KLEINE TYRANNEN...?

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Heidewolf
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Re: KLEINE TYRANNEN...?

#71 Beitrag von Heidewolf » 26.04.2010, 13:13

Das mit dem ADS/ADHS scheint aber mehr ein gesellschaftliches Problem zu sein. Viele Menschen haben einfach kein Verständnis dafür und reagieren falsch. Hab ich ja mit unseren Kindern selbst an den höheren Schulen erlebt. Aber es gibt da eben solche und solche.

Wenn ich mir allerdings oftmals das Eigenlob anhöre, wie schön ruhig und gesittet und ordentlich unsere Kinder und Jugendlichen so sind, ja dann frage ich mich, ob das das Wichtigste ist?

Vielleicht sind das auch nur die Nachwirkungen des Klamauks, den die Botschaftsauseinandersetzungen so mit sich gebracht haben.
Endlich wieder Ruhe zu haben.

Es ist aber schon richtig beobachtet. Es wird in der NAK sehr viel darauf geachtet, dass keine Störungen da sind. Bei manchen löst dann das Knistern von Bonbonpapier schon Panikatacken aus.
Äußere Form geht eben vor innerer Qualität.
17 Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden (1.Kor. 15)

verbindlich
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Re: KLEINE TYRANNEN...?

#72 Beitrag von verbindlich » 26.04.2010, 16:44

Wenn im Theater Babys schreien, ist das angenehm?
Das hat doch mit der Kirche nichts zu tun.
Laute Kinder in Versammlungen jeder Art, wo man zum Zuhören geneigt ist, stören einfach.
Auch ältere, die meinen, wenn sie laut flüstern, hört sie keiner....

Adler

Re: KLEINE TYRANNEN...?

#73 Beitrag von Adler » 26.04.2010, 16:48

Es gibt Orte der Ruhe und Orte an denen gespielt und getobt wird. Das Problem liegt allerdings darin, zwischen beiden Orten zu unterscheiden ...

LG Adler

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Gaby
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Re: KLEINE TYRANNEN...?

#74 Beitrag von Gaby » 26.04.2010, 21:46

Manchmal denke ich aber auch, so mancher hat vergessen, wie das mit seinen eigenen Kindern einmal war ... sicherlich, läßt sich ein Kind gar nicht beruhigen, wird wohl jede Mutter so vernünftig sein und sich mit dem Kind zurückziehen ... aber wenn schon beim ersten Pieps vorwurfsvolle Blicke in Richtung der Mütter wandern, ist das nicht gerade förderlich dafür, dass ein Kind ruhiger wird, denn die Nervosität der Mutter die daraus folgt überträgt sich letztlich wieder auf das Kind.
Warum versucht der Banknachbar/in der Mutter nicht zu helfen ein Kind zu beruhigen, abzulenken, wenn diese Schwierigkeiten damit hat ... oftmals wirkt das z. Bsp. Wunder ...

Bei uns im Ort musste z. Bsp. der Basketball auf dem Schulhof abgebaut werden, weil sich Nachbarn (inzwischen Rentner, die früher selbst einmal Kinder hatten) über den "Lärm" beschwerten. Für so etwas habe ich kein Verständnis ... in Deutschland wird zwar darüber gejammert, dass es zuwenig Nachwuchs gibt, aber hat man welchen wird es einem das Leben oft unnötig schwer gemacht ... besonders kinderfreundlich ist unser Land nach meinen Erfahrungen nicht ...
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)

tergram

Re: KLEINE TYRANNEN...?

#75 Beitrag von tergram » 27.04.2010, 07:51

Gaby hat geschrieben:...., aber hat man welchen wird es einem das Leben oft unnötig schwer gemacht ...
Ja, das ist sicher richtig - größtenteils. :wink:

Nicht zu vergessen aber die nachwuchsverliebten Eltern, die glauben, ihre ach so niedlichen Sprößlinge fröhlich herumtoben lassen zu können - egal wann und egal wo. Wer sich beschwert, daß der kleine Tyrann abends im Restaurant die Tischdecken der Nachbartische mit seinen Nutella-(oder sonstwas)Fingern beschmiert, gilt als kinderfeindlich. Dass der fehlgeleitete Junior mit seinen Fingern im allgemein zugänglichen Salatbuffett herumfuhrwerkt, wurde vom Vater kommentiert "Mein Sohn begreift die Welt halt mit den Händen". Na Mahlzeit. Da frage ich mich, wer die Erziehung nötiger hätte und vermute: Der stolze Papa.

Mit manchen "Kinderbesitzern" ist es wie mit manchen Hundebesitzern: Sie gehen davon aus, dass ihr Lebensmodell so toll ist, dass auch Andere es toll zu finden haben. Und wehe, wenn nicht.


Erschlagt mich. :mrgreen:

Adler

Re: KLEINE TYRANNEN...?

#76 Beitrag von Adler » 27.04.2010, 08:47

Der Grad zwischen Lebenphilosophie und Fanatismus ist schmaler, als die Schneide eines Rasiermessers.

Besonders arg wird es , wenn versucht wird die eigene, zum Fanatismus gewordene, Lebensphilosophie anderen Menschen überzustülpen.

LG Adler

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tosamasi
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Re: KLEINE TYRANNEN...?

#77 Beitrag von tosamasi » 27.04.2010, 10:07

tergram hat geschrieben:
Mit manchen "Kinderbesitzern" ist es wie mit manchen Hundebesitzern: Sie gehen davon aus, dass ihr Lebensmodell so toll ist, dass auch Andere es toll zu finden haben. Und wehe, wenn nicht.


Erschlagt mich. :mrgreen:
Keineswegs, stattdessen ist :!: angesagt, denn du hast vollkommen Recht. Was produziert kindliche Rücksichtslosigkeit, die von den Eltern toleriert oder sogar als notwendiger Entwicklungsprozess angesehen wird für Jugendliche und Erwachsene?
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

tergram

Re: KLEINE TYRANNEN...?

#78 Beitrag von tergram » 27.04.2010, 10:50

tosamasi hat geschrieben:Was produziert kindliche Rücksichtslosigkeit, ..... für Jugendliche und Erwachsene?
In dieser Welt? Vermutlich höchst erfolgreiche Spitzenmanager in Politik, Wirtschaft und Finanzwesen. :mrgreen:


Um zum Thema zurückzukommen: Mit Hilfe eines Tempo-Tuchs und eines ausrangierten NAK-AGB lassen sich auf der Kirchenbank unauffällig kleine Spielchen für Kinder inszenieren, die ablenken, unterhalten und der (verständlichen!) Quengelei abhelfen. Sogar kleine Theateraufführungen sind mit Hilfe von Schwester Meiers selbstgehäkeltem Sitzkissen möglich. Bis man von den süßen Kleinen "Tante Taschentuch" genannt wird... Das kann zur Folge haben, dass der zuständige VO die Tante zur Vorsonntagschule abkommandiert. :oops:

Knodel

Re: KLEINE TYRANNEN...?

#79 Beitrag von Knodel » 27.04.2010, 11:08

tergram hat geschrieben:
Gaby hat geschrieben:...., aber hat man welchen wird es einem das Leben oft unnötig schwer gemacht ...
Ja, das ist sicher richtig - größtenteils. :wink:

Nicht zu vergessen aber die nachwuchsverliebten Eltern, die glauben, ihre ach so niedlichen Sprößlinge fröhlich herumtoben lassen zu können - egal wann und egal wo. Wer sich beschwert, daß der kleine Tyrann abends im Restaurant die Tischdecken der Nachbartische mit seinen Nutella-(oder sonstwas)Fingern beschmiert, gilt als kinderfeindlich. Dass der fehlgeleitete Junior mit seinen Fingern im allgemein zugänglichen Salatbuffett herumfuhrwerkt, wurde vom Vater kommentiert "Mein Sohn begreift die Welt halt mit den Händen". Na Mahlzeit. Da frage ich mich, wer die Erziehung nötiger hätte und vermute: Der stolze Papa.

Mit manchen "Kinderbesitzern" ist es wie mit manchen Hundebesitzern: Sie gehen davon aus, dass ihr Lebensmodell so toll ist, dass auch Andere es toll zu finden haben. Und wehe, wenn nicht.


Erschlagt mich. :mrgreen:

Erschlagen? Du findest eher meine vollste Zustimmung.
Ganz besonders nett finde ich auch Erziehungsberechtigte die ihre 3-jährigen Sprösslinge zwecks Frühförderung zu einem abendlichen Opernbesuch schleifen und dann noch empört sind über das Unverständnis das ihnen entgegenschlägt.
Schließlich sind das ja die Hoffnungsträger der Zukunft wurde mir da einmal gesagt.....
Eltern wissen zumeist sehr genau, wie sie die Kinder so beschäftigen können das sie ruhig sind und sich auch an Orten in denen Ruhe herrschen sollte benehmen lernen. Das kostet aber Zeit, Kraft und Nerven. Diesen Preis sind aber wohl nicht alle Eltern gewillt zu zahlen, so zumindest mein derzeitiger Eindruck mancherorts.
Ganz besonders spannend finde ich auch Eltern die ihre Kinder z.B. in übervollen Arztpraxen schreien und wild toben lassen um in der Warteschlange vorgelassen zu werden. Notfalls wird das Kind einfach etwas gezwickt damit es schreit wie mir eine Mutter einmal stolz berichtete.
Selbst war ich mit 2 sehr lebhaften Kindern gesegnet und mich nervt bis heute bezüglich Kindern eigentlich nie etwas.
Da meine Anwesenheit im Chor damals aber dringend erforderlich war, wurde meine kreative Ader gefordert. Was bedeutete, Milch in eine Flasche mit Teesauger zu füllen. Das Trinken dieser Flasche dauerte exakt so lange wie ein Gottesdienst und sorgte für die Schonung unser aller Nerven und die besonders gut ausgebildete Mundmuskulatur was sich auch positiv auf die Zahnstellung auswirkt. :mrgreen:
Den Abschluß eines Gottesdienstes bildete damals immer ein betont überlauter Rülpser der einfach zur Liturgie dieser Gemeinde gehörte.
Unser kleinstes Gemeindemitglied ist derzeit 2 Jahre alt und sitzt mit ihrer Mutter immer im Kirchenschiff.
Außer gelegentlichen Piepsern ist es so gut wie nie zu hören. Die Mutter sitzt mit ihrem Kind relativ weit hinten um im Falle einer dauerhaften Störung rasch und unauffällig in den Kinderraum zu verschwinden.
Vor einiger Zeit brüllte sie einmal fast den ganzen Gottesdienst über. Es war trotz Ausweichmanöver in den Kinderraum unüberhörbar. Danach hat sie fast entschuldigend allen Gemeindemitgliedern erzählen müssen wie ihr Zahn "aua" macht. Das wurde ausgiebig von jedem bedauert. :wink:

So kann Zusammenleben als Gemeinde auch stattfinden.

Schönen Tag noch
Knodel

Knodel

Re: KLEINE TYRANNEN...?

#80 Beitrag von Knodel » 27.04.2010, 11:11

tergram hat geschrieben:
tosamasi hat geschrieben:Was produziert kindliche Rücksichtslosigkeit, ..... für Jugendliche und Erwachsene?
In dieser Welt? Vermutlich höchst erfolgreiche Spitzenmanager in Politik, Wirtschaft und Finanzwesen. :mrgreen:


Um zum Thema zurückzukommen: Mit Hilfe eines Tempo-Tuchs und eines ausrangierten NAK-AGB lassen sich auf der Kirchenbank unauffällig kleine Spielchen für Kinder inszenieren, die ablenken, unterhalten und der (verständlichen!) Quengelei abhelfen. Sogar kleine Theateraufführungen sind mit Hilfe von Schwester Meiers selbstgehäkeltem Sitzkissen möglich. Bis man von den süßen Kleinen "Tante Taschentuch" genannt wird... Das kann zur Folge haben, dass der zuständige VO die Tante zur Vorsonntagschule abkommandiert. :oops:

Mein Vorsteher kommentierte einmal meine Bemühungen bei einer Mutter von 4 Kindern der ich zuweilen aushalf mit den Worten: "Wir sind dir alle seeeehr dankbar."

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