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BeitragVerfasst: 13.11.2017, 01:32 
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Beiträge: 1175
Werter R/S,
gerne möchte ich auf Ihre Darlegung etwas näher eingehen.
Die heraufziehende Islamisierung dürfte zweifelsohne ein Grund sein, dass die christlichen Kirchen näher zusammenrücken und vermutlich auch, dass Sondergemeinschaften wie die NAK, mit mehr Zugeständnissen begegnet wird. Eine weitere Verflechtung von Kirche und Staat könnte als stabilisierendes Mittel angesehen werden. Ich denke, so haben Sie das auch gemeint.
Sie schrieben von den kirchenchristlichen Errungenschaften unter Bezug auf Ihre momentanen Erkenntnisse bezüglich des nunmehr fast 100 Jahre zurückliegenden Kriegsende des ersten Weltkrieges. Sie stellten Ihre vorstellbaren- oder auch nicht vorstellbaren Empfindungen neben die, bei welchen im Weihnachtsgeschehen das Knäblein gefeiert wird, welches von einem Großteil der heutigen Christenheit vergöttert oder missbraucht wird.
Ja, lieber R/S, Sie berühren damit die zwei krassesten Seiten christlicher Empfindung, die man eigentlich mit normalem Menschenverstand nicht fassen kann.
Darüber hinaus aber, ist es für mich nicht verständlich, weshalb gläubige NAK-Christen nicht tiefer in der Geschichte ihrer Kirche forschen, um zu gesicherteren Erkenntnissen zu kommen. Statt dessen wird man – sobald man auf die dunkle Epoche dieser Kirche verweist, als altapostolisch diskriminiert, dabei würden Zusammenhänge, die zweifellos auch der politischen Situation der letzten einhundertfünfzig Jahre geschuldet sind, recht gut Aufschluss z.B. des Bischoffdesasters vermitteln. Man könnte mit viel gutem Willen sogar ein Stückchen Verständnis zur Entstehung aufbringen.
Es ist für mich auch sehr mühsam, zu begreifen, weshalb die Generation nach 1960 nicht konsequent aufgeräumt hat. Ein Grund könnte sein, dass man von der NAK-Schiene auf christlichen Urgrund gestoßen wäre, was noch viel bedeutendere Probleme verursacht hätte.

Aber zurück zu den Weltkriegen. Mein Vater war im Krieg in Russland und später im Partisanenkampf in Jugoslawien. Er sprach nur äußerst selten vom Kriegserleben und wenn doch. dann ging es meist um die ungeheuren Menschenmassen an russischen Soldaten, deren man selbst mit anhaltendem Maschinengewehrfeuer nicht „Herr werden“ konnte. Auch die Partisanenkämpfe waren ein einziges Töten. Stritt ein Dorfbürgermeister wider besseres Wissen die Anwesenheit von Partisanen ab, gab es ein grausames Blutbad.

Ich kann selbst heute noch nicht auch nur in Ansätzen nachvollziehen, was er dafür an Schuld gefühlt hat. Seine Hinwendung zur NAK samt AT.-Dienst dürfte ein winziges Entschulden für das ausgelöste Leid gewesen sein. Sein Lied war: Wohin soll ich mich wenden? Doch genug jetzt vom Krieg, es wäre ein gesonderter Themenstrang erforderlich, vielleicht mit der Überschrift: Freud und Leid der Christenheit.

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Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.


Zuletzt geändert von Brombär am 13.11.2017, 01:58, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 13.11.2017, 01:54 
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Sverdrup schrieb:

Ich erlaube mir, Ihren vor kurzem erstellten Beitrag zur Situation vor und nach der Botschaft weiter zu reichen, damit ich und meine Generation auf dem Gebiet "NAK und Glaube" etwas Verständnis bei unseren Nachfahren erlangen.

Werter Sverdrup,
wer nach über einem halben Jahrhundert die Bischoff-Botschaft noch thematisieren will, sollte dafür gute Gründe haben und dazu – was mindestens genauso wichtig ist, die damaligen Zeitverhältnisse in seine Betrachtungen einbeziehen.
Dieses Bischoff-Desaster ist ja eine Tragödie für die NAK in mehreren Stufen. Zunächst war die Ausbringung dieses Dogmas die totale Verengung des Glaubens auf das Wiederkommen Jesu zu Lebzeiten des Stammapostel Bischoff. Es gab sonst keine weiteren Predigtinhalte. Er war der Letzte, das Weitere würde sich im Hochzeitsaal ergeben.
Sodann kann man das „persönliche Zusammentreffen“ von Bischoff und Jesu eigentlich nur als krank bezeichnen. Weiter war der Schmidt´sche Maulkorberlass ein Baustein, der langsam aber sehr sicher zerbröselte. Schlimm war auch, dass die Generation nach Schmidt noch immer nicht daran ging, dessen Ausrede zu beseitigen. Ganz besonders aber schadet der Kirche, dass ihre Leitung glaubt, die Botschaftslüge noch immer nicht eliminieren zu müssen. So kommt es, dass das Apostelwort zur Unglaubwürdigkeit verkommen ist. Die hektischen Modernisierungsversuche sind daher Flickschusterei auf einem löchrigen Kleid.

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BeitragVerfasst: 13.11.2017, 09:47 
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Beiträge: 32
Brombär hat geschrieben:
Dieses Bischoff-Desaster ist ja eine Tragödie für die NAK in mehreren Stufen. Zunächst war die Ausbringung dieses Dogmas die totale Verengung des Glaubens auf das Wiederkommen Jesu zu Lebzeiten des Stammapostel Bischoff. Es gab sonst keine weiteren Predigtinhalte. Er war der Letzte, das Weitere würde sich im Hochzeitsaal ergeben.
Sodann kann man das „persönliche Zusammentreffen“ von Bischoff und Jesu eigentlich nur als krank bezeichnen. Weiter war der Schmidt´sche Maulkorberlass ein Baustein, der langsam aber sehr sicher zerbröselte. Schlimm war auch, dass die Generation nach Schmidt noch immer nicht daran ging, dessen Ausrede zu beseitigen. Ganz besonders aber schadet der Kirche, dass ihre Leitung glaubt, die Botschaftslüge noch immer nicht eliminieren zu müssen. So kommt es, dass das Apostelwort zur Unglaubwürdigkeit verkommen ist. Die hektischen Modernisierungsversuche sind daher Flickschusterei auf einem löchrigen Kleid.


Danke, Brombär, für all Ihre Beiträge, und speziell für diese umfassende Analyse eines Glaubenslebens in 10 Sätzen. Damit ist alles gesagt. "O reiches, schönes Leben, dazu uns Gott erschuf!" GB 383 - Refrain.


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BeitragVerfasst: 13.11.2017, 13:09 
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Registriert: 21.06.2013, 16:12
Beiträge: 387
Zitat:
Brombär: Darüber hinaus aber, ist es für mich nicht verständlich, weshalb gläubige NAK-Christen nicht tiefer in der Geschichte ihrer Kirche forschen, um zu gesicherteren Erkenntnissen zu kommen. Statt dessen wird man – sobald man auf die dunkle Epoche dieser Kirche verweist, als altapostolisch diskriminiert, dabei würden Zusammenhänge, die zweifellos auch der politischen Situation der letzten einhundertfünfzig Jahre geschuldet sind, recht gut Aufschluss z.B. des Bischoffdesasters vermitteln. Man könnte mit viel gutem Willen sogar ein Stückchen Verständnis zur Entstehung aufbringen.

So richtig Ihre Feststellung hier ist, lieber Brombär, so sehr ist sie eine, die das ganze Christentum, ja im Grunde die Religion an sich betrifft. Vor allem einfache Menschen wollen "an etwas glauben" und nicht "über etwas nachdenken". Die Eigenverantwortung des Nachdenkens, mit allem, was sie impliziert (forschen, vergleichen, analysieren, kritisch überlegen und reflektieren usw., usw.), war in der Menschheitsgeschichte bestenfalls den wenigen vorbehalten, die das Privileg einer "freiheitlichen" Kinderstube und einer guten, umfassenden Bildung hatten. Dies betrifft das religiöse Leben genauso wie das säkulare.
Wenn Sie verfolgen, mit welchen Motiven Menschen zur Wahlurne gehen und ihr Kreuzchen machen, dann könnte einem einigermaßen gebildeten und kritischen Geist schlecht werden vor so viel Ignoranz, Unwissenheit, Dummheit und geistiger Unfähigkeit. Wenn dann die "Wahlurne" noch ewige Seligkeiten verspricht, dann interessiert niemanden mehr das Kleingedruckte. Und die Geschichte dieses Kleingedruckten am allerwenigsten. Umso mehr, wenn sich dabei herausstellen könnte, dass man einem Irrtum aufgesessen ist ...

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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich…; und irgendwann – wenn sich die Wahrheit nicht mehr leugnen lässt – imitieren sie dich. (In Anlehnung an M. Gandhi)


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BeitragVerfasst: 13.11.2017, 13:47 
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Beiträge: 1701
Zitat:
So kommt es, dass das Apostelwort zur Unglaubwürdigkeit verkommen ist. Die hektischen Modernisierungsversuche sind daher Flickschusterei auf einem löchrigen Kleid.

Es ist Flickschusterei. Eine vollkommen Rundumerneuerung mit einem richtigen aufrichtigen Schuldzugeständnis und nachfolgender Buße, täte Sinn.

Letztdings erzählte mir ein eigentlich recht NAK gläubiges Gotteskind was von den anstehenden Neuerungen zu halten ist:
Was soll der ganze Quatsch mit der Unterscheidung zwischen Ordination, Beauftragung und Ernennung. Für mich ändert sich nichts, bleibt alles beim alten, die müssen sich nicht wundern das die NAK Kirchen immer leerer werden.


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