. Schlimm? Anlass, um die Ohren hängen zu lassen, die Segel zu streichen und endgültig aufzugeben? Warum denn eigentlich…?

Der hl. Apostel Paulus hat zu diesem leidigen Thema schöne klare Worte gefunden. Diese hier:

„10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören .11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin. 13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen. (1. Korinter 13 ff.)

Unser Predigtlied hat mir so viel Freude gemacht. Besonders die Passage: „…sehet der Heiland ist nun da…“.

Wenn die Weihnachtstage vorbei sind, dann werden die Krippen alsbald abgebaut und irgendwo, bis zum nächste Fest, verstaut.

Dass dann die nadenlden Weihnachtsbäume aus den Fenster auf die Straße geschmissen werden, das ist praktisch. Die Stadtreinigung entsorgt sie. Diese Christbäume landen dann meist im Zoo, als Grünfutter für Elefanten. Alles ganz normale Vorgänge.

Die Frage ist nur diese: „Was bleibt am Ende aller weihnachtlichen Festlichkeiten für uns real über…?

Unser Predigtlied hat mir dazu so viel Freude gemacht. Besonders die Passage: …sehet der Heiland ist nun da…“. Das ist alles. Mehr kann ich nicht erwarten und genau das genügt mir.

Amen.

Schlusslied der Gemeinde: http://www.youtube.com/watch?v=Je_9amHCPm8lied:

25. 12. 2010 Michael Steinbach - Es gilt das gesprochene Wort
Zuletzt geändert von Maximin am 26.12.2010, 13:01, insgesamt 1-mal geändert.

Adler

Re: Weihnachtspredigt 2010

#2 Beitrag von Adler » 26.12.2010, 12:45

Lieber Maxi,

ich hab mal `ne Frage zu deiner Predigt. Welches Gesangbuch verwendet ihr denn? In diesem http://www.gesangbuch-online.de/index.php?buchstabe=O hab ich unter Nummer 236 dein angegebenes Lied nicht gefunden :shock:

LG Adler

Knodel

Re: Weihnachtspredigt 2010

#3 Beitrag von Knodel » 26.12.2010, 13:11

Wer Lust und Zeit hat, kann ja mal in eine katholische Messe reinhören.
Die diesjährige Predigt von Papst Benedikt fand ich sehr ansprechend und theologisch fundiert. Auch die Erklärungen von Pater Hagenkort sind sehr hilfreich für jemanden der sich mit Katholizismus nicht gut auskennt.

http://www.kathtube.com/player.php?id=19041

Adler

Re: Weihnachtspredigt 2010

#4 Beitrag von Adler » 26.12.2010, 13:34

Nachtrag zu meinem letzten Beitrag:

Lieber Maxi,

meine Frage hat folgenden Hintergrund: auch in der NAK wird dieses Lied gern und oft gesungen. Habe ich damals auch; seltsam berührt hat mich dabei immer die Passage: "Sehet, der Heiland ist nun da, der für uns starb auf Golgatha,". wie kann man, wenn man die Geburt des Heilandes besingt, gleichzeitig dessen Ende besingen? Aber vielleicht singt ihr dieses Lied ja mit einem anderen Text 8)

LG Adler

Maximin

Re: Weihnachtspredigt 2010

#5 Beitrag von Maximin » 27.12.2010, 14:54

:) Mein lieber Adler, Du erhältst von mir eine PN.
LG vom Micha :wink:

dietmar
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Re: Weihnachtspredigt 2010

#6 Beitrag von dietmar » 27.12.2010, 20:14

Maximin hat geschrieben::) Mein lieber Adler, Du erhältst von mir eine PN.
LG vom Micha :wink:
ist dies nun plötzlich geheim??? :roll:

Maximin

Re: Weihnachtspredigt 2010

#7 Beitrag von Maximin » 27.12.2010, 21:24

:) Nein, natürlich nicht. Das haben wir doch hinter uns gebracht - oder nicht?
Maximin :roll:

dietmar
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Re: Weihnachtspredigt 2010

#8 Beitrag von dietmar » 28.12.2010, 07:52

weshalb gibt es die Antwort dann nicht öffentlich??? :roll: :roll: :roll:

Maximin

Re: Weihnachtspredigt 2010

#9 Beitrag von Maximin » 28.12.2010, 12:17

Dietmar, was ich mit Freund Adler per PN besprechen möchte, dass bleibt "PN". Alles klar? Danke!
Maximin + + +

Maximin

Re: Weihnachtspredigt 2010

#10 Beitrag von Maximin » 28.12.2010, 12:21

:) Mein lieber Adler,
als Mitglied der Evangelischen Landeskirche Berlin und Umgebung werde ich im Laufe des Jahres einige Male, u. a. zum Predigtdienst, in das Evangelische Haus Gotteshilfe in Berlin-Neukölln eingeladen. In diesen freien Evangelischen Werken wird regelmäßig aus dem Liederbuch „Jesus unsere Freude“ gesungen. Herausgegeben vom Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverband e. V., erhältlich beim Brunnenverlag Giessen, 4. Auflage, ISBN 3-7655-6092-8 (Gemeindeausgabe). Im vorliegende Fall war es das Lied mit der Nummer 236, "Kommt stimmet alle jubelnd ein...".

Dieses Lied geht übrigens auf eine englische Fassung mit dem Titel "Come let us all unite to sing: Good isat Love" / Hancok 1812, bei Willism B. Booth (1870). Der Text wurde von Ernst Gebhardt (1884) ins Deutschge übersetzt und mit einem Notensatz von Edmund Siman Lorenz (1876) (neu) vertont.
Liebe Grüße vom Micha :wink:

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