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BeitragVerfasst: 11.09.2017, 12:57 
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In einer Analyse des Wählerverhaltens vor dem Hintergrund der Bundestagswahl zitiert die Autorin einen Sozialwissenschaftler wie folgt:

Zitat:
Natürlich gibt es immer noch Menschen, die sich in den traditionellen Milieus verwurzelt fühlen und entsprechend abstimmen. Die Mehrheit aber ist es nicht mehr. „Und wenn die sozialen Milieus an Kraft verlieren, dann leidet vor allem die am stärksten milieugebundene Volkspartei“, erklärte Thomas Petersen vom Institut für Demoskopie Allensbach in der 'Welt'. In Deutschland ist das die SPD.
(http://www.christ-in-der-gegenwart.de/a ... ag=2527661)

Ähnliches gilt m.E. für die NAK. Auch sie ist im Vergleich zu den Volkskirchen viel milieugebundener und deswegen abhängiger davon, ob Kirche im Allgemeinen und das jeweilige kirchliche Milieu an Kraft verlieren. Und das spezifische NAK-Milieu hat allein in den letzten 20 Jahren, seitdem die Kirche im Internet auf dem Präsentierteller steht, extrem an Kraft eingebüßt. Bis jetzt hat die NAK noch kein Mittel gefunden, diese Einbuße in den Griff zu bekommen, geschweige denn, deren Ursächlichkeit auch nur ansatzweise zu verstehen. Insofern sollte sich jedes Mitglied langsam Gedanken machen, wie lange der Absprung noch ohne Gesichtsverlust möglich ist. Das letzte Schaf um Mitternacht wird dann gezwungen sein, das Licht für immer auszumachen ...

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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich…; und irgendwann – wenn sich die Wahrheit nicht mehr leugnen lässt – imitieren sie dich. (In Anlehnung an M. Gandhi)


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BeitragVerfasst: 11.09.2017, 14:31 
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Zitat:
Und das spezifische NAK-Milieu hat allein in den letzten 20 Jahren, seitdem die Kirche im Internet auf dem Präsentierteller steht, extrem an Kraft eingebüßt. Bis jetzt hat die NAK noch kein Mittel gefunden, diese Einbuße in den Griff zu bekommen, geschweige denn, deren Ursächlichkeit auch nur ansatzweise zu verstehen.


Das Internet ermöglichte hinter den Kulissen in jedem verborgenen Winkel zu schauen und das es ganz schön hinter der Fassade gemenschelt hat.
Das sie an tatsächlich an Kraft verliert ist nicht zu übersehen. Die NAK hat und setzt immer noch ihre ganze Hoffnung auf die baldige Wiederkunft Christi. Verzieht sich ihre Hoffnung weiter, wird sie es schwer haben längerfristig zu überleben.


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BeitragVerfasst: 12.09.2017, 14:28 
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Interessant in diesem Zusammenhang, was die NAK immer verneint hat und nun gleich einem Freud'schen Versprecher inzwischen zumindest indirekt (im durchaus statthaften Umkehrschluss) doch zugibt:

Zitat:
Schade – schon wieder tritt einer in den Ruhestand, der wirklich etwas zu sagen hatte. Da schlief keiner ein, wenn der predigte, auch nicht, wenn es mittwochabends heiß und stickig war und man einen anstrengenden Tag hinter sich hatte. Sein Wort hatte Gewicht, nicht nur im Gottesdienst, auch bei den Seelsorgebesuchen, auch, wenn er beim Verabschieden noch ein Wort zu einem sagte. Und man merkte: Dahinter stand auch viel Lebens- und Glaubenserfahrung. Und so einer sitzt jetzt in der Kirchenbank! Den hätte man gerne noch länger im aktiven Dienst gesehen.
http://www.nak.org/de/glaube-kirche/wor ... cle/19371/
Es gibt demnach Prediger, bei denen der gottesdienstliche Schlaf der gesündeste ist. Und es gibt Seelsorger, bei denen weder viel Lebens- noch Glaubenserfahrung zu merken sind. Und natürlich gibt es Prediger, die nicht im geringsten jenes Wissen aufweisen, ohne welches ein wie auch immer zu verstehender Hlg. Geist bei seinen Eingebungsversuchen genau so dem Trockenen sitzt, wie wenn ein Prediger in Deutschland der deutschen Sprache nicht mächtig wäre ...

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BeitragVerfasst: 27.09.2017, 10:19 
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Als von meiner Seite zumindest vorläufig letzter Punkt dieses Diskussionsthemas einige stichpunktartig zusammengefasst Aspekte aus einem meiner zukünftigen Werke:

Als Menschen bewegen wir uns ständig zwischen einem Subjekt- und einem Objektsein. Subjektsein bzw. Subjektwerdung bedeutet umfassende bzw. zunehmende Mündigkeit und damit die Fähigkeit zur bestmöglichen Selbstbestimmung. Objektsein meint das genaue Gegenteil, nämlich Gefangensein in Unmündigkeit und Fremdbestimmung. Fremdbestimmung sowohl von anderen Menschen als auch von unseren Bedürfnissen (die selber wiederum häufig fremdbestimmt werden).

Im Mutterleib und unmittelbar bei der Geburt ist der Grad der Fremdbestimmung und damit des Objektseins naturgemäß am größten. Ziel einer gesunden Erziehung sollte immer zunehmende Mündigkeit, Selbstverantwortung und damit Selbstbestimmung sein.
Selbstbestimmung meint hier nicht Durchsetzung der eigenen Interessen, sondern die Fähigkeit, das positive Lebenspotenzial, das ein jeder Mensch mitbekommen hat, in Verantwortung zum Nächsten frei und segensreich für sich und seine Mitwelt zu gestalten.
Die religiöse Kultur des Abendlandes mit den aus der Bibel übernommenen patriarchalischen Menschen-, Welt- und Gottesbildern einschließlich den aus ihnen entstehenden Ordnungssystemen hat es zu einem großen Teil zu verhindern gewusst, dass dieses Ziel einer gesunden Erziehung zur inneren Freiheit überhaupt Möglichkeit, geschweige denn Wirklichkeit werden konnte.
Dies hat unser Menschsein und aus ihm unser Gesellschaftssystem leider auch nach der Aufklärung weitergeprägt und prägt es bis heute, auch wenn durch die mit der Aufklärung einhergehenden Denk- und Erkenntnisfreiheiten es ermöglichten, dass wir heute zumindest über diese unsere Objekthaftigkeit nachdenken können.

Resultat dieser religiösen Kultur sind nicht nur fehlgeleitete Glaubens- und Gesellschaftssysteme und -prozesse, sondern auch im Grunde unumkehrbare politische und wirtschaftliche Missstände. Egal ob unsere pseudodemokratischen politischen oder unsere scheinliberalen wirtschaftlichen Systeme, alle tendieren dazu, uns zu Handlangern ihrer systemischen Zwänge zu machen, uns geistig wie seelisch auszubeuten und in totalitärer Fremdbestimmung immer mehr zu entmündigen (und als Menschen entwürdigen). Dabei gaukeln sie uns vor, in Selbstbestimmung zu agieren, weil wir so umso besser fremdbestimmt werden können. Wir meinen, der Reiter zu sein und merken viel zu selten, dass wir eigentlich geritten werden.

Was dies mit unserem Diskussionsthema zu tun hat?
Auch wenn sich in jüngster Zeit das eine oder andere scheinbar oder auch wirklich gebessert haben mag, basiert letztlich auch das neuapostolische Glaubenssystem wie das aller christlich-religiösen Glaubens- und Sondergemeinschaften auf dem biblischen Herrschaftsdenken einer uralten patriarchalischen Herrschaftskultur, deren hierarchische Strukturen polarisieren, anstatt zu solidarisieren, selektieren, anstatt zu unieren, elitisieren, anstatt zu universalieren, konkurrieren, anstatt zu koalieren, usw.
Dabei haben die NAK-Apostel dieses Denken nicht nur ebenso unkritisch und undifferenziert übernommen wie ihre anderen Glaubenskollegen, sondern sie haben in guter Eigenregie bestmöglich dazu beigetragen, dass diese patriarchalischen Herrschaftsstrukturen noch mit jeder Menge angstbasierter Welt- und Gottesbilder verfeinert wurden und so die mittlerschaftliche Fremdbestimmung und bewusste Glaubensunmündigkeit auf die Spitze treiben konnten.
Anstatt in größtmöglicher Selbstbestimmung und, wie es der jüd. Religionswissenschaftler P. Lapide einmal sehr treffend ausdrückte, als „Freigelassene der Schöpfung“ individuell und persönlich mit jener Macht der Liebe in immer bessere Verbindung zu treten und aus ihr positive Kräfte zur eigenen wie zur fremden Subjektwerdung zu schöpfen, sind wir Spielball mittlerschaftlicher Herrschaftsstrukturen geworden, die als unmündig gehaltene Glaubensobjekte ohne Segensträger, Vorangänger, Apostolat und Kirche usw. nicht einmal ihre Seligkeit, geschweige denn ihre Subjektwerdung schaffen.

Aus dieser und allen anderen Verobjektivierungsspiralen zu entrinnen kann uns allein zu dem befreien, zu dem wir bestimmt waren: Als Ebenbild Gottes an einem positiven Schöpfungsprozess teilzuhaben und nicht wie bis jetzt uns als unbarmherziger Ausbeuter und gnadenloser Herrscher aufzuspielen, ohne zu merken, dass wir gleichzeitig selber die Ausgebeuteten und unmündig gehaltenen Untertanen eines Denk- und Wahrnehmungssystems wurden, das uns zu Objekten unserer eigenen Bedürfnisse (Stichwort: kommerzielle Werbekultur) wie auch zu Objekten anderer werden ließ.

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BeitragVerfasst: 11.11.2017, 21:41 
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Ich bin u.a. gerade dabei, den Kriegsverlauf an der Westfront im 1. Weltkrieg zu studieren. Das ist ein Projekt, das schon seit Jahrzehnten vor sich hin tröpfelt. Aber es bietet aus meiner Sicht ein schönes Bild für die eigentliche Problematik, in der die NAK-Führung u.a. steckt.

Ende 1914 Anfang 1915 zogen sich die Schützengräben auf beiden Seiten (frz.+dtsch.) in langen Linien entlang den geotektonischen Geländeformen der jeweiligen Landschaft. Das hatte zur Folge, dass bei Granateinschlägen oder bei Schrapnellbeschuss bei jedem Einschlag ganz viele Soldaten ihr Leben ließen oder verstümmelt wurden.
Als Folge davon wurden die Schützengräben zunehmen in Zickzack-Form ausgebuddelt, sodass nur im unmittelbaren Umkreis des Einschlags Opfer zu beklagen waren. Dies wurde auf beiden Seiten z.T. als kriegsentscheidende Neuerung gefeiert.
Geradeso kommen mir die Hinweise vieler NAK-Anhänger einschließlich aller "Freunde und Gönner des Werkes Gottes" hier und anderswo in Fragen einer angeblichen Reformoffenheit des Werkes Gottes oft vor.
Anstatt - um im Bild zu bleiben - endlich aufzuwachen und den Paradigmenwechsel einzuleiten (denn ein Grabenkrieg war zu Beginn des 20.Jhs. so obsolet wie das Kirchenchristentum heute) und z.B. den individuellen Guerillakrieg zu wagen, mit kleinen verstreuten und selbstständig operierenden Einheiten, wurde eine Kriegführung betrieben, die selbst im ausgehenden röm. Reich schon obsolet geworden war.
Warum? Weil die Leute in den jeweiligen Heeresleitungen gedrillt und beeinflusst worden waren von erzkonservativen Kräften, die im Gestern lebten und das Heute samt seinen geänderten Implikationen partout nicht wahr haben wollten.
Für den Glaubenskontext der Kirche im Allgemeinen und das Denken innerhalb der NAK im Besonderen sollte daraus ganz vieles, aber als Allgemeingut vor allem eines zu lernen sein:
Solange sich der jeweilige Glauben nicht auf Augenhöhe auseinandersetzen kann/darf/soll mit ALLEN argumentativen Strömungen, solange selbst stichhaltigsten kritischen Argumenten immer nur mit Glaubenssätzen und nicht mit Vernunft und gesunder Selbstreflexion und Selbsteinschätzung begegnet wird, so lange wird es letztlich immer ein Grabenkrieg bleiben zwischen Glaubensapologeten und ihren Kritikern. Gerade hier im Forum hat sich dies in den letzten Wochen deutlich gezeigt ... :?

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BeitragVerfasst: 12.11.2017, 00:13 
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Registriert: 28.11.2007, 00:15
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Werter R/S,

Ihre Beiträge im Thema pro oder kontra NAK haben fast immer den latenten Hinweis zur Schwäche des Kirchenchristentums. Mit diesen Hinweisen sprechen Sie mir aus der Seele und deshalb ist es letztlich für mich auch müßig, über die teils unglaublich läppischen Neuerungsverrenkungen der NAK-KL. zu diskutieren.

Selbstverständlich gibt es na. Christen, die eine Hoffnung und angenommene Gewissheit einer baldigen Wiederkunft Christi in sich tragen und die „bis dahin“ viel daransetzen, die Gemeinschaft im Sinne Jesu zu gestalten. Je weniger sie sich um die Vorgaben von „oben“ kümmern, desto besser wird ihnen das vermutlich gelingen.

Unser User curato wollte von mir gerne wissen, wie es mit mir nach dem Bischoff-Dilemma weiter ging und ich versprach, dies hier im Forum öffentlich darzulegen, was hiermit geschieht. Ich hoffe er wird dies auch dann noch lesen, wenn er sich bereits als Diskutant verabschiedet haben sollte.

Die nicht erfüllte Botschaft hat mich nach Jahren der Verwirrung wegen Willensänderung etc. dazu gebracht, das Kirchenchristen-tum von Grund auf zu hinterfragen. Um dafür den Rücken frei zu haben, legte ich Amtsverpflichtung und alles, was mit der NAK im speziellen Zusammenhang steht, ab.

Gelandet bin ich dann beim „göttlichen Urvertrauen“. Das ist eine wunderbare und recht ausbaufähige Gabe. So viele Unstimmig-keiten, wie „schuldbeladene Schöpfung“ samt der daraus resultierenden Erbsünde, „Jungfrauengeburt“, „Trinität“ samt allen „apokalyptischen Drohgebärden der Offenbarung“ verflüchtigen ins Nichts. Der ganze Wust ungeklärter Gottesoffenbarungen samt aller - von den jeweiligen Kirchenfürsten verfassten Erklärungen - entpuppt sich als Rauch der vom Odem Gottes wie ein Wölkchen weggeblasen wird.

Gottesliebe statt menschlicher Gedankenkonstrukte und Gesandtschaftsansprüche ist´s was ich lange, lange nicht erkannt habe, weil die „christlichen Militärs“ mit immer althergebrachten Mustern weiter kämpfen wollen. Die Bibel ist dabei eher hinderlich als förderlich, weil sie zu oft als wortgetreue Offenbarung vermittelt wird, oder aber für menschliche Absichten missbraucht wurde. Neuerdings verwendet JLS. die biblischen Berichte als Bilder, denen er eine eigene na. Deutung zuordnet.

Nun, das Kirchenchristentum wird erhalten bleiben, solange wir sind, da habe ich keinen Zweifel. Ich will es ja auch nicht in Bausch und Bogen verdammen, denn es kann – so es zurückhaltend aber bestimmt gelebt wird, Gottsuchern eine beglückende Spiritualität vermitteln. (Ich denke hier u.a. an Sakralmusik) Wichtig ist, dass man sich nicht zu tief in den christlichen Glaubenslehren verfängt.

Wir sind alle allzumal Sünder und mangeln nicht nur eines Ruhms sondern auch des Erlebens von Gottesliebe. Die Sensibilität ist oft verroht oder garnicht ausgebildet.

„Jesus“ Gottes Sohn, warum soll er eine Einheit mit Gott dem Vater darstellen, wenn er am Kreuz ausruft : „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Heute kann ich Jesus als Gottes Sohn sehen und zwar so, wie ich alle Menschen aufrichtigen Gemüts ebenfalls als seine Söhne und Töchter sehen kann, also auch dich und mich !

Und warum sollte er nicht Gottes Sohn sein, wo er doch nach einer Phase des mosaischen Handelns die Liebe zum Nächsten predigte, ja sogar zum eigenen Feind?

Die zehn Gebote haben den monotheistische Religionen einen aufbaufähigen Grund gegeben, mit dem alle Menschen guten Willens zum Segen geleitet sind. Das Gebet Jesu im Vaterunser, führt uns bei jedem tiefgehenden Beten zum Urvertrauen zu Gott. Das empfinde ich als eine unglaublich hoffnungsvolle Wegweisung. Wer diese Wegweisung in sich belebt, ernährt und pflegt, wird mit Gott stille, aber sehr beeindruckende Erfahrungen machen. Ein bisschen Naturverbundenheit und Pflege schöngeistiger Begabung oder Bildung, kann diese Erfahrungen positiv unterstützen.

Meine frühkindliche, christliche Prägung sehe ich heute positiv, auch wenn es nicht unbedingt in der problembeladenen NAK hätte sein müssen. Vielleicht aber musste mein Weg genau so gehen um heute zu sehen, dass Gott es gut mit mir meint, selbst wenn manchmal der Himmel verdunkelt ist. Über den Wolken strahlt jedenfalls immer des Himmels Licht.

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Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.


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BeitragVerfasst: 12.11.2017, 12:13 
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Zitat:
Brombär: Nun, das Kirchenchristentum wird erhalten bleiben, solange wir sind, da habe ich keinen Zweifel. Ich will es ja auch nicht in Bausch und Bogen verdammen, denn es kann – so es zurückhaltend aber bestimmt gelebt wird, Gottsuchern eine beglückende Spiritualität vermitteln. (Ich denke hier u.a. an Sakralmusik) Wichtig ist, dass man sich nicht zu tief in den christlichen Glaubenslehren verfängt.

Obwohl es viel zu sagen gäbe zu Ihren Gedanken, lieber Brombär, bin ich an obiger Aussage hängen geblieben.
Ja, das Kirchenchristentum wird erhalten bleiben ... nicht zuletzt dank der Protegierung von Seiten des Staates, die immer noch soweit geht, dass bekennende Atheisten Nachteile haben in staatlichen Funktionen usw.
Diese Protegierung wird aus z.T. verständlichen Gründen wohl noch zunehmen, jetzt, wo die Islamisierung Europas in nicht kleinen Bevölkerungskreisen ausgerufen wird.
Und nein, das Kirchenchristentum hat(te) natürlich auch seine guten Seiten und die sollen weiß Gott nicht unter den Teppich wahlloser Kritik gekehrt werden.
Worüber man nachdenken sollte, ist unsere Wahrnehmung der diversen kirchenchristlichen Veräußerungen (Sie erwähnten die Sakralmusik). Ich bin mir sicher, dass diese kirchenchristlichen "Errungenschaften" in einem Feldgottesdienst in den beiden Weltkriegen ganz anders wahrgenommen wurden als z.B. heutzutage am Heiligen Abend in der Messe o.ä., wo ein kleines Kindlein verehrt und vergöttlicht wird, das angeblich Frieden auf diese Welt gebracht hätte. In der einverleibten Todesangst an den Kriegsfronten dürften sich andere Gedanken beim Anhören von Sakral-/Weihnachtsmusik und frommen Predigten eingestellt haben, z.B. die Frage, warum es dieses Christentum nicht schaffte, dass Kriege endlich der Vergangenheit angehörten und das sinnlose Sterben/Morden aufhört ...
Auch in solch dunklen Stunden wurde Abendmahl/Eucharistie gefeiert - auf beiden Seiten - und man fragt sich unwillkürlich, was die geglaubte Realpräsenz eines vergöttlichten Jesuleibes gebracht haben soll, wenn im nächsten Augenblick wieder aufeinander geschossen wurde. Wenn kirchenchristlicher Glauben und damit verbunden gottesgeistliches Wesen an ihren unmittelbaren Auswirkungen gemessen würden, dann haben sie in diesen Momenten - wo man/frau sie am meisten gebraucht hätte - am offensichtlichsten versagt. Warum? ...

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BeitragVerfasst: 12.11.2017, 22:41 
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Brombär hat geschrieben:
Werter R/S,

Ihre Beiträge im Thema pro oder kontra NAK haben fast immer den latenten Hinweis zur Schwäche des Kirchenchristentums. Mit diesen Hinweisen sprechen Sie mir aus der Seele und deshalb ist es letztlich für mich auch müßig, über die teils unglaublich läppischen Neuerungsverrenkungen der NAK-KL. zu diskutieren.

Selbstverständlich gibt es na. Christen, die eine Hoffnung und angenommene Gewissheit einer baldigen Wiederkunft Christi in sich tragen und die „bis dahin“ viel daransetzen, die Gemeinschaft im Sinne Jesu zu gestalten. Je weniger sie sich um die Vorgaben von „oben“ kümmern, desto besser wird ihnen das vermutlich gelingen.

Unser User curato wollte von mir gerne wissen, wie es mit mir nach dem Bischoff-Dilemma weiter ging und ich versprach, dies hier im Forum öffentlich darzulegen, was hiermit geschieht. Ich hoffe er wird dies auch dann noch lesen, wenn er sich bereits als Diskutant verabschiedet haben sollte.

Die nicht erfüllte Botschaft hat mich nach Jahren der Verwirrung wegen Willensänderung etc. dazu gebracht, das Kirchenchristen-tum von Grund auf zu hinterfragen. Um dafür den Rücken frei zu haben, legte ich Amtsverpflichtung und alles, was mit der NAK im speziellen Zusammenhang steht, ab.

Gelandet bin ich dann beim „göttlichen Urvertrauen“. Das ist eine wunderbare und recht ausbaufähige Gabe. So viele Unstimmig-keiten, wie „schuldbeladene Schöpfung“ samt der daraus resultierenden Erbsünde, „Jungfrauengeburt“, „Trinität“ samt allen „apokalyptischen Drohgebärden der Offenbarung“ verflüchtigen ins Nichts. Der ganze Wust ungeklärter Gottesoffenbarungen samt aller - von den jeweiligen Kirchenfürsten verfassten Erklärungen - entpuppt sich als Rauch der vom Odem Gottes wie ein Wölkchen weggeblasen wird.

Gottesliebe statt menschlicher Gedankenkonstrukte und Gesandtschaftsansprüche ist´s was ich lange, lange nicht erkannt habe, weil die „christlichen Militärs“ mit immer althergebrachten Mustern weiter kämpfen wollen. Die Bibel ist dabei eher hinderlich als förderlich, weil sie zu oft als wortgetreue Offenbarung vermittelt wird, oder aber für menschliche Absichten missbraucht wurde. Neuerdings verwendet JLS. die biblischen Berichte als Bilder, denen er eine eigene na. Deutung zuordnet.

Nun, das Kirchenchristentum wird erhalten bleiben, solange wir sind, da habe ich keinen Zweifel. Ich will es ja auch nicht in Bausch und Bogen verdammen, denn es kann – so es zurückhaltend aber bestimmt gelebt wird, Gottsuchern eine beglückende Spiritualität vermitteln. (Ich denke hier u.a. an Sakralmusik) Wichtig ist, dass man sich nicht zu tief in den christlichen Glaubenslehren verfängt.

Wir sind alle allzumal Sünder und mangeln nicht nur eines Ruhms sondern auch des Erlebens von Gottesliebe. Die Sensibilität ist oft verroht oder garnicht ausgebildet.

„Jesus“ Gottes Sohn, warum soll er eine Einheit mit Gott dem Vater darstellen, wenn er am Kreuz ausruft : „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Heute kann ich Jesus als Gottes Sohn sehen und zwar so, wie ich alle Menschen aufrichtigen Gemüts ebenfalls als seine Söhne und Töchter sehen kann, also auch dich und mich !

Und warum sollte er nicht Gottes Sohn sein, wo er doch nach einer Phase des mosaischen Handelns die Liebe zum Nächsten predigte, ja sogar zum eigenen Feind?

Die zehn Gebote haben den monotheistische Religionen einen aufbaufähigen Grund gegeben, mit dem alle Menschen guten Willens zum Segen geleitet sind. Das Gebet Jesu im Vaterunser, führt uns bei jedem tiefgehenden Beten zum Urvertrauen zu Gott. Das empfinde ich als eine unglaublich hoffnungsvolle Wegweisung. Wer diese Wegweisung in sich belebt, ernährt und pflegt, wird mit Gott stille, aber sehr beeindruckende Erfahrungen machen. Ein bisschen Naturverbundenheit und Pflege schöngeistiger Begabung oder Bildung, kann diese Erfahrungen positiv unterstützen.

Meine frühkindliche, christliche Prägung sehe ich heute positiv, auch wenn es nicht unbedingt in der problembeladenen NAK hätte sein müssen. Vielleicht aber musste mein Weg genau so gehen um heute zu sehen, dass Gott es gut mit mir meint, selbst wenn manchmal der Himmel verdunkelt ist. Über den Wolken strahlt jedenfalls immer des Himmels Licht.


werter Brombär,
vielen Dank für diesen Beitrag. Ich war zu jung um seinerzeit das Botschafts-Dilemma bewußt erleben zu können. Der Auslöser für mich kam erst später mit der "Zusammenschau", die für mich so unglaubwürdig war, dass ich gezielt nachforschte. Ich hätte dies viel früher tun können und müssen, die Macht der von sehr "NAK-gläubigen" und dabei sehr lieben Eltern machte mir aber eine kritische, nüchterne Betrachtung schwer. Wie gesagt, erst durch die Übertreibungen der KL kapierte ich: "Das kann doch so unmöglich gewesen sein !". - Ich erlaube mir, Ihren vor kurzem erstellten Beitrag zur Situation vor und nach der Botschaft weiterzureichen, damit ich und meine Generation auif dem Gebiet "NAK und Glaube" etwas Verständnis bei unseren Nachfahren erlangen. Auch ich sehe meine christliche Prägung positiv und hoffe sehr, dass durch die Auswüchse der NAK bei unseren Kindern nicht alles kaputt gegangen ist.
Zu Ihrem Beitrag des Ausrufes Jesu am Kreuz schreibe ich separat.

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Sverdrup


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BeitragVerfasst: 12.11.2017, 23:17 
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Beiträge: 1701
Zitat:
Unser User curato wollte von mir gerne wissen, wie es mit mir nach dem Bischoff-Dilemma weiter ging und ich versprach, dies hier im Forum öffentlich darzulegen, was hiermit geschieht. Ich hoffe er wird dies auch dann noch lesen, wenn er sich bereits als Diskutant verabschiedet haben sollte.


Vielleicht ist er nur in Urlaub. Wär schade wenn er sich nicht mehr melden würde.


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BeitragVerfasst: 12.11.2017, 23:21 
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Beiträge: 74
Brombär hat geschrieben:
Werter R/S,

Ihre Beiträge im Thema pro oder kontra NAK haben fast immer den latenten Hinweis zur Schwäche des Kirchenchristentums. Mit diesen Hinweisen sprechen Sie mir aus der Seele und deshalb ist es letztlich für mich auch müßig, über die teils unglaublich läppischen Neuerungsverrenkungen der NAK-KL. zu diskutieren.
...................

1) „Jesus“ Gottes Sohn, warum soll er eine Einheit mit Gott dem Vater darstellen, wenn er am Kreuz ausruft : „Mein Gott, warum hast du mich verlassen?“

Heute kann ich Jesus als Gottes Sohn sehen und zwar so, wie ich alle Menschen aufrichtigen Gemüts ebenfalls als seine Söhne und Töchter sehen kann, also auch dich und mich !

2) Und warum sollte er nicht Gottes Sohn sein, wo er doch nach einer Phase des mosaischen Handelns die Liebe zum Nächsten predigte, ja sogar zum eigenen Feind?

Die zehn Gebote haben den monotheistische Religionen einen aufbaufähigen Grund gegeben, mit dem alle Menschen guten Willens zum Segen geleitet sind. Das Gebet Jesu im Vaterunser, führt uns bei jedem tiefgehenden Beten zum Urvertrauen zu Gott. Das empfinde ich als eine unglaublich hoffnungsvolle Wegweisung. Wer diese Wegweisung in sich belebt, ernährt und pflegt, wird mit Gott stille, aber sehr beeindruckende Erfahrungen machen. Ein bisschen Naturverbundenheit und Pflege schöngeistiger Begabung oder Bildung, kann diese Erfahrungen positiv unterstützen.

Meine frühkindliche, christliche Prägung sehe ich heute positiv, auch wenn es nicht unbedingt in der problembeladenen NAK hätte sein müssen. Vielleicht aber musste mein Weg genau so gehen um heute zu sehen, dass Gott es gut mit mir meint, selbst wenn manchmal der Himmel verdunkelt ist. Über den Wolken strahlt jedenfalls immer des Himmels Licht.


werter Brombär, werte Foris,

zu 1) ich halte diese angebliche Aussage Jesu für einen sehr folgenreichen oder vielleicht den schwersten Fehler in der Übersetzung des NT überhaupt. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich als Jugendlicher zum einen nicht begreifen können, warum Jesus, der so viele Wunder und so viel Gutes getan hat, gekreuzigt wurde. Zum anderen waren mir diese angeblichen Worte Jesu ( häufig vor Ostern im GD erwähnt ) immer unverständlich geblieben. Ich erhielt vor vielen Jahren einen Hinweis auf das Buch "Die Evangelien in aramäischer Sicht" von George M. Lamsa. Ich zitiere aus Seite 204 und 205 der dritten Auflage, seine Ausführungen zu diesem Bibelwort gehen bis Seite 208.

Zitat Anfang: ( ohne Kursivschreibung (wie im Original) der aramäischen Worte )
Wortlaut Matt 27, 46 und 47 zusammengefasst:
.... Eli, Eli, lama sabachthani ? .....
Das aramäische Wort "shbakthani" ist abgeleitet von shbak, das "behalten", "übrigbleiben", "aufsparen" und dergleichen heisst. ............ Der letzte Buchstabe des Wortes shbakthani weist auf die erste Person Einzahl. Eli, Eli, lmana shbakthani heisst:
" Mein Gott, mein Gott, für dieses Los wurde ich aufgespart!" oder auch "Für dieses Schicksal ward ich auserkoren !" "Für mich war vorgesehen, auf diese Art zu sterben!"
.............
Die aramäischen Ausdrücke für "mich verlassen" lauten taatani, abgeleitet von taa ( = treulos verlassen, preisgeben, vergessen ( verwendet in Ps 13,1, Ps 42,10, Ps 78, 7-11 ... ) und nashatani, abgeleitet von nasha................
Zitat Ende

Auffälig auch dass im Johannes-Evangelium nichts dergleichen erwähnt ist.

zu 2) ich glaube wie Sie, das Jesus der Sohn Gottes ist. Er hat wie kein anderer Religionsstifter die Liebe zu Gott und die Liebe zum nächsten vorgelebt und beispielhaft verkörpert. Er hat die Maßstäbe gesetzt, die er von Seinem Vater kennt und diese werden ewigen Bestand haben.

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Sverdrup


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