Ist die Akzeptanz von Immigration eine Christenpflicht?

Christliche Ethik
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Brombär
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Ist die Akzeptanz von Immigration eine Christenpflicht?

#1 Beitrag von Brombär » 08.08.2016, 16:51

glaubensforum24 bezeichnet sich als Forum für christlichen Dialog und Austausch. Ich denke, dass die aufgeworfene Fragestellung daher in diesem Forum erlaubt sein sollte.

Sollte centaurea zustimmen, bitte ich um eine ausgewogene Diskussion ohne Beleidigungen.

Bb.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

shalom
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Re: Ist die Akzeptanz von Immigration eine Christenpflicht?

#2 Beitrag von shalom » 08.08.2016, 18:05

...Einzelchristen ohne Gemeinschaft (Kirche) sind mitunter per Definition gar keine Christen. Dann stellt sich allerdings die Frage nach der Regelungrn ggf. unterschiedlicher Rechten und Pflichten in den verschiedenen christlichen Denominationen.

Als Nakolik ist mir bewußt, dass in der für mich zuständigen Gebieterkirche die bislang gültigen Hausregeln Gottes (Pflichtenheftchen für Nakoliken) offiziell ersatzlos außer Kraft gesetzt worden sind. Eine Nachfolgevariante der Pflichten in der Kirche Jesu Christi in Form von allgemein verständlichen Hausregeln Gottes bekam ich im Hause des Herrn bislang noch nicht ausgehändigt...

s.

Brombär
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Re: Ist die Akzeptanz von Immigration eine Christenpflicht?

#3 Beitrag von Brombär » 08.08.2016, 22:48

Einmal abgesehen von shaloms vermissten aktuellen NAK-Hausregeln :( , möchte ich meiner Fragestellung einen Bericht unter der Überschrift „Die Macht des Narrativs“ zugrunde legen. Hierbei sind Sachverhalte beschrieben, die den alleinigen Blick auf christliche Nächstenliebe in einem anderen Licht erscheinen lassen.


http://www.rolandtichy.de/.../merkel-un ... -zur-erobe...
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shalom
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Re: Ist die Akzeptanz von Immigration eine Christenpflicht?

#4 Beitrag von shalom » 02.09.2016, 12:07

[urlex=http://nac.today/de/158033/390864][ :arrow: nacyesterday / Glaubensklatschreporter Oliver Rütten ][/urlex] hat geschrieben:
Von der Stärke eines Christenmenschen (01.09.2016)

Der Christ ist missionarisch
Der Christ ist gastfreundlich
Der Christ ist versöhnlich
Der Christ ist liebend
Der Christ ist dienend

Im Monat September sind die Gottesdienste am Sonntag von der Themenreihe „Christsein im Alltag“ bestimmt… . Ausnahmen und Ausreden gibt es keine: weder zeitlich, persönlich noch örtlich. Und das bedeutet Änderung der bisherigen Lebensweise.

Werte Themenreiher, liebe Themenbereiherte und all ihr Christenmenschen 8),

bei solchen Postulaten frage ich mich schon, was ändert Rütten, was ändern die Stäpste, was ändern die BaVi-Apostels an ihrer bisherigen Glaubenslebensweise?

Zeitgleich zum 01. September („seit heute wird zurück geschossen“) und dem zughörigen Stapstwort zum Monat September 2016 („Mit den Waffen Gottes“) im proklamierten Glaubensjahr „Siegen mit Gideon“ geht es O.Rütten um die Stärke des Christenmenschen.

Der na-amtliche Mehrwert des Nakolischseins kommt in der Auflistung des Christseins nicht zu Ausdruck. Vermutlich handelt es sich bei Rüttens Glaubensartikel nur um ein weiteres rundum „acktables“ Glaubensblendmanöver mit Fackeln und Posaunen. Neuapostolischsein im christseinselbstbildverpflichtenden Glaubenslebensalltag.

Geistliche Exilierung, Migration, Internierung (neubabylonische Geistesgefangenschaft), Immigration?

Das christseinwollende "Apostelat" verbreitet nicht nur unter "Christenmenschen" zunehmend Chaos.

s.

_
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Re: Ist die Akzeptanz von Immigration eine Christenpflicht?

#5 Beitrag von _ » 02.09.2016, 13:22

Nächstenliebe ist eine wenn nicht sogar die "Christenpflicht". Das schließt die Akzeptanz von Immigration mit ein.

Und wer sich unbedingt Christ nennen will, aber jetzt ähnlich wie Brombär mit pauschalisierenden Urteilen über Muslime kommt, der sollte nicht nur nochmal das Gleichnis vom barmherzigen Samariter lesen - von dem ja selbst Neuapostolen wissen, dass dort eins der herausragenden Merkmal Nächstenliebe trotz ethnischer und religiöser Verschiedenheit ist - sondern vielleicht lieber gleich Mt 5,43ff (oder par Lk6,27ff):
43 Ihr habt gehört, dass gesagt ist: »Du sollst deinen Nächsten lieben« (3.Mose 19,18) und deinen Feind hassen.
44 Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen2,
45 damit ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
46 Denn wenn ihr liebt, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner?
47 Und wenn ihr nur zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr Besonderes? Tun nicht dasselbe auch die Heiden?
48 Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.

Boris
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Re: Ist die Akzeptanz von Immigration eine Christenpflicht?

#6 Beitrag von Boris » 03.09.2016, 11:05

Meine Ansicht:
Menschen, welche Not leiden, gehören aufgenommen. Wieweit man sie immigriert (immigrieren kann) erscheint mir als eine andere Sache.

Nun kommen nicht nur die physischen Personen ins Land, sondern mit ihnen jeweils Überzeugungen und Ansichten, die zu entsprechenden Handlungsweisen führen (also scheinbar ein gewisses gesellschaftliches Machtpotential aufweisen).
Wie im, von Brombär verlinkten, Beitrag zu lesen ist, besitzt unsere Gesellschaft ein relativ hohes Maß an Meinungsfreiheit. Dank der Wissenschaft.

Wenn ich gedanklich eine Reise in die christliche Vergangenheit unternehme, gelange ich in die Zeit der Scheiterhaufen, Folterkammern, Vernichtung kompletter Bevölkerungsteile, Unterwerfungen, Unterdrückung, Brandschatzung, Kreuzzüge, Kinderkreuzzüge, Morde ...
Eine Liste aller menschenmöglicher Greueltaten. Nichts davon wurde ausgelassen, um im Namen Gottes eigene Bedürfnisse zu befriedigen.

Ein Unterschied zwischen Christentum und Islam scheint nach meinem derzeitigen Erkenntnisstand zu sein, dass man aus der Lehre der Islamanhänger eine Legalisierung von Gewalt in bestimmten Situationen herauslesen kann.
Wobei die Bibel z.T. einen sehr rachsüchtigen Gott beschreibt. Wo liegt jetzt nun tatsächlich der Unterschied?

Die Praxis zeigt, dass es jede Menge Islam - Anhänger gibt, die aus ihrem Glauben heraus friedlich gesonnen sind. Aber auch das Gegenteil.
Die Praxis zeigt aus meiner Sicht im Christentum ein gleichendes Bild. Nicht umsonst hat die Kirche jahrhundertelang wissenschaftliche Erkenntnisse nur sehr bedingt anerkannt oder gar als Gotteslästerung verdammt.
Ich glaube, dass immer die Frage im Hintergrund steht, was die Person mit ihrem Glauben (ihrer Überzeugung) erreichen will. Das Ziel.

Oft sind die Ziele von skrupellosen Führern innerhalb einer Glaubensgemeinschaft vorgegeben und werden fanatisch versucht umzusetzen. Da hilft nur Reglementierung seitens der zuständigen staatlichen Organe.


Die Frage, ob Immigration eine Christenpflicht ist, würde ich grundsätzlich mit Ja beantworten. Allerdings gehört es sich aus meiner Sicht, dass der Migrant sich den Gepflogenheiten des jeweiligen Landes in einem gewissen Maß anpasst. Sonst sollte er sich ein anderes Land/eine andere Gesellschaft aussuchen.


LG Boris
Wenn ich mich selbst wirklich kenne, kenne ich auch meine Mitmenschen. Wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch andere lieben.

glasperle
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Re: Ist die Akzeptanz von Immigration eine Christenpflicht?

#7 Beitrag von glasperle » 27.01.2017, 10:51

Feuer mich persönlich gehört Toleranz und Hilfe Feuer Menschen in Not zu den selbstverständlichen christenpflichten. Ich bemühe mich, was sich nach dem ueber ein jahr andauernden praesidentenwahlkampf bei uns in oesterreich zugegeben schwierig gestaltet, auch denen gegenüber tolerant zu sein, die sich vor dem islam fuerchten und mich als gutmenschen bezeichnen.

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