Kirchlicher Massenmord an unschuldigen Kindern?

Christliche Ethik
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Querdenkermicha

Re: Kirchlicher Massenmord an unschuldigen Kindern?

#21 Beitrag von Querdenkermicha » 12.06.2014, 16:20

Heidewolf hat geschrieben:Querdenkmicha,
es dürfte doch den Christen erlaubt sein, Werte ebenfalls zu verwenden, die andere Gruppen als ihre Werte bezeichnen. Wir haben doch da ein schönes Beispiel vor Augen. Da treffen sich Vertreter, die drei verschiedenen Weltreligionen angehören, und beten in einem römischen Garten für den Frieden.
Ansonsten schaut ein Christ, der sich weiterbildet, sicherlich mal auf die 10 Gebote und auf die Bergpredigt und viele andere Stellen in seinem dicken Buch.

Und vieleicht erleben wir ja, dass auf dieser Erde mal ein Wettstreit entsteht, wer am freundlichsten Nächstenliebe praktiziert.

LG, H.
Hallo Heidewolf,

leider werden die Zehn Gebote - wie die Bibel an sich - in ihrem ethischen Gehalt maßlos überschätzt. Oder hältst du die Tatsache, dass Ehefrauen in einem Atemzug mit Nutztieren und Sklaven (!) genannt werden, für eine Ethik des 21. Jahrhunderts für angemessen?
(In der Luther-Bibel von 1912 gemäß www.bibel-online.de heißt es dazu: "Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, Acker, Knecht, Magd, Ochsen, Esel noch alles, was sein ist.", 5. Mose 5,21)

Ansonsten kann ich deinen letzten Satz unterstreichen: Jeder Gläubige sollte Lessings "Nathan der Weise" gründlich gelesen haben und in die Praxis umsetzen...

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Heidewolf
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Re: Kirchlicher Massenmord an unschuldigen Kindern?

#22 Beitrag von Heidewolf » 12.06.2014, 16:48

Der Schwerpunkt des Gebotes liegt ja wohl auf dem nicht begehren, die Objekte stellen Werte des damaligen Lebens da.
Dieses an die heutige Zeit anzupassen, halte ich für sinnvoll.
Z. B. du sollst nicht begehren deines Nächsten Fan-Schal. Die Richter haben das hier so umgesetzt und die Tat mit 300€ bestraft.

Staap Schneider sagte am Samstag z. B. das es ganz wichtig ist, in der Ehe Respekt und Wertschätzung sich entgegenzubringen (um die Ehe zu erhalten). Das halte ich auch für eine sehr wichtige Ergänzung zu den Geboten.

Jesus hat ja die Gebote zusammengefasst, damit ist für das Verständnis eine wichtige Hilfe gegeben.
Ich setze dazu einfach mal die Aussage mit dem Splitter und dem Balken noch dazu.

Ansonsten halte ich wenig von den vielen Pauschalierungen.
Hier mal einige Beispiele.
Handwerker pfuschen doch nur.
Politiker sind doch alle korrupt.
Jugendliche sind .......
Frauen sind Schlanmpen, Männer Schweine.
Türken sind Ganoven.
Anhänger des Islam sind brutal und morden Andersgläubige.

Die Liste liesse sich doch je nach Weltanschauung beliebig fortsetzen.
Heute las ich, dass der US-Vize sagte, die Deutschen sind Ausländerfeindlich.

Manche Leute wissen wirklich nicht, was sie da reden.

Deshalb meine ich trotzdem, dass immer wieder an der Bildung, an den Werten und mit ihnen gearbeitet werden muss.
17 Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden (1.Kor. 15)

Boris
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Re: Kirchlicher Massenmord an unschuldigen Kindern?

#23 Beitrag von Boris » 13.06.2014, 09:12

Querdenkermicha hat geschrieben:
Hallo Heidewolf,

leider werden die Zehn Gebote - wie die Bibel an sich - in ihrem ethischen Gehalt maßlos überschätzt. Oder hältst du die Tatsache, dass Ehefrauen in einem Atemzug mit Nutztieren und Sklaven (!) genannt werden, für eine Ethik des 21. Jahrhunderts für angemessen?
???
Also, das mit den entsprechenden Wertevorstellungen der jeweiligen Epoche hat "Heidewolf" ja schon geklärt.
Trotzdem stelle ich mir die Frage, ob es überhaupt möglich ist, die Gebote zu überschätzen. Noch dazu maßlos. Ich finde es richtig schwierig, sie auch nur annähernd zu erfüllen.

Ich bin auch der Meinung, dass sie mit einfachem Text ein umfassendes Gesetzeswerk darstellen.
Es gibt dabei nur folgendes Problem:
Lässt man diese Gebote als Gesetz so stehen, bedeutet das im Grunde eine Gleichbehandlung aller Menschen
(Wenn ich von der Formulierung absehe, die durchaus der damaligen Sicht entspricht (Der Mann als Hausherr). Dafür ist ihm auch die Verantwortung übertragen worden).

Da die Gleichbehandlung aller Menschen aber keinen Platz für Machtspielchen zulässt, muss der Gesetzestext aber unendlich erweitert werden, damit Menschen mit weniger Macht/Recht auch etwas Recht/Macht bekommen:
Frauen, Ausländer, Behinderte, Arbeitslose ...

Ansonsten, alles natürlich eine Sache des Blickwinkels und der Meinungsfreiheit

LG Boris
Wenn ich mich selbst wirklich kenne, kenne ich auch meine Mitmenschen. Wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch andere lieben.

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Heidewolf
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Re: Kirchlicher Massenmord an unschuldigen Kindern?

#24 Beitrag von Heidewolf » 13.06.2014, 09:33

Lieber kein neues Gesetzbuch.
Schon die Juden sind mit ihren über 800 Regeln daran gescheitert, deswegen gibt es ja dieses eine, neue Gebot von Jesus. Das reicht aus.
17 Wenn aber Christus nicht auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden (1.Kor. 15)

Querdenkermicha

Re: Kirchlicher Massenmord an unschuldigen Kindern?

#25 Beitrag von Querdenkermicha » 13.06.2014, 13:39

Heidewolf hat geschrieben:Lieber kein neues Gesetzbuch.
Schon die Juden sind mit ihren über 800 Regeln daran gescheitert, deswegen gibt es ja dieses eine, neue Gebot von Jesus. Das reicht aus.
Hallo Heidewolf,

also zum einen: Die meisten Juden scheinen die 613 (nicht 800!) Gebote ihrer Religion nicht als Bürde zu empfinden, schließlich feiern sie einmal jährlich das Fest der Thora-Freude (hebr. simchat thora).

Zum anderen, da du auf Jesus und die Goldene Regel anzuspielen scheinst ("Was du nicht willst, das man dir tu..."). Der US-Psychologe Lawrence Kohlberg hat in seinem bekannten Modell der menschlichen Moralentwicklung dieses "Gebot" lediglich auf Stufe 3 eingeordnet, während Kants Kategorischer Imperativ auf Stufe 6 landet.
Das scheint auch mir nachvollziehbar zu sein, da die Goldene Regel eine regelrechte Einladung zum taktischen Umgang mit dem Mitmenschen darstellt ("Ich behandle dich nur gut, damit du auch mich in Ruhe lässt und nicht, weil ich aus Vernunftgründen das dahinterstehende, verallgemeinerungsfähige Prinzip gutheiße.")

Hier Das Kohlberg-Modell:

Ebene 1: Präkonventionelle Moral (die meisten Kinder unter neun Jahre)

1. Stufe (heteronome Stufe): Fremdbestimmte Moral, Egozentrismus;

Lust-Schmerz-Orientierung; Vermeiden von Strafe; „Macht ist Recht“.

Es ist rechtens, Regeln einzuhalten, deren Übertretung mit Strafe sanktioniert wird. Gehorsam als Selbstwert. Personen oder Sachen keinen Schaden zuzufügen. Moralisches Handeln, um Bestrafung durch Autoritäten zu vermeiden.

2. Stufe (Stufe des Individualismus): Individualismus, naiver Hedonismus; Kosten-Nutzen-Orientierung, Belohnung und Strafe; „Eine Hand wäscht die andere“.

Ebene 2: Konventionelle Moral (die meisten Jugendlichen und Erwachsenen)

3. Stufe (Stufe gegenseitiger interpersoneller Erwartungen): Beziehungen, Konformität mit anderen; Braves-Kind-Orientierung, Anerkennung gewinnen; „Was du nicht willst, das man dir tu`, das füg` auch keinem anderen zu“ (Goldene Regel).

4. Stufe (Stufe des sozialen Systems und Gewissens): Recht-und-Ordnung-Orientierung, Regeln befolgen.

Ebene 3: Postkonventionelle Moral (einige Erwachsene über 20 Jahre)

5. Stufe (Stufe des Sozialvertrags): Sozialer Kontrakt; Einsatz für die Gemeinschaft, Gesetze sind nicht absolut.

6. Stufe (Stufe universeller ethischer Prinzipien); Vernunft und Moral, Gleichberechtigung aller Menschen. Hier trifft Immanuel Kants Kategorischer Imperativ zu: „Handle so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könnte.“

http://www.lernen-am-ereignis.de/theori ... index.html

Manuela

Re: Kirchlicher Massenmord an unschuldigen Kindern?

#26 Beitrag von Manuela » 13.06.2014, 13:56

Zur Stellung der Frau zu biblischen Zeiten: Mann, Frau, Angestellte sowie Nutzvieh stellten jeweils eine kleine Solidar- oder Wirtschaftsgemeinschaft dar, denn damals gab es schließlich noch keine Sozialversicherung ...

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