Gott und das leid

Für Zweifler und andere gute Christen
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pathfinder
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Re: Gott und das leid

#11 Beitrag von pathfinder » 17.04.2017, 08:28

Für mich geht die Lehre der Liebe über das Irdische weit hinaus.

Nicht jedes irdische Leid kann gelindert werden.

Aber durch die Liebe Gottes kann man an der Seele Heilung erfahren.
Gerade auch im Leid.
Gerade auch in Einsamkeit.

Ich habe ihn für mich gefunden, als ich ihn als meinen liebenden Vater gesucht habe.

Meine Mutter hat mich gelehrt:
Der liebe Gott hat Dich immer lieb!

Und ich glaube, daß das für alle gilt, die ihn suchen und versuchen seinen Weg zu gehen.
Zuletzt geändert von pathfinder am 17.04.2017, 08:46, insgesamt 1-mal geändert.
"Man sieht nur mit dem Herzen gut" (Antoine de Saint-Exupéry)
Trotzdem braucht man beim Aufräumen manchmal eine Brille ;-)

glasperle
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Re: Gott und das leid

#12 Beitrag von glasperle » 17.04.2017, 08:37

Ja, klar geht gottes liebe weit über das irdische Leben hinaus. Und daraus folgt natürlich, dass wir nicht wegen jeder kleinen Zumutung auf unserem irdischen Weg die Existenz gottes und die liebe gottes in frage stellen sollten. Und natürlich ist nicht jedes leid vermeid oder heilbar. Manches gehört eben einfach zum leben.
Trotzdem sollten wir leid mindern so gut es geht bei uns selber und bei anderen. In unseren neoliberalen Zeiten ist es ja wiedervmodern, wie zur Zeit Hiobs, dem leidenden die Schuld an seinem leid in die Schuhe zu schieben. Nein, es gibt strukturell verursachtes leid und dagegen sollten wir Christen entschieden angehen. Natürlich nicht in blindem Aktionismus.

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Marie
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Re: Gott und das leid

#13 Beitrag von Marie » 09.05.2017, 10:50

Als mein Vater vor einigen Jahren gestorben ist, suchte ich Trost in meinem Glauben und da sagte der Pfarrer zu mir einen Satz, den ich hier sehr passend finde.
Er meinte: "Nur Menschen mit einem starken Willen gibt Gott eine große Prüfung auf. Denn nur diese Menschen werden gestärkt aus dem Leid herausgehen und nicht daran verzweifeln."
"Der Glaube kann Berge versetzen."

Boris
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Re: Gott und das leid

#14 Beitrag von Boris » 09.05.2017, 14:07

Marie hat geschrieben:... "Nur Menschen mit einem starken Willen gibt Gott eine große Prüfung auf. Denn nur diese Menschen werden gestärkt aus dem Leid herausgehen und nicht daran verzweifeln."
Ich halte den Glauben für ein Instrument, mit dem man viel Gutes vollbringen kann.

Vorstehende Aussage kann ich komplett nicht nachvollziehen. Dann dürfte es keine Menschen geben, die durch die zugelassenen Prüfungen gebrochen werden . Diese gibt es aber haufenweise ...
Ich denke nicht, dass ein Mensch beurteilen kann, wem Gott welchen Schwierigkeitsgrad an Prüfungen zukommen lässt.
Das Leiden gehört zum Leben. Ich würde nicht immer Gott dafür verantwortlich machen.
Ich würde auch nicht jedes Problem als Prüfung sehen. Das sind Ergebnisse aus Predigten, deren Sprecher nicht aus Liebe handeln, sonder Abhängigkeiten erzeugen wollen. Bewusst oder unbewusst. Sonst müsste man logischerweise für alles Leid der Welt Gott die Schuld geben ...

Vielleicht verstehe ich den Satz auch nur falsch ...

LG Boris
Wenn ich mich selbst wirklich kenne, kenne ich auch meine Mitmenschen. Wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch andere lieben.

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Marie
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Re: Gott und das leid

#15 Beitrag von Marie » 10.05.2017, 10:58

Ich habe den Satz eher als Hilfe verstanden, da er sah, dass ich an meiner Trauer zu verzweifeln drohte. Mir persönlich hat er geholfen, aber ich würde ihn nicht so philosophisch auseinandernehmen, wie du es getan hast. Und trotzdem muss ich zugeben, dass deine Worte mit Bedacht gewählt wurden und sie mich nachdenklich gemacht haben. :?:
"Der Glaube kann Berge versetzen."

Boris
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Re: Gott und das leid

#16 Beitrag von Boris » 10.05.2017, 11:55

Es ist schön, dass du in der Situation ein wenig Hilfe erfahren konntest.
Dann war dieser Satz für dich erst einmal gut. Punkt.

Wie schwehr es ist, einem Trauernden Trost zu spenden und ob das Leiden einen Sinn hat, hatten wir in:
Das Kirchenjahr - Der Osterfestkreis - Fastenzeit und Passionszeit - Sinn des Leidens
schon begonnen zu diskutieren.

Das Leid lässt sich einfach besser ertragen, wenn wir darin einen Sinn sehen können. Ob dieser Sinn aber tatsächlich ist, bleibt zweifelhaft. Unser Leben besteht aber in großen Teilen aus Überzeugungen ...

Hier nochmal der Link, den glasperle eingestellt hatte. Wenn du magst, kannst du dir die Zeit nehmen:
https://www.youtube.com/watch?v=l_9TErhiLlc&app=desktop

LG Boris
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Boris
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Re: Gott und das leid

#17 Beitrag von Boris » 29.06.2017, 10:09

Und so vergehen sich "Gottes Diener" an den Wehrlosesten.

http://www.msn.com/de-de/nachrichten/po ... spartandhp

Dort, wo Leid gelindert werden sollte,
wo man sich und seine Kinder, die noch völlig wehrlos sind, anderen Menschen anvertraut,
dort wird im Schutz der Institution das Leid verfeinert und perfektioniert. Ja, erst erzeugt. Welche Abgründe ...

Religion, Glaube ... . Das ist alles nicht existent ohne den Menschen.
Es wird erst durch den Menschen geschaffen, gebildet und verändert.
Von manchen wird es als Hilfe und Stütze gebildet und angeboten. Vorrangig benutzen die Menschen das aber, um Abhängigkeit zu erzeugen und Missbrauch zu legalisieren oder zu vertuschen.

Ist der Mensch nicht mehr da, gibt es keine Religion im uns geläufigen Sinne mehr.
Viele Möglichkeiten zur Gestaltung. Instrument zum Guten und Bösen.

LG Boris
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