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 Betreff des Beitrags: ERINNERUNGEN AN EIN VORBILD...
BeitragVerfasst: 16.07.2010, 12:05 
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Registriert: 11.11.2007, 15:54
Beiträge: 3268
Wohnort: Berlin
:) Lieben Freunde,
einer der mich, neben meinem Vater, in der NAK sehr beeindruckte, das war der sel. BZ Fritz Großkopf. Zunächst Wochenmarkthändler, Gelegenheitskraftfahrer für die Berliner Kirchenleitung und vor allen Dingen war er ein geduldiger Zuhörer und u. a. schon deshalb ein glaubwürdiger Seelsorger.

Als ich wegen einer schweren Erkrankung 9 Monate lang im Krankenhaus lag, war er es, der sich liebevoll um mich kümmerte, mir Briefe schrieb und mich auch in meiner Isolierstation regelmäßig besuchte. Noch heute hebe ich seine Briefe auf.

Dieser Mann leitete den Bezirk in der schwierigen Zeit um 1960. Manche meinten, dass er das mit harter Hand und unbeugsam tat. Andere meinten, dass er sich insbesondere den Brüdern annahm, die in großer Verantwortungsnot litten wie Hunde.

Was ihn auch auszeichnete war, dass er sich mit Einfühlungsvermögen, mit Klugheit und auch mit augenzwinkerndem Humor besonders um die Jugend kümmerte und mit viel Fingerspitzengefühl Amtsträgernachwuchs förderte - so viel an ihm lag. Irgendwann wurde er dann in den, wie man so sagt, in seiner Gemeinde, in der er schon als Priester und Gemeindevorsteher gearbeitet hatte, vom BAP Hermann Knigge, in den wohlverstandenen Ruhestand versetzt.

Da saß er nun in seiner Bank. Nee, nicht in Reihe 1, Platz 1. Er wählte die letzte Reihe, ganz hinten, gleich neben dem doppelglas isolierten Kinderraum (Aquarium). Während eines Festgottesdienstes fügte es sich, dass meine Mutter neben ihm Platz fand. Nachher berichtete sie mir, dass er sich über die Diakone aufregte, die den Ordnungsdienst träge, fantasielos und irgendwie lieblos ausübten. „Schwester Steinbach, nun sehen sie sich diese trüben Tassen an. Was kann man mit denen anfangen…?“

Warum berichte ich das aus meiner Erinnerung!? Jahre später beklagte sich Richard Fehr über mangelnde Begeisterung. Als Zuhörer dachte ich: „Wer selber nicht brennt, der kann andere nicht anzünden.“

Besagter BZ mutierte nicht zu einem lahmarschigen neuapostolische Kirchenbeamten. Warum Nicht? Er hatte das Herz auf dem rechten Fleck und er ließ es auch genau dort. Er war mir ein Vorbild. Und obwohl ich nicht den Beruf eines Wochenmarkthändlers wählte, habe ich mich bemüht, es diesem Mann abzugucken: „Geradlinig, geradeaus einerseits, aber einfühlsam, liebevoll und stets um den einzelnen Menschen bemüht andererseits."

Liebe Grüße, landauf und landab, von Eurem Maximin :wink:

_________________
Der kleine Glaube hat denselben starken Heiland wie der große Glaube.


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 Betreff des Beitrags: Re: ERINNERUNGEN AN EIN VORBILD...
BeitragVerfasst: 16.07.2010, 12:49 
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Registriert: 06.05.2010, 10:50
Beiträge: 129
Die Einfühlsamkeit ist bezeichnend. Als er hörte, ein junges Ehepaar wolle sich trennen, stand er abends an der Wohnungstür, klingelte,trat ein und hörte zu. Das Ehepaar war bis zum Tode des einen zusammen.
Er besuchte einen Diakon. Im Gespräch sagt die Ehefrau, weißt du Fritz, die Kinder möchten so gerne einmal in den Zirkus aber P.(Ehemann) sagt, da haben wir nichts zu suchen und Geld dafür haben wir auch nicht.
BÄ Fritz Großkopf zieht die Brieftasche, holt zwei Zwanzigmarkscheine heraus, legt diese auf den Tisch und sagt, P.. hiermit gehen die Kinder in den Zirkus und du kannst mitgehen.
In dieser Familie wurde nie mehr etwas verboten, was auch nur den Anschein einer kirchlichen Frömmelei vermittelt hat. Die Kinder von damals sind heute noch NAK-Aktiv.
Dieses aber ohne jeglichen Anschein von Verstellung in irgendeiner Art und Weise, insbesondere zu den ATs der Polsterklasse nicht,Sitzmöbel.


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 Betreff des Beitrags: Re: ERINNERUNGEN AN EIN VORBILD...
BeitragVerfasst: 16.07.2010, 14:31 
Maximin hat geschrieben:
"... nun sehen sie sich diese trüben Tassen an. Was kann man mit denen anfangen…?“


Hmmm, *kopfkratz*

ob ich das nun als Beispiel für eine besonders christliche Gesinnung und Vorbildfunktion verstehen soll? Oder ist das ein Beispiel für das (Zitat) "Fingerspitzengefühl bei der Förderung des Amtsträgernachwuchses"?

Vielleicht muss man dabei gewesen sein, um die Sache zu verstehen. In diesem Fall hätte man dem alten Herrn auch erklären können, dass es vollkommen wurscht ist, ob er mit den "trüben Tassen" etwas anfangen kann. Hauptsache, Gott kann was mit ihnen anfangen.

Trübtassige Grüße - etwas ratlos,
t.


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