Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

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gläubiger
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Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#1 Beitrag von gläubiger » 30.07.2018, 21:40

Ich möchte bei aller berechtigten Kritik an "Klüngelei" und "Postengeschacher" in der NAK die Frage aufwerfen, ob Ordinationen in höhere Ämter innerhalb einer Familie in bestimmten Fällen nicht doch sinnig sind.

Ich spreche bewusst von genetischen Nachkommen und nicht von angeheirateten Nachfolgern in Ämtern.

Gründe dafür sind aus meiner Sicht:
1. In der NAK fehlt ein Anforderungsprofil und Qualifikationssystem für höhere Amtsträger. D.h. es können mitunter unqualifizierte Menschen in verantwortungsvolle Führungsaufgaben ordiniert werden (z.B. ein Versicherungsfachmann in eine Führungsposition mit Leitungsspanne > 100 Menschen) und extremer finanzieller Verantwortung. Es is schon ein gravierender Unterschied, ob ein Jahresbudget von ein paar Tausend Euronen oder ein paar Milliönchen verwaltet und verantwortet wird.
2. Kinder von höheren Amtsträgern haben in diesem laienhaften System immer noch am besten Einblick in die Aufgaben und Anforderungen des leiblichen Vaters und gewinnen mit Sicherheit eine ganz gute Vorstellung von dessen "höchst verschwiegenem Beruf". Dies mag in vielen Fällen zu Frust ("das will ich nie werden") geführt haben, da und dort hat es aber auch zu qualifizierten Köpfen im Ap. Kreis geführt. Ich denke mal an die Kühnle-Brüder im Süden.
3. Wenn gute Führungskräfte aufgrund eines fehlenden Qualifizierungssystems (vgl. 1.) gefunden werden müssen, dann sind es die am besten die, welche von Natur aus zum Führen geeignet sind. Nochmal: Das sind am ehesten Nachkommen von guten Führungskräften, da diese genetisch vorprogrammiert sein können.

Kurz: Der abgeschnittene Zopf von der "Segenslinie" wäre in manchen Fällen aus meiner Sicht besser drangeblieben anstatt die Vetternwirtschaft auf die angeheirateten oder am besten "kriechenden" und "schleimenden" Stiefellecker auszuweiten. Und das vermutlich auch noch aus Gründen, um dem Volk zu zeigen "schaut her, wir machen keine inzestuösen Fehlordinationen..."


Und nun bin ich gespannt auf eine hoffentlich interessante Diskussion.

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Heinrich
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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#2 Beitrag von Heinrich » 30.07.2018, 22:19

Nein, werter Gläubiger.

So genannte Segenslinien machen keinen Sinn, haben aber schon viel Ärger gebracht. Ein Beispiel: Saur/Ehrich ***grummel***

Aus meinem eigenen Leben:

Mein Großvater war jahrelang Bezirksältester und dann auch noch im Bischofsamt. Mein Vater war mindestens Hirte oder so was, er hat eine Gemeinde aufgebaut und lange dort "gedient". Beide dieser Männer haben jeweils ihre Frau und ihre Kinder total vernachlässigt - diese "Kirche" war ja das Ja und Amen.

Ich selbst, als Nachkomme dieser "treuen Gottesmänner", habe mich seit meiner Konfirmation - bald kommt die goldene Konfirmation - gegen jedwedes Amt in der NAK gewehrt. Erfolgreich.

Also nichts ist mit "Segenslinie" in meinem privaten Umfeld.

Sie erwähnen die Kühnle-Brüder. Werner Kühnle - ich kenne ihn sehr gut - hätte ich mir seinerzeit als kommenden Bezirksapostel gewünscht. Leider wurde er sehr krank und konnte diese Aufgabe im wahrsten Sinne des Wortes leider nicht übernehmen.

Und so kam der VAR- und Australientourist namens Ehrich. Und der ist da bis heute. Werner Kühnle wäre der Bessere gewesen. Wo war Gott in dieser Zeit?

Fragt sich Heinrich...............................................
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gläubiger
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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#3 Beitrag von gläubiger » 30.07.2018, 22:23

Nein, werter Heinrich, Sie irren sich!
Ehrich ist kein genetischer Nachkomme von Saur. Saur war kein Nachkomme von Kühnle. Und ja, Kühnle jun. ist ein direkter Nachfahre des früheren Bez. Ap. Kühnle. Somit habe ich wohl eher recht :x

Versöhnliche, augenzwinkernde Grüsse

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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#4 Beitrag von fridolin » 30.07.2018, 23:13

Ehrich ist kein genetischer Nachkomme von Saur.
Heinrich hat nicht davon gesprochen das Ehrich in genetischer Abstammung von Saur steht.
Ehrich war der Schwiegersohn von Saur.
Daher "Familiensegenlinie" auf jeden Fall. :D
Ich glaube das wollte Heinrich beschreiben und was er davon hält :D

Schwäble
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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#5 Beitrag von Schwäble » 31.07.2018, 08:27

Falls ich das richtig verstanden habe, ging es aber nur um die genetische Linie

Da gibt es aber auch negative Beispiele. Ap. Dauber z.B., da war der Sohn Bischof und hat sich auch den Einen oder Anderen "Klops" geleistet.
Eine Garantie, dass die Nachkommen auf gleicher Linie bleiben gibt es nicht und kann deshalb nicht vorausgesetzt werden.

Ausserdem habe ich ja eingeprägt bekommen, dass der Heilige Geist die Apostel auswählt. und der hl. Geist macht ja keine Fehler....

Gruß vom Schwäble

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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#6 Beitrag von Lulo » 31.07.2018, 09:34

Hallo Gläubiger,

als Frau kam ich zwar nicht in den "Genuss" dieser sog. Segenslinie (was ein Amt angeht), doch wirkte der Blick hinter die Kulissen eher abschreckend. Mein Opa war Bezirksältester und lebte zu 95 % für die Kirche. Danach kam alles andere. Für seine Familie hatte er nie Zeit. Ich habe diese Prioritäten damals schon nicht verstanden bzw. sehr früh erkannt, dass Gott so etwas nicht gutheißen kann. Allein schon der Begriff Segenslinie klingt in meinen Ohren arrogant, weil er automatisch diejenigen alt aussehen lässt, die nicht auf eine sog. Segenslinie verweisen können. Es ist natürlich schön, wenn man sagen kann, dass die Eltern, Großeltern usw. treu im Glauben standen. Aber es kein Verdienst, sondern vielmehr eine Art Erbe, was in meinen Augen aber nicht automatisch als Qualifikation für ein Amt oder irgendeine Funktion gewertet werden kann.

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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#7 Beitrag von fridolin » 31.07.2018, 11:58

Die sogenannten "Sägenslinien" waren nicht immer zum Vorteil. :D

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Heinrich
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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#8 Beitrag von Heinrich » 31.07.2018, 12:47

@Lulo
Mein Opa war Bezirksältester und lebte zu 95 % für die Kirche. Danach kam alles andere. Für seine Familie hatte er nie Zeit.
Da sind wir ja schon mindestens zu zweit - scrollen Sie bitte mal etwas zurück.

Überhaupt war die damalige NAK brutal familienfeindlich. Als damaliger Amtsträger musste man sich wohl zuallererst "in den Dienst der Kirche stellen".

Die eigene Frau eines solchen "Amtsträgers" und ganz besonders dessen eigenen Kinder wurden vernachlässigt und noch mal vernachlässigt - oder in fast schon Nazi-Manier in die Kirche geprügelt. Ob das die jeweiligen Kinder wollten oder nicht.

Es ist, wie es ist, nunmehr, so langsam, entpuppt sich diese NAK als eine nunmehr millionenschwere Immobilienfirma.

Und diese Firma findet komischerweise immer noch Menschen, die sich freiwillig "in den Dienst des Herrn stellen". Mit allerlei Buckelei nach "oben" und gern auch mal "mit Treten nach unten."

Wie sagte es kürzlich eine gute, nicht-neuapostolische Bekannte von mir: "Heinrich, gibt einem mehr oder minder begabten Menschen einen Anzug. Das ist dann seine Uniform, mit der er meint, andere beeinflussen zu können."

Wie wahr!

Gruss in die Runde aus dem 36 Grad heißen Süden,
H e i n r i c h
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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#9 Beitrag von fridolin » 31.07.2018, 13:03

Es ist, wie es ist, nunmehr, so langsam, entpuppt sich diese NAK als eine nunmehr millionenschwere Immobilienfirma.
Da ist was dran und die hat bestimmt Knete hoch 10. :D :D

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Re: Machen "Segenslinien" mitunter nicht doch Sinn?

#10 Beitrag von centaurea » 01.08.2018, 07:19

gläubiger hat geschrieben:
30.07.2018, 21:40
Ich möchte ... die Frage aufwerfen, ob Ordinationen in höhere Ämter innerhalb einer Familie in bestimmten Fällen nicht doch sinnig sind.

Ich spreche bewusst von genetischen Nachkommen ...

Gründe ...:
1. ... fehlt ein Anforderungsprofil und Qualifikationssystem ... D.h. ... mitunter unqualifizierte Menschen in verantwortungsvolle Führungsaufgaben ...
2. Kinder von ... haben ... immer noch am besten Einblick in die Aufgaben und Anforderungen des leiblichen Vaters und gewinnen mit Sicherheit eine ganz gute Vorstellung von dessen "höchst verschwiegenem Beruf". ...
3. Wenn gute Führungskräfte aufgrund eines fehlenden Qualifizierungssystems (vgl. 1.) gefunden werden müssen, dann sind es ... am besten die, welche von Natur aus zum Führen geeignet sind. Nochmal: Das sind am ehesten Nachkommen von guten Führungskräften, da diese genetisch vorprogrammiert sein können.

...
Hallo Gläubiger,

selten so gelacht oder geweint - wie du es nehmen möchtest. Aus meiner Sicht ist das totaler Quark.

Wenn eine Führungspersönlichkeit in einem autokratischen System Erfolg hat, ist aus meiner Sicht der Schluss unzulässig, dass diese Person eine gute Führungspersönlichkeit mit entsprechenden genetischen Anlagen ist.
Aber mal vorausgesetzt sie hat diese genetischen Anlagen, könnte es sein, dass sie diese nicht an den Sprössling weitergegeben hat(, sondern an die Tochter).
Oder die Führungsperson hat die Anlagen nicht, aber die Mutter und diese hat sie an den Sprössling weitergegeben.
Und so weiter...

Unzählige Familiendynastien und Königshäuser zeigen, dass die Kinder in der dritten oder vierten Generation in vielerlei Hinsicht nichts mehr gemein haben mit der Person, die etwas aufgebaut hat. Stichwort verzogene Bengel. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel.
Und hier kommen eben Prägung, Sozialisation, Umfeld, Erziehung, Bildung, Interessen, Persönlichkeit, etc. pp. ins Spiel.
Manche Studien kommen z.B. zu dem Ergebnis, dass Frauen grundsätzlich die besseren Werte bzgl. Eignung als Führungskraft haben. Aber auch das würde ich mit zunehmender Emanzipation in Frage stellen. Aus meiner Sicht gleichen sich durch diesen absolut notwendigen Prozess Mann und Frau eben auch an. Rollenbilder werden in Frage gestellt und das ist auch gut so (Frau spielt eben auch Fußball oder fährt rüpelhaft Auto...).

Fleiß schlägt nachweislich Intelligenz. Und dieser Fakt ist für viele Zöglinge aus "gutem Haus" eher problematisch und eine erschwerende Komponente für die Persönlichkeitsentwicklung.
Grundsätzlich ist es so, dass die Eignung zur Führungspersönlichkeit im Wesentlichen von mir selbst und meiner auf mich wirkenden Umgebung abhängt. Die genetische Disposition machte es da der einen oder dem anderen nur etwas leichter oder eben auch nicht. Ich bezweifle, dass da die Haltung "von Gott erwählt zu sein" eine förderliche Voraussetzung für eine gute Führungspersönlichkeit ist. Bei einer Führungspersönlichkeit werden eher Interesse, Disziplin, Vorbild, Fleiß, Empathie, Entscheidungsfreude, Innovation, Persönlichkeit, ... gefordert.

Deiner Theorie folgend, hätte die NAK ihre Mitglieder nach erfolgreichen Geschäftsleuten scannen müssen und dann deren Kinder in ihrer Organisation als Führungskräfte befördern müssen. Hat sie aber nicht. Sie hat die Segenslinie beschworen, um die Klüngelei der oberen Etage zu kaschieren und Familiendynastien aufzubauen. Stichwort Selbstbedienungsladen und Machterhalt.

Jedes Unternehmen hätte deiner Theorie folgend damit eine super erfolgreiche Methode um Führungskräfte rekrutieren zu können. Das ist absoluter Quark. Es gibt nicht umsonst Recruiting-Experten, die das jeweilige Anforderungsprofil für die zu besetzende Stelle analysieren, definieren und dann auf die Suche gehen nach der geeigneten Person mit der erforderlichen Ausbildung, Persönlichkeit und den notwendigen Skills ...

Centaurea

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